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Zeitungen in der Krise, Verlage in Not: Ralf-Dieter Brunowsky über die hausgemachte “Pressedämmerung”

Wirtschafts-Publizist und früherer Capital-Chefredakteur Ralf-Dieter Brunowsky
Wirtschafts-Publizist und früherer Capital-Chefredakteur Ralf-Dieter Brunowsky © Foto: Picture Alliance

Rückläufige Auflagen und wegbrechende Werbung haben viele Printmedien, vor allem Regionalzeitungen, schwer getroffen. Dass nun ein Traditionsverlag sein gesamtes Titel-Portfolio zum Verkauf stellt, offenbart eine neue Qualität. An der Krise sind nicht nur externe Einflüsse schuld, die Probleme sind auch hausgemacht, meint der Wirtschaftspublizist Ralf-Dieter Brunowsky in einem MEEDIA-Gastbeitrag.

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Von Ralf-Dieter Brunowsky

Diese Nachricht hat die ganze Branche wirklich aufgeschreckt: Der Verlag DuMont stellt seine renommierten Zeitungen (Kölner Stadtanzeiger, Express, Berliner Zeitung) zum Verkauf. Er folgt damit dem Vorbild des Axel Springer Verlages, dessen Vorstandsvorsitzender 2013 neben einigen Magazinen das Hamburger Abendblatt und die Berliner Morgenpost an die Funke-Mediengruppe verkauft hat. Im jüngsten Spiegel spricht Markus Brauck in seinem Leitartikel von einer demokratiegefährdenden “Pressedämmerung”. Die Krise der Zeitungen ist dramatisch. Schon jetzt gibt es in vielen Städten nur noch eine einzige Zeitung. Das bedeutet vielfach Meinungsmonopole.

Wenn dann noch die einzige Zeitung wegfällt, entfällt damit auch jegliche Kontrolle kommunaler Missstände. In Deutschland gab es 2018 noch 327 Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von 14,7 Millionen. 1991 hatten die Zeitungen noch eine Auflage von 27,3 Millionen. Ihr Anteil am Werbemarkt liegt bei etwa 15%.

Nicht das Internet ist schuld, die Leser laufen den Zeitungen davon, die sie nicht mehr repräsentieren

Über die Ursachen der Zeitungskrise ist viel geschrieben worden: Drastische Rückgänge der Anzeigen durch den Wegfall des Rubrikengeschäfts und die Konkurrenz durch Google-Werbung, Desinteresse junger Leser, Informationskonkurrenz durch kostenlose News im Internet und so weiter.

Aber sind die Probleme nicht auch hausgemacht?

Matthias Döpfner, der Journalist an der Spitze des Axel-Springer-Verlages, hat der Neuen Züricher Zeitung kürzlich ein Interview gegeben. Darin geht er selbstkritisch mit seine Branche um. Viele Journalisten schrieben nicht für die Leser, sondern für ihre eigene Gattung, Und dann heißt es an einer Stelle:


Es ist klar, dass Journalisten grösstenteils dem linksliberalen Meinungsspektrum zuzuordnen sind. Das ist kein Klischee, es ist durch Umfragen und Forschung belegt. Zum Beispiel zitiert Professor Hans Mathias Kepplinger, einer der bekanntesten deutschen Kommunikationsforscher, in einem Medienseminar der Bundeszentrale für politische Bildung eine Statistik, nach der die Parteipräferenzen deutscher Journalisten zu 36 Prozent bei den Grünen und zu 25 Prozent bei der SPD, aber nur zu 11 Prozent bei der CDU/CSU und nur zu 6 Prozent bei der FDP liegen.”

Die Parteipräferenzen von Journalisten liegen danach weit abseits von den Parteipräferenzen der Bevölkerung. Döpfners Schlussfolgerung: Es führe zu einer Entkoppelung, wenn Medien “so verzerrt” die Bevölkerung repräsentierten.

Das ist eine sehr interessante These, und es ist verwunderlich, dass sich weder die eigenen noch die konkurrierenden Medien damit auseinandersetzen. Aber vielleicht liegt hier – neben den durch Google und Facebook verursachten Einbrüchen bei der Werbung – eine der Hauptursachen der allgemein zu beobachtenden Krise der Verlage.

Auch Paywalls sind kein wirklicher Ausweg, wie sich zunehmend zeigt

Wie man hört, ziehen derzeit viele Verleger die Reißleine bei ihren Zeitungen und Magazinen. Sie fürchten die abflauende Konjunktur in einer ohnehin desolaten Lage. Zugleich schreitet die Monopolisierung digitaler Werbung durch Google und Facebook in Siebenmeilenstiefeln fort, und die Hoffnung der Verlage, die Anzeigenverluste im Printbereich durch digitale Werbung kompensieren zu können, schwindet immer mehr. Warum soll man Banner in einem Portal von Printmedien  schalten, wenn die Werbung über Google und Facebook durchschlagenden Erfolg bringt?

