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Entspannt Euch, Leute! Zehn Fragen, mit denen Sie sich vor überhitzten medialen Erregungsblasen schützen

„Aufs falsche Diskussionsgleis gesetzt“: Daniel Bröckerhoff, Moderator von heute+
„Aufs falsche Diskussionsgleis gesetzt“: Daniel Bröckerhoff, Moderator von heute+ ©Daryl Collin Williams/ Montage: MEEDIA

Eine spontane Eingebung, der Impuls, eben dies der Welt dort draußen mitzuteilen, schnell in die Smartphone-Tastatur getippt ... und schon ist es passiert: Daniel Bröckerhoff, Journalist und ZDF-Moderator bei "heute+", weiß, wie leicht die Kommunikation im Netz entgleiten kann. Im vierten Teil der MEEDIA-Essay-Reihe "Werteorientierte Digitalisierung" schreibt Bröckerhoff über Pseudo-Debatten, kollektive Schnappatmung und eine unterschätzte Tugend: Gelassenheit.

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Von Daniel Bröckerhoff

Szenario eins

Nachts um halb eins, irgendwann vor drei Jahren. Wütend laufe ich durch die dunklen Gänge des ZDF in Mainz, vom Nachrichtenstudio Richtung Garderobe, das Handy in meiner Hand, unzufrieden mit meiner Leistung. Wieder eine Sendung, in der ich mich für meine Ansprüche einmal zu viel verhaspelt habe. Während ich in Richtung Maske biege, suche ich nach Ablenkung auf Twitter. Was ich stattdessen finde ist ein Anonymus, der sich genau über diese Versprecher lustig macht. Empört versuche ich, mich zu rechtfertigen, zu erläutern, warum es um diese Nachtzeit manchmal schwierig ist, deutlich zu reden. Die hämische Antwort: „Da ist aber jemand dünnhäutig.“ Ich antworte noch wütender – er wird noch hämischer. Irgendwann gebe ich mich geschlagen.

Szenario zwei

24. Juli 2018, morgens um acht. Ich stehe – wieder müde – in meiner Küche, der Deutschlandfunk läuft. Vorabmeldung zum neuen Verfassungsschutzbericht. Zwei Zahlen machen mich stutzig. Ich zücke Twitter und schreibe:

Vorabinfos a.d. neuen #Verfassungsschutzbericht: In D leben 700 islamistische Gefährder. Und über 12.000 gewaltbereite Rechtsradikale (neuer Höchststand).

Rechenaufgabe: Welche Gruppe ist größer?

Textaufgabe: Über welche Gruppe reden wir mehr & warum?

Meine Kalkulation geht voll auf. Innerhalb kurzer Zeit bekommt der Tweet die erhoffte Aufmerksamkeit, sowohl von denen, die meine Kritik teilen (darunter auch der Account von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet), als auch von denen, die mir vorwerfen, die islamistische Gefahr zu relativieren. Aber nur ein einziger, relativ entspannter User weist mich darauf hin, dass diese Zahlen gar nicht miteinander vergleichbar seien, weil unterschiedliche Kriterien an die jeweiligen Gruppierungen gelegt werden. Kurz: Ich hatte Apfelsinen mit Mandarinen verglichen – und fast niemand hatte es bemerkt. Ich schäme mich für diesen unjournalistischen Fehltritt und lösche den Ursprungs-Tweet. In einem neuen Tweet versuche ich, den Fehler zu korrigieren. Niemand interessiert sich dafür.

Beide Beispiele zeigen, wie leicht die Kommunikation im Netz entgleiten kann, wenn ich nicht bewusst hinterfrage, was ich dort tue, beziehungsweise was dort passiert.

Ich habe in den letzten Jahren viel Zeit aufgewendet, um mit Medien- und Systemkritikern (und Kritikern des medialen Systems) im Netz zu diskutieren. Ich wollte verstehen, was sie genau stört, was sie unzufrieden macht, und wie wir Journalisten diese Bedürfnisse besser erfüllen können. Denn wenn ein Teil der Bürger sich nicht wahrgenommen fühlt und sich deswegen von Medien und Politik abwendet, bekommen wir über kurz oder lang ein Problem. Eine Demokratie braucht eine ausgewogene Diskussionskultur, denn die ist einer ihrer Grundpfeiler. Aber mit dem Internet hat sich diese verändert – und mit ihr die öffentliche Debatte.

