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Wo bleiben die Podcast-MA und die Newsletter-IVW? Boom-Genres brauchen unabhängige Erfolgsmessungen

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©Fotos: imago/unsplash/Jonathan Velasquez/ Montage: MEEDIA

Keine anderen Medien-Segmente werden seit einiger Zeit so gehypt wie Newsletter und Podcasts. Manchmal wirkt es so, als müsste jeder kreative Mensch unbedingt einen Newsletter und einen Podcast betreiben. Doch für einen noch größeren Durchbruch bei der Refinanzierung wären unabhängige Erfolgsmessungen nötig. Ein Fall für die AGMA und die IVW!

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Das Genre E-Mail-Newsletter existiert beinahe schon so lang wie das Internet. Und dennoch gibt es keinerlei objektive Messungen, welche der Newsletter wie erfolgreich sind. Natürlich wäre ein solches Verfahren auch keine profane Angelegenheit. In jeder Abonnentenkartei befindet sich eine Dunkelziffer an Adressen, deren E-Mails schon seit Jahren nicht mehr gelesen werden. Und die von Newsletter-Tools ausgespuckten Öffnungsraten enthalten auch nur einen Teil der tatsächlichen Leser, da aus technischen Gründen nicht jede E-Mail-Öffnung auch als solche erkannt werden kann.

Dennoch wäre es dringend nötig, ein Messverfahren zu etablieren, damit Newsletter-Betreiber – in Verlagen oder eigenständig – zeigen können, wie viele Menschen sie mit ihren E-Mails erreichen und damit leichter Werbekunden gewinnen können. Die IVW wäre dafür prädestiniert. Sie misst seit jeher Visits und Page Impressions von Websites und Apps – und auch schon von Newslettern, wenn die Publisher dort einen IVW-Zählcode einbauen. Doch in der Rubrik “Newsletter” der IVW-Online-Ausweisung werden eben alle Newsletter der jeweiligen Marke zusammen gezählt, die sie veröffentlicht. Besser wäre es, die Newsletter als eigenständiges Medium zu begreifen. Jeden Newsletter einzeln auszuweisen – in einer gesonderten Newsletter-IVW. Kleinere Newsletter-Autoren ohne die Finanzkraft von Publishern dürften sich derzeit ohnehin vor einer IVW-Mitgliedschaft scheuen.

Tatsächlich hat sich die IVW bereits damit beschäftigt, ob eine eigene Newsletter-IVW Sinn machen würde. IVW-Geschäftsführer Kai Kuhlmann zu MEEDIA: “Die Reaktionen für eine eigene Säule innerhalb der Medienkontrolle waren bislang allerdings eher zurückhaltend, so dass diese Thematik von uns aus gegenwärtig noch nicht mit Nachdruck verfolgt wird.” Allerdings: “Wenn es von Seiten der am Werbemarkt beteiligten Gruppen, insbesondere der Agenturen und Werbungtreibenden, gewünscht werden sollte, würde die IVW ein eigenes Prüfungsfeld schaffen können. Entsprechende Kriterien, was Messgrößen, Meldung und Prüfung angeht, müssten jedoch noch entwickelt werden.”

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Ähnlich sieht es beim Genre Podcast aus. Wollen sich Betreiber mit anderen vergleichen, so schauen sie immer noch vornehmlich auf die iTunes-Charts, obwohl nur ein Bruchteil der Hörer die Apple-Software nutzt. Zwar bieten auch andere populäre Dienste wie Spotify und Google eigene Podcast-Rankings an, doch vergleichbare, neutrale und über alle Verbreitungswege hinweg gemessene Zahlen existieren nicht. Einem noch größeren Durchbruch bei der Vermarktung steht diese Tatsache klar im Wege.

In Deutschland käme als Anbieter einer solchen Messung wohl vor allem die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse AGMA in Frage, ermittelt sie doch seit geraumer Zeit neben den Hörerzahlen von Radiosendern auch die Abrufdaten von Online-Radios und Streaming-Diensten wie Spotify. Natürlich würde dort die Frage im Raum stehen, inwiefern man auch Abrufzahlen via Apple, Google & Co. in die Messung einbeziehen könnte, doch wenn die AGF mit YouTube zusammen arbeitet, warum dann nicht die AGMA zumindest im Segment der Podcasts mit Apple und Google? Derzeit, teilt die AGMA auf MEEDIA-Anfrage mit, seien Podcasts aber kein AGMA-Thema.

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Alle Kommentare

  1. die IVW: ..,“Die Reaktionen für eine eigene Säule innerhalb der Medienkontrolle waren bislang allerdings eher zurückhaltend, so dass diese Thematik von uns aus gegenwärtig noch nicht mit Nachdruck verfolgt wird.”…

    oha – lets call that „Fachman“.

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