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Neuer Video-Streaming-Dienst: Apple verstört Hollywood mit pingeligen Vorgaben zur Film- und Serienproduktion

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"Planet of the Apps": Apples erste selbstproduzierte TV-Show floppte noch schwer © Apple

Apple und Hollywood – das sieht nach einer schwierigen Zweckbeziehung aus. Wie die New York Post berichtet, hat CEO Tim Cook die Produktion von Eigeninhalten offenbar zur Chefsache gemacht. Nach Angaben der US-Zeitung wirkt sich das verstärkte Engagement des Apple-Chefs jedoch offenbar nicht besonders förderlich auf die Serien- und Filmformatentwicklung aus. Cooks Vorgaben seien pingelig und führten zu Verzögerungen, berichten Insider.

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Seit dem Comeback von Steve Jobs Mitte der 90er Jahre gilt Apple als Disneyland-Variante eines Techkonzerns: Das Angebot muss in jeder Hinsicht familienfreundlichen Standards entsprechen. Inhalte, die im Entferntesten anrüchigen Charakter haben könnten, sind verpönt und haben keinen Platz in der klinisch-reinen Apple-Welt.

Jobs’ Nachfolger Tim Cook hält am Prüderie-Mantra seines Mentors konsequent fest. Was bislang für iTunes, den App Store oder gar das zugekaufte Viral-Format Carpool Karaoke galt, findet offenbar in der Entwicklung von Eigeninhalten für den neuen Video-Streaming-Dienst, der in diesem Jahr erwartet wird, seine Fortsetzung.

Hollywood reagiert mit Befremden auf Apples Einmischung

Wie das Wall Street Journal im vergangenen September berichtete, wurde bereits die geplante Serie “Vital Signs” über Hip Hop-Ikone und Beats-Mitgründer Dr. Dre auf Betreiben von Cook verworfen, weil sie Szenen einer Orgie und von Kokain-Konsum beinhaltet haben soll.  

Wie die New York Post nun berichtet, bringt sich der Apple-Chef auch bei Entwicklung neuer Formate intensiv ein. Mit ähnlichem Ergebnis: Hollywood reagiere mit Befremden auf den hohen Grad der Einmischung aus Cupertino und findet es offenkundig schwierig, mit Apple zu arbeiten.

“Seid nicht so gemein”: Tim Cook mischt sich bei Dreharbeiten ein

Tim Cook höchst persönlich würde das neue Originals-Angebot zur Chefsache machen und an Drehorten aufkreuzen. Immer wieder mische sich der Apple-CEO ein und gebe Feedback. “Seid nicht so gemein!” soll Cooks meistgehörte Anmerkung bei den Dreharbeiten gewesen sein.

Apples pingeliges Auftreten führe zu Verzögerungen bei der Formatentwicklung, erklärten mit dem Vorgang vertraute Personen, die nicht genannt werden wollten. “Sie machen große Veränderungen, feuern Autoren und heuern neue an”, heißt es bei New York Post weiter. “Ein Großteil der Produktionen ist nicht so gut, wie sie es sich erhofft  haben”, wird ein Produzent zitiert.

Apples Original Content könnte für iPhone-, iPad- und Apple-TV-Besitzer kostenlos starten
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Nach jüngsten Medienberichten könnte Apple seinen Video-Streaming-Dienst bereits auf der erwarteten Keynote Ende des Monats vorstellen. Apple dürfte dabei seinen Original Content in seiner Ende 2016 ausgerollten TV-App launchen, in die aktuell die Inhalte aus über iTunes gekauften und geliehenen Serien und Filmen und andere Streaming-Anbieter wie Amazon Prime einfließen.

Der Clou dabei: Für Besitzer eines iPhone, iPad oder Apple TV, auf denen die TV-App vorinstalliert ist, sollen die exklusiven Serien- und Filminhalte kostenlos zur Verfügung stehen. In anderen Worten: Wie Amazon mit seinem kostenlosen Streaming-Dienst für Prime-Kunden liefert wohl auch Apple zusätzlichen Mehrwert für Bestandskunden.

Zahlreiche Top-Manager aus Hollywood verpflichtet

Weitere Serienanbieter wie Starz (Lions Gate), Showtime (CBS) und Viacom sollen nach CNBC-Informationen ihre Inhalte in kostenpflichtigen Kanälen innerhalb der TV-App anbieten können; HBO könnte möglicherweise ebenfalls folgen. Streaming-Pionier Netflix und Videoportal Hulu sollen ihre Dienste dagegen nicht im “Channels”-Bereich anbieten.

Für die Serien- und Film-Bemühungen hat Apple unterdessen mit Jamie Erlicht und Zack Van Amburg, die die Erfolgsserien „Breaking Bad“ und „Better Call Saul“ mitentwickelt haben, zwei absolute Top-Manager aus Hollywood verpflichtet. In diesem Jahr soll Apple bereits ein Budget von einer Milliarde Dollar für die Produktionen aufwenden.

Bereits Steven Spielberg, Oprah Winfrey, Jennifer Aniston und Reese Witherspoon verpflichtet

Und die ersten hochkarätigen Serien werfen bereits ihre Schatten voraus. So sicherte sich Apple die Dienste von Star-Regisseur Steven Spielberg für eine Neuauflage seiner “Unglaublichen Geschichten”, während Jennifer Aniston und Reese Witherspoon in einer Serie über das Frühstücksfernsehen Hollywood-Glamour der höchsten Kategorie nach Cupertino bringen sollen.

Im vergangenen Juni gab Apple zudem bekannt, mit der weltweit wohl bekanntesten und erfolgreichsten TV-Talkerin Oprah Winfrey einen Vertrag über eine mehrjährige Zusammenarbeit abgeschlossen zu haben. Durch diese “einzigartige, mehrjährige Partnerschaft” sollen direkt Eigenproduktionen für den Streaming-Dienst entstehen.

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