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Wochenrückblick: Wie sich Framing-Expertin Wehling in Interviews selbst entzaubert

Das Ein-Frau-Institute Elisabeth Wehling, der DuMont-Superman, CK bei SM und Twitter-Gott “Maschi”
Das Ein-Frau-Institute Elisabeth Wehling, der DuMont-Superman, CK bei SM und Twitter-Gott "Maschi" ©Fotos: imago/ Twitter/Ulrike Simon/ Twitter/Phillipp Jessen/ Picture Alliance

Die Framing-Expertin Elisabeth Wehling hat sich in Interviews zum viel diskutierten Framing-Manual der ARD geäußert. Dabei macht sie nicht nur bella figura. DuMont-Chef Bauer präsentiert sich nach Bekanntwerden des großen Zeitungsausverkaufs im Karneval als "Superman". Ex-stern-Chef Christian Krug zeigt sich modebewusst, und Carsten Maschmeyer twittert mega-authentisch. Die MEEDIA-Wochenrückblick-Kolumne.

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So oft wie Leute der ARD und die Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling die Begriffe “Diskussionsgrundlage” und “Kontext” sagen, wenn es um das mit heißem Herzen diskutierte Framing-Manual geht, könnte man ja fast den Eindruck bekommen, dass hier Framing betrieben wird. Die Autorin des Manuals, das eine “Diskussionsgrundlage” sein will/soll, Framing-Päpstin Wehling, hat nun Interviews in der SZ und der Zeit dazu geben. Dabei bezeichnet sie das Papier wieder und wieder als “Diskussionsgrundlage”, einzelne Begriffe, jene nämlich, die kritisiert werden, seien aus dem “Kontext” gerissen worden. Nahezu wortgleich äußerten sich auch Vertreter der ARD, wenn es darum ging, das, wenn nicht bedenklich, so doch immerhin bedenklich beschränkte Papier zu rechtfertigen. Warum da so Sachen wie “medienkapitalistische Heuschrecken” als Schmäh-Vorschlag für Privatmedien drinstehen, will Frau Wehling lieber nicht erläutern. Weil: War ja alles intern für den Kunden und eh bloß Diskussionsgrundlage und außerdem: Kontext!

So kann man sich heutzutage schön einer dezidierten Rechtfertigung entziehen: “Wurde alles aus dem Kontext gerissen!” Interessant an den Interviews ist auch, dass nebenbei rauskommt, dass das Berkeley Framing Institut der Frau Dr. Wehling gar nicht zur Uni Berkeley gehört (was sie nie behauptet hat, viele aber gedacht haben) und das “Institute” sowieso eigentlich nur aus ihr besteht. Erklärung: Eigentlich waren mal vier Kolleginnen  mit im Boot, die wollten aber nicht mehr und dann war sie – schwupps – alleine, und die “Marke” Berkeley Framing Institute” war schon da. Was will man machen? Dass der Name stark insinuiert, dass das “Institute” etwas mit der renommierten Uni Berkeley zu tun haben könnte, nimmt sie wohl schweren Herzens in Kauf. Ach ja: Und dass es ein Fachjournal, das sie angeblich herausgibt und auf ihrer Webseite angab, gar nicht existiert – das war eine blöde Nachlässigkeit, wie sie der Zeit gegenüber erklärt: Ein Kollege und sie hätten das Journal gemeinsam entwickelt, das Projekt sei aber vor Kurzem gecancelt worden. Muss man alles wissen. Ist Kontext!

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In Kölle heißt der Kontext Karneval und die Weiberfasching-Sause beim Express gehört dazu. Zitat aus dem ebenfalls zum rheinischen Erfolgsverlag DuMont gehörenden Kölner Stadt-Anzeiger:

„Echte Fründe ston zesamme“ – begleitet von der Höhner-Hymne begaben sich Isabella Neven DuMont und Christian DuMont Schütte, die Herausgeber von „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „Express“, ans Mikrofon. „Heute sollten wir unsere Sorgen zu Hause lassen und feiern bis in die Nacht“, sagte DuMont Schütte.

Da gibt es durchaus einiges, was man aktuell zuhause lassen könnte an Sorgen, wenn man bei DuMont beschäftigt ist. In dieser Woche hatte die bekannte Medienjournalistin Ulrike Simon nämlich in der Fachzeitschrift Horizont im Rahmen eines Bezahl-Artikels super-exklusiv im Rahmen eines so genannten “Scoops” enthüllt, dass DuMont sich wohl von seinen ganzen Zeitungen trennen will. Da simma dabei! Man kann das vielleicht sogar verstehen – das Zeitungs-Biz ist nicht mehr mega-super-sexy. Aber muss der Vorstandschef, des Hauses, Christoph Bauer, unbedingt zur Belegschafts-Karnevalssause als “Superman” gehen? Muss er wohl nicht, hat er aber gemacht.

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Während seine Nachfolger beim stern bisweilen rätselhafte Titel machen, die sie in TV-Werbespots zudem mit unheimlicher, “House of Cards”-artiger Musik unterlegen lassen …

… lässt es Ex-“stern”-Chef Christian Krug betont lässig angehen. Er besuchte das vielleicht meist geknipste Medien-Büro der Republik, nämlich das der Storymachine in Berlin. Das “CK” auf dem Krug’schen Blazer, steht das nun für Calvin Klein oder für Christian Krug. Er kann’s jedenfalls tragen!

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Es hält sich ja hartnäckig das Gerücht, dass der mega-erfolgreiche Investor Carsten Maschmeyer sich in Sachen Social Media von der Storymachine beraten lässt. Gerade dreht “Maschi” wieder eine neue Staffel “Die Höhle der Löwen”, und er lässt seine Fans mit dem einen oder anderen Blick hinter die Kulissen teilhaben:

Wobei: Wenn man das so sieht, da mag man eigentlich nicht glauben, dass Maschmeyer hier von einer Agentur beraten wird.

Schönes Wochenende!

PS: Im Podcast “Die Medien-Woche” spreche ich mit meinem Kollegen Christian Meier von der Welt natürlich über das Medien-Thema der Woche: den anstehenden Ausverkauf bei DuMont. Dazu gibt es auch ein Interview mit dem Zeitungsforscher Horst Röper. Und wir diskutieren, was der Finanzinvestor KKR wieder im deutschen Medienmarkt will. Viel Spaß beim Reinhören!

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