Medienmacher haben darauf unterschiedlich reagiert. Mal zaghaft-vorsichtig wie die Öffentlich-Rechtlichen, mit aktiven Twitter-Offensiven oder Constructive-Journalism-Formaten wie „Plan B“ (ZDF) oder „Perspektiven“ (NDR Info), die den Weg aus der pessimistischen Debattenkultur weisen sollen. Mal ungestüm und vor Selbstbewusstsein strotzend wie der Axel Springer Verlag, der gleich sein gesamtes Unternehmen auf digitale Öffentlichkeit bürstete.

Die neue Selbstverantwortung der Konsumenten

Doch die Kritik an „den Medien“ ist geblieben. Und das liegt an zwei Punkten:

  1. Die medialen Reformen sind noch nicht weit genug fortgeschritten, und gerade die publikumsträchtigen Sendungen, Magazine und Redaktionen ändern sich nur langsam, wahrscheinlich, weil es ihnen immer noch nicht nötig erscheint.
  2. Was sich in meiner Wahrnehmung bislang nicht eingestellt hat, ist eine Selbstreflexion der Medienkonsumenten im Umgang mit und ihr Wissen über (soziale) Medien.

Bei so gut wie jeder Beschwerde sind „die Journalisten“, „die Medienhäuser“ und/ oder „die sozialen Netzwerke“ mindestens mit schuld am miesen Zustand der Welt und der öffentlichen Streitkultur. Viele Kritiker (aber auch Medienmacher) tun dabei oft so, als seien die Konsumenten den Medienerzeugnissen hilflos ausgeliefert. Sie übersehen dagegen völlig, dass die eilige Dreifaltigkeit aus Journalisten, Medienhäusern und Netzwerken vor allem eines will: dem Konsumenten gefallen. Denn am Ende geht es auch dort immer vor allem um messbaren Erfolg.

Und den versuchen Medienmacher mit allen möglichen Mitteln zu erreichen. Entweder mit möglichst skurrilen Geschichten (10 Fragen an einen Hooligan, die du dich niemals trauen würdest zu stellen, Vice), mit dem Aufblasen von kleinen Ereignissen zum Skandal (Als Claudia Roth bei AfD-Rede im Bundestag lacht, kommt es zu einem Eklat, Huffpo) oder mit klaren Meinungsstücken (Stoppt die Putschisten! Junge Welt zum Thema Venezuela).

Aber auch jede spitze Äußerung von Politikern oder anderen Prominenten wird gern aufgenommen – was beiden Seiten in der Regel mehr nutzt als schadet. Jede streitbare These, jede provokante Wortäußerung und jedes (vermeintlich) aus dem Zusammenhang gerissene Zitat findet auf dem Markt der Empörung reißenden Absatz, ganz egal, ob sie eine Debatte wirklich weiterbringt oder nicht.

Nicht nur Gesundheitsminister Jens Spahn verdankt seine bundesweite Bekanntheit wohl eher seinen provokanten Äußerungen zu Hartz IV, zur Inneren Sicherheit oder zu englischsprachigen Servicekräften in Berlin-Mitte als seiner Gesundheitspolitik. Viele Politiker haben so mindestens eine Medien-Karriere gemacht, die AfD hat diese Form der gezielten Tabubrüche sogar bis ins Parlament gebracht. Auch dafür sollen nach der Meinung vieler Kritiker die Medien die Hauptschuld tragen. „Der Brexit tobt, Trump wütet, die AfD opferposiert. Dass die redaktionellen Medien immer noch nicht merken, dass sie instrumentalisiert werden – oder es nicht merken wollen, oder es merken und richtig finden. Jeden verdammten Tag aufs Neue“, schimpfte im Januar Sascha Lobo auf Spiegel Online.

