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Eine Elegie über feministische Präzision: Thomas Fischer über Argumente und Recherchen zu Paragraf 219a

Professor Thomas Fischer
Professor Thomas Fischer

Oberste Bürgerpflicht des Feminismus ist bekanntlich der Verzicht auf jegliche Art von sprachlichem Sexismus, Hatespeech und so genannter „verbaler Gewalt“. Solche schlimmen Dinge kommen daher bei denen, die zu sich selbst „die Frauen“ sagen, also im 51-Prozent-Plural mit dem eigenen Spiegelbild sprechen, nicht vor, wie eine Durchsicht einschlägiger „Kampf“-Publikationen beweist. Oder etwa doch? Eine Kolumne von Thomas Fischer.

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Gute Argumente!

Beschimpfende Bezugnahmen auf fremde Körperteile kommen bei „den Frauen“ nicht vor. Legendär daher der Aufschrei der Entrüstung, als einst ein Autor einer bedeutenden Frankfurter Zeitung einen Fach-Artikel mit „Der Richter mit den dicken Silikonbrüsten“ überschrieb. Und selbst mein eigener Versuch, die heuchlerische Berichterstattung vieler TV-Sender über die Zurichtung ihres weiblichen „Sternchen“-Personals zu kritisieren, indem ich die aufgebrezelte Sexualisierung derjenigen Frauen erwähnte, die die Betroffenheits-Texte vom Teleprompter ablesen dürfen, brachte mir schärfste Verdammung als „Frauenfeind“ aus dem Mund feministischer Spitzenjournalistinnen ein.

Da hilft auch die Offenbarung nichts, dass als sexistisch angesehene Formulierungen, die mir besonders erbittert vorgeworfen wurden, von meiner damaligen weiblichen Redakteurin in meine Texte hineinredigiert waren: Der „k.w.-Vermerk“ („kann wegfallen“) funktioniert im organisierten Feminismus mindestens so gut wie im Haushaltsrecht.

Daher war‘s kein Wunder, dass Silke Burmester, Journalistin aus Hamburg und auf Youtube schwer empört über die freche „Provokation“, den G20-Gipfel in der Nähe des Viertels zu veranstalten, in dem sie selbst sowie „Menschen aus besetzten Häusern“ das Sagen haben, schon vor einem Jahr im Deutschlandfunk mitteilte, vermutlich lasse meine Potenz nach, weshalb ich zum Frauenfeind und zur „Neuen Rechten“ mutiere. Herr Raue, der Intendant des Senders schrieb mir, der Hinweis auf das „physiognomische (!) Detail“ sei bedauerlich, der Rest allerdings vollkommen berechtigt, denn ich hätte „eine Moderatorin frauenfeindlich herabgewürdigt“. Ich hatte nämlich einmal eine Journalistin, die eine Fachtagung der Kriminologischen Zentralstelle durch das weitgehende Fehlen jeder Sachkenntnis bei gleichzeitig hoher Meinungsstärke bereicherte, als „so genannte Moderatorin“ bezeichnet. Das Geschlecht der Dame war dabei herzlich gleichgültig.

“Einiges an Beschimpfungen gewöhnt”

Egal: Gaby Mayr, Journalistin aus Bremen, fühlte sich von Burmester inspiriert und erwähnte in einem bemerkenswerten MEEDIA-Artikel 2018, zur „möglicherweise fehlenden Potenz“ von Fischer habe die Kollegin Burmester schon das Erforderliche gesagt. Auch nicht schlecht!

Trotzdem war ich erstaunt, als mich ein Leser meiner MEEDIA-Kolumne vom 12. Februar 2019 (sie bemühte sich, halbwegs differenziert zur Diskussion zu § 219a StGB Stellung zu nehmen) auf eine Twitter-Nachricht aufmerksam machte, die von der Mitarbeiterin einer Bundestagsabgeordneten an die Welt gerichtet worden war. Sie bestand aus einem Hinweis auf diese Kolumne und dem Text: „Thomas Fischer. Schwanzträger.“

Die Autorin heißt Frau Kersten Artus, kommt aus Hamburg und gibt als Beruf „Journalistin“ (sie war mal bei der „Fernsehwoche“) und „Trauerrednerin“ an. Im Übrigen ist Frau Artus im Wahlkreisbüro der Abgeordneten, stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und frauenpolitischen Sprecherin der LINKEN im Bundestag, Cornelia Möhring, als für „Öffentlichkeitsarbeit“ zuständige Mitarbeiterin beschäftigt. Den Tweet sandte sie aber von ihrem persönlichen Account; ein Bezug zu der Abgeordneten bestand nicht.

Offenbar hat ein Twitter-Nutzer den „Schwanzträger“-Tweet als anstößig gemeldet (ich war’s nicht!), was Frau A. am 14. Februar mitgeteilt wurde. Sie kommentierte dies mit dem Tweet: „Wer ist denn so empfindlich? Soll ich lieber ‘Penishänger‘ sagen?“

Angesichts einer solchen Argumentationshöhe kann man fast noch froh sein, wenn sich die Journalistin Teresa Bücker, gern gesehene Isabelle Huppert-Darstellerin in allen Formaten, twittermäßig diesmal damit begnügte, dem Fischer-Text ein „Triefen vor Frauenfeindlichkeit“ zu bescheinigen – weshalb sie ihn nicht ganz habe lesen können. Diese Recherchemethode überzeugt natürlich.

Ihre Nachricht wiederum inspirierte den gemeinnützigen Verein „Pro Familia Niederbayern e.V.“ aus Passau, der am 17. Februar unter seinem Vereins-Account und mit Pro-Familia-Emblem mitteilte: „Der Text ist selbst für einen Mann schwer zu ertragen, denn er vermischt die Ebenen toxisch sehr geschickt zu einem hyperkomplexen Gemisch aus antifeministischem, faschistoidem Gedankengut.“

Ich bin einiges an Beschimpfungen und Bedrohungen gewöhnt. Nach Kolumnen zur Ausländer-Feindlichkeit etwa senden mir besorgte Bürger gern Beschreibungen der Qualen und Todesarten, die für mich vorgesehen seien. Die Beschimpfung als Verbreiter von „faschistoidem Gedankengut“ hat mich gleichwohl beeindruckt, und ich versuche mir vorzustellen, wie man intellektuell und emotional drauf sein muss, um darauf zu kommen.

„Antifeministisch“ ist ja, das sei bei dieser Gelegenheit angemerkt, ein merkwürdiger Vorwurf. Der Begriff legt nahe, es gebe für anständige Menschen eine Pflicht, „feministisch“ zu sein, und schon die Nichterfüllung dieser moralischen Pflicht begründe einen schweren Charaktermangel der Person. Das stimmt aber bei „feministisch“ so wenig wie bei „islamistisch“ oder „kapitalistisch“. So wenig wie „feministisch“ ein Attribut ist, welches per se den Einzug ins Himmelreich garantiert, ist „antifeministisch“ die Fahrkarte zur Hölle. Ich selbst bin übrigens weder das eine noch das andere.