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Auch Paywalls sind kein wirklicher Ausweg, wie sich zunehmend zeigt. Schließlich: Die Erhöhung der Vertriebspreise lässt sich auch nicht unendlich fortsetzen. Sie hat dazu geführt, dass jüngeren Lesern das Zeitunglesen zu teuer geworden ist. Es gibt online genug kostenlose Angebote. Die Verlage stecken in einer Falle, aus der ein Entkommen kaum möglich erscheint. Aber es ist nicht nur das Kaufmännische, was Sorgen machen muss. Es sind die Produkte, denen die Kunden davonlaufen, also die Inhalte.

Der sogenannte Qualitätsjournalismus, für den Leser bitte zahlen sollen, ist eine gern gepflegte Illusion der Branche. Die “schöne Geschichte” ist ein journalistischer Begriff, den Leserinnen und Leser nie benutzen.

Tatsächlich ist der Fall Relotius aus meiner Sicht längst nicht aufgearbeitet. Wie auch? Es ging dabei ja nicht nur um gefälschte oder erfundene Teile von Reportagen. Es ist eine je nach Redaktion ausgeprägte Erwartungshaltung der journalistischen Führungskräfte, die manche Geschichte schöner scheinen lässt als sie ist. So werden Überschriften zugespitzt und manche Themen aufgeblasen. Es ist eine besondere Kunst, Überschriften zu generieren, die korrekt sind und doch den Leser neugierig machen. Die Branche muss an ihren Inhalten arbeiten. Es geht nicht nur um möglichst viel Digitalisierung. Es geht darum, was der Leser wirklich braucht, was ihn berührt, was er wissen will.

Ein Blick auf die Nachrichtenportale zeigt das Problem: Die Hauptnachrichten sind alle gleich: Es ist offensichtlich egal, auf welcher App ich Nachrichten lese. Ich sehe im Fernsehen Nachrichten, die ich schon überall gelesen habe. Warum soll ich dann für irgendeine Geschichte zahlen? (Ich meine nicht digitale Abos, sondern erzwungene Paywalls für einzelne Artikel.) Es ist Wahnsinn, dass gerade die Regionalzahlungen ihr Heil in einer Paywall suchen. Man sieht ja, dass es nicht funktioniert. Immerhin heißt es beim Handelsblatt, dass man durch die Paywall Roboter und Querulanten ausschließt und die Umwandlung in Abos durch die Relevanz von Geschichten wichtiger ist als die Zahl der Klicks. Immerhin eine Strategie, kann man so machen.

Trotzdem glaube ich, dass Paywalls der falsche Weg sind.

Interessant ist, das einzelne Journalisten sehr erfolgreich eigene Blogs und Portale entwickelt haben. Beispielsweise hat der frühere Chefredakteur von Finanztest, Herman-Josef Tenhagen das Verbraucherportal “Finanztipp” aufgebaut und, wie man hört, in relativ kurzer Zeit über 400.000 Abonnenten gewonnen. Oder der frühere FTD-Journalist Heinz-Roger Dohms, der mit “Finanz-Szene” einen Fachdienst für Banking betreibt, der inzwischen Tausende erreicht, weil Dohms stets gut informiert ist und täglich Neues zu bieten hat.

Oder der frühere Wirtschaftswoche-Chefredakteur Roland Tichy, der mit “Tichys Einblick” das rechte Meinungsspektrum offenbar erfolgreich abdeckt, ob es einem nun gefällt oder nicht. Oder das lokale Portal Merkurist, das durch Einbeziehung der Bürger schneller als andere von lokalen Ereignissen erfährt.

Meine Lokalzeitung, die der SPD zugeneigte Mainzer Allgemeine Zeitung AZ, hat gerade wieder gezeigt, wie fern mancher Journalist von den Bürgern ist: Mit großer Empörung wird  eine halbe Seite heuchlerische  Empörung der CDU-Vorsitzenden Kramp-Karrenbauer gewidmet, weil sie sich in einer Büttenrede über das dritte Geschlecht lustig gemacht hat. Meine Güte. Wird jetzt auch noch die Fastnacht zensiert?

Sicher wusste AKK, was sie da sagte. Die Bürger haben andere Probleme als die dritte Toilette für das dritte Geschlecht. Leben und Leben lassen ist hier die bessere Antwort als verkrampfte Skandalisierung und Empörung.

