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“Gute Arbeit, Kleine. Aber Rupert will, dass Trump gewinnt”: Reporterin deckte Sex-Affäre auf, Fox News degradierte sie

Donald Trump und Fox-Eigentümer Rupert Murdoch haben bis heute eine gute Beziehung. Fox News soll sogar einen Trump-schädlichen Bericht zurückgehalten haben
Donald Trump und Fox-Eigentümer Rupert Murdoch haben bis heute eine gute Beziehung. Fox News soll sogar einen Trump-schädlichen Bericht zurückgehalten haben ©Fotos: Picture Alliance/ imago/ZUMA Press/ Montage: MEEDIA

Der Trump-freundliche US-Sender Fox News wusste offenbar schon vor der Wahl von der Affäre des konservativen Präsidentschaftskandidaten mit Pornostar Stormy Daniels. Einen Bericht dazu haben die Chefredakteure aber bewusst zurückgehalten – wohl auf Anweisung des Eigentümers Rupert Murdoch, der sich Trump als Präsidenten wünschte. Der New Yorker hat den brisanten Vorgang von 2016 jetzt enthüllt.

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Das US-Magazin New Yorker will erfahren haben, dass dem Sender erste Indizien für die Affäre schon im Jahr 2016 vorlagen – anderthalb Jahre bevor das Wall Street Journal die Sache öffentlich machte. Die Journalistin Diana Falzone habe dem Bericht zufolge E-Mails und andere Unterlagen besessen, aus denen hervorgehe, dass der damalige Trump-Anwalt Michael Cohen der Pornodarstellerin Schweigegeld zahlen wollte, um die Affäre zu verheimlichen. Informationen dazu habe der Sender jedoch bewusst zurückgehalten, um den Wahlkampf Trumps nicht zu gefährden.

Der Chefredakteur von FoxNews.com, Ken LaCorte, soll der Journalistin als Grund für die Entscheidung mitgeteilt haben, dass sich der Eigentümer des Senders, Rupert Murdoch, Trumps Wahlsieg wünsche. LaCorte wörtlich: “Gute Arbeit, Kleine. Aber Rupert will, dass Trump gewinnt. Also lass es einfach sein.” LaCorte bestreitet die Aussage gegenüber dem New Yorker. Offiziell teilte der Sender mit, dass es zu diesem Zeitpunkt nicht möglich gewesen sei, die Fakten der Geschichte zu verifizieren und man deshalb auf eine Veröffentlichung verzichtete.

Journalistin wurde degradiert

Die Journalistin soll Kollegen jedoch erzählt haben, dass der Wortwechsel genau so stattgefunden hat, berichtet der New Yorker.  Der Verleger Murdoch gelte zudem als Vertrauter Donald Trumps. Dem Bericht zufolge gebe es eine “direkte Verbindungslinie” zwischen dem Oval Office und dem Medienunternehmer. Beide sollen regelmäßig miteinander telefonieren.

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Falzone selbst habe trotz der Absage versucht, ihre Recherche fortzusetzen – wurde später jedoch ohne Erklärung “degradiert”. Daraufhin verklagte Falzone ihren Arbeitgeber. Im Zuge einer Einigung unterschrieb sie eine Verschwiegenheitserklärung. Sie darf nicht mehr über die Vorgänge bei Fox sprechen.

Weder FoxNews.com noch der TV-Sender brachten die Geschichte. Erst anderthalb Jahre später, im Frühjahr 2018, machte das Wall Street Journal die Zahlung von 130.000 Dollar von Cohen an Stormy Daniels bekannt – und stieß damit eine nationale Debatte an, die auch juristisch verfolgt wird. Denn bei der Zahlung könnte es sich um einen Verstoß gegen die US-Gesetze zur Wahlkampffinanzierung gehandelt haben.

Cohen hat sich in dieser Sache bereits vor Gericht schuldig bekannt. Erst vor wenigen Tagen sagte er zudem vor dem US-Kongress, dass Trump ihn angewiesen habe, das Schweigegeld an die Pornodarstellerin zu zahlen. Trump wollte damit eine schädliche Berichterstattung über die Affäre verhindern.

(rt)

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