Höchstes Niveau

Die schon erwähnte Gaby Mayr aus Bremen hat am 5. Juni 2018 in einem MEEDIA-Beitrag mit dem schönen Titel „Gegen die Giftspritzerei des Herrn Fischer“ diesem und der Welt mitgeteilt, wie wichtig es für Qualitätsjournalisten wie sie sei, zuverlässig zu recherchieren:

„(Es) sollten beim Kolumnieren (…) elementare journalistische Regeln Anwendung finden… Besonders wichtig (…): Du musst sorgfältig recherchieren! (…) Nicht mal kleine Recherche-Schlampereien! … Kennt Herr Fischer derartige Anforderungen nicht aus seinen Zeiten als Zeit-Kolumnist? (…) Bei seinem MEEDIA-Text zeigt der Richter i.R. von vorne bis hinten Recherche-Schwäche.“

Sodann enthüllte die Journalistin den schweren Mangel, dass Fischer erwähnt hatte (MEEDIA, 1.6.2018), sie habe vor 35 Jahren BWL studiert, obgleich es in Wahrheit VWL war. Als schweren Fehler der Recherche geißelte sie überdies das Fehlen einer Erwähnung des Umstands, dass sie 10 Jahre zuvor einmal einen der unzähligen „Journalistenpreise“ erhalten hatte. Mit dem Thema hatte dies nichts zu tun, aber wer weiß, wozu es gut ist.

In den eigenen Recherchen zum Thema § 219a StGB brachte Mayr leider manches durcheinander: Eine im Gesetzeskommentar von Fischer als Zitat  gekennzeichnete Äußerung des Gesetzgebers von 1974 schrieb sie – zunächst im DLF, sodann in der TAZ – dem Autor als (dessen) angeblichen Fehler zu. Einen seit 20 Jahren ausgeschiedenen Vor-Autor ernannte sie flugs zum „Mitautor“, an dessen (wohl: Nazi-inspirierter) Kommentierung der Abtreibungsregelungen Fischer „nichts geändert habe außer der Rechtschreibung“. Den 1917 geborenen, inzwischen verstorbenen Vor-Autor (mit dem Fischer weder persönlich noch inhaltlich etwas zu tun hatte), schmähte sie nach Kräften mit allerlei abwegigen Enthüllungen.

Als aufgedeckt wurde, dass dieser Unsinn weitgehend falsch war, schwenkte Mayr um und behauptete nun, es sei „grobe handwerkliche Schlamperei“, dass Fischer einen anderen Satz aus der Gesetzesbegründung nicht zitiert habe. Schon wieder lag sie daneben: Der Satz steht im nächsten Absatz, und Mayr hatte offenkundig den systematischen Zusammenhang der Vorschrift nicht begriffen. Kann ja passieren, als Volkswirtin. Dafür gibt es ja Gesetzeskommentare – nicht nur den von Fischer, sondern auch zehn andere, in denen allerdings dasselbe steht.

Nicht genug: Die Journalistin aus Bremen wandelte sich zur Aktivistin, rief den Verlag des verhassten Autors in München an und empörte sich dort darüber, dass man seinen Kommentar verlege. Ziemlich dünnes Eis! Das Landgericht Karlsruhe wird demnächst darüber entscheiden.

„Sorgfältig recherchieren!“

Vor diesem Hintergrund erscheinen mir – voreingenommen, wie ich bin – die Recherche-Leistungen von Mayr & DLF, sofern sie kombiniert auftreten, der Aufmerksamkeit wert. Am 27. November 2018 war es wieder so weit: Der DLF strahlte ein 44-Minuten-„Feature“ von Mayr zum Thema „Abtreibung – ein Tabu und seine Folgen“ aus. Worin das „Tabu“ besteht, blieb zwar bis zum Schluss ungeklärt; die Autorin deckte aber gravierende Mängel der deutschen Rechtslage im Vergleich zur Regelung in anderen EU-Staaten auf. Schon im „Giftspritzer“-Artikel hatte sie posaunt:

„Warum Schwangerschaftsabbruch überhaupt im Strafgesetzbuch verhandelt wird, ist eine eigene Geschichte (…) In entwickelten Ländern wie Frankreich und Großbritannien gibt es keine derartige Kriminalisierung. Dort ist Schwangerschaftsabbruch eine soziale Frage…, aber kein Straftatbestand.“

Sechs Monate später hatte sie nochmal ganz genau recherchiert und berichtete nun:

„In vielen westlichen Ländern ist Schwangerschaftsabbruch heute ohne Schuldzuweisung und ohne Strafandrohung möglich. In Großbritannien gibt es ein eigenes Abtreibungsgesetz, den Abortion Act von 1967. Abbrüche sind bis zur 24. Woche erlaubt, danach nur bei Gefahr für das Leben der Frau (…)

In Frankreich (ist…) der Abbruch im Gesundheitsgesetz geregelt: Das Gesetz erlaubt jeder Frau …, die ihre Schwangerschaft nicht fortsetzen will, einen Arzt um einen Schwangerschaftsabbruch zu bitten. So steht es auf einer Homepage der französischen Regierung. Die Frau muss keine Notlage angeben und auch keine Bedenkzeit mehr einhalten.

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In Paragraf 1 des schwedischen Abtreibungsgesetzes heißt es: verlangt eine Frau den Abbruch ihrer Schwangerschaft, darf eine Abtreibung durchgeführt werden, wenn der Eingriff vor Ende der 18. Schwangerschaftswoche vorgenommen wird (…)

In Deutschland ist der Schwangerschaftsabbruch im Strafgesetz geregelt – gleich hinter Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen (…) Nur unter genau festgelegten Bedingungen wird der Schwangerschaftsabbruch nicht bestraft (…)“

Der Text ist beim DLF gewiss gecheckt und verifiziert worden. Intendant Raue steht für akribische Recherche und physiognomisch-feministische Korrektheit. Also schauen wir mal:

  • In England gilt der „Abortion Act“ von 1967. Danach ist Abtreibung bis zur 24. Woche bei Vorliegen einer Indikation (!) zulässig und straflos. Das Vorliegen der Indikation muss durch Prüfung von zwei Ärzten bestätigt werden. Die Abtreibung muss in einem zugelassenen Krankenhaus durchgeführt werden. Für den Fall, dass diese Bedingungen nicht eingehalten werden, gelten die Artikel 58 und 59 des Strafgesetzes. Sie lauten:
  1. Every woman, being with child, who, with intent to procure her own miscarriage, shall unlawfully administer to herself any poison or other noxious thing, or shall unlawfully use any instrument or other means whatsoever with the like intent, and whosoever, with intent to procure the miscarriage of any woman whether she be or be not with child, shall unlawfully administer to her or cause to be taken by her any poison or other noxious thing, or unlawfully use any instrument or other means whatsoever with the like intent, shall be guilty of felony, and being convicted thereof shall be liable . . . to be kept in penal servitude for life . .

 

  1. Whosoever shall unlawfully supply or procure any poison or other noxious thing, or any instrument or thing whatsoever, knowing that the same is intended to be unlawfully used or employed with intent to procure the miscarriage of any woman, whether she be or be not with child, shall be guilty of a misdemeanor, and being convicted thereof shall be liable . . . to be kept in penal servitude.

