Partner von:
Anzeige

Ex-Wired.de-Chefredakteur gründet neues Online-Magazin 1E9: “Weg vom Einbahnstraßen-Journalismus”

Wolfgang Kerler war Chefredakteur von Wired.de, nun plant er ein neues Projekt
Wolfgang Kerler war Chefredakteur von Wired.de, nun plant er ein neues Projekt

Das Aus von Wired.de liegt noch nicht lange zurück, da arbeitet das Team um Ex-Chefredakteur Wolfgang Kerler bereits am nächsten Projekt. 1E9, so der Name, soll "als Community mit Magazin und Events zur Denkfabrik für die Zukunft werden", heißt es dazu in einer Mitteilung. Man wolle weg "vom Einbahnstraßen-Journalismus", sagt Kerler.

Anzeige

Von einer “sehr traurigen Nachricht” sprach das Redaktionsteam von Wired.de, als das Lifestyle-Portal Ende 2018 seinen Dienst aufgeben musste. Die Entscheidung kam vom Verlag Condé Nast. Der sah sich in einer “neuen unternehmerischen Phase auf dem Weg zu einem global verknüpften Medienkonzern”. Und kleinere Marken schienen da keinen Platz mehr zu haben.

Das Portal existiert nun nicht mehr. Die Domain leitet mittlerweile auf das von Condé Nast verantwortete GQ Magazin weiter. Doch das alte Wired-Redaktionsteam hat mit dieser Seite nichts mehr zu tun. Im Hintergrund arbeitete das Team um Chef Wolfgang Kerler stattdessen an einem inoffiziellen Nachfolger, dessen Start er nun angekündigt hat.

1E9 heißt das neue Portal, bei dem das Wired-Team vom ersten Tag an beteiligt ist – neben Kerler etwa Krischan Lehmann, früher Digitaldirektor des Condé Nast Verlags. Zu den Mitgründern gehören ebenfalls Daria Saharova und Herbert Mangesius, die in den vergangenen Jahren die Deep-Tech-Konferenz Daho.am mitorganisiert haben.

Die Plattform soll zum Zuhause für Optimisten werden, die neue Technologien nicht nur als Bedrohung, sondern auch als Chance sehen”, steht in einer Pressemitteilung. Die Themen drehen sich um Zukunftsfelder wie Künstliche Intelligenz, Blockchain, Mobilität, Nachhaltigkeit, Raumfahrt, Gentechnik oder Virtual Reality.

Das Ex-Wired-Team begibt sich damit in eine experimentelle Nische, die womöglich nerdiger klingt als sie soll. Denn in der Schreibweise, die zum Beispiel in Taschenrechnern verwendet wird, steht 1E9 für 1 mal 10 hoch 9, also für eine Milliarde. Gedachter Hintergrund: Sobald eine Technologie das Leben von einer Milliarde Menschen verändern könne, habe sie die Welt verändert.

Anzeige

Thematisch bedient 1E9 somit ein breites Feld. Unklar ist, wie tief das Online-Magazin in die Tech-Themen eintauchen wird. Jedenfalls verspricht Kerler keine “austauschbaren Nachrichten”, sondern “hintergründige Artikel”. Auch Podcast und Videos wird es geben, zu denen Mitglieder des Magazins zum Teil exklusiven Zugriff haben werden.

Paid-Membership-Modell und Tech-Konferenz

Überhaupt scheint die Community bei Kerlers Konzept einen hohen Stellenwert zu haben. “Wir werden die Mitglieder an der Finanzierung beteiligen – sie sollen im Gegenzug über die Community aber ganz klar mitbestimmen können, welche Themen und Inhalte bei 1E9 stattfinden”, sagt Kerler gegenüber MEEDIA. Damit käme man weg vom “Einbahnstraßen-Journalismus, bei dem in der Redaktionskonferenz entschieden wird, was wichtig zu sein hat”. Mitglieder zahlen “ein paar Euro im Monat” und können auch eigene Beiträge in dem Magazin veröffentlichen.

Im realen Raum findet sich die forcierte Community auch auf Konferenzen zusammen. Die Premiere ist am 11. Juli in München, wo unter anderem Bulent Altan (SpaceX, Mynaric) oder Daniel Krauss (FlixMobility) als Speaker auftreten.  

Mit der Konferenz fällt dann auch der offizielle Startschuss für das Digital-Magazin. Im Frühjahr will 1E9 aber schon die Beta-Phase des Magazins und der Community anlaufen lassen. Artikel lesen und teilen kann dann schon jeder. Die Aufnahme in die Community findet aber zunächst nur auf Einladung statt.

rt/tb

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige
Werben auf MEEDIA
Meedia

Meedia