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#trending: Robert Habeck ist populär, nicht wichtig, Rammsteins “Deutschland” und ORF.at sagt “Ciao” zu Facebook

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Guten Morgen! YouTuber Felix von der Laden und Demo-Organisatorin Carla Reemtsma waren gesten Abend zu Gast bei "Maybrit Illner". Thema: "Jugend demonstriert – Politik ignoriert?" Und auch wenn die Sendung nicht zu den allergelungensten gehörte, muss ein Fazit lauten, viel öfter die junge Generation einzuladen - nicht nur, weil sie Urgestein Stefan Aust so richtig alt aussehen ließ, sondern weil in ihren Aussagen oft mehr Substanz enthalten war als in denen der sonst oft allein talkenden Politiker.

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#trending // Robert Habeck ist populär, nicht wichtig

Die nach Social-Media-Interaktionen erfolgreichste journalistische Geschichte des Tages war hierzulande der Spiegel-Online-Artikel zum neuesten ZDF-“Politbarometer”. Der Grund: eine falsche, bzw. schludrige Headline. Spiegel Online titelte “Habeck laut Umfrage wichtigster Politiker in Deutschland” und sorgte damit für einen Aufreger, insbesondere bei AfD-Politikern und deren Umfeld.

Der Berliner AfD-Chef Georg Padzerski twitterte beispielsweise: “‘Habeck wichtigster Politiker’ – Dieses Land ist verrückt geworden. Ein Mensch, der ‘Vaterlandsliebe stets zum Kotzen fand’ und mit ‘Deutschland nichts anzufangen weiss’, ist lt. einer SPIEGEL-Umfrage ‘wichtigster Politiker’. Deutschland scheint verloren.” Abgesehen von den stark verkürzten Habeck-Zitaten finden sich gleich mehrere Fehler in dem Tweet. So handelt es sich natürlich nicht um eine “Spiegel-Umfrage”, sondern wie gesagt um das ZDF-“Politbarometer”, wie gleich viermal im Text zu lesen ist. Und – aber dafür kann Padzerski nicht einmal etwas – Robert Habeck ist keineswegs zum “wichtigsten” Politiker gekürt worden.

Die Methodik des “Politbarometers” sieht seit jeher vor, dass die Befragten eine Liste küren, in der tatsächlich die zehn ihrer Meinung nach wichtigsten deutschen Politiker enthalten sind. Für diese vergeben sie dann Noten, allerdings nicht dafür, wie “wichtig” die Politiker sind, sondern was sie von den Politikern halten: Der beliebteste Politiker siegt also – und eben nicht der “wichtigste”. Spiegel Online hatte das falsch formuliert, die Headline lautete zunächst eben “Habeck laut Umfrage wichtigster Politiker in Deutschland“. Später änderte man die Headline in den korrekteren Satz “Habeck laut Umfrage beliebtester Politiker in Deutschland“, doch da waren die meisten der insgesamt 12.700 Interaktionen schon eingetrudelt.

#trending // Rammsteins “Deutschland”

Als “größenwahnsinnigen Ritt durch 2000 Jahre deutsche Geschichte” bezeichnet Arno Frank auf Spiegel Online das neue Video zum Rammstein-Song “Deutschland”. Darin taucht die Band in zahlreichen Epochen auf – von “der Vernichtung des Varus bis zu den Deutschordensrittern, von den Befreiungskriegen bis zum Ende der Hindenburg, von Sigmund Jähn bis zur RAF, von den Wiedertäufern bis zu den Krawallen am 1. Mai, von Bismarck bis Marx, von bis Hammer bis Sichel”, wie Frank es ausdrückt.

Schon im Vorfeld hatten Rammstein einen Skandal herbei geführt, denn sie spielen darin auch KZ-Häftlinge. Das gesamte Video mag filmerisch pompös und episch sein, doch der Song – und vor allem der Text – sind eben doch wieder nur schlichte Rammstein-Lyrik, bei der der Hörer ratlos bleibt. Eine erneute Pseudo-Provokation der in die Jahre gekommenen Musiker. Wenn der Sinn darin bestand, kommerziellen Erfolg zu haben, so scheint der Plan aber aufzugehen: Der 9:22 Minuten lange Film zum Song sammelte jedenfalls innerhalb der ersten sieben Stunden nach Veröffentlichung schon 4 Mio. Views auf YouTube ein und bei Amazon finden sich auf den ersten vier Rängen der Musik-Charts jeweils zwei verschiedene Versionen der Single “Deutschland” und des Albums “Rammstein”.

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#trending // ORF.at sagt “Ciao” zu Facebook

Schon vor geraumer Zeit war bekannt geworden, dass der ORF dem sozialen Netzwerk Facebook weiträumig Lebewohl sagen wollte. Nur noch ein kleiner Teil der 70 Facebook-Seiten, die die öffentlich-rechtliche Anstalt betreibt, soll übrig bleiben. Am Donnerstag nun begründete die Nachrichten-Website ORF.at in einem lesenswerten Text den Schritt, die eigene Facebook-Seite am 1. April nicht mehr weiter zu betreiben.