Es will doch scheinen, als sei dies das gerade Gegenteil dessen, was die Qualitäts-Rechercheurin behauptete: Keine Fristenregelung, sondern eine Indikationslösung mit Prüfung in jedem Fall; und bei Verstoß dagegen Strafbarkeit. Na ja, vielleicht klappt’s in Frankreich:

  • Im französischen „Code pénal“ (Strafgesetzbuch) heißt es (übersetzt):

„Art. 223.10: Der ohne Einwilligung der betroffenen Frau durchgeführte Schwangerschaftsabbruch wird mit fünf Jahren Gefängnis und 500.000 FF Geldstrafe bestraft.

Art. 223-11: Der bei einer anderen Person durchgeführte Schwangerschaftsabbruch wird mit zwei Jahren Gefängnis und 200.000 FF Geldstrafe bestraft, wenn er in Kenntnis der Sachlage unter einem der folgenden Umstände vorgenommen wird:

  • nach Ablauf der für einen Schwangerschaftsabbruch gesetzlich erlaubten Frist, außer wenn ein therapeutischer Grund vorliegt;
  • von einer Person, die keine Befähigung zum Arztberuf besitzt;
  • an einem anderen Ort als in einer öffentlichen oder den gesetzlichen Voraussetzungen entsprechenden privaten Krankenanstalt.

Art 223-12: Wer einer Frau Mittel und Gegenstände beschafft, um einen Schwangerschaftsabbruch an sich selbst durchzuführen, wird mit drei Jahren Gefängnis und 300.000 FF Geldstrafe bestraft. Diese Strafen werden auf fünf Jahre Gefängnis und 500.000 FF Geldstrafe erhöht, wenn die Tat gewohnheitsmäßig begangen wird.“

Ausnahmen (!)  enthält das „Gesundheitsgesetz“ (Code de la santé publique, Art. L2211-1 ff.). Danach gilt eine Fristenregelung. Vor dem Eingriff müssen sich Betroffene an zwei Terminen von einem Arzt oder einer Hebamme beraten lassen. Der Arzt muss über Methoden und Risiken des Eingriffs und über das Beratungsangebot informieren. Eine Wartezeit ist einzuhalten. Nach Ablauf der Frist ist Abtreibung bei Vorliegen einer Indikation zulässig; in diesem Fall müssen zwei Ärzte zustimmen.

Schon wieder daneben! Auch in Frankreich regelt das Strafgesetzbuch die Strafbarkeit der Abtreibung. Voraussetzungen der Straffreiheit (Fristenlösung plus Indikationslösung) sind in einem Nebengesetz geregelt (In Deutschland heißt es „Schwangerschaftskonfliktgesetz).

Interessant ist die Quellenangabe von Mayr: „So steht es auf einer (?) Homepage der französischen Regierung.“ In Bayern nennt man so etwas „hinterfotzig“ (Keine Angst! Kommt von einem mundartlichen Begriff für „Gesicht“). Die Formulierung „So steht es…“ stammt aus dem Zauberkasten der Diffamierungspresse und stellt eine vorweggenommene Entschuldigung für den Fall dar, dass irgendjemand sich über eine Lüge beschwert. „Eine Homepage der Regierung“ ist auch an sich schon eine bemerkenswert alberne Quellenangabe.

Also noch ein Versuch: Schweden:

(3) In Schweden gilt das Abtreibungsgesetz Nr. 595 vom 14. Juni 1974. Abtreibung ist danach erlaubt bis zur 18. Woche „auf Wunsch“, danach bis zur 22. Woche, wenn „starke Gründe“ vorliegen. Abtreibungen im zweiten Trimester müssen vom Gesundheitsministerium genehmigt werden. Der Eingriff muss in einem allgemeinen Krankenhaus von einem qualifizierten Arzt durchgeführt werden. Verstöße gegen diese Regelungen sind strafbar.

Ich spreche nicht schwedisch und habe das Gesetz nicht im Original nachgelesen, sondern auf ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags zurückgegriffen. Auch hier scheint mir aber: Mayrs Behauptung liegt abermals daneben.

Ergebnis

Der Faktencheck geht nicht gut aus für die Qualitäts-Journalistin aus Bremen: Fast nichts stimmt; in allen drei von ihr genannten Staaten ist Abtreibung entgegen Mayrs Behauptung in Strafgesetzen geregelt, und Ausnahmen (wie immer sie jeweils rechtsdogmatisch einzuordnen sein mögen) in Nebengesetzen. Mit ein wenig Nachdenken hätte ihr (oder der DLF-Redaktion) eigentlich schon auffallen müssen bei Sätzen wie: „… ist bis zur 24. Woche erlaubt…“ (Fragen, für den Redakteur: Was ist denn dann in der 25. Woche? Und warum sollten in den drei Ländern die Voraussetzung für ausnahmsweise Straffreiheit genau geregelt sein, wenn die Nichteinhaltung gar nicht bei Strafe verboten wäre?).

Der Vergleich zeigt überdies: Die deutsche Regelung (seit 1995) ist nicht restriktiver als die genannten ausländischen, teilweise deutlich liberaler. Mayrs Tatsachenbehauptungen und Schlussfolgerungen sind nicht belastbar und desorientierend.

Ziemlich peinlich für die wichtigtuerische Frau Mayr. Extrem peinlich für den Deutschlandfunk: Zum wiederholten Mal wird dort – zum selben Thema – ein Beitrag offenbar ungeprüft durchgewunken, der hinsichtlich leicht recherchierbarer Fakten fehlerhaft ist und von einer Autorin stammt, die zuvor unter erheblicher Schaumentwicklung öffentlich die Präzision ihrer Recherche-Qualität lobte. Ich selbst habe für das Auffinden der gesetzlichen Regelungen etwa 30 Minuten benötigt. Frau Mayr guckt auf „eine Homepage“, und eine DLF-Redaktion strahlt das ungeprüft aus.

Es stimmt: Fehler passieren. Aber eigentlich weiß man doch: Wer sich nach Kräften und mit missionarischem Eifer bemüht, ein ideologisch vorbestimmtes Ergebnis zu erzielen, macht besonders leicht Fehler; ihm vergehen neben Hören und Sehen auch die Prinzipien der journalistischen Sorgfalt. Eine Journalistin, die höchstpersönlich beim Verlag eines ihr verhassten Autors gegen diesen zu intervenieren versucht, ist keine Zierde des Standes; aber das muss sie mit sich selbst ausmachen. Vom Deutschlandfunk, der in meinem Autoradio noch immer standardmäßig eingestellt ist, erwarte ich allerdings deutlich mehr.

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Alle Kommentare

  1. Armer Herr Fischer,
    bei so einem Echo möchte man fast der Frau Mayr zur Seite stehen.
    Ansonsten wie (fast) immer – Punktlandung.

    1. Kommt es im Journalismus noch auf Fakten-Recherche an? Ist doch viel zu uneingängig……

  2. Uiuiui, da scheint jemand ja ein ernsthaftes Problem mit (starken) Frauen zu haben! Oft zu beobachten bei den neuen Frauenverstehern von rechts. Aber Hauptsache, „ein rechtschaffender [sic!] Mann“!

