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Böhmermann, Bad Banks und Docupy: Öffentlich-rechtliche Anstalten räumen bei Grimme-Preis ab

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© Foto: Sven Hoppe/dpa

Die Grimme-Preisträger stehen fest: Neben altbekannten Gewinnern wie dem Moderator und Fernsehmacher Jan Böhmermann zeichnete die Jury am Dienstag unter anderem auch die Thriller-Serie "Beat" von Amazon Prime Video mit dem renommierten Fernsehpreis aus. Vor allem die öffentlich-rechtlichen Anstalten haben abgeräumt.

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Jan Böhmermann und sein Fernsehteam werden in diesem Jahr zum fünften Mal ausgezeichnet. Während in der Vergangenheit unter anderem Beiträge wie “#verafake” und “varoufake” als Auslöser für große Mediencoups mit dem Grimme-Preis geehrt wurden, findet die Jury dieses Jahr die “Prism Is A Dancer Show” preiswürdig. In der im April und November 2018 ausgestrahlten Sendung konfrontierten die Fernsehmacher vom NeoMagazin (ZDFneo/ZDF) das ahnungslose Saal-Publikum mit persönlichen Daten im Netz.

Neben dem Finanzthriller “Bad Banks” (ZDF/Arte), zeichnete die Jury die Serie “Hackerbille” (HBO Europe/TNT Serie) in der Kategorie Fiktion aus. Auch der Streaming Anbieter Amazon Prime Video ging nicht leer aus: Für die in Berlins Technoszene spielende Thrillerserie “Beat” wurde der private Streaming-Service ausgezeichnet.

Erstmalig ein Preis in “Kinder & Jugend”

Geehrt wird unter anderem die Sketch-Comedysendung “Kroymann” (RB/SWR/NDR) mit der Schauspielerin Maren Kroymann. Sie parodiert darin immer wieder sich selbst und ihren Beruf. Die Sendung sei wohltuend, lobte die Jury. “‘Kroymann’ setzt entgegen des Zeitgeists auf die leisen Töne, die feinen Melodien.” Bereits im vergangenen Jahr hatte die Sendung die zuständige Kommission begeistert – und der mittlerweile 69-Jährigen einen Grimme-Preis eingebracht.

Zum ersten Mal vergaben die Grimme-Leute in der Kategorie Kinder & Jugend einen Spezial-Preis. Er geht an den Autor und Regisseur Marco Giacopuzzi für seine “sensible und berührende Umsetzung von Beiträgen zur Reihe ‘Schau in meine Welt'” (HR). Die Jury hob drei Reportagen hervor, in denen der Umgang mit einer chronischen Krankheit, das Leben mit einer Behinderung sowie die Krankheit Depression thematisiert werden. Einen Spezial-Preis erhält auch das “Docupy”-Reporterteam des WDR für den Dreiteiler der Sendereihe “Die Story: ‘Ungleichland – Reichtum, Chancen, Macht'”. Die Jury lobte besonders das begleitende Online-Projekt.

Die WDR-Journalistin Isabel Schayani (52) bekommt einen Grimme-Preis für eine “Besondere Journalistische Leistung”. Die Jury würdigte die Qualität ihrer Tagesthemen-Kommentare, WDRforyou-Beiträge und Weltspiegel-Moderationen. “Dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen wird oft der Vorwurf gemacht, zu träge zu sein und in einem Elfenbeinturm zu sitzen. Schayani beweist, dass es auch anders geht”, hieß es in der Begründung der Jury.

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“Vielschichtigkeit und Aktualität der Themen”

Wie im vergangenen Jahr wurden insgesamt 16 Produktionen für herausragende TV-Leistungen mit dem Grimme-Preis geehrt. Allein davon stammen dreizehn aus öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, nur drei von privaten Anbietern. Für den begehrten Preis erhalten Preisträger kein Geld, dafür gibt es aber Ruhm. Als einer der wichtigsten Auszeichnungen zeichnen die Grimme-Leute besondere Fernsehsendungen und –leistungen aus, die sie als vorbildlich bewerten.

Instituts-Direktorin Frauke Gerlach lobte bei der Bekanntgabe der Grimme-Preisträger am Dienstag in Essen die “Vielschichtigkeit und Aktualität der Themen”. Es habe sich in allen Kategorien beobachten lassen, “wie aktuelle Diskurse um Cyberkriminalität, Rechtspopulismus oder soziale Ungerechtigkeit durch mitreißend inszenierte, umfassend recherchierte, aber auch humoristische Geschichten transportiert werden”.

Die Preisverleihung soll am 5. April in Marl stattfinden.

dpa

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