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#trending: “Das Schweigen der AfD”, das Terror-Video, Lenas Smartphone-Musikclip und die Milliarden-Transferausgaben als virale Infografik

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Guten Morgen! Auch wenn ich ihre politischen Ansichten nur selten teile, der Auftritt von Sahra Wagenknecht bei "Anne Will" gestern abend nötigt mit viel Respekt ab. Wagenknecht schilderte, dass sie ihre Ämter niederlegt, um ihre Gesundheit nicht weiter zu gefährden. Eine Ehrlichkeit und Authentizität, die politischen Talkshows auch bei anderen Themen gut tun würde.

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#trending // “Das Schweigen der AfD”

Ein Kommentar des ntv-Reporters Benjamin Konietzny war am Wochenende der deutschsprachige Artikel mit den drittmeisten Interaktionen auf Facebook und Twitter. Mehr als 17.200 waren es. In “Das Schweigen der AfD ist nicht zu überhören” schreibt Konietzny u.a.: “Als am Freitag mehrere vermutlich rechtsextreme Angreifer 49 Menschen in zwei Moscheen in Neuseeland erschossen haben – darunter mehrere Kinder – hüllte sich nahezu die komplette AfD über Stunden in vielsagendes Schweigen. Ist es aus Sicht der Partei, der gesamten neurechten Szene weniger verabscheuungswürdig, wenn ein weißer Attentäter Muslime tötet?” Und weiter: “Die Parteispitze der AfD müsste darüber eigentlich bestens Bescheid wissen. Eine klare Positionierung hätte schnell zumindest eine formale Distanz zu dem menschenverachtenden Gerede herstellen können, es hätte den Versuch geben können, diesen Diskussionen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Doch die Parteichefs Meuthen und Gauland, sowie Fraktionschefin Weidel ziehen es vor abzuwarten.”

AfD-Spitzenleute hätten zwar später “ein paar Zeilen” geschrieben und die Tat “verurteilt”, doch das reicht Konietzny nicht. Seiner Meinung nach “müssen sich Vertreter der Partei, und jeder, der ihr seine Stimme gibt, auch die Frage gefallen lassen müssen, ob Moslems in den Augen der AfD minderwertige Menschen sind, die weniger Mitgefühl verdient haben.”

Wie so oft zeigen sich die AfD und deren Anhänger hier sehr heterogen in ihren Äußerungen. Während Alice Weidel auf Facebook von einem “unfassbaren Terroranschlag” spricht und “man sich nicht einmal ausmalen” könne, was die Angehörigen durchleiden müssten, antwortet der Rheinland-pfälzische AfD-Chef Uwe Junge auf Andrea Nahles’ Tweet “Ich bin tief erschüttert über den abscheulichen Terroranschlag von #Christchurch. Wer Muslime angreift, greift uns alle an.” lapidar: “OK, kann man so sehen!” und kommt direkt wieder zu anderen Taten: “Habe aber von Nahles bei den abscheulichen Messermorden an unseren Mädchen nichts vergleichbares gehört! Z.B.: Wer unsere Mädchen angreift, greift uns alle an?”

Andere drücken ihr “Mitgefühl” aus, um dann aber vier lange Absätze darüber zu schreiben, das in Europa “islamistische Gefährder und Terrorrückkehrer die mit Abstand größte Gefahr” darstellen würden. Und Harald Laatsch von der Berliner AfD twittert mit dem Hashtag #GretaThunberg allen Ernstes: “Der Täter von #Christchurch #Neuseeland rechtfertigt seine Tat mit Überbevölkerung und Klimaschutz. Die Klimapanikverbreiter tragen Mitverantwortung für diese Entwicklung“.

In anderen Parteien ist ein solcher Rechtfertigungs- und Anschläge-gegeneinander-Aufwiege-Reflex nie zu beobachten.

#trending // Das “virale” Terror-Video

Im Zuge des Terroranschlags von Neuseeland ist auch der Druck auf die Plattformen wie Facebook, Twitter und YouTube wieder groß geworden. Dort wurde das zunächst als Livestream vom Täter auf Facebook übertragene Video der Morde zahlreich weiter verbreitet. Die Netzwerke hätten dabei versagt, die Uploads schnell wieder zu löschen, so der Vorwurf. Doch so einfach ist die Wahrheit dann eben doch nicht.

Wie Facebook am Sonntag deutscher Zeit u.a. auf Twitter mitteilte, wurden Versionen des Täter-Videos in den ersten 24 Stunden 1,5 Millionen mal auf Facebook gelöscht, 1,2 Millionen mal davon bereits beim Upload-Versuch. Wie das geschieht, beschreibt ein Facebook-Sprecher u.a. bei Wired: “We are adding each video we find to an internal database which enables us to detect and automatically remove copies of the videos when uploaded again. We urge people to report all instances to us so our systems can block the video from being shared again.”

