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Abonnenten halten statt Neukunden um jeden Preis: Der Economist ändert seine Bezahl-Strategie und wird teurer

Pay-Day: Der Economist bitte seine Leser stärker zur Kasse
Pay-Day: Der Economist bitte seine Leser stärker zur Kasse © Foto: Unsplash

Der britisch Economist modifiziert seine digitale Paid-Content-Strategie. Es werden nun weniger Artikel gratis zur Verfügung gestellt als bisher, die Abo-Preise werden angehoben und der Verlag will künftig noch stärkere Anstrengungen unternehmen, einmal gewonnene Abonnenten langfristig zu halten. Die neue Strategie ist ein Ergebnis weiter rückläufiger Werbe-Umsätze in der Medien-Industrie.

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Nicht-Abonnenten können nunmehr nur noch fünf Artikel bei economist.com gratis lesen, statt wie bisher drei pro Woche. Ende Januar hat das britische Magazin seine Metered Paywall für das Online-Angebot entsprechend verschärft. Ziel ist es, noch mehr zahlende Abonnenten zu gewinnen. Generell wollen die Briten ihr Haupt-Augenmerk aber künftig darauf richten, neue Abonnenten langfristig an die Marke zu binden. Alte Branchen-Weisheit: Es ist billiger einen Abonnenten zu halten, als einen neuen zu gewinnen. Allerdings vernachlässigen viele Unternehmen diese Weisheit oder sie entdecken sie erst im Moment der Kündigung, wenn “Rückhol-Aktionen” gestartet werden. Man kennt das von Pay-TV oder Mobilfunkverträgen.

In diesem Jahr will der Economist 70 Prozent seiner Marketing-Ressourcen auf das Halten von Abonnenten verwenden und 30 Prozent auf die Abo-Neugewinnung. Aktuell hat das Magazin 1,6 Mio. Digital- und Print-Abonnenten, hiervon haben wiederum 790.000 ein Digital-Abo, wie Digiday unter Berufung auf das Audit Bureau of Circulations schreibt. Die Gewinne aus Abos hätten sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. Nicht nur beim Economist werden zahlende Abonnenten im Vergleich zu den schrumpfenden Werbe-Erlösen immer wichtiger. Den Löwenanteil digitaler Werbe-Erlöse nehmen schließlich die US-Giganten Google und Facebook ein.

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Um Abonnenten zu halten, werden Economist-Neukunden besonders in den ersten zwölf Woche ihres Abos angeleitet und begleitet. Sie erhalten z.B. eine Willkommens-Mail der Chefredakteurin und wöchentliche Anleitungen, wie man die Economist-Newsletter und Apps am besten nach den eigenen Bedürfnissen einrichtet. Das Magazin hat auch eine eigene App speziell für Abonnenten entwickelt. Ziel sei es, die Abonnenten im ersten Jahr sicher zu halten. Untersuchungen des Magazins haben ergeben, dass sich Abonnenten, die nach einem Jahr noch dabei sind, in der Regel zu langfristig treuen Kunden entwickeln. Das Magazin versucht dabei über Qualität zu punkten und weniger über den Preis. Darum werden die Abo-Preise im März auch erstmals seit drei Jahren um 20 Prozent angehoben. “Der Fokus liegt mehr auf Wert statt auf Masse”, sagt Marina Haydn, Managing Director of Global Circulation beim Economist zu Digiday.

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Alle Kommentare

  1. Gestern kam gabs Dissenter raus. Das ganze Internet kommentieren. Der GameChanger schlechthin.
    Man stelle sich nun vor, jemand mit premiumzugang zu irgendwelchen Zeitungen würde statt kommentieren Artikel posten. Und niemand kann was dagegen machen.

    Die Presseindustrie hat noch keine Ahnung, was da auf sie zurollt. Ewiggestrige eben.

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