Dabei vergisst nicht nur er, dass jeder, der sich in dieser digitalen Gesellschaft bewegt einen Teil der Verantwortung dafür trägt, wie sie aussieht. Konsumenten sind durch die Möglichkeiten der sozialen Netzwerke selbst zum Medienproduzenten geworden – und das nicht nur, weil sie Blogs oder meinungsstarke YouTube-Kanäle betreiben oder mit langen Facebook-Postings ihre Meinung zum Weltgeschehen mitteilen.

Nein: Mit jedem Klick, Kommentar, Like und Share sind sie mit dafür mitverantwortlich, wie öffentliche Debatten verlaufen, welches Thema und welcher Diskurs, welcher Sound mehr Aufmerksamkeit bekommen. Denn Medienmacher, siehe oben, achten schon aus Selbsterhaltungstrieb darauf, was wie konsumiert wird. Und je öfter ein Thema für Aufsehen sorgt, desto öfter schauen sie dorthin – so entsteht schnell ein sich selbst erhaltendes System aus Erregung und Gegenerregung, das bis zum Exzess fortgeführt werden kann.

Heftige Schnappatmung: die Kakophonie der Krakeeler

Hinzu kommt, dass die Pseudo-Debatten häufig nur in Schriftform und zwischen Fremden geführt werden. Dieser Art der Kommunikation fehlen so viele Facetten des zwischenmenschlichen Austauschs, dass zuweilen kaum möglich ist zu sagen, was das Gegenüber eigentlich meint, oft wird immer von der schlechtesten Variante ausgegangen. Und auch der Kontext des Gesagten und der Empfänger spielt eine Rolle, denn er entscheidet, wie die Äußerung gedeutet wird. Sascha Lobo – um ihm hier Recht zu geben – nannte das Phänomen „Social Heisenberg“.

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Die sozialen Medien sind an dieser Entwicklung nicht ganz unschuldig, ihre Algorithmen bevorzugen und befeuern diese Erregungsdynamik. Und Medien nutzen dieses System, um möglichst viel gesehen zu werden.

Dabei sind es längst nicht nur medienferne Menschen, die die Kakophonie der Krakeeler mitkreischen. Oft genug sind es auch Politiker, Aktivisten, Journalisten bis hin zu Chefredakteuren, die mit Tweets und Postings #nurmalso eben dafür sorgen, dass irgendwo in der Republik jemand heftige Schnappatmung bekommt und die Diskussionen entgleisen. Ich nenne hier bewusst keine Namen, weil schon das die Erregungs-Spirale wieder in Gang setzen würde. Aber als Beispiel sei der Tweet des CDU-Politikers Nico Lange genannt: „Ich fahre Auto. Ich esse Fleisch. Ich mag Silvesterfeuerwerk. #nurmalso“. Oder der Shitstorm, der sich Anfang des Jahres wegen eines „Nazis raus“-Tweet über meine ZDF-Kollegin Nicole Diekmann ergoss.

Als Kulturwissenschaftler fand ich es von Anfang an interessant, den unterschiedlichen Weltanschauungen bei diesen Kämpfen um die Deutungshoheit zuzusehen. Doch bei dieser Perspektive gerät die Motivation des Individuums aus dem Blick: Warum stellt sich wer hinter eine bestimmte Weltsicht? Die Frage lässt sich nur individuell beantworten: Es ist immer das Set aus biografischen Erfahrungen, Persönlichkeit, Psyche, Erziehung und sozialer Wirklichkeit, das die Richtung mitbestimmt.

Dieses Set beeinflusst, bei welcher Wortmeldung wir an die Decke springen, auf die Palme gehen und unser Pulsmesser zu glühen anfängt, die Psychologie spricht hier von „Triggern“, also Auslösern. Vordergründig ist das bei den einen die Ungerechtigkeit der Welt und der Klimawandel, bei den anderen Themen wie „Flucht und Migration“ oder Dieselfahrverbote. Doch eigentlich steckt – so meine Überzeugung – noch etwas anderes dahinter. Denn im Grunde geht es dabei um Emotionen, und diese sind immer hochgradig individuell.

Warum regen wir uns eigentlich auf?