 

Über den Autor: Ralf-Dieter Brunowsky begann seine journalistische Laufbahn bei der Berliner Morgenpost. Es folgten mehr als zwanzig Jahre bei den Wirtschaftsmagazinen Wirtschaftswoche, Impulse und Capital. Im Februar 2002 gründete er nach zehnjähriger Tätigkeit als Chefredakteur von Capital in Köln die BrunoMedia GmbH, deren Schwerpunkt heute die journalistische Kommunikationsberatung ist.

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Alle Kommentare

  1. … in der Tat diskutierenswert was unter unabhängigem Journalismus zu verstehen sein sollte.
    Schliesslich hatte AS SE keine linksliberalen „Kampfblätter“ an die Funke Gruppe veräussert.

  2. Bei allem Respekt für Ihre Anmerkungen zur Print-Krise: Die von Herrn Döpfner unterstellte Linkslastigkeit der Medien erkenne ich nicht. Drei der wichtigsten und auch auflagenstärksten Zeitungen – BILD, Welt, FAZ – verlieren massiv an Auflage. Den Redaktionen unter Herrn Poschardt und Herrn Reichelt grün-linke Tendenzen zu unterstellen, würden sich die beiden Herren bestimmt verbieten. Und dies zu recht.

    1. Wer eben das Lied einer grün-linken Kanzlerin singen will, der sieht selbst aus dem Springer-Verlag kommend dann wie ein typischer linker Prolet mit fakenews Ambitionen aus.
      Dumm gelaufen für die ehemalige konservative Presse von Bild und Welt.

    2. Auflagenstärkste Zeitungen…. . Drucken kann man viele am Tag. Wieviele Zeitungen werden davon entsorgt, die erst garnicht verkauft, verschenkt und somit garnicht gelesen werden.
      Die Höhe der täglichen Auflagen ist nicht entscheiden für das Überleben einer Lokal – und / oder Regionalzeitung, sondern mehr Qualität und Leserbezogene Themen setzen hier die Maßstäbe.
      Als Zusteller kenne ich die Sorgen und Nöte ” meiner Kunden ” .
      Es sind auch noch andere Faktoren dafür verantwortlich, warum das ABO dann gekündigt wird.

  3. Erst sorgen die linken Gesinnungsjournalisten für eine natürliche Bereinigung des hochsubventionierten Zeitungsmarkts.
    Und dann – nachdem sie nach unten Richtung HuffPo und watson durchgereicht werden, für die Bereinigung in den Socialmedias, …wenn dort das Verschwinden solcher Dumpfbacken-Plattformen überhaupt jemandem auffällt.
    Da bleiben dann nur noch die Rundfunkanstalten.
    Und die wissen schon, warum für wenn man man immer mehr Rundfunkgebühren fordert…
    dort am Ende der journalistischen Rattenlinie

  4. Da hat Herr Brunowsky in der Tat einen sehr wichtigen Grund für die Presse-Krise angesprochen.
    Natürlich nicht den einzigen, da kommen selbstverständlich mehrere Gründe zusammen.

    Aber einen wichtigen. Journalisten werden immer mehr zu einer Art vom Volk entfremdeten Kaste. Politische Einstellungen sind in dieser Kaste in der Tat vollkommen anders verteilt als im Rest der Bevölkerung.
    Das wäre nicht weiter schlimm, wenn die Journalisten einfach nur möglichst objektiv und neutral berichten würden.
    Doch leider gibt es tatsächlich den beunruhigenden Trend, dass es immer mehr Journalisten als ihre Aufgabe betrachten, ihren vglw. grossen Einfluss, der mit ihrer Tätigkeit einhergeht, zu missbrauchen. Sie wollen ale eine Art “Influencer” ihre Leser dahingehend beeinflussen, dass diese ihre eigenen Überzeugungen (die sie tendenziell für die einzig akzeptablen halten) übernehmen.

    Euphemistisch bezeichnen sie selbst das manchmal mit Begriffen wie “Haltung zeigen” – in der Praxis führt diese Mentalität dazu, dass sie im Grunde anfangen, Propaganda zu machen und so zu berichten, wie es ihnen am zielführendsten erscheint, um ihre persönlichen Überzeugungen zu verbreiten.
    Eine bestimmte Information passt nicht gut zur eigenen Argumentationslinie? Dann berichtet man im Zweifelsfall einfach gar nicht erst darüber, weil das sonst schliesslich dem eigenen Feindbild helfen könnte. (“Das würde Rechtspopulisten nur Munition geben, die würden das instrumentalisieren!”)
    Passt eine bestimmte Information hingegen zur eigenen Argumentationslinie, dann wird sie gerne auch mal aufgeblasen und ihr übersteigerte Bedeutung zugemessen.
    Und in ganz krassen Fällen, wenn wie im Fall Relotius auch noch Eitelkeit und Geltungssucht hinzu kommt, ist mancher Journalist sogar bereit, für die gute Sache sogar bewusst Lügen zu verbreiten.