    Spaß (?) beiseite: Die Tatsache, dass ein solcher Kommentare hier unmoderiert stehen bleiben darf, macht Meedia gleich viel seriöser …

    1. Die (beiden) abwegigen Kommentare, auf die Sie (und auch hgsa) sich beziehen, sind inzwischen von der Reaktion gelöscht worden.

      1. Eine Frage: worüber ist denn jetzt eine Klage beim LG Karlsruhe anhängig, Herr Fischer? Gegen die Redakteurin wg Verleumdung – Verbreitung falscher Tatsachen bei dem besagten Verlag Ihres Kommentars?

    2. Ich finde die journalistische Klischeeformulierung “starke Frau” zeigt doch ein etwas eigentümliches Verständnis. Abgesehen davon, dass es wohl einen Unterschied zwischen “Frau, die starke Worte verwendet” (Frau Mayr?) und “starke Frau” (wieso Frau Mayr?) gibt: was ist denn positiv an “starken Frauen”? Sind “schwache Frauen” wegen ihrer Schwäche verachtens- oder bemitleidenswerte unterentwickelte Lebensformen?

      Was ist das männliche Gegenstück zur starken Frau: ein “harter Kerl” ? Das sind doch gerade die Männer, denen die “starken Frauen” gerne eins mit der Toxizitäts- und Testosteronsteuerungskeule drüberziehen?

  3. Ich hätte ja, in meiner offenbaren Naivität, die Ausführungen vorrangig unter dem Aspekt einer Manöverkritik zum journalistischen Handwerk verstanden. Vor diesem Hintergrund finde ich auch keinen Bezug zu den in den Kommentierungen zeitweise auftauchenden Genitalien. Bitte um Nachsicht.

  4. Bissi peinlich nach der Meldung vom Donnerstag letzter Woche, dass es Charlotte Roche nur deshalb gelungen ist, dem seit 1998 maximale Macht besitzenden Ex-WDR/ARD-Film-Tatort-Serien-Chef Henke und seinem Anwalt zu entkommen (200.000 Euro Ordnungsgeld standen im Raum), weil sich nach einem LANZ-Auftritt endlich ein paar Frauen getraut haben, sich bei ihr zu melden. “Im Schriftsatz von Roches Anwalt.. an das zuständige Gericht..sollen sieben weitere Frauen Anschuldigungen gegen Henke erheben. Dabei gehe es, so Spiegel Online, “um anzügliche Bemerkungen, um Po-Grapscher in aller Öffentlichkeit, um Hände auf dem Oberschenkel und um ungewollte Küsse”. Wenig später habe Henke seine Klage zurückgezogen. Bei den Frauen soll es sich laut Spiegel Online um “sehr erfolgreiche Frauen aus der Filmbranche” handeln, darunter seien Professorinnen, Regisseurinnen, eine Produzentin und eine WDR-Mitarbeiterin.
    Von Roche die sich monatelang allein gefühlt hat liest man: „Ich bin in Tränen ausgebrochen, als sich diese Frauen gemeldet haben“.
    Und – Herr Fischer – das alles steht beispielhaft für ein 8-Mrd-Gebührensystem, das wenige Entscheider über Jahrzehnte tun lässt, was sie wollen und sie mit immer mehr Macht ausstatten (Henke war Initiator und Verantwortlicher für die Tatort-Formate aus Münster (ab 2002) und Dortmund (ab 2012). 1998 wurde ihm die Leitung der Programmgruppe Fernsehspiel übertragen. Seit 2003 ist er zugleich Leiter des Programmbereichs Film, Unterhaltung und Familie, seit 2009 des Programmbereichs Fernsehfilm, Kino und Serie des WDR, er war der ARD-Tatort-Koordinator, Mitglied der Gemeinschaftsredaktion ARD-Hauptabendserie und der Gemeinschaftsredaktion Vorabendserie und von 2003 bis 2018 Mitglied des Vergabeausschusses der Film- und Medienstiftung NRW. Seit 2001 wurde er zum nebenberuflichen Professor an die Kölner Kunsthochschule für Medien mit Fachgebiet „Kreative Produktion/Redaktion“ berufen.. Und das alles trotz des “Falles Heinze” beim NDR, bei dem es hieß: “Diesen Gerüchten wollte oder konnte jahrelang niemand von der NDR-Leitung nachgehen”.
    Es hat sich also NICHTS geändert. Stellt sich die Frage: Warum nicht? Es gibt mehrere Aspirant-inn-en, die genau so ähnlich agieren und alle wissen es.

    Frage: Wenn diese vielen Frauen, die diskriminiert werden, die sich in der Medien-, Film- und Fernsehbranche nicht äußern können, weil sie wissen, dass sie damit draußen sind – wohlgemerkt ohne jemals zu erfahren warum – wütend werden, ist das doch legitim. Wenn sie vehement gegen diese stereotypen, männlich konnotierten Zustände und Umgangsformen, auch im Journalismus anrennen, ohne dass sich etwas ändert.. dann passt es doch wie die Faust aufs Auge, wenn man Ihren langen Sermon liest. Sie werden jetzt damit kommen, das sei etwas anderes, denn Sie haben ja “nur” bewiesen, wie schwachsinnig und Fakten-fremd die Frauen sind… aber das nützt auch nichts mehr…

    1. Ein interessanter, allerdings nicht gänzlich neuer Abriss einer erfolgreichen Karriere mit einem unrühmlichen Ende.
      Allerdings gelingt es mir nicht, den Zusammenhang Ihrer Forschungen mit meiner Kolumne zu entdecken.

  5. Wunderbar! Wieder ein Lesegenuss allererster Güte, Herr Fischer. Bezüglich des DLF muss ich mich Ihrer Kritik anschließen. Als jahrelanger Hörer fallen mir in letzter Zeit häufiger tendenziöse Zwischentöne und auch echte Schlampereien die ich so bei diesem sender nicht erwartet hätte. Als Beispiel sei das fehlende Nachrechnen bei gewissen Stickoxidwerten, die in letzter Zeit durch den Äther flatterten, erwähnt. Von sprachlichen Lapsus wie Plastik, Matrial und Einzigsten will ich gar nicht erst reden. Vielleicht sollte man doch immer mal wieder beim Philosphen aus Trier nachlesen. Mir scheint das zweite dialektische Grundgesetz auch und besonders im Qualitätsjournalismus anwendbar zu sein. Inzwischen wähle ich aus der DAB-Liste im Klangerzeuger meines Automobils immer häufiger das Radio aus dem zauberhaften Schwarzwald. Sie ja wissen, wovon ich rede – Viele Grüße nach Baden-Baden

  6. Lieber Herr Fischer, wieder mal Treffer, versenkt. Allerdings…

    “Vom Deutschlandfunk, der in meinem Autoradio noch immer standardmäßig eingestellt ist…”

    Das würde ich mal ändern.