Ich habe gelernt, mir selbst diese Frage in den letzten Monaten immer dann zu stellen, wenn ich mich dabei ertappte, wie manche Postings, Menschen, Themen hochemotionale Gefühlsregungen in mir auslösten. Dabei stellte ich fest, dass das besonders oft der Fall war, wenn ich mich selbst unsicher fühlte (Szenario eins), wenn mein Gegenüber einen wunden Punkt getroffen hatte (Szenario zwei) oder wenn ich mich nicht ernstgenommen fühlte, indem zum Beispiel meine journalistische Kompetenz in Frage gestellt wurde.

All diese Trigger führten dazu, dass es zu hitzigen Diskussionen kam, in denen mir häufig die Wortwahl entgleiste, weil ich mich persönlich angegriffen fühlte. In anderen Fällen war ich oft hilflos, wenn mein Gegenüber eine besonders ignorante Wortäußerung von sich gegeben hatte, die mir zeigte, dass nicht mal ein Grundwissen zum diskutierten Sachverhalt vorhanden war.

Allzu oft flüchtete ich mich in solchen Situationen in Sarkasmus oder Ironie, um dem Gegenüber meine Überlegenheit zu demonstrieren oder ich reagierte auf Vorwürfe mit Gegenvorwürfen. Genauso oft schwang ich die Moralkeule, wo die Zurückhaltungs-Zieharmonika einen besseren Klang erzeugt hätte. Oder ich ließ mich von Ablenkungs-Versuchen („…und was ist mit…?“) auf das falsche Diskussionsgleis setzen.

Die Folge waren verhärtete Fronten, das Gefühl missverstanden worden zu sein – und ein inneres Aufgewühlt-sein, das mich manchmal um den Schlaf brachte. Erst als ich begann, mich mit den dahinterstehenden Mechanismen auseinanderzusetzen, meine eigenen Trigger und Schwachpunkte zu erkennen und meine Sprache zu hinterfragen, wurde es besser.

Auf der einen Seite bekam ich von Diskussionsteilnehmern das Feedback, dass sie sich über den konstruktiven Austausch gefreut hätten. Auf der anderen Seite ließ ich mich nicht mehr so häufig in sinnlose Diskussionen hineinziehen, deren Ziel kein Konsens oder Wissenstransfer, sondern schlichtes Abreagieren am Gegenüber war.

Diskussion – ja, bitte! Aber demokratisch

Für mich gibt es daher nur einen Weg, dieser überhitzten medialen Erregungsblase die Luft rauszulassen: Jeder und jede muss bei sich selber anfangen, seinen eigenen Medienkonsum und seine eigene Medienproduktion im erweiterten Sinne (klicken, liken, kommentieren, teilen) zu hinterfragen. Und gerade Journalisten sollten mit gutem Beispiel vorangehen. Dazu hilft es, sich diesem Fragenkatalog zu unterziehen:

  1. Warum lese/schaue/konsumiere ich gerade dieses Medienprodukt und kein anderes?
  2. Warum rege ich mich gerade auf?
  3. Hat es Jemand darauf angelegt, dass ich mich aufrege?
  4. Ist es möglich, dass ich etwas falsch verstanden habe oder dass eine Geschichte, eine Äußerung oder ein Kommentar auch anders gedeutet werden können als ich es in meiner Erregung getan habe?
  5. Wem nutzt es, wenn ich meine Erregung mitteile?
  6. Wenn ich meine Erregung mitteilen will: Wie kann ich dafür sorgen, dass daraus nicht noch mehr Erregung entsteht? Welche Worte wähle ich und welche Gedanken teile ich mit? Welche könnten missverstanden oder (absichtlich) falsch ausgelegt werden?
  7. Würde ich das Geschriebene morgen so auch noch schreiben?
  8. Sind die Diskutanten an einem konstruktiven Austausch interessiert, der lösungsorientiert ist – oder wollen sie sich einfach nur abreagieren? Wenn Letzteres der Fall ist: Will ich dann trotzdem mit ihnen diskutieren? Wenn ja: Warum?
  9. Welche Perspektive nimmt mein oder meine Gegenüber in Diskussionen ein, und ist es mir möglich, diese Perspektive zu übernehmen, um die Diskussion konsensorientierter zu machen?
  10. Wäre es vielleicht eine bessere Idee, das Handy oder den Computer beiseite zu legen und stattdessen eine Runde zu entspannen?