    Auf diese Weise vergrault man sich langsam aber stetig und zuverlässig die eigene Leserschaft.

  5. Der Abstieg des lokalorientierten Qualitätsjournalismus begann schon vor langer Zeit.
    Statt Klartext, oder eindeutiger Kommentierungen, wurden über “schöne Geschichten” ein Zustand dargestellt, wo es selbst Optimisten irgendwann zu viel wurde. Reportagen wurden zu oft als verdeckte Belehrungen (oder Verlautbarungen) und nicht als objektive, und ggf. weiterverfolgte Recherchen bei lokalen Sachverhalten (eigentlich eine Königsdisziplin der Printmedien) empfunden.
    SCHADE und gesellschaftlich äußerst riskant. Aber derzeit nicht erkennbar, wie sich Printmedien nachhaltig oder zumindest spürbar aus dem inzwischen zu bedauernden Social-Media-Berichtsverhalten lösen könnten.

  6. Durchs Internet hat man sicher viele potentielle Leser unter 40 verloren, teilweise auch durch eigene Dummheit (gratis Onlinezeitung), tragischer ist aber, daß man auch die Leser über 40 größtenteils vergrault hat.
    Sparwahnsinn, gerade im Kulturbereich wurde bei Lokalzeitungen eingespart. Der ist aber gerade für ältere Leser interessant.
    Lohnt sich der Besuch eines Konzerts oder der neuen Ausstellung ?
    Anstelle einer ausführlichen Berichterstattung über Ausstellungen vor Ort dann nur noch Zweizeiler, die man so auch in kostenlosen Magazinen findet.

    Ständige Preiserhöhungen bei stetiger Verschlechterung des Produkts.
    Abnehmende Zustellqualiät, nicht für wenige Leser der Hauptgrund die Zeitung abzubestellen. Eine Folge der Sub-Sub-Sub Zustellfirmen. Abgebucht wird allerdings immer pünktlich, wahre Kämpfe sein Geld für nicht zugestellte Zeitungen zu bekommen.

    Dazu eine konforme Meinung, die ironischerweise gerade den Ast absägte auf denen die Zeitungen saßen:
    Man solle mehr arbeiten, weniger verdienen, usw. Jede kräftige Lohnerhöhung ist “Umverteilungirrsinn”. Mieterhöhungen sind Sache des Eigentümers, usw.
    So in etwa liest man dies heute alles noch in DER WELT, FAZ, m.E. im Handelsblatt, SZ.
    Wer aber immer weniger Zeit und Geld hat, der wird auch keine Zeitung mehr lesen kaufen/können.
    Die Manager tun dies nicht mehr, vielleicht von der “Financial Times” und dem “Wall Street Journal” ausgenommen.

    Die SO-Zeitungen stehen schon kurz vor der 5 Euro Schwelle und ich frage mich, wie weit man die Preistreiberei noch durchsetzen kann.

  7. Ich habe Ende 2015 meine Zeitungen (WELT, Hamburger Abendblatt) abbestellt. Das ist mir schwer gefallen, weil Zeitunglesen für mich zum Leben dazu gehört. Aber für über 1000 Euro im Jahr beschimpft und verhöhnt zu werden, dazu hatte ich keine Lust mehr.

    Mittlerweile habe ich mit Tichy und der JF aber gute Alternativen gefunden. Achgut und Publico bieten auch hervorragenden Journalismus. Eine gute Hamburger Regionalzeitung noch, das wäre es.

    Was aus den Alt-Zeitungen wird ist mir egal.

  8. Einige Schlagzeilen der letzten Jahre in deutschen Medien:
    “Wir” sind (Export/Fußball oder sonst was) Weltmeister..
    “Wir” sind Papst.
    “Wir” sind Europa, retten das Klima, nehmen Flüchtlinge auf…..
    Gleichzeitig aber waren bzw. sind es seit Jahren in diesen Medien konsequent “die” Deutschen mit “ihrer” Vergangenheit… (Beim Spiegel zeitweise die Titelgeschichte jeder zweiten Ausgabe.)
    Siehe auch Zeit, SZ, Springer, Burda, Bertelsmann, Holtzbrinck ARD, ZDF usw..
    Fällt was auf?
    Wenn nicht, dann einfach mal die Wikipedia-Einträge zu obigen Konzernen bzw. deren Eigentümer ansehen.
    (Andere Quellen als Wikipedia gibt es bezeichnenderweise fast keine.)
    Dazu die Einträge zu Alfred Hugenberg bzw. “Propagandakompanie”.
    Und für solche Medien auch noch Geld ausgeben?