    1. …Ich erwäge das, ehrlich gesagt, zunehmend häufig. Extrem (!) nervig finde ich Vielzahl von “An-Moderationen” und Interviews, die in penetranter Weise voreingenommen, suggestiv und polemisch erscheinen und ihren schülerhaften Eifer offenbar als “kritisch” (im Sinn von “fortschrittlich” oder so) missverstehen. Recht häufig habe ich den Eindruck, als würden Folge- und Anschlussfragen ohne intellektuelle Kenntnisnahme der vorausgegangenen Antwort gestellt und bestünden schlicht darin, die vorangehende “Frage”Unterstellung noch einmal mit dem vorangestellten Wort “aber…” zu wiederholen. Die Anzahl der “offenen” Fragen in Interviews scheint mir beim DLF cdeutlich geringer als bei anderen Sendern. Ohne ein “”Wie können Sie rechtfertigen, dass…”; “Ist es nicht so, dass…” geht selten was. Ansonsten gilt: Jedes beliebige Thema möglichst schnell auf die Trigger-Worte: “Streit”, “zerstritten”, “Krise”, “Spaltung” und “Konflikt” bringen; und am Schluss kurz anmerken, es sei “völlig offen”, ob uund wie dieser neue Konflikt gelöst werden könne.

      Das ist kein Spezifikum des DLF, fällt aber (mir) dort häufig auf. Das mag (auch) daran liegen, dass Interviews dort im Durchschnitt vielleicht etwas länger sind als bei Gute-Laune-Sendern, und daher Redaktionen und Moderatoren mehr Gelegenheit bieten, sich zu blamieren.

      Aber mit “nervig” meine ich auch weniger, dass einmal Fehler passieren. Sondern die wirklich unangenehme Aittitude der Besserwisserei. Sie ist bei den Moderatoren übrigens schon deshalb nicht begründet, weil diese regelmäßig fast keine Ahnung vom Thema haben und ihre Weisheit auf ein Redaktionsskript und ein “Vorgespräch” von wenigen Sekunden stützen. Nicht umsonst wird man, bevor man ein Interview gibt, von der zuständigen Redakteurin telefonisch befragt, welche Meinung man denn habe…

      Die meisten “Profi”-Interviewten haben sich auf dieses pseudo-krtisische Formast längst eingestellt und wiederholen maschinengleich ihre Formelsätze – egal was der Moderator fragt. Was da Angriff und was Verteigigung ist, weiß man nicht genau. Jedenfalls kannn ich berichten: Wenn man die Fragen ernst nimmt und “hinter”-fragt, also zum beispiel zurück-fragt: “Was meinen Sie damit?” oder gar: “Was meinen Sie denn?”, kommt ziemlich sicher eine kurze Pause, eine kurze Musik oder der Wetterbericht.

      1. Genau so ist es, und die Ursache dafür liegt m.E., wie so oft, in der Ausbildung und den beruflichen Rahmenbedingungen.

        Journalisten lernen, dass es ihr Job ist, der Werbeindustrie Quote und Leser zuzuführen, und im “öffentlich-rechtlichen Bereich” (Neusprech) lernen sie, dass sie die Bürgermeinung im Sinne ihrer Intendanten und der dahinterstehenden Parteien beeinflussen sollen. Das gerade publik gewordene Framing-Manual der ARD belegt diese Schieflage auf eindrucksvolle Weise.

        Ihr Auftrag aus Sicht der Konsumenten ist sorgfältige Recherche und Berichterstattung über Fakten (von mir aus dann noch unterhaltsam geschrieben und ggf. mit klar gekennzeichneten Meinungen versehen). Das machen sie aber nicht, weil sie ihre Konsumenten nicht als Kunden sehen.

        Das Sahnehäubchen auf dieser bescheidenen Situation sind dann noch solche Typen, wie Sie sie hier beschreiben. Man möchte sagen “Schülerzeitungsniveau”, aber das würde die Schüler beleidigen.

        Eigentlich könnte man die Journalisten”schulen” auch gleich alle schließen.

      2. Lieber Herr Prof. Dr. Thomas Fischer,
        diese Bürger haben scheinbar von einigen besonderen Gerichten gelernt.

        https://drive.google.com/file/d/1cgV_FOQvAgdf0GyLXM7mLHAHvT8Jbp5z/view?usp=sharing

        Gemäß der praktizierten Darmstädter ZPO zeigt es hohe soziale Kompetenz, wenn Gerichtsmitarbeiter die überarbeiteten Richter entlasten und einfach den Zugang von einem Schriftsatz manipulieren.
        Hier mußte der Antrag am 20. Januar 2019 beim LSG sein,
        das Faxprotokoll weist den Zugang am 19. Januar 2019 aus
        und justizakrobatisch wurde bestätigt, dass der Zugang am 21. Januar 2019 geschah.

        Meine Angst:
        Sowas unwichtiges wie ein Faxprotokoll läßt sich durch die Zeugenaussage einer Protokollführerin sicherlich erschüttern und die Richter entscheiden in freier Beweiswürdigung….

  7. >Vielleicht sollte man doch immer mal wieder beim Philosphen aus Trier nachlesen.

    Naja, man kann sich immer neue Interpretationen der Fehlleistungen des DFL einfallen lassen, es kömmt aber doch drauf an, die Verantwortlichen heraus zu expedieren.

  8. Kleiner Nachtrag: Hinsichtlich Schweden bin ich mir tatsächlich nicht ganz sicher. Eine Übersicht des Max-Planck-Instituts für internationales Strafrecht (Freiburg) aus dem Jahr 2000 verzeichnet Schweden unter den Staaten mit einer “nicht-strafrechtlichen” Konzeption der Abtreibung.
    Dennoch gilt natürlich auch insoweit: Wenn etwas “bis …” zu einer bestimmten Frist oder “unter der Bedingungs, dass…” erlaubt ist, dann ist es andernfalls verboten (also “Unrecht” und “rechtswidrig”).

    Ein Staat, in dem Abtreibung zu jedem Zeitpunkt ohne jede Beschränkung erlaubt und sozial erwünscht (!) ist ist China. Bis zur Aufgabe der “Ein-Kind-Politik” war sie sogar vorgeschrieben; heute scheint sie “üblich” zu sein. Aus der ehemaligen Sowjetunion und anderen Staaten wurde berichtet, es sei durchaus nicht selten dass Frauen im mittleren Lebensalter mehr als 15 oder 20 Abtreibungen hinter sich hatten. Beides dürfte mit “Selbstbestimmung” und Menschenwürde (der Frauen!) nur äußerst entfernt zu tun haben und scheint mir kein Grund zum Jubel über den (dortigen) Sieg des Feminismus.

  9. Es ist schon erstaunlich, welchen Raum Meedia immer wieder dem (anscheinend zu recht) angesäuerten Herrn Fischer einräumt, um seine Privatfehde gegen die Damen Burmeister und Mayr zu führen. Der DLF sendet an jedem Tag, den der HErr werden lässt, rund um die Uhr Klügeres oder Dümmeres, im November kam halt auch die Fischer-Feindin Mayr zu Worte, wenn ich’s richtig verstehe, und das Ergebnis ist, wie hier hübsch bissig dargelegt, weder für den Sender noch für seine Mitarbeiter ruhmvoll – aber warum muss man jetzt zum x-ten Mal eine Fischersche Einlassung zu diesen beiden Damen lesen? Was ist an diesem never ending Zoff so interessant? Warum scheint er so viel wichtiger als sonstige medialen Beleidigungen, Fehleinschätzungen, miserablen Recherchen zu sein, dass Herr Fischer sich beliebig oft und ausführlich zu diesem Abtreibungszeug ein- und auslassen darf? Was ist das Lehrbuchhafte, das über die konkrete Beleidigungs- oder Falschberichterstattungsebene Hinausgehende? Und warum telefonieren die Beteiligten eigentlich nicht miteinander und verschonen die Welt mit ihren Eitelkeiten und Animositäten? Zumindest sollte es genügen, wenn Fischer im DLF die Möglichkeit einer Replik erhielte. Aber stets und ständig hier?