 

Über den Autor: Daniel Bröckerhoff, Jahrgang 1978, moderiert seit 2015 die ZDF-Nachrichtensendung “heute+”, die  unter anderem mit Livestreams die Brücke zwischen linearem und nicht-linearem Bewegtbild schlägt. Davor war er Autor beim NDR Medienmagazin “Zapp” und Reporter für die Einsplus-Talkshow „Klub Konkret“. Bröckerhoff ist Absolvent der RTL Journalistenschule. Er engagiert sich im Beirat des DJF und lehrt Social Media unter anderem als Dozent an der Hamburg Media School.

Über die Reihe: Dies ist der vierte Teil der von Stephan Weichert herausgegebenen mehrteiligen Essay-Reihe mit dem Titel “Werteorientierte Digitalisierung”, die MEEDIA im Rahmen des Digital Journalism Fellowships an der Hamburg Media School exklusiv veröffentlicht. Bereits erschienen:

Teil 1: Brecht auf Speed: Plädoyer für eine digitale Medienkritik und werteorientierte Digitalisierung

Teil 2: Abschied von der Nachricht: Wie Medien ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden

Teil 3: News zwischen Marslandung und Verlegenheitsmeldung: Befreit die Nachrichten aus der Linearität!

 

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Alle Kommentare

  1. Sachma, warum regst’n dir so uff….

    Ja, warum?
    Wissen Sie, dass zu beschreiben wäre grundlegende Aufgabe kritischer Sozialwissenschaft. Journalisten, selbst bessere, kommen da an Grenzen. Die Annahme, man könne gesellschaftliche Entwicklungen durch Zeitungslesen oder TV-Konsum begreifen ist weit verbreitetet. Sie ist falsch. So falsch wie die Annahme, man könne Gravitation verstehen, indem man in den nächtlichen Sternenhimmel schaut.
    Die Sprache Gottes in der Naturwissenschaft ist die Mathematik, ohne die es kein einziges Resultat geben würde. Sie ist vollkommen unverzichtbar. In den Gesellschaftswissenschaften gibt es das nicht, man bräuchte es aber.
    Wir sind, was gesellschaftliche Prozesse betrifft, auf einem quasi religiösen Stand. Wir glauben und beobachten, verstehen aber nicht. Dafür bestehen wir um so entschiedener auf unserer Interpretation dessen, was uns plausibel erscheint. Auch wenn wir in Wirklichkeit nur sehen, dass der Apfel nach „unten” fällt. Alles fällt nach unten, immer. Oder?

    Was soll ich sagen? Ich bin außerordentlich pessimistisch, dass wir als Menschheit lernen, uns selbst zu verstehen, bevor wir uns in unserem Unverständnis selbst auslöschen.
    Vielleicht haben Sie den Eindruck, dass hat wenig mit dem von Ihnen beschriebenen Text zu tun. Nicht dass ich erwarte, diesen Eindruck revidieren zu können. Nur, es ist nicht so.

    Wie stehen unmittelbar vor dem nächsten, dann aber wirklich letzten Krieg. Ihr Sender, dass ist ein sehr ernst gemeinter Vorwurf, ist an dessen Vorbereitung unmittelbar beteiligt. Aber dass Sie es tun ist zwangsläufig und wenn Sie es nicht täten , würde es nichts ändern.

    Aber dass da was sehr übles kommt, fühlen wir alle. Auch wenn die wenigsten es wahr haben wollen. Wieder mal nicht wahr haben wollen. Aber wir ahnen es, wir spüren unsere Machtlosigkeit und das schlägt in Wut um. Und das ist es, was Sie dann lesen durften.
    Im Bürgerkrieg kommen dann Messer, Äxte und Gewehre dazu, im Krieg dann DIE Bombe.
    Hat aber auch was tröstliches. Dann hört der Unfug endlich auf. Für immer. Endgültig

    1. Hahahahaha.

      Was haben Sie alles inhaliert?

      Kriegsfantasien? Den Krieg wollen nur diejenigen, die davon profitieren. Und das wird man zu verhindern wissen. Da werden Köpfe rollen. Müssen.

      Wir werden einfach eine neue Gesellschaftsordnung einführen und Ruh is.