  9. Diese heutzutage zu beobachtenden Phänomene und Zerrüttungserscheinungen und zwar nicht nur in der deutschen Medienlandschaft sind in Wahrheit einfach nur ein zwangsläufiger(!!) Automatismus, den Sie eigentlich auch überhaupt nicht verhindern können, wenn man eine extrakonstitutionelle Notstandsmassnahme einer Parteiendemokratie zur Abarbeitung zuweist!

    Noch lehrbuchmäßiger geht es eigentlich gar NICHT!

    NIX Besonderes also!

  10. Der Artikel weicht von der üblichen Internet-ist-Schuld- und Relotius-Einzeltätertheorie ab. Ein wichtiger Anfang!

    Die Frage, die ich mir stelle: warum soll ich Geld für Haltungsjournalismus ausgeben? Die schlimmsten will ich nicht mal mehr kostenlos. Und ich habe SPIEGEL & Co. früher gern gelesen. Wenn ich jedoch Fiktion will, lese ich einen guten Roman. Und den erhobenen Zeigefinger gibt es auch in der Kirche.
    Tichy ist hier und da eine Alternative und sie fassen Themen an, die die Haltungsjournalisten meiden. Mir jedoch zuviel Meinung.

    Die Digitalisierung ist für mich als Leser grundsätzlich positiv. Auch, wenn sie augenscheinlich dazu führt, dass jeder die gleichen Meldungen aggregiert. Sie gibt mir jedoch Zugriff auf Medien, die normalerweise außerhalb meiner Reichweite liegen. Zu nennen ist die Budapester Zeitung, die mich deutlich besser über Orbánland informiert als die deutschen Haltungsmedien. Die kriegen wegen Orbán ja bekanntlich immer Schaum vorm Mund.
    Das andere Medium ist die Schweizer Weltwoche. Nicht, weil es meine Meinung deckt, sondern weil sie mir ohne Belehrungen andere Sichten nahebringt. Mich zum Nachdenken anregt. Und dort hierzulande verfemte Autoren schreiben.

    Und was die lokale Zeitung angeht: kein Interesse. Die ADN-Meldungen gibt es auch im Netz und die lokalen Nachrichten sind recht uninteressant aufbereitet. Dabei passieren in der Region spannende Sachen. Vielleicht sollte man dieses Ressort überdenken und sich darauf fokussieren.

  11. Habt Euch doch nicht so!
    Solange machtpolitisch nichts “links-grün” läuft, könnt Ihr doch mal ganz ruhig bleiben. Ist Euch AfD- Regierungsbeteiligung lieber?
    Überschätzt doch nicht die Macht der Presse.
    Und unterschätzt nicht, was da im Netz, nicht journalistisch gefiltert, läuft.
    Da ist mir der Journalismus doch tausendmal lieber.
    Schlimm ist Eure klugscheißerische Selbstgerechtigkeit.
    Vergessen: Menschen machen Fehler.
    Die einzige Hoffnung: Lernen!

    1. Wenn die Medien nicht mehr die Regierung kritisch hinterfragen, einer Ideologie blind hinterherlaufen und nur noch Staatspropaganda bringen, dann habe ich mich sowas von. Weil das diametral zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung läuft!

      Welche Macht Medien haben, sehe ich an Freunden und Bekannten, die blind die Parolen der Medien nachbeten.

  12. Stimme allen Kommentatoren hier zu. Auch ich lese keine Propaganda- und Lügenpresse mehr, diese ewige Hetze gegen AfD und Trump ist unerträglich. Zum Glück gibt es im Netz viele gute Alternativen: Tichys Einblick ist auch zu meiner täglichen Lektüre geworden, dazu compact-online von Jürgen Elsässer, Ach gut mit dem genialen Henry M. Broder, Politcally incorrect, die Youtobe-News von Martin Sellner, die amerikanischen Fox News und tagesereignis.de
    Alle diese Medien versorgen mich objektiver, ehrlicher und besser als die links-grün-verkommenen Zeitungen und der ÖR, der sich nur dank der Zwangsgebühren noch hält.

  13. Stimme vielen Kommentatoren hier zu. Die mit Propaganda infiltrierten Zeitungen lese ich auch nicht mehr, Tichys Einblick, Broders Achse des Guten oder Jürgen Elsässers Compact-Online bieten beste Alternativen. Das einseitige AfD – und Trump-Bashing ist ja nicht zum Aushalten, da merkt ja schon ein Blinder mit dem Krückstock, dass da was faul ist. Die persönlichen Meinungen der Journalisten interessieren mich im Übrigen herzlich wenig. Ich will informiert und nicht belehrt und belogen werden. Von wegen “Einzelfälle” und so….
    Übrigens wurde ich sogar bei der Welt schon zensiert und gesperrt, soviel zum Thema Meinungsfreiheit und Zensur. Nee, Euch brauchen wir wirklich nicht mehr!

