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Nach Rücktritt beim DFB: Ex-Präsident Reinhard Grindel hat ein Rückkehrrecht zum ZDF

Ex-DFB-Präsident Reinhard Grindel
Ex-DFB-Präsident Reinhard Grindel ©Foto: imago/Jan Huebner

Wie geht es weiter nach dem Rücktritt? Wegen Enthüllungen über fragwürdige Zusatzeinkünfte trat Reinhard Grindel am Dienstag von seinem Amt als Präsident des DFB zurück. Nun stellt sich heraus: Der frühere Fernsehjournalist hat grundsätzlich das Recht, zum ZDF zurückzukehren.

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Nach seinem Rücktritt als DFB-Präsident hat Reinhard Grindel grundsätzlich die Möglichkeit, wieder beim ZDF zu arbeiten. Für den öffentlich-rechtlichen Sender war er in verschiedenen Positionen mehr als ein Jahrzehnt lang als Fernsehjournalist tätig.

Anschließend war er für die CDU Bundestagsabgeordneter. Am Dienstag trat er von der Spitze des Deutschen Fußball-Bundes zurück. “Herr Grindel hat aufgrund seiner früheren Mitgliedschaft im Bundestag ein im Abgeordnetengesetz geregeltes gesetzliches Rückkehrrecht”, teilte das ZDF am Mittwoch auf Anfrage mit. Zuvor hatte die Bild darüber berichtet.

Der 57-jährige Grindel war in den Tagen vor seinem Rücktritt durch Enthüllungen über fragwürdige Zusatzeinkünfte und die Annahme einer teuren Uhr unter Druck geraten.

Über zehn Jahre für ZDF tätig gewesen

In seinen ursprünglichen Beruf zurückzukehren, sei Grindels gutes Recht, sagte der Sprecher des Deutschen Journalisten-Verbands, Hendrik Zörner. Dass er das dürfe, sei im Grunde eine Selbstverständlichkeit. “Ob er sich selbst einen Gefallen damit tun würde, muss er beurteilen”, sagte Zörner. Denn Glaubwürdigkeit sei im Journalismus ein hohes Gut. Grindel sei durch seine Tätigkeit als DFB-Präsident ausgesprochen bekannt und habe nach den Berichten über die Hintergründe seines Rücktritts ein bestimmtes Image. Es sei damit zu rechnen, dass viele Zuschauer seine künftige Arbeit als Journalist damit in Verbindung bringen würden.

Beim ZDF war Grindel von 1992 bis 1997 zunächst als Redakteur im ZDF-Studio Bonn beschäftigt, von 1997 bis September 1999 dann als Leiter des ZDF-Landesstudios Berlin. Von Oktober 1999 bis Dezember 2002 war er Leiter des ZDF-Studios Brüssel, seit Januar 2003 ist er dem ZDF zufolge freigestellt. Mitglied im Deutschen Bundestag war Grindel von 2002 bis 2016. Den Posten als DFB-Präsident übernahm er im April 2016.

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Auch Regierungssprecher Seibert hat Rückkehrrecht

Dass Grindel zum ZDF zurückkehren kann, ist in der Tat nicht ungewöhnlich. Auch Regierungssprecher Steffen Seibert hat sich ein solches Recht vertraglich zusichern lassen. Der damals 50-Jährige übernahm den Posten 2010 von Ulrich Wilhelm. Kritiker trauten ihm nicht zu, nach einer Karriere beim Mainzer Sender im politischen Berlin schnell genug Fuß fassen zu können.

Die Entscheidung, sich ein Rücktrittsrecht einräumen zu lassen, wurde von vielen als “doppelter Boden” gewertet, falls er seinen Posten frühzeitig hätte räumen müssen. Und auch Seiberts langjährige Stellvertreterin Christiane Wirtz ließ ihren Vertrag beim früheren Arbeitgeber Deutschlandradio ruhen.

mit dpa

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Alle Kommentare

  1. Diese ÖR gehören dringend reformiert. Absurde Privilegien, Gehälter jenseits von gut und böse, Pensionen die jeglichen Anstand vermissen lassen, aber Qualität gleich NULL

  2. “Rückkehrrecht”?? Also meiner Kenntnis kommt doch ein Arbeitsvertrag (AV) zwischen Arbeitnehmer (AN) und Arbeitgeber (AG) zustande, ob ein AN zu einer ausgeschriebenen Stelle gebraucht wird und geeignet ist. Hab ich was verpaßt? Kanzlerin ist doch noch Frau Merkel, oder? Es scheint ähnlich wie bei den Schauspielerzöglingen, nur des Namens willens, der Abstammung, nicht des Talents. Der erste in der Hirarchie, der kam noch dahin durch Eignung, Schauspielschule ect., die nächste Generation nur noch des Namens im Pass. … “Rückkehrrecht” … unglaublich! Das öffentlich rechtliche Fernsehn als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) für (vermeintliche) “Eliten” der Gesellschaft. So einer schält doch keine Kartoffeln als Hiwi in einer Gaststätte, der könnt ja für seinen Verdienst schwitzen und Rückenschmerzen kriegen, geht doch nich.

  3. “Denn Glaubwürdigkeit sei im Journalismus ein hohes Gut…”
    Da hat jemand anscheinend die Skandale der letzten Jahre verschlafen….

  4. “Rückkehrrecht” … unglaublich! Das öffentlich rechtliche Fernsehn als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) für (vermeintliche) “Eliten” der Gesellschaft. So einer schält doch keine Kartoffeln als Hiwi in einer Gaststätte, der könnt ja für seinen Verdienst schwitzen und Rückenschmerzen kriegen, geht doch nich.

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