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1,5 Mio. Löschungen in 24 Stunden: Warum soziale Netzwerke mit dem Massaker-Video von Christchurch so große Probleme haben

Ein Video des Attentats war tagelang bei Facebook und YouTube zu sehen
Ein Video des Attentats war tagelang bei Facebook und YouTube zu sehen ©Picture-Alliance/ Montage: MEEDIA

Das viral gegangene Video des Christchurch-Attentats hat Soziale Netzwerke stark unter Druck gesetzt. Facebook musste in den ersten 24 Stunden nach dem Anschlag rund 1,5 Millionen Kopien des vom Täter gestreamten Videos löschen. Dabei hat das Ausmaß der Verbreitung der Aufnahme nicht nur dieses Netzwerk vor große Probleme gestellt.

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Von den 1,5 Millionen Videos seien bereits 1,2 Millionen während des Uploadversuchs entfernt worden, teilte Facebook u.a. auf Twitter mit. YouTube habe seit dem Anschlag “mehrere Tausend” Videos entfernt.

Wie schwierig die Erkennung neuer Uploads ist, beschreibt ein Facebook-Sprecher bei Wired. Sowohl Facebook als auch Google nutzen Programme, die problematische Videos und Bilder scannen und den Upload einer Kopie davon verhindern können. Die Plattformen tauschen sich dabei untereinander aus, um gemeldetes Material auch auf den anderen Netzwerken zu identifizieren. Das erklärt, warum ein Großteil der von Facebook gelöschten Videos nach der erfolgreichen Identifizierung schon beim Uploadversuch gesperrt wurde – also noch bevor eine Person das Video oder das Bild überhaupt sehen konnte. Bei YouTube betrifft das in der Regel 73 Prozent der Sperrungen.

Nicht alle Videos sofort erkennbar

Allerdings waren nicht alle Versionen des Videos eine direkte Kopie des 17-Minuten Livestreams, den der Täter auf seinem Facebook-Profil hochgeladen hatte. Das stellte die Netzwerke vor Probleme: Videos, die anders aussehen, beispielsweise, weil sie von einem Bildschirm abgefilmt wurden, oder die bearbeitet wurden, um die Sperre zu umgehen, waren von den Systemen deutlich schwieriger zu erkennen. Hierzu nutzt der Social-Media-Gigant zwar Algorithmen, die etwa die Tonspur der Aufnahmen scannen. Diese arbeiten aber noch sehr ungenau. Darüber hinaus kann der Algorithmus bislang nur bestimmte Symbole wie etwa die IS-Flagge im Bild erkennen.

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Zudem offenbarte die Verbreitung des Attentatsvideo aus Neuseeland noch andere Grenzen: Wenn Videos wie in diesem Fall live ins Netz gestreamt werden und zudem die aktuelle Nachrichtenlage betreffen, ist nicht nur die Erkennung schwieriger, sondern auch das Interesse höher – und dementsprechend die Zahl der User, die danach suchen.

 

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Wie lange das originale Video auf dem Profil des Attentäters bei Facebook zu sehen war, ist nicht bekannt. Erst nachdem die Polizei das Netzwerk darauf aufmerksam machte, reagierte es. Die Zeit reichte jedenfalls, dass die Aufnahmen millionenfach repupliziert werden konnte.

(rt)

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