    1. Tja, jede(r) „bildet“ sich, so gut er/sie kann!

      Ich als „Blinder mit dem Krückstock“ sehe allerdings, dass, so lange es Menschen gibt, die eher den von Ihnen genannten Blogs vertrauen als den wirklich seriösen Medien, letztere dringender nötig sind als je zuvor. Und wenn Sie „sogar bei der Welt schon zensiert und gesperrt“ werden, wird das schon seine Gründe haben. Ich jedenfalls kann mir gut vorstellen, welchen Senf Sie dort von sich geben.

    2. Ohne Ihnen zu Nahe treten zu wollen – aber möglicherweise passen Ihnen die mit “Propaganda infiltrierten Zeitungen” vor allem deswegen nicht, weil die Nachrichtne darin nicht zu Ihrem Weltbild passen? Wer Elsässer als verdientes Gegenbeispiel ins Feld führt, erweckt zumindest den Eindruck, statt Fakten eigene Befindlichkeiten im Fokus von Berichterstattung finden zu wollen. Wer nicht belogen werden will und nicht die Meinung anderer Journalisten lesen will, aber dann zu Compact greift, kann eigentlich kein Interesse an Objektivität geltend machen…. Übrigens dürfen Sie jederzeit frei Ihre Meinung sagen. Stellen Sie sich doch auf den nächsten Marktplatz und probieren Sie es einfach mal aus. Bei der “Welt” gesperrt zu sein, ist vielleicht ärgerlich, aber keine Einschränkung der Meinungsfreiheit. Wer übrigens ist “wir”?

  14. Journalisten sollen die Mächtigen kontrollieren und nicht die Mächtigen bejubeln und sich gemein mit ihnen machen. Aber genau das ist geschehen. Noch schlimmer: Für die Mächtigen haben die Journalisten Dinge vertuscht und die Wahrheit verbogen. Und zwar fast alle. Die durch Zwangsgeühren finanzierten TV-Journalisten konnten das gefahrlos tun und tum sie ja bis zum heutigen Tage.

    Nicht so bei der schreibenden Zunft, der laufen ihre Finanziers in rauhen Mengen davon. Ja, so ist das in der Marktwirtschaft: Wer ein Produkt anbietet, das keiner haben will, der geht eben Pleite: Ganz einfach.

  15. Natürlich bringt Werbung bei Google oder Facebook „durchschlagenden Erfolg“ – weil dort die Kunden bis ans Ende der Welt oder bis aufs Klo mit Werbung verfolgt werden. Warum das alle gut finden, leuchtet mir zwar nicht wirklich ein, und es kann meiner Meinung nach auch nicht im Interesse von seriösen Firmen sein, ihre Kunden zu „stalken“.
    Aber genauso richtig ist, dass die Verlage hierzulande es über viele Jahre versäumt haben, einen eigenen Werbemarkt im Internet aufzubauen – nachdem sie es davor schon versäumt lange Zeit verpennt haben, überhaupt seriösen Journalismus ins Netz zu stellen.
    So geht also alles immer weiter den Bach runter: Auflagen, Einnahmen, Redakteursstellen, Redaktionen, Meinungsvielfalt, Presseversorgung, Qualität usw. usf.
    Doch außer jammern oder verkaufen haben die Verlage in Deutschland noch immer nicht viel an Gegenmaßnahmen zu bieten. Paywall ok. Aber richtig ertragreich ist das noch lange nicht. „Die Verlage stecken in einer Falle, aus der ein Entkommen kaum möglich erscheint.“ Das ist wohl die Lage.
    Deshalb braucht es in Deutschland endlich auch eine staatliche oder zumindest öffentliche Presseförderung für seriöse und anspruchsvolle Print- und Online-Medien wie es sie in Frankreich, Österreich oder Dänemark lange schon gibt und in vielen anderen Ländern. Warum gibt es das bei uns nicht? Haben wir soviel Angst vor dem bösen Staat, dass er uns die Meinung diktiert. Was für ein Blödsinn. In anderen Ländern ist das auch nicht der Fall. Also lieber jammern bis wirklich alles den Bach runter ist?

    1. Die meisten Medien verstehen sich chon jetzt als Jubelperser der Regierung. Wie soll das erst werden, wenn sie auch noch staatlich direkt finanziert werden? Propaganda erleben wir schon genug durch ARD und ZDF. Ich habe keine Lust irgendwann 40 Euro Zwangsgebühren zählen zu müssen, um auch noch überflüssige und ideologisch eingenordete Zeitungen finanzieren zu müssen.

    2. >> Deshalb braucht es in Deutschland endlich auch eine staatliche oder zumindest öffentliche Presseförderung für seriöse und anspruchsvolle Print- und Online-Medien … <<

      um Gottes Willen, bloß nicht! Das würde dazu führen, dass genau solche Redaktionen gefördert würden, die seit Jahren ihre Leser mit tendenziöser Berichterstattung, Erziehungsversuchen und vermeintlicher Aufklärung vergraulen.

