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Nach Karola Wille und Patricia Schlesinger: Yvette Gerner wird dritte ARD-Intendantin bei Radio Bremen

Vom Rundfunkrat gewählt: Yvette Gerner wird am 1. August 2019 Nachfolgerin von Jan Metzger bei Radio Bremen
Vom Rundfunkrat gewählt: Yvette Gerner wird am 1. August 2019 Nachfolgerin von Jan Metzger bei Radio Bremen © ZDF/Rico Rossival / Montage: MEEDIA

Die ARD wird ein bisschen weiblicher: Der Rundfunkrat von Radio Bremen (RB) hat am Dienstag die bisherige ZDF-Journalistin Yvette Gerner zur künftigen Intendantin des Senders gewählt. Die 51-Jährige tritt am 1. August die Nachfolge von Jan Metzger an, der nicht mehr für eine dritte Amtszeit kandidieren wollte.

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Von Eckhard Stengel

Bisher werden nur zwei der neun Landesrundfunkanstalten von Frauen geleitet: der Mitteldeutsche Rundfunk von Karola Wille und der Rundfunk Berlin-Brandenburg von Patricia Schlesinger. Yvette Gerner wird somit die dritte Intendantin innerhalb der ARD und die erste an der Spitze des Bremer Senders.

Der RB-Rundfunkrat wählte sie auf einer Sondersitzung mit 23 Ja-Stimmen bei zwei Nein-Voten und drei Enthaltungen. Eine Findungskommission hatte zuvor noch einstimmig für die Kandidatin votiert.

Das sei ein „demokratisches Ergebnis“, sagte Gerner in ihrem ersten Pressegespräch nach der Wahl. Vielleicht könne sie diejenigen, die nicht für sie gestimmt haben, im Laufe der Zeit noch überzeugen.

Die in Ludwigshafen geborene und in Speyer aufgewachsene Sozialdemokratin war zuletzt Chefin vom Dienst in der ZDF-Chefredaktion. 2002 hatte sie in Speyer vergeblich als SPD-Oberbürgermeisterin kandidiert.

Während ihr Vorgänger Metzger bewusst parteilos ist, verteidigt Gerner ihre SPD-Mitgliedschaft. Parteibuch und Beruf seien „zwei Paar Schuhe“. Sie sei in der SPD nicht aktiv und fühle sich als Intendantin nur den Menschen vor Ort und den RB-Beschäftigten verpflichtet. „In dieser Position bin ich souverän“, sagte sie.

Bei der Intendantensuche, so ergänzte der Rundfunkratsvorsitzende Klaus Sondergeld, habe die Parteimitgliedschaft „überhaupt keine Rolle gespielt“. Keiner der Bewerber sei wegen eines Parteibuchs bevorzugt oder benachteiligt worden. Insgesamt hatten sich 22 Männer und Frauen beworben, acht von ihnen waren in die engere Wahl gekommen.

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Sondergeld, der auch die neunköpfige Findungskommission geleitet hatte, äußerte sich davon überzeugt, dass Gerner „die großartige Arbeit von Herrn Metzger fortführen und mit fachlicher Kompetenz und persönlichem Einfühlungsvermögen Radio Bremen erfolgreich durch die schwierigen Zeiten des digitalen Wandels steuern wird“.

Zum sogenannten Framing-Manual der ARD mit Formulierungsvorschlägen zur Verteidigung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sagte Gerner, sie halte es für „durchaus legitim“, sich mit der Frage zu beschäftigen, wie man mit den „oft sehr ungerechten“ Anfeindungen umgehen sollte.

Bei Radio Bremen will sie den Dialog mit dem Publikum suchen und „ganz nah an den Menschen“ sein. Sie lobte die „hohe Innovationskraft“ der mehrfach mit Grimme-Preisen ausgezeichneten kleinen Anstalt. Welche Pläne sie für den Sender hat, lässt sie bisher offen. „Das kann man nur im Team machen.“

Bereits während ihres Politik-, Germanistik- und Slawistik-Studiums schrieb sie als freie Mitarbeiterin für die Tageszeitung „Die Rheinpfalz“. Mit einer Arbeit über die EU und Russland erwarb sie 1997 den Doktortitel. Nach einem Volontariat beim ZDF arbeitete sie dort unter anderem als stellvertretende Leiterin des Auslandsjournals.

Bisher lebt sie in Ober-Olm bei Mainz. Sie will jetzt aber mit ihrem 17-jährigen Sohn und ihrem Hund nach Bremen ziehen, während ihr Mann wegen seines Arbeitsplatzes in Mainz „noch ein bisschen pendeln“ werde.

Der seit 2009 amtierende Intendant Metzger wollte mit 63 Jahren nicht mehr für eine dritte Amtszeit kandidieren, sondern sich nach seinem Ausscheiden zum 31. Juli „gerne anderen Dingen zuwenden“.

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