      1. Niemand wird es zu verhindern wissen. Wie auch?
        Aber mir liegt nichts daran, Sie zu überzeugen. Vermutlich ist es auch vernünftiger, die restliche Zeit, die uns und dem Planeten verbleibt, in Unkenntnis dessen zu leben, was kommt.
        Dirk Pohlmann zitierte gerade aus einem Interview eines hohen amerikanischen Militärs, das dieser im ZDF, dem Sender des Autoren gab : ein Krieg mit China in den nächsten zehn Jahren ist unvermeidlich. Pohlmann ergänzt das mit gleichartigen Aussagen andrer Amerikaner, die keinen Zweifel daran lassen, dass sie den Krieg wollen und vorbereiten. Man muss diesen Leuten einfach nur zuhören. Die meinen das ernst, sie haben die Macht, sie glauben daran, dass man einen Krieg im Zeitalter von Kernwaffen gewinnen kann.
        Sie glauben, man kann diese Irren hindern? Nein, kann man nicht. Konnte man in der gesamten Geschichte der Menschheit nie.
        Vielleicht ginge es, wenn Menschen wie der Autor, sein Sender, alle anderen Sender, Zeitungen, Plattformen deutlich machen würden, was da passiert, was die vorhaben und woraus die kein Geheimnis machen. Das aber tun die nicht. Warum auch immer. Vielleicht, weil sie so wenig wie Sie an das offensichtliche glauben, vielleicht weil sie feige sind oder was weiß ich.
        Ich glaube den Irren. Ich weiß, dass sie es ernst meinen. So, wie man Hitler hätte schon in den 20ern hätte glauben müssen.

        Wir können unseren Disput dann in der Hölle weiter führen, wo wir ansonsten zwischen Fegefeuer und Kessel ZDF-Aufzeichnungen sehen müssen. Eine Sendung, wo sie davor warnen, dass der Russe gegen eine zwanzigfache Übermacht den Krieg will, der Iran vielleicht doch die Bombe hat, auch wenn nicht das geringste bewiesen ist, Deutschland das Bündnis in Mali verteidigt, weil die Frankreich angriffen…

        Leute, entspannt euch, meint der Autor? Ja, ich will. Lasst mich wieder in den Kessel oder in das Fegefeuer.

  2. Erst feuern die Medientrottel den Hass an und dann kommen die Gesinnungsjournalisten mit dem Patentrezept für den Konsumenten um die Ecke, der zuviel dieses medialen Drecks konsumiert hat.
    Pathologischer und schizophrener Journalismus. Seriös geht anders, aber sowas kann man wohl grundsätzlich von deutschen Medienschaffenden nicht erwarten. Pervers dabei ist, dass ständig die Werte von Toleranz, Vielfalt, Demokratie und Rechtsstaat verbal missbraucht werden. Das mag den grds. im Bereich von Werten Zukurzgekommenen in der Politik, a la Maas oder Roth sicher gefallen, aber dem Mitteinander in einer Gesellschaft ist das nicht zuträglich. Wobei wir dann wieder bei den Gestalten Roth und Maas wären, die mit Bürgertum, Gesellschaft und Miteinander eh neurechte Naziumtriebe verorten. Letztlich auch hier wieder das Problem nicht erkannt: wer Meinung machen will, der hat mit Journalismus nichts zu schaffen.

  3. Eine traurige Gestalt, die von dem Geld lebt, welches man den Menschen unter Zwang und mit Androhung von Gewalt abgenommen hat.
    Was will man von einem solch pervertierten Charakter erwarten?

    1. Liebe Uschi,

      ich würde mich sehr gerne mit Ihnen und vielen anderen zusammentun und gegen all das vorgehn, wo Menschen unter Zwang, Erpressung und Androhung von Gewalt und sehr schlimmen Dingen, also bis hin zur gesellschaftlichen, sozialen Vernichtung, somit auch der Existenz an sich bedroht werden. Es handelt sich meiner Ansicht nach um massiven Betrug, wo der Geschädigte NICHTS davon hat, nicht mal wenigstens irgendeine Sicherheit als Entschädigung zumindest, oder ein bisschen Glücksgefühl wenigstens, also noch viel schlimmer als Schutzgelderpressungen. Da ist mir sogar die sogenannte “Drogen-Mafia” lieber.

