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Nach 13 Jahren als “Tagesschau”-Chefredakteur: Kai Gniffke könnte SWR-Intendant werden

Der neue SWR-Intendant Kai Gniffke (l.) und seine Konkurrentin Stefanie Schneider
Der neue SWR-Intendant Kai Gniffke (l.) und seine Konkurrentin Stefanie Schneider © Patricia Neligan / Montage: MEEDIA

Der Südwestdeutsche Rundfunk (SWR) ist auf der Suche nach einem neuen Intendanten oder einer Intendantin. Peter Boudgoust, bislang Chef der Anstalt, wird sich in wenigen Wochen in den Ruhestand verabschieden. Ihm nachfolgen könnte Kai Gniffke, seit nunmehr 13 Jahren Chefredakteur von ARD-aktuell. Der "Tagesschau"-Boss wird sich wohl gegen Stefanie Schneider durchsetzen müssen, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt.

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Die beiden Journalisten seien die einzigen Kandidaten, auf die sich die “AG Intendanz” bislang habe verständigen können, schreibt das Blatt in seiner Aussage von Montag. Zuvor haben man ungefähr sechs Bewerbungen auf Intendanzfähigkeit geprüft. Bei der Vollversammlung des Rundfunk- und Verwaltungsrates am 22. März sollen die Kandidaturen offiziell werden, eine Wahl folge im Frühsommer. Boudgoust, seit 2006 an der Spitze der Anstalt im Südwesten, hatte vergangenes Jahr erklärt, von seinem Posten zurückzutreten. Den Schritt hatte er unter anderem damit begründet, der Nachfolge keine Steine in den Weg zu legen: “Ich möchte den Staffelstab dann übergeben, wenn der Kurs der kommenden Jahre ohne Vorfestlegung bestimmt und meine Nachfolgerin oder mein Nachfolger die Vorbereitung darauf noch nach eigenen Überlegungen und strategischen Einschätzungen gestalten kann”, so der scheidende Intendant im vergangenen Jahr.

Wer von beiden Kandidaten als Favorit ins Rennen geht, ist laut SZ nicht ganz klar. Gniffke wie auch Schneider bringen den grundsätzlichen Nachteil mit sich, dass beide alterstechnisch für keinen Generationswechsel stünden. Gniffke ist mit 58 Jahren nur sechs Jahre jünger als Boudgoust, Schneider ist wiederum nur etwa ein Jahr jünger als Gniffke.

Für den Chefredakteur von “Tagesschau” und “Tagesthemen” spricht seine jahrelange Erfahrung bei ARD-aktuell, sowohl journalistisch als auch innenpolitisch – Gniffke kennt sich im ARD-Kosmos bestens aus, ist den Umgang mit sämtlichen Chefredakteuren und Intendanten mit ständig eigenen Ansprüchen und Wünschen gewöhnt. Was ihm allerdings fehlen könnte: Die ausreichende Expertise im Unterhaltungssegment.

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Ein stückweit anders sieht es bei Kandidatin Schneider aus – sie hat bislang fast ausschließlich im Sendegebiet gearbeitet, ist regional bestens vernetzt. 2018 wurde sie einstimmig zur Landessendedirektorin gewählt. “Sie gilt im Umgang als zupackend und unkompliziert – aber ist manchen zu regional verankert.” Was wiederum fehlt sind die Erfahrungen mit anderen ARD-Anstalten.

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