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Die große Apple-Enttäuschung: Wie der Tech-Gigant zum Ankündigungskonzern verkam

Tim Cook lässt sich auf der Keynote feiern. Allein: Die Wall Street feiert nicht mit.
Tim Cook lässt sich auf der Keynote feiern. Allein: Die Wall Street feiert nicht mit. © Apple

Zwei Tage ist die Apple-Keynote alt, doch das Kopfschütteln hat immer noch nicht nachgelassen. Was genau wollte der Kultkonzern aus Cupertino wem eigentlich am Montag im Steve Jobs Theater beweisen? Fest steht: Bis auf das Premium-Nachrichten-Angebot Apple News+, das lediglich in den USA und Kanada ausgerollt wurde, erscheinen alle neuen Dienste erst in der zweiten Jahreshälfte – und teilweise auch nur in den USA. Warum verstrickt sich Apple wieder und wieder in vagen Ankündigungen?

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Apple und Produktankündigungen außerhalb der Kernsegmente iPhone / iPad / Mac – das ist so eine Sache. Oft genug hat der Tech-Pionier aus Cupertino in der Vergangenheit eine Ankündigung für ein Produkt gemacht, das dann aber erst deutlich später auf den Markt kam.

Weder die Apple Watch (2015) noch die Drahtlos-Kopfhörer AirPods (2016) noch der HomePod (2017) wurden pünktlich ausgeliefert – bei AirPower (2017) und beim nächsten Mac Pro (2019) wiederholt sich das Drama.

Ankündigungs-Obsession des Silicon Valleys

„Apple muss damit aufhören, Produkte wie AirPower und den Mac Pro anzukündigen, die dann für Monate oder Jahre nicht verfügbar sind“, watschte selbst das Cupertino-freundliche Blog AppleInsider den iKonzern bereits ab.

Ein Jahr später hat sich an Apples Praxis, große Ankündigungen für einen vagen späteren Zeitpunkt zu machen, nichts geändert. Im Gegenteil: Die jüngste Keynote trieb die Ankündigungs-Obsession des Silicon Valley, der auch Google und Facebook anheimgefallen sind, auf die Spitze.

Bis auf Apple News+ ist kein neuer Apple-Dienst verfügbar

Apple hat auf der Keynote am Montag den Premium Magazin-Dienst Apple News+, den Streaming Service Apple TV+, aber auch eine neue virtuelle Kreditkarte namens Apple Card und ebenso den Games-Abo-Dienst Apple Arcade vorgestellt.

Allein: Bis auf Apple News+, das bislang auch nur im nordamerikanischen Markt startet, ist der Launch auf das zweite Halbjahr verschoben und ebenfalls da nur schwammig terminiert. Die Apple Card soll “im Sommer” ebenso nur in den USA debütieren, Apple TV+ und Apple Arcade “im Herbst”, also mutmaßlich nach dem Launch der neuen iPhones im September / Oktober.

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“Übereilt und unvollständig”

Noch eigentümlicher: Bei der Vorstellung von Apple TV+ und Apple Arcade blieb der Tech-Pionier ungewöhnlich vage – in beiden Fällen fehlte der Hinweis, was die Dienste am Ende nun eigentlich kosten. Entsprechend negativ fiel das mediale Echo aus.

“Apple hat am Montag seine wichtigste Ankündigung seit Langem gemacht, doch kritische Details fehlten seltsamerweise”, wunderte sich der Finanzformationsdienst CNBC und folgerte: “Die gesamte Veranstaltung fühlte sich übereilt  und unvollständig an”.

Eine Keynote für die Wall Street?

Selbst Apple Blogger Philip Elmer-DeWitt, der die Keynote am Montag persönlich verfolgte, äußerte sich unisono: “Ich habe das Steve Jobs Theater enttäuscht verlassen. Und ich war nicht der Einzige”, stellte der frühere Techreporter des Fortune Magazines in seinem Blog Apple 3.0 fest.

Elmer-DeWitt vermisste Trailer zu den neuen Original-Serien und fragte sich, ob der Sinn der Präsentation vielleicht darin bestanden habe, “die Plattform Hollywoods Kreativen vorzustellen und nicht mit etwas  zu begeistern, das schon im Kasten ist”.

Eine andere Zielgruppe hatte unterdessen re/code Auge. “Vielleicht war die Keynote nicht an den Verbraucher, sondern an die Wall Street gerichtet, um Investoren zu überzeugen, dass es Apple wirklich, wirklich ernst damit meint, mit der Servicesparte den sinkenden Hardware-Verkäufen zu begegnen”, mutmaßte das Techportal. Allein: Die Wall Street reagierte ebenfalls kopfschüttelnd.

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