    1. nun, es stimmt zwar dass der geschätzte herr fischer dies vielleicht einmal mehr zum thema macht als dies für seine treuen leser (m/w/*) nötig wäre-

      allerdings sind es schon recht erstaunliche doppelstandards mit denen einige protagonisten (m/w/*) in der debatte auftreten und ebenso erstaunlich wie ärgerlich dass eigentlich seriöse sender wie der dlf (und andere) scheinbar für “feministische” themen einen freifahrtsschein in sachen skepzis und qualitätskontrolle austellen.

      und im gegensatz zu anderen themen scheint hier kaum problembewusstsein vorhanden zu sein oder selbstreflektion stattzufinden. insofern ist es mmn durchaus erfreulich dass u.a. herr fischer hier nicht locker lässt bzw. regelmäßig stichelt….

      1. Ich weiss nicht, ob das mit der Zusammensetzung der Rundfunkräte (aus “gesellschaftlich relevanten Gruppen”) zusammenhängt, aber es wäre mir auch neu, dass z.B. im Sonntagsprogramm sehr kirchen- oder religionskritische Berichte vorkämen; Korrespondenten z.B. am Vatikan werden auch gerne mal direkt aus den Reihen des Objekts rekrutiert, über dass dann kritisch zu berichten wäre…

        Gewisse “progressive” Strömungen aus den Sozial-“wissenschaften” scheinen sich allerdings wie der gemeine Hausschwamm quer durch sämtliche Redaktionen zu fressen.

        Da wären mir als Kommunist schon ein paar ehrliche Reaktionäre lieber.

    2. Liver CvD, ich fürchte, Sie haben nicht recht verstanden, dass hier im Interwebnet kein spaltenüberfüllendes Platzproblem existiert und die Raumverdrängung des verhältnismässig kurz auf der Hauptseite verweilenden Anreisserlinks in einem guten Verhältnis zu der erwarteten Klickrate steht, vom sog. “long-tail” per Google & Co. mal ganz zu schweigen.

      Ausserdem mag ich, wenn s’glatschd.

    3. Ach ja, ja, ja – lauter hochinteressante Fragen, CvD !

      Ob es eine “Privatfehde” ist, eine 45-Minuten-Sendung des DLF zuu einem hochaktuellen Thema im HInblick auf Fakten zu prüfen, ist natürlich die Frage.

      Aber solange es keine Privatfehde ist, die Sie (CvD) hier gegen “MEEDIA” führen, und der Unterschied zwischen Ihnen und Fischer nur darin besteht, dass, dass Sie Ihren Klarnamen Namen nicht sagen, bin ich da beruhigt.

      Der Rest: geschenkt. Seien Sie gwiss: Ich führe gewiss keine Privatfehden, erst recht nicht um dummes Zeug. Die Trauerrednerin Frau Artus hat sich inzwischen bei mir entschuldigt; Frau Abgeordnete Möhring hat klargestellt, dass Ihr Büro mit der blöd-sexistischen Aktion ihrer super-antisexistischen Öffentlichkeits-Mitarbeiterin nichts zu tun hatte. Alles gut.

      Und die potente, garantiert nicht abgehalfterte Frau Burmester muss halt mit ein paar kleinen Scherzen von mir leben, wie hähnchenbrüstige Silikon-Autoren von FAZ oder . Das ist der Job, sagte Tommy Lee Jones in “Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada” (2005); und wer das nicht versteht, masg mich im Mondschein besuchen, CvD.

      Und ein bisschen Spaß darf man sich ja auch mal machen, CvD! Gell? Meine Traumatisierung hält sich in Grenzen. Und Ihr medienpolitischer Rotstift tropft hoffentlich nicht immer so stark.

      ich muss aber – selbstverständlich selbstkritisch – zugeben:

      (1) Eine bestimmte Art humor- und selbstkritikfreier Moral-Penetranz geht mir seit 50 Jahren extrem auf den Keks, und zwar wirklich ganz & gar und unabhängig von Religion, Geschlecht und Weltanschauung.

      (2) Wären Sie, CvD, eine freiberufliche Unternehmerin, und würde der große Deutschlandfunk eine 45-Minuten-Sendung des Journalisten F. darüber ausstrahlen, dass gerade Ihr Produkt extrem “schlecht” für den Konsumenten sei und auf Nazi-Ideologie beruhe, würden Sie, CvD, möglichweise ferneren Selbsthuldigungen des genannten Journalisten Aufmerksamkeit widmen.

      Mit MEEDIA hat das übrigens nur so viel zu tun, als die dortige Chefredaktion einem Autor “Platz einräumt”, dem Sie selbst, Chef vom Dienst, keinen einräumen würden, wenn Sie Chef von MEEDIA wären. Extrem interessant! So ist das Leben, Bob Woodward!

      Erstaunlich erscheint mir bei alledem, dass Sie einen langen Kommentar zu einer Ihnen ganz überflüssig erscheinenden Veröffentlichung schreiben, und sich da moralisch so reinhängen. Gibts bei Ihnen heute Nachmittag nicht viel zu tun, Chefin vom Dienst?

      1. Es stört einfach, dass der DLF Beiträge von derartig beklagenswertem Niveau verbreitet und diese Beiträge mit einem militanten Gesinnungsrigorismus einhergehen. Fakten interessieren mich und nicht diese moralisch aufgeladene Art von (inhaltlich auch noch falscher)„Berichterstattung“. Diese mit persönlichen Animositäten gegen TF zu versehen, ist der Missbrauch des Mediums, öffentlich-rechtlich und durch Gebühren finanziert!

      2. Alles gut ist gut.
        Mir läuft es kalt den Rücken runter. Dass die Autorin unflätig und unkundig daherkommt, kann man in den Skat drücken. Angesichts der Masse von geschriebem und gesprochen Unfug der sich aufdrängt, gelesen oder gehört zu werden sicher das Richtige.
        Nicht in den Skat drücken sollte man das Denunziantentum, dass sich in diesem bizarren Anruf äußert. Im konkreten Fall zweifellos ein kindischer Versuch der Qualitätsjournalistin, nur geeignet die Anruferin der Lächerlichkeit preiszugeben.
        Was in ihrem Fall einfach nur albern ist, wird für andere existenziell. Wie schätzen sie die Chancen eines freien Journalisten oder Autoren ein, mal kein alter weißer sondern ein junger Mann, so eine Denunziation sozial zu überleben?
        Aber er schreibt so einen Text erst gar nicht. Er muss Miete bezahlen, die Kinder brauchen neue Schuhe, die Rate fürs Auto ist fällig. Er wird sich hüten ein anderes Lied als der Chor zu singen. Er hat noch nie einen festen Vertrag gehabt und so schnell auch keinen bekommen. Das will er aber.
        Das Denunziantentum funktioniert eben im Allgemeinen gut, die Autorin hat sich nur bei ihnen deutlich übernommen.

        Ich kann nicht umhin zuzugeben, dass es mir mit meinen begrenzten sprachlichen Fähigkeiten nicht möglich ist, meine Verachtung innerhalb der Grenzen der Strafgesetze zu artikulieren. Ich bin Ingenieur, kein Jurist.
        Wenn sich Geschichte als Farce wiederholt, dann wird man wohl erleben, dass diese Travesetie der Jacobiner in ihrem verbalen Rausch gestoppt werden. Und so lange ich das noch zu ertragen habe, tröste ich mich mit den Auflagenzahlen, über die Meedia immer aktuell berichtet.

    4. Lieber CvD, die Welt dreht sich nicht um Sie. Es gibt auch keine Lesepflicht im Internet. Drittens wäre mit Ihrer eigenen Logik die Frage folgerichtig, warum jetzt alle anderen Ihre irrelevanten Gedanken zum Thema lesen müssen. Denn Sie tragen ja nichts bei außer Gemaule darüber, dass Sie sich langweilen. Also rufe ich Ihnen ein fröhliches “Get a Life” zu.

      1. Ausgerechnet Sie, lieber Fischerfritz, maulen über mein „Gemaule“? Obwohl doch gerade Sie, der fröhliche Rufer, um die Kunst des Lifegettens wissen? Hoffentlich hatten Sie keinen Langeweile-Flashback.

      2. CvD:
        Kleiner Ratschlag: Es interessiert keine Sau, was Sie hier an vermeintlichem “Insider”-Schnack einstellen – solange Sie nicht mehr bieten (können) als die anonyme Vortäuschung von Meta-Kritik. Ich gehe davon aus, dass Sie das wissen.
        Jeder, wie er kann.
        .

    5. Es geht doch wohl weniger um eine Privatfehde, sondern darum, dass gewisse Damen offensichtlich mehr oder weniger bewusst Unfug aka alternative Fakten verbreiten. Das darf man doch wohl richtigstellen, vor allem, wenn man de überheblichen Ton der Dame kennt.
      Sollte es sich trotzdem um eine Privatfehde handeln, fände ich diese sowohl lehrreich als auch unterhaltsam.
      Die Repliken des Herrn Fischer sind beim DLF wahrscheinlich nicht opportun, man muss da angesichts der Falschmeldungen wohl Absicht bzw. eine Agenda unterstellen. Das gilt auch für die ZEIT.
      Insgesamt eine Peinlichkeit für den DLF und die Dame. Etwas Relotius steckt wohl in vielen dieser Texte bzw. “Berichte” drin.

      Aber eigentlich ist dieser Trend zur Unwahrheit zum Kotzen.

      1. …und der Ausdruck “Unwahrheit” in diesem Zusammenhang von mir wohl schlecht gewählt. Wahrscheinlich würde “Manipulation” oder “Verdrehung von Tatsachen” besser passen.

      2. Das ist aber bitteschön nicht nur ein Problem von “gewissen Damen, offensichtlich mehr oder weniger bewusst Unfug aka alternative Fakten [zu] verbreiten”.

        Relotius ist überall in Funk und Fernsehen, auch in Print.

        Jüngstes Beispiel: die Tienditas-Brücke (so heißt die, Puente Internacional Tienditas auf spanisch), die den Grenzfluß Río Táchira zwischen Colombia und Venezuela in der Nähe des colombianischen Ortes Cúcuta und dem venezolanischen Ort Ureña überquert, deren Bau Anfang 2016 abgeschlossen worden war und die seitdem noch nicht eröffnet worden war. Es sind eigentlich drei Brücken: je eine dreispurige pro Richtung für Kraftfahrzeuge, und eine weitere für Fahrräder und Fußgänger (vielleicht auch Pferdegespanne?).

        Fernsehreporter stellen sich gerne vor die Barrikaden, die seit Jahren genau über dem Fluß, d.h. der Grenze, anzeigt, daß die Brücke noch nicht für den Verkehr freigegeben worden ist, und erwecken mehr oder minder bewußt den Eindruck, daß die Barrikaden erst kürzlich gegen eventuelle Grenzübertritte des König-ohne-Land Guaidó aufgestellt worden seien.

        Dem aufmerksamen Beobachter fällt auf, daß auf der Fahrbahnbelag noch sehr jungfräulich aussieht und keinerlei Reifenspuren aufweist.

        Aber wen interessieren schon Fakten!

    6. @ CvD

      “erstaunlich, welchen Raum Meedia immer wieder dem (anscheinend zu recht) angesäuerten Herrn Fischer einräumt… Privatfehde… muss man jetzt zum x-ten Mal eine Fischersche Einlassung zu diesen beiden Damen lesen? … dass Herr Fischer sich beliebig oft und ausführlich zu diesem Abtreibungszeug ein- und auslassen darf… verschonen die Welt… Aber stets und ständig hier?”

      Erstaunlich ist zum einen, daß SIE meinen, man MÜSSE das lesen, die Zwanghaftigkeit liegt offenbar in der Befindlichkeit der Leserin.
      Eine PRIVATfehde, sozusagen, die schon seit 1 Jahr öffentlich ausgetragen wird? Das ist IHRE Interpretation, und SIE werden wissen, warum SIE es so interpretieren.

      Übrigens, ja, ich bekenne mich – mir geht es auch so, mit dem zwanghaften Lesen mir persönlich bekannter Autoren, die ich einmal “Freund” nannte. Das meine ich ernst.
      NUR: ICH halte meine Privatfehden immer privat und es würde mir niemals einfallen, dies auf Dritte oder gar die Öffentichkeit auszudehnen, mich gar hinterrücks mit anderen zu verbünden, um einem Autor zu schaden. Eine sachliche Kritik würde ich mir dennoch auch zukünftig nicht verbieten, diese vermisse ich allerdings bei Ihnen, CvD.
      SIE, CvD, sind nicht die Welt, die zu schonen ist. SIE kontrollieren vielleicht ZEIT, aber nicht Raum, den Fischer einnehmen “darf”, auch hier bei MEEDIA.

      Ihre Definition von Loyalität und die Art, wie Sie sie auch hier öffentlich umsetzen, finde ich unterirdisch.
      Ein reines Lager-Denken, frei von sachlichen Argumenten.

      Der Ursprung ist hier sehr gut dargestellt, die Diskussion darunter eine der besten, an denen ich bisher teilhaben durfte.
      In meinem Beitrag 37 habe ich die Historie noch einmal mit Quellenangaben skizziert, und in Beitrag 40 ist auch der “Sprung” zum DLF via Burmeister gut nachzuverfolgen.
      https://uebermedien.de/26570/du-bist-unser-autor-du-hast-uns-nicht-in-den-ruecken-zu-fallen/

      Kommen Sie raus, CvD, aus dem feigen Wühlen in der Dunkelheit, das viele Erdhügel aufwirft, über die die Öffentichkeit stolpern soll!
      Stellen Sie sich der öffentlichen Debatte, die Sie selbst angestoßen haben, auch im Rahmen der Verlagerung des Themas.
      Oder ist Ihnen diese Verlagerung inzwischen unangenehm?
      Entspricht die Verlagerung auf dieses “Abtreibungszeug”, mit dem Fischer öffentlich nieder gemacht werden soll, so gar nicht mehr dem, was der Zauberlehrling intendierte? Die Geschichten aus 1001 Nacht entgleist, gehen nicht mehr zurück in die Flasche?

      1. Ist CvD tatsächlich ZEITler bzw. ZEITlerin? Lustig, dass der Mann/die Frau angesichts der ins rechtsextreme gedrifteten Foren der ZEIT noch die Zeit hat…..
        Eine Moderation, die alle Beiträge vor der Publikation sichtet und trotzdem eine Frage wie “Sind Sie ein deutscher oder ein jüdischer Mensch” durchlässt, hat meines Erachtens den Verstand verloren. Es zeigt ein rassistisches Verständnis davon, wer “Deutsch” und wer nicht “Deutsch” ist. Bisher hatte ich geglaubt, dass dieses “Verständnis” nach 1945 beerdigt wurde; ein Ariernachweis ist für die deutsche Staatsangehörigkeit nicht mehr nötig.

  10. Ein wirklicher Genuss, diesen Kommentar zu lesen. Habe dabei herzhaft gelacht ob der geradezu unglaublichen Unfähigkeit gewisser “Journalisten-Dastellerinnen”.

    zu “CvD”:
    Wo denn sonst? Im DLF bekommt Herr Fischer eher keine Gelegenheit zur Antwort. Einfach auf die Zähne beissen und schlucken halte ich ebenfalls nicht für angesagt.

    1. “Nicht genug: Die Journalistin aus Bremen wandelte sich zur Aktivistin, rief den Verlag des verhassten Autors in München an und empörte sich dort darüber, dass man seinen Kommentar verlege. Ziemlich dünnes Eis! Das Landgericht Karlsruhe wird demnächst darüber entscheiden.”
      Ich möchte noch einmal auf diesen Absatz hinweisen, Herr Fischer: worum geht es da? Sicher, man kann nicht Blödsinn verbreiten über die angeblichen Ansichten eines Autors und deren unzutreffender Genesen-forschung, doch vielleicht hat sie einfach Sachen nicht verstanden. Sicher, Unkenntnis schützt vor Strafe nicht, doch als Autor hat man es häufig mit Lesern zu tun, die ihre Interessenlage bedroht sehen und dummes Zeug behaupten. Dazu kann man sich dann wieder äussern…….so lässt man jemanden auflaufen!
      Ist ein Journalist, der falsch berichtet und solche Anrufe tätigt, ein Verleumder – oder schützt ihn die Pressefreiheit? Letzteres wäre ein Drama.

      1. ……….ich möchte zur Pressefreiheit ergänzen: oder vielleicht die Betätigung der Meinungsfreiheit, gegen einen unliebsamen Autor vorzugehen?

      2. Ich führe keine Prozesse wegen „Beleidigung“. Und jeder hat das Recht, die Arbeit, Bücher, Meinungen anderer „schlecht“ oder falsch zu finden und das zu verbreiten. Falsche Tatsachenbehauptungen, noch dazu in dem offenkundigen Bemühen, einem anderen (wirtschaftlich) möglichst zu schaden, muss man aber nicht hinnehmen.

  11. Bravo Herr Fischer! Wieder ein Meisterwerk. Davon brauchen wir mehr.
    Die Feministinnen können Herrn Fischer einfach das Wasser reichen. Da werfen sie eben mit Dreck, den sie im umgekehrten Fall mit viel Geschrei als ganz pösen patriarchalischen Sexismus brandmarken würden. Double Standard, wie wir ihn immer wieder feststellen.
    Herr Fischer hat bereits zu unsäglichen Sexualstrafrechsverschärfungen sehr wichtige und unbedingt nötige Aufklärungsarbeit betrieben und pure Hetze der Feministinnen entlarvt. Dazu Gina-Lisa, Kachelmann mit all dem peinlichen Getöse drumherum.
    Die quasireligiösen Ideologen fürchten Herrn Fischer und ihre einzige Reaktion ist Niedertracht. Passt zur Hetze, der Umkehr von Rationalität.

    1. zu Herrn Fischer: Bravo, Herr Fischer……. dann wollen wir doch einmal sehen, ob Dummheit siegt- wie leider so oft – oder ob Gerichte einmal in die genaue Sachverhaltsprüfung eintreten und klar entscheiden, wieviel sachlicher Blödsinn behauptet und betätigt werden darf, ohne rechtliche Konsequenzen. Man wollte Ihnen doch sicher nicht schaden, oh nein, nur die Frauen schlechthin vor Männern schützen, die angeblich! nicht ihre Positionen vertreten. Warnschuss: Mann, leg Dich nur nicht mit uns Frauen an, sonst machen wir Dich fertig…………..und wie steht und stand es umgekehrt?

  12. “weibliche Redakteurin” ist ein Pleonasmus. Altsprachler Fischer wird wissen, was gemeint ist. Für die anderen: ein weißer Schimmel. Sollte man bei gutem Schreibstil unbedingt vermeiden.

    1. Ich, kein Altsprachler:
      Ein Pleonasmus kann als Stilmittel zur sarkastischen Überzeichnung zum Einsatz kommen und als solche verstanden werden.

      1. Haha, das wäre in dem Falle aber Sexismus. Nun hat er die Wahl der Qual: schlechter Stil oder schlechte Haltung.

        Ich denke, einfach nur ein Fehler. Wie das obsolete “durchgewunken” an anderer Stelle, das heute eher “durchgewinkt” heißt.

      2. >Nun hat er die Wahl der Qual: schlechter Stil oder schlechte Haltung.

        Lieber einen guten Freund verlieren, als auf eine Pointe verzichten…

        Ich kann ja nur für mich sprechen, aber die Entscheidung fiele mir leicht, wobei ja noch lange nicht ausgemacht ist, ob

        a) irgendwas “Sexismus” ist (nur weil mit der Betonung des von den *betroffenen* Personen sehr gerne selbst besonders herausgestellten und vor allem als *Argument* gebrauchten, leistungs- und schuldlos qua Geburt erlangten Geschlechts ein wenig Schabernack getrieben wird) und

        b) solch eine “Haltung” per se “schlecht” wäre, wobei wir dann wieder bei der piefigen Moralhuberei wären.

    2. „Durchgewunken“ ist nicht „obsolet“, sondern seit 2008 vom Duden zur (zweiten) Standardform erhoben. Die Verwendung ist also nicht ein in die sprachliche Vorzeit abgesunkener Fehler, sondern eine in die Gegenwart hinaufgewundene Flexion. Zur Feier ihres Aufstiegs wurde Champagner getrunken, bis zu später Stunde alle nach Hause gehunken waren.

      Außerdem bitte ich, die (erste) weibliche Bundeskanzlerin nicht als Pleonasmus zu bezeichnen. Da empört sich ja sogar der (zweite) männliche Frauenbeauftragte!

