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Schreiben an die Mitarbeiter: DuMont bestätigt “mögliche Veräußerung von Teilen des Portfolios”

DuMont-Vorstandschef Christoph Bauer
DuMont-Vorstandschef Christoph Bauer

Der Vorstand der DuMont Mediengruppe hat sich am Dienstagnachmittag in einem Schreiben an seine Mitarbeiter gewandt und sich darin zu den am Vormittag aufgekommen Nachrichten geäußert, denen zufolge das Unternehmen den Verkauf seines Zeitungsportfolios plane. In ihrem Schreiben sprechen CEO Christoph Bauer und CFO Stefan Hütwohl von der Entwicklung einer "zukünftigen Strategie des Gruppenportfolios".

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Es ist eines dieser Schreiben, das weder ein Dementi noch eine Bestätigung der vorangegangenen Berichterstattung sein soll. Am Dienstag berichtete Horizont darüber, dass die DuMont Mediengruppe ihr Zeitungsportfolio mithilfe eines Prospekts zum Verkauf anbietet. Die Mitarbeiter sowieso, aber auch der Verlag schien von der Veröffentlichung überrumpelt worden zu sein. Denn erst am späten Nachmittag folgte die interne Reaktion: Ein Schreiben des Vorstands an die Mitarbeiter, um “im Sinne der Transparenz und um weiteren Spekulationen vorzubeugen” über den “tatsächlichen Sachverhalt” zu informieren.

Darin schreibt der Vorstand, mit der Prüfung “verschiedener Handlungsoptionen” beauftragt worden zu sein, mit denen eine “zukünftige Strategie des Gruppenportfolios” ausgearbeitet werden könne.  Der Auftrag beinhalte “auch die mögliche Veräußerungen von Teilen des Portfolios”. Was damit konkret gemeint ist, lässt der Verlag auch seinen Mitarbeitern gegenüber unausgesprochen. Unter ihnen sind viele seit Dienstag massiv verunsichert.

Was so zu verstehen sein könnte, als wolle sich DuMont womöglich doch nicht von allen seinen Tageszeitungstiteln trennen, muss in Wahrheit nichts anderes als eben das bedeuten. Wenn von “Teilen des Portfolios” die Rede ist, können einzelne oder eben alle Titel gemeint sein. Neben dem Tageszeitungsgeschäft hält DuMont weitere Beteiligungen und Marketing-Unternehmen im Portfolio. MEEDIA veröffentlicht das Schreiben der DuMont-Chefs im Wortlaut:

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Liebe Mitarbeiterinnen, liebe Mitarbeiter,

die Berichterstattung des Branchenportals Horizont, die von mehreren Medien aufgenommen wurde, hat Sie sicherlich überrascht und wahrscheinlich viele Fragen aufgeworfen. Im Sinne der Transparenz und um weiteren Spekulationen vorzubeugen, möchten wir Sie an dieser Stelle über den tatsächlichen Sachverhalt informieren.

Ende 2018 hat DuMont seine Neuausrichtung zu einer Mediengruppe mit drei Geschäftsfeldern planmäßig abgeschlossen.

Diesen Zeitpunkt nutzen unsere Gesellschafter, um die zukünftige Strategie des Gruppenportfolios zu entwickeln und somit die zukunftsfähige Aufstellung des Unternehmens sicherzustellen. Vor diesem Hintergrund haben sie den Aufsichtsrat und den Vorstand beauftragt, verschiedene Handlungsoptionen zu prüfen. Dieser Auftrag  beinhaltet neben zahlreichen anderen Optionen auch die mögliche Veräußerung von Teilen des Portfolios der Mediengruppe.

Eine Überprüfung der Strategie findet üblicherweise regelmäßig in einem Unternehmen statt, so auch bei DuMont. Leider ist es nicht gelungen, dass die gebotene Vertraulichkeit in diesem laufenden Prozess gewahrt wird. Dies bedauern wir sehr, da uns bewusst ist, dass ohne konkrete Entscheidungen zunächst viele Fragen offen bleiben.

Die Prüfung verschiedener Optionen wird mindestens bis Mitte des Jahres dauern. Vor diesem Zeitpunkt wird es weder konkrete Ergebnisse noch Entscheidungen dazu geben. Wir versichern Ihnen aber, dass Gesellschafter, Aufsichtsrat und Vorstand gemeinsam das Ziel verfolgen, DuMont im Interesse der Mitarbeiter, Kunden und Gesellschafter weiterzuentwickeln.

Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir Ihnen aktuell keine weiteren Informationen mitteilen können. Sobald es Ergebnisse gibt, werden wir Sie ausführlich informieren. Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen und Ihre Unterstützung.

Sollten Sie aktuell Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihre Führungskräfte oder an die Unternehmenskommunikation.

Christoph Bauer (CEO) und Stefan Hütwohl (CFO)

 

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Alle Kommentare

  1. schlage vor: fristose Entlassung der beiden GF. Ohne Anhlrung. Wegen erwiesener Unfähigkeit. Entzug aller Tantiemen.
    Frage: Waren dae einst nicht so tüchtige Blasen-und Phrasen-Puster wie Kilz und Vorkötter in Verantwoetung?

  2. Was ist denn das für eine Geschäftspraxis? Die Mitarbeiter müssen aus einer online Zeitung erfahren, dass ihre Zukunft als Journalisten alles andere als sicher ist? Unter aller Sau.
    In Amerika kann ich es grade noch so nachvollziehen. Da entlassen die Zeitungen häufiger mal von einem zum anderen Tag.
    Aber für Deutschland doch eher unüblich. Wohl auch ein Signal, dass dieses Jahr unangenehm für viele Journalisten werden wird. Ich glaube aber kaum, dass mehr als 10.000, wie in den USA entlassen werden, sonder vermutlich im unteren 4 stelligen Bereich.

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