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“Wir sind keine Schnäppchen”: Mehrtägiger Warnstreik bei ComputerBild angekündigt

So kämpfen Mitarbeiter der Computer Bild im Netz für einen Tarifvertrag
So kämpfen Mitarbeiter der Computer Bild im Netz für einen Tarifvertrag © Screenshot: cobi-tarif.de

Verdi und der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) haben die Beschäftigten der Computer Bild zu einem zweitätigen Warnstreik aufgerufen. Nach bislang nur mehrstündigen Warnstreiks will man den Druck auf die Verlagsleitung zur Durchsetzung eines Entgelttarifvertrags bei Computer Bild erhöhen.

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Seit Dienstagmorgen ziehen Mitarbeiter der Computer Bild im Rahmen eines Warnstreiks unter anderem durch die Hamburger Hafen City. “Axel Springer hat auch nach dem letzten Warnstreik im Dezember kein verbessertes Angebot vorgelegt”, kritisierten die Verhandlungsführer Stefan Endter (DJV) und Martin Dieckmann (Verdi). “Der Konzernvorstand verharrt in reiner Verweigerungshaltung.“

 

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Tarifvertrag für COMPUTER BILD! Jetzt! #streik #tarifvertrag 19.3.2019

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Sie verweisen dabei auf einen offenen Brief der Beschäftigten an den Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner, der bislang jede Stellungnahme verweigere. Unter dem Motto “Wir sind keine Schnäppchen” kritisieren Teile der Belegschaft, dass sich unter einem “rigiden Sparkurs” die Arbeitsbedingungen mehr und mehr verschlechtern würden. Auf der eigens zu diesem Zweck eingerichteten Webseite cobi-tarif.de heißt es dazu:

Immer mehr Arbeit lastet auf immer weniger Schultern. Außerdem kämpfen fast alle Mitarbeiter mit deutlichen Nettoeinkommensverlusten, denn einen ordentlichen Tarifvertrag, der für eine faire und gerechte Bezahlung sorgt, gibt es in der Computer Bild Digital GmbH nicht. Die Folge: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verdienen bis zu 40 Prozent weniger als Kollegen in Verlagen, in denen der Tarifvertrag für Zeitschriften gilt. So kann und darf es nicht weitergehen!

In eindringlichen Videos wandten sich die Mitarbeiter der Computer Bild Digital GmbH – verantwortlich für Bild, Computer Bild Spiele und Audio Video Foto Bild sowie die Webseiten computerbild.de und ekitchen.de – bereits im Dezember 2018 direkt an Springer-Vorstand Döpfner. „Die Empörung gerade über diese Verweigerungshaltung führt jetzt zur Eskalation im Arbeitskampf führt“, erklärten die Verhandlungsführer. Die Gewerkschaften dagegen hätten rechtzeitig Kompromissbereitschaft signalisiert.

Das Gehaltsniveau bei Computer Bild liegt laut Verdi und DJV nicht nur weit unter den Tarifverträgen, sondern auch noch unter den Gehältern anderer tarifloser Redaktionen bei Axel Springer. Die Gewerkschaften fordern die Anhebung der Gehälter auf Tarifniveau, hatten zuletzt aber einen mehrjährigen Stufenplan vorgeschlagen.

Springer: “Schon vor Monaten einen Haustarifvertrag angeboten”

Springer lässt durch einen Sprecher mitteilen, dass man schon vor Monaten ” trotz schwieriger Märkte einen Haustarifvertrag angeboten” hätte, “der vielen Mitarbeitern eine Gehaltssteigerung bietet.” Die Gehälter seien schon jetzt branchenüblich. “Dazu hat sich die Tarifkommission trotz weiterer Verbesserungen unsererseits bislang nicht geäußert. Wir sind an einer gemeinsamen Lösung interessiert und stehen weiterhin zu unserem Angebot.”

Die Mitarbeiter verweisen auf ihrer Website darauf, dass die Axel Springer SE zwar einerseits wirtschaftliche Erfolge präsentiere, andererseits die Mieten in Hamburg seit 2011 um 18 Prozent gestiegen seien. Dazu komme ein Kaufkraftverlust von elf Prozent seit 2010. Sehr viele Gehälter bei der Computer Bild hätten keine Tarifanbindung. Dadurch hätten viele Mitarbeiter auch seit Jahren keine Gehaltserhöhung erfahren.

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