      Liebe Grüße
      Gangsterwally

  4. Im Prinzip ein guter Fragenkatalog. Aber schon bei Nr. 6 geht’s los: “Welche [Gedanken] könnten missverstanden oder (absichtlich) falsch ausgelegt werden?” Wenn man sich manche Foren usw. anguckt, stellt man fest: Alle! Und Nr. 8: “Sind die Diskutanten an einem konstruktiven Austausch interessiert […] – oder wollen sie sich einfach nur abreagieren?” 90 % wollen sich abreagieren! Deshalb ist dieser Kommentar hier von mir die absolute Ausnahme; ich schreib so etwas nicht mehr. Es geht einfach nichts über ein persönliches Gespräch, weil man da alle Missverständnisse sofort ausräumen und direkt auf das Gesagte reagieren kann.

  5. Da regt sich jemand auf, dass zu wenige seinen rechtsextremen Hassgedanken folgen. Naja, so sind sie, die Rectsextremen, die ZDF-Gläübigen, die keine Ahnung von Menschen haben, die nur hassen, hassen, hassen….. und hassen…..

    A propos: Wer ist dieser Widerling eigentlich? Kennt den jemand oder ist der einfach zu blöd, als dass ihn jemand kenne?

  6. Der Grund dafür, das wir Deutschen uns seit dem Jahre 2015 ff nicht nur politisch, sondern gesamtgesellschaftlich betrachtet gegenseitig regelrecht zerfleischen, liegt einfach darin begründet, das wir allesamt Ersatzenkelstampeden aus rein demographischen Gründen schlichtweg einfach überhaupt nicht kennen!

    Denn als DER absolut rechtstreue Bürger, der selbstverständlich auch JEDEN einzelnen Punkt unserer bestehenden Rechtsordnung auch unterstützt, müssten wir Deutschen die weiterhin laufende extrakonstitutionelle Notstandsmassnahme, die naturgemäß überhaupt kein Bestandteil unserer bestehenden Rechtsordnung sein kann, also die Ersatzenkelstampede und deren Abarbeitung als unzulässiges staatliches Handeln eigentlich vollständig ablehnen und deren Abarbeitung auch vollständig VERWEIGERN!

    Wir lehnen diese Ersatzenkelstampede allerdings aus dem Grunde nicht ab, weil unser gesamtes persönliches Erinnerungsvermögen Ersatzenkelstampeden aus rein demographischen Gründen aber schlichtweg einfach überhaupt nicht kennt, weil es in der gesamten Menschheitsgeschichte vorher noch niemals jemals Ersatzenkelstampeden aus rein demographischen Gründen gab!

    Und der Gegner einer JEDEN extrakonstitutionelle Notstandsmassnahme ist NIEMALS ein politischer Gegner, sondern IMMER nur der weiterhin rechtstreue Bürger!

    Es gab also in Wahrheit NIEMALS einen politischen Rechtsruck hier in Deutschland, tatsächlich ist es genau umgekehrt, 86,4 Prozent aller Deutschen sind mangels selbstständigen Denkens selbst schlichtweg einfach auf diesen durchschaubaren Ersatzenkeltrick “Flüchtlinge” dauerhaft hereingefallen, den Sie als rechtstreue Bürger aber als unzulässiges staatliches Handeln aber eigentlich vollständig ablehnen MÜSSTEN!

    Und diese Konfrontation der ZWEI Lager “gesetzlich nicht vorgesehen” versus dem Lager “rechtmäßig”, in dem der weiterhin rechtstreue Bürger als Gegner dieser extrakonstitutionellen Notstandsmassnahme stehen, gibt es AUSNAHMSLOS NUR bei extrakonstitutionelle Notstandsmassnahmen!

    Gesamtfazit
    Diese zur Zeit zu beobachtenden Phänomene und Zerrüttungserscheinungen hier in Deutschland sind AUSSCHLIESSLICH darauf zurückzuführen, das extrakonstitutionelle Notstandsmassnahme eben KEINE Politik, sondern etwas vollkommen anderes ist!

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