Um neue Versionen des Videos, die anders aussehen, beispielsweise, weil sie von einem Bildschirm abgefilmt wurden oder anderweitig bearbeitet wurden, ebenfalls schnell zu erkennen, nutzt der Social-Media-Gigant u.a. Systeme, die sonst Gewaltvideos identifizieren und Audio-Erkennung.

Dass Videos dennoch zeitweise auf den Plattformen zu finden waren, liegt auch daran, dass es eben deutlich schwieriger ist, Live-Material bzw. sehr frische, neue Videos zu erkennen. Die Systeme müssen sie erst kennen, bevor sie sie auch zuverlässig sperren können. Das alles geschieht dann übrigens u.a. durch Upload-Filter, über die derzeit im Rahmen der EU-Urheberrechtsreform so hitzig diskutiert wird.

Um die Netzwerke ein bisschen in Schutz zu nehmen: Nach meinen Erfahrungen waren die Videos der Tat aus Neuseeland deutlich schwieriger zu finden als noch bei vergleichbaren Taten vor einigen Jahren. Perfekt funktionieren die Systeme noch nicht, doch sie werden definitiv besser.

Lesenswert neben dem Wired-Artikel dazu noch ein Text auf Motherboard und ein Twitter-Thread von Matthew Ball.

#trending // Lena Meyer-Landruts Smartphone-Musikclip

Musikvideos haben es im Jahr 2019 inzwischen verdammt schwer, um noch aufzufallen. Alles ist irgendwie schonmal dagewesen, richtiger Aufwand wird oft nicht mehr betrieben. Ein Musikvideo, das zweifellos aus der Masse heraus sticht, ist der neue Clip von Lena Meyer-Landrut zu ihrem neuen Song “Don’t lie to me”.

Das Video wurde vom Fotografen Paul Ripke gedreht – und das komplett im Hochkant-Format. Das Video spielt teilweise direkt auf einem Smartphone, auf Instagram, beim Direct-Message-Schreiben, mit Notifications bis hin zu der Meldung, dass die Batterieladung des Telefons zu Ende geht. Angeschaut werden sollte “Don’t lie to me” daher unbedingt ebenfalls auf einem Smartphone. Zu sehen gibt es das Video u.a. auf Instagram und auf YouTube.

bento schreibt zu “Don’t lie to me”: Lena “weiß, was los ist bei ihren Fans. Sie weiß, dass viele von ihnen einen Großteil ihrer Zeit am Smartphone verbringen – und das so wollen. Deshalb bekommen sie auch das Video genau so serviert, inklusive der Aufforderung, vielleicht weniger krass am Handy zu hängen oder dabei zumindest etwas ehrlicher zu sein.” Und: “Jemand hat 2019 endlich richtig verstanden.”

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Lena (@lenameyerlandrut) am

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#trending // Die Milliarden-Transferausgaben als virale Infografik

Viele Millionen Leute, die sich eine optisch dröge Balken-Infografik anschauen? Eine Seltenheit. Doch dem kleinen YouTube-Account FDOR gelang genau das. Der Grund: Es handelt sich um eine animierte Grafik, die die Transferausgaben europäischer Fußballclubs seit Beginn der 1990er-Jahre zeigt. Die Balken verändern sich von Saison zu Saison, Clubs springen an die Spitze des Rankings, fallen dann wieder zurück, andere stoßen nach vorn, die Summen explodieren. Wohl kein Fußball-Fan ist nicht begeistert von dieser Idee. Auf YouTube erreichte die Animation übrigens erst 26.400 Views. Das Millionenpublikum – 5,7 Mio. waren es heute nacht gegen 1 Uhr – gab es durch einen Tweet der Fußball-Analysten von BetGoat – und tausende Retweets.

#trending // Deutsche Tops des Tages

Story nach Social-Media-Interaktionen: Philosophia Perennis – “Nigeria: Militante Muslime ermorden 120 Christen” (19.600 Interaktionen bei Facebook und Twitter)

Story nach Likes & Shares bei Twitter: Welt – “EU nennt Flüchtlingslager auf griechischen Inseln ‘Schande für Europa’” (1.400 Retweets und Likes)

Story bei Blendle (nach Likes): Welt am Sonntag – “Wie man das Lernen besser lernt

Google-SuchbegriffLeverkusen gegen Werder Bremen (100.000+ Suchen)

Wikipedia-SeiteRoland Kaiser (105.300 Abrufe am Samstag)

Youtube-Video: Ufo361 – “

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Anmerkung: Alle in #trending genannten Zahlen beziehen sich wenn nicht anders vermerkt auf den Vortag der Newsletter-Veröffentlichung (Stand: 24 Uhr)

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