In “Ciao: ORF.at verabschiedet sich von Facebook” zählt die Redaktion diverse Probleme auf, die man mit der Plattform Facebook habe: “Harmlose Inhalte werden häufig zensuriert und gelöscht, während der Konzern es nicht schafft, Hass und Gewalt – siehe zuletzt die Liveübertragung des Terroranschlags von Christchurch – auf seiner Plattform in den Griff zu bekommen. Von dem offenbar aussichtslosen Kampf gegen politische Manipulation durch die Verbreitung von ‘Fake News’ ganz zu schweigen”, heißt es darin.

Fazit: “Facebook ist also insgesamt nicht das einfachste Biotop für seriöse Nachrichtenmedien: ein Kooperationspartner, der gleichzeitig Konkurrent ist, der seine Spielregeln nicht kommuniziert und ständig ändert – und wo mittlerweile tendenziell jene die besseren Karten haben, die auf Emotionen setzen, Affekte bedienen und Empörung bewirtschaften.

Dass Facebook darauf sein Geschäftsmodell aufbaut und Reichweite verkauft, ist einem kommerziell ausgerichteten Konzern an sich nicht vorzuwerfen. Aber das Netzwerk ist damit eben keine neutrale Plattform. Irgendwann stellt sich die Frage für ein Nachrichtenmedium, welchen Nutzen ein Facebook-Auftritt hat – und was man dafür in Kauf nehmen muss.”

#trending // Deutsche Tops des Tages

Story nach Social-Media-Interaktionen: Der Postillon – “Einigung im britischen Parlament: EU soll Vereinigtem Königreich beitreten” (65.200 Interaktionen bei Facebook und Twitter)

Story nach Likes & Shares bei Twitter: Der Postillon – “Einigung im britischen Parlament: EU soll Vereinigtem Königreich beitreten” (2.100 Retweets und Likes)

Story bei Blendle (nach Likes): Hannoversche Allgemeine – “Autisten fühlen viel mehr als wir

Google-SuchbegriffKarl Bagusat (50.000+ Suchen) [bei einem Unfall verstorbener Sohn von Stephanie von Pfuel]

Wikipedia-SeiteStephanie von Pfuel (54.800 Abrufe)

Youtube-Video: WUMMS – “Der Schalke Song

Song (Spotify): Capital Bra – “Cherry Lady” (1.107.900 Stream-Abrufe aus Deutschland am Mittwoch)

Musik (Amazon): Rammstein – “Rammstein” (Audio CD) [erscheint am 17. Mai]

DVD/Blu-ray (Amazon): “Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen” (Blu-ray) [erscheint am 4. April]

Game (Amazon): “Yoshi’s Crafted World” (Nintendo Switch)

Buch (Amazon): MontanaBlack – “MontanaBlack: Vom Junkie zum YouTuber” (Gebundene Ausgabe)

trending // Feedback

Anmerkung: Alle in #trending genannten Zahlen beziehen sich wenn nicht anders vermerkt auf den Vortag der Newsletter-Veröffentlichung (Stand: 24 Uhr)

Was finden Sie gut an #trending? Was schlecht? Was fehlt Ihnen? Schreiben Sie mir!

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Alle Kommentare

  1. Müsste es nicht heißen: Robert Habeck ist laut Umfrage des ZDF der beliebteste Politiker unter den zehn für wichtig gehaltenen Politikern.

  2. Nigel Farage zb ist der Abteilung „Reisekostenabrechnung“ der Abgeordnetenverwaltung in Brüssel die Antwort auf die Frage schuldig, wie in einem Jahr der EU in Rechnung gestellte Kosten für Champagnerrechnungen in Höhe von € 500.000 durch sein Abgeordnetenbüro deklariert werden sollten.

    1. @Schalls Echo
      Nigel Farage scheint sehr aktiv auszuloten, bzw. aufzeigen zu wollen was in diesem Europa möglich ist.
      Allerdings hatte schon Martin Luther zu seiner Zeit in Rom weniger ein Problem mit den Weintrinkern als mit den (nach seinen Worten) Wein saufenden Wasserpredigern…..

  3. “….weil in ihren Aussagen oft mehr Substanz enthalten…”
    Die Sichtweise auf viele Dinge ändert sich meist sehr drastisch, wenn man von der Seite der Fordernden zu jener wechselt, die diese Forderungen erfüllen soll bzw. muss.
    Dies gilt auch für Parteien. Auch für die Grünen….
    Siehe so manche Artikel über Fernreise von Politikern, die in den letzten Monaten (leider fast nur) durch die “alternativen” Medien geisterten…
    Obiges gilt auch, wenn man von der Seite der Empfänger aus den Geldtöpfen zu jenen wechseln soll bzw. muss, die diese Geldtöpfe füllen sollen bzw. (meist ungefragt) füllen müssen. Leider gibt es inzwischen viel zu viele denen es gelingt, diesen Wechsel in ihrem ganzen Leben zu verhindern…

  4. Dass es sich bei AfD members zu weitern Teilen um Dyslektiker handelt ist nicht neu.

    Wie der diskrete Charme AfD-genuiner Dyslexie tatsächlich funktioniert hat Herr Schröder präzisiert.
    merci

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