      Das Prinzip von Angebot und Nachfrage entfaltet gerade so richtig schön seine Wirkung. Schauen wir doch einfach zu und genießen es. Schade nur, dass die ÖR-Sender davon immer noch ausgespart sind.

  16. Zeitungsmarkt im Umbruch:

    Wir haben eine Umbruchkrise, in der 15% der Bevölkerung sich praktisch nicht auf die sich neu einstellende globale Interkultur einstellen können und wollen. Es ist auch eine ältere Kernlesergruppe der althergebrachten Zeitungen.

    Bei heute über 2% EU-Zuwanderern plus ein paar Flüchtlingen leben z.B. Berlin-Charlottenburg. Nach Zahl ist die Stammleserschaft für eine mehrsprachige Zeitung vorhanden.
    Aber es prägen sich nur interkulturelle “orale” Kieze aus, noch keine interkulturelle, mediale Stadtgesellschaft, die über Kieze hinaus Gemeinsinn entwickelt.
    Die Integration gelingt im Betrieb oder auf Festivals – nicht aber in der Polis der Stadtgesellschaft. Die Kulturszene zerfällt in Newsgroups und Genre-Kohorten.

    Allein rein englischsprachige Medien kommen derzeit in die Tragfähigkeit, wenn sie Zielgruppen von Berliner Innovationsclustern bedienen.

    Zeitungen sind überdies ein von Komplexität, Nachrichtendichte und Kosten überfordertes System der Verlagsökonomie(n).

    Auch Leser sind inzwischen von der verfügbaren Nachrichtendichte und Komplexität prinzipiell überfordert, und können “Endgeräte-Lesezeit” und “individuell-relevante Tagesnachrichten-Auswahl” nicht mehr angemessen in Übereinstimmung bringen.

    Selbstkuratierung & Google-Selfgovernment sind unzureichende Ausweich-Möglichkeiten. Rückzug in den “virtuellen Kiez” – oder umswitchen auf Streaming-Medien – das sind resultierende Trends.

    … eine erste “digitale-vorrevolutionäre Phase kristalliert sich heraus!

    Die gute Nachricht:
    Am Ende bleiben Digital-Verlagsorganisationen, Redaktionen und Medien übrig.
    Aber wie diese Ende 2020 aussehen, ist noch in vielen Aspekten offen.

  17. Die Redaktion hat einen weiteren Beitrag nicht freigeschaltet, dessen konkrete Inhalt hohe Brisanz hat. Ich habe dort den Zusammenhang von kommunaler Presse-Informationspraxis, vervielfachter Nachrichtendichte und Ressourcen-Überforderung von Journalisten und Überforderung der Leser beschrieben.
    Es handelt sich m.E. um ein systematisch-strukturelles Problem, das zuerst Redakteure, dann Zeitungen und danach (ableitbar) alle gro0en Stadtgesellschaften überfordert.

    Dss Attribut “hausgemacht” bekommt dabei in Berlin eine besondere Note, weil “ÖPP” und handwerkliche Systemfehler im Zusammenwirken Existenzbedingungen von freier Lokalpresse zerstören – und das demokratische Gemeinwesen in seinen Grundwerten und Fundamenten dekonstruieren.

    [Meine Hinweise leite ich an den “Ausschuss für Europa- und Bundesangelegenheiten, Medien” im Berliner Abgeordnetenhaus weiter, der zwei Anhörungen zum Thema “Redaktionssterben”(RRG) und “Medienkonzentration” (FDP) vor sich herschiebt].

  18. Stimmt, lieber Herr Brunowsky. Ihrer Analyse zu den Zeitungen teile ich. Leider haben Journalisten und Politiker eins gemein: Sie sind – fast immer – beratungsresistent und überhaupt nicht selbstkritisch. Ganz im Gegensatz zu den heftig kritisierten, aber erfolgreichen Internetfirmen. Die klassischen Blätter werden lieber untergehen als die vermeintliche Qualität ihrer Arbeit in Frage zu stellen. Und zu korrigieren.

    1. Was sind denn “erfolgreiche Internetfirmen”?

      Etwa jene, die Milliardengewinne einfahren, ohne überhaupt nennenswert Steuern zu zahlen? Oder sind es Firmen, die werthaltige Geschäftsprozesse von Zeitungen zu Branchenmärkten fokussieren, um danach alle regionalen Märkte zu überbrücken?
      Sind es Social-Media-Portale, die gesellschaftliche Öffentlichkeiten und Stadtgesellschaften revolutionieren und dekonstruieren?

      Kann am Ende der Grundauftrag des Journalisten gar nicht mehr ausgeführt werden, weil es nicht mehr den “Leser”, sondern nur noch “Adressierte” gibt, die aber täglich immer kleinere “Lesezeitfenster” auswählen?
      Wird überhaupt noch eine “Stadtgesellschaft” benötigt und kultiviert, wenn doch Politik sich begnügen kann, mit “eingeladenen Personen” und “Interesssierten” zu verhandeln?

      Wird hier überhaupt die richtige Debatte geführt?

  19. In diesem Artikel wird vieles sehr richtig beschrieben.
    Zeitungsverlage stehen sich oft selbst im Wege und sie sind wenig innovativ.
    Verleger und Journalisten verstehen gleichermaßen die einfachste Anglerweisheit nicht: Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler.
    Dabei geht es nicht darum so zu schreiben, dass es irgendeiner Zielgruppe besonders gut gefällt, sondern vielmehr aus Kundensicht heraus zu handeln und die Produkte und Dienstleistungen so zu machen, dass diese den Kunden einen echten Nutzen bringen und ins Leben der Menschen von heute passen. Preiserhöhungen werden nicht mit besonders guten Leistungen und innovativen Ideen gerechtfertigt sondern mit dem Papierpreis und dem Mindestlohn “verargumentiert”, was völlig unsinnig ist. Aber woher sollen Verleger und Journalisten wissen, was ihre Kunden wollen? Sie gehen ihnen ja aus dem Weg. Sie gehen nicht hin, wo es mal weh tun könnte. Das ist der größte Fehler.
    Die Paywall kam viel zu spät, denn wenn sich die Kunden erst einmal daran gewöhnt haben, etwas kostenlos zu konsumieren, meinen sie einen Anspruch darauf zum haben. Hier mehr zum Thema: http://der-kontaktexperte.de/was-haben-redakteure-im-jahre-2018-mit-erich-honecker-gemeinsam

    1. Und was passiert mit einem Mediensystem, das auf Vertrauen und Glaubwürdigkeit basiert, bei dem die Zeitung der Köder, die Leser die Fische und Marc Zuckerberg der Angler ist?

  20. Die Zeiten ändern sich, das Mediennutzungsverhalten und das Bildungs- und Nachfrage-Niveau (wöchentlich) auch.

    Zu Zeiten von Hanns Joachim Friedrichs und Peter Scholl-Latour waren beide immer auch nur für Leser- und Zuschauer-Eliten interessant. Das fiel kaum auf, weil es eine opulente Werbefinanzierung von Journalismus gab, und einen gesellschaftlichen Comment, Presse & Pressefreiheit zu schützen, zu pflegen.

    Heute ist es anders: Zielgruppen entdifferenzieren sich (fast täglich), Endgeräte bestimmen das Leseverhalten. Zeitungsartikel ohne Bild gehen unter. Kontexte
    und Sinn verschwinden hinter Schlagzeilen, Vierzeilern und Teasern.
    Auf der anderen Seite gibt es eine News-Explosion, die auch professionelle Redaktionen nicht mehr überblicken können.

    Auf der Spielwiese Lokaljournalismus ist die Welt inzwischen eine Scheibe, auf der ÖPNV-Apps die größten Alltags-Leserreichweiten haben.

    Der Clou: mit Lokalzeitungen und guten Konzepten können praktisch alle Social-Media-Reichweiten geschlagen werden! Es gibt gute tragfähige Chancen zu “Sanierung” lokaler Medien. Nur die aktuelle Finanzierung setzt Grenzen.

    Betriebswirtschaftlich ist Journalismus derzeit aber bundesweit auf “Burn-Rate”, wobei “Bericht plus Recherche” das aufwändigste Format ist.

    Live-Video und Podcast können den Bericht heute sogar im Gesamt-Aufwand unterbieten. Nur muss man solche Szenen aufwändig vorbereiten und erst finden.

    Das Format Kommentar ist bei allen Dauerbeobachtern das “Sparformat”, das praktisch in Echtzeit aus dem Hirn ins CMS fließen kann. Deshalb wird auch soviel kommentiert.

    Um Fahrtkosten zu sparen, ist es auch beliebt, Twitter und TV-Debatten nachzubearbeiten, und Formeln wie “Das Netz rastet aus!” zum eigenen Format
    aufzublasen. Noch besser sind dann Agenten im Netz, die immer wieder feste
    Theoreme “herausposten,” bis zum Shitstorm-Vibrato.

    Klar ist auch: journalistischer Qualitätsverlust ist vor allem “betriebswirtschaftlich” organisiert. Die heutigen Kostenfallen sind mit klassischen Mitteln praktisch nicht mehr zu knacken.

    So müssen eben disruptive Wege beschritten werden … die sogar tragfähig sind.

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