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Vor dem Start von Apples Streaming-Service: Neuer Trend-Report belegt die weltweite Dominanz von Netflix im VOD-Markt

Welche Serien von den globalen Streaming-Anbietern waren in Deutschland 2018 am populärsten?
Welche Serien von den globalen Streaming-Anbietern waren in Deutschland 2018 am populärsten? ©imago/Panthermedia

Das neuseeländische Marktforschungsunternehmen Parrot Analytics hat einen Trend-Report über die Popularität von Streamingserien weltweit erstellt. Dabei zeigt sich einmal mehr eine fast erdrückende Dominanz von Netflix in allen zehn untersuchten Ländern. Die populärste Streaming-Serie 2018 in Deutschland war laut der Analyse "Star Trek: Discovery".

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Die Methodik von Parrot Analytics hat allerdings rein gar nichts mit TV-Quoten oder klassischen Reichweitenmessungen zu tun. Da die VOD-Anbieter (Video On Demand) Zugriffszahlen unter Verschluss halten wie Staatsgeheimnisse, hat die Firma aus dem neuseeländischen Auckland eine Metrik namens Demand Expressions entwickelt. Aus zahlreichen digitalen Quellen, etwa Filesharing-Plattformen, Ratings, Bilder-Plattformen, Microblogging-Plattformen oder Peer-to-Peer Protokollen erstellen Algorithmen einen Wert für die “Nachfrage” einer Serie. Dieser Wert funktioniert nach Angaben des Unternehmens dann länder- und plattformübergreifend. Das ist logisch, da ja nur die Nachfrage nach einem Inhalt gemessen wird. Es wird nicht gemessen, wo dieser Inhalt konsumiert wird oder ob er überhaupt konsumiert wird. Das kann dazu führen, dass hohe Demand Expressions in Ländern gemessen werden, in denen bestimmte Serien noch gar nicht zu sehen sind. Die Demand Expressions sind so gesehen also eine Art “Buzz-Ranking”.

Dies im Hinterkopf, sind die Ergebnisse der Trend-Analysen von Parrot Analytics trotzdem interessant. Bemerkenswert ist zudem, welche Dimensionen das globale Streaming-Geschäft mittlerweile erreicht hat. So haben die SVOD-Plattformen (Subscribtion Video On Demand, also Abo-Modelle) 2018 insgesamt über 300 neue Original-Inhalte veröffentlicht. Netflix alleine hat 2019 über 130 Original-Inhalte veröffentlicht. Das schlägt sich auch in finanziellen Dimensionen nieder: Netflix hat 2018 demnach rund zwölf Milliarden US-Dollar in Inhalte investiert. Nach dem Demand Expressions-Wert, den Parrot Analytivs errechnet, dominiert Netflix den Markt global gesehen mit einem Wert von 71 Prozent. Das bedeutet: Über 70 Prozent der globalen Nachfrage nach SVOD-Inhalten entfällt auf Netflix-Produktionen.

Die beiden Produktionen, die in den meisten der zehn untersuchten Länder die höchste Nachfrage erzeugten sind “Chilling Adventures of Sabrina” (Teenie-Horror) und “Das Haus des Geldes” (Crime). Ebenfalls global stark nachfragt waren 2018 “Star Trek: Discovery” (Science Fiction) und “Stranger Things” (Mystery). Diese Serien laufen auf den meisten Märkten weltweit bei Netflix. “Discovery” ist dabei gar keine ursprüngliche Netlfix-Serie, sondern wurde in den USA für CBS All Access produziert. Für die meisten andeen Länder, hat sich aber Netflix die Rechte gesichert, da CBS All Access, der Streaming-Dienst des US-Senders CBS, dort nicht verfügbar ist. “Das Haus des Geldes” war ursprünglich eine Produktion des spanischen TV-Senders Antena 3. Netflix hat aber die kompletten Rechte übernommen und produziert auch die dritte Staffel der Erfolgsserie um einen Mega-Einbruch in die staatliche Banknoten-Druckerei von Spanien. Die dritte Staffel wird dann weltweit exklusiv bei Netflix zu sehen sein. Länder, die für diesen Trend-Report berücksichtig wurden, sind die Vereinigten Staaten, Australien, Brasilien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Mexiko, Spanien und das Vereinigte Königreich (UK).

Werfen wir nun einen genaueren Blick auf die Zahlen aus Deutschland. Das beliebteste Subgenre in Deutschland ist Crime. Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Nachfrage nach Crime-Inhalten hierzulande überproportional hoch. Umgekehrt sind Superhelden-Serien in Deutschland nicht ganz so begehrt wie im Rest der Welt. Zusammen mit UK ist Deutschland der Markt mit dem höchsten Demand Expressions Wert für Amazon Prime Originals (12 Prozent). Netflix ist mit 69 Prozent allerdings auch in Deutschland weit vorne. Auf Platz drei landen erstaunlicherweise Hulu-Inhalte, obwohl dieser Service in Deutschland gar nicht offiziell verfügbar ist. Hulu-Inhalte aber teilweise schon, wie etwa die Serie “The Handmaid’s Tale”, die in Deutschland beim Telekom-Dienst Magenta TV läuft.

Hier nun die Liste der Digital-Inhalte mit den höchsten Demand Expressions in Deutschland 2018:

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Quelle: Parrot Analytics

Auch in dieser Auswertung ist die Dominanz von Netflix ersichtlich. Erwähnenswert auch, dass die deutsche Netflix-Produktion “Dark”, obwohl schon ein Jahr zuvor gestartet, 2018 immer noch auf Rang 21 landete. Und die türkische Netflix-Produktion “Hakan: Muhafiz” (“The Protector”) landet in Deutschland auf Rang 22.

Ob Netflix diese globale Dominanz halten kann, ist aber keineswegs ausgemacht. In dieser Woche verkündet Apple den Start eines eigenen Streaming-Angebots. Der iPhone-Hersteller hat laut Berichten bereits zwei Milliarden Dollar in Eigenproduktionen investiert. Angesichts der rund 12 Mrd., die Netflix allein in 2018 ausgegeben hat wirkt, allerdings selbst diese Summe eher bescheiden. Netflix geht dabei ein hohe Risiko ein. Die extrem hohe Schlagzahl bei der Inhalteproduktion wird vor allem mit Schulden finanziert. Ende 2018 stand der Streaming-Gigant mit insgesamt rund 26 Mrd. Euro in der Kreide. Weltweit hatte Netflix 2018 knapp 140 Mio. Abonnenten. Gleichzeitig drängt mit Disney ein weiterer finanzstarker Player mit vielen eigenen Inhalten (u.a. Marvel, Star Wars) auf den Markt. Es wird extrem spannend zu beobachten sein, ob und wie der Hardware-Hersteller Apple es schafft, sich in diesem Multi-Millionen-Markt zu etablieren. Geld genug wäre da: Ende 2018 saß Apple ausweislich der Bilanz auf einem Bruttovermögen von 373 Mrd. US-Dollar. Davon lassen sich noch einige Serien drehen.

Den kompletten Trend-Report von Parrot Analytics kann man hier runterladen.

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Alle Kommentare

  1. /me meint:

    Wenn Apple mit seinem neuen Streamingdienst dieselbe Preispolitik wie bei seinen iPhones macht, dann braucht Netflix sich keine Sorgen zu machen.

    Ein paar Apple-Jünger mit zu viel geerbtem Geld oder von Beruf noch Sohn /Tochter werden für den elitären Touch, bzw. Quatsch bezahlen und das war’s dann auch.

    Auch wenn Apple noch so viel Geld im Bunker hat, das ersetzt am Ende eben doch keine Erfahrung auf einem für Apple völlig neuem Gebiet.

  2. Lieber Herr Winterbauer,

    Sie sollten vielleicht noch mal darauf hinweisen, dass es sich bei diesen Daten und deren Grundlage lediglich um “Originals” handelt. Da (genau wie im TV) die Lizenzware auch bei den VoD-Plattformen dominiert, zeigt sich hier lediglich, dass Netflix am meisten produziert (was nicht wundert, da sie auch am meisten investieren und den größten Schuldenberg haben).

    Schwer nachvollziehbar finde ich auch, dass in dieser Statistik Plattformen, die in Deutschland nicht abonnierbar sind (Hulu, CBS, etc.) zusammen auf stolze 15% Marktanteil kommen.

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