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Mate X und Galaxy Fold: Verpasst Apple bei faltbaren Smartphones den Anschluss?

Huawei ist mit seinem Mate X auch auf den Knick gekommen
Huawei ist mit seinem Mate X auch auf den Knick gekommen © Huawei

Faltbare Smartphones sind das heißeste Ding des Jahres. Samsung stellte in der vergangenen Woche mit dem Galaxy Fold als erster der großen Tech-Konzerne seine Innovation vor – Huawei und LG folgten diese Woche auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Für Apple könnte der neue Smartphone-Trend Ungemach bedeuten, mutmaßt die Investmentbank Goldman Sachs: Der Kultkonzern aus Cupertino könnte nämlich jahrelang ins Hintertreffen geraten.

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Seit Jahren schien sich die Smartphone-Industrie im Tiefschlaf zu befinden: Noch mal das Gleiche wie letztes Jahr, nur dünner, mit mehr Akku, schnellerem Prozessor und verbesserter Kamera – so lautete das Mantra der vergangenen Jahre, das nach einer Dekade Wachstum zuletzt zu sinkenden Smartphone-Verkäufen führte.

Der Markt scheint saturiert – also werden Innovationen nötig, um Verbraucher, die immer länger mit ihren alten Modellen zufrieden sind, zu neuen Käufen zu bewegen. Zum Gamechanger der nächsten Dekade scheinen nun faltbare Smartphones zu werden, wie die zahlreichen Neuvorstellungen vor und auf dem Mobile World Congress (MWC) nahelegen. Vorreiter sind Samsung mit dem Galaxy Fold, Huawei mit dem Mate X, LG mit dem V50 ThinQ und das chinesische Start-up Royole, das Ende 2018 mit dem FlexPai das flexible Smartphone-Zeitalter startete.

Apple dürfte 2019 nur marginale iPhone-Updates vorstellen

Allein: Vom langjährigen Dominator der Branche, Apple, dürfte über längere Zeit kein vergleichbares Modell zu erwarten sein. Dass Apple an der Leistungsschau des MWC nicht teilnimmt, hat Tradition und hat mit dem eigenen Launchzyklus zu tun, nachdem stets im Herbst mit neuen Modellen zu rechnen ist.

In diesem Jahr gilt es jedoch als gesichert, dass Apple im September lediglich unter der Oberfläche verbesserte Nachfolge-Modelle des iPhone XS, XS Max und XR auf den Markt bringt – und erst 2020 mit dem Lauch einer neuen Flaggschiff-Generation  aufwartet, die dann den neuen Mobilfunkstandard 5G unterstützten könnte.

Apples iPhone-Zyklus ist auf drei Jahre gewachsen

Dass Apple in eineinhalb Jahren ein faltbares iPhone auf den Markt bringt, erscheint indes nach heutigem Stand ebenfalls alles andere als absehbar, zumal sich der nächste große Upgrade-Zyklus des iPhones bereits voll in der Entwicklung befinden dürfte. Aufgrund der komplexen Struktur der Zuliefererkette plant Apple traditionell neue Modell-Generationen zumindest zwei Jahre im Voraus, obwohl der sich der Launch-Zyklus einer neuen Flaggschiff-Generation seit dem iPhone 6 inzwischen gar auf drei Jahre verlängert hat.

Den nach den rückläufigen iPhone-Verkäufen ohnehin in die Defensive geratenen Techpionier aus Cupertino könnte der mutmaßliche Trend zu faltbaren Smartphones in den kommenden Jahren entsprechend weiter in die Bredouille bringen, mutmaßt Goldman Sachs.

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Goldman Sachs: “Bedrohlich für Apple, keinen Zugang zur flexiblen OLED-Technologie zu haben”

In einer Kurzstudie nach dem Launch des Galaxy Fold erklärte Analyst Rod Hall: „Wir sehen es als bedrohlich für Apple an, weil sie sich in der Position wiederfinden könnten, keinen Zugang zur flexiblen OLED-Technologie zu finden, in der Samsung zumindest einen zweijährigen Vorsprung besitzt“. Mehr noch:  „Trifft der neue Formfaktor auf Kundeninteresse, glauben wir, dass Samsung den Zugang zur Technologie für Apple verzögern dürfte”.

Möglicherweise könnte Apple damit erst 2021 oder später ein Konkurrenzprodukt auf den Markt bringen und damit einen historischen Fehler wiederholen, der Apple kurz nach Übernahme der Amtsgeschäfte von Tim Cook 2012/13 in eine tiefe Krise gestürzt hatte.

Wiederholung der Phablet-Fehleinschätzung?

Im letzten Jahr unter der Ägide vom Steve Jobs hatte Apple seinerzeit den aufkommenden Trend zu größeren Smartphones (Phablets) verschlafen und den Fehler erst 2014 mit dem Launch des iPhone 6 und 6 Plus beheben können – vier Jahre nach den ersten Geräten von Samsung.

Die Geschichte droht sich nun in der nächsten Dekade mit faltbaren Smartphones zu wiederholen. “Es fühlt sich wie eine Wiederholung von 2010 an”, kommentiert der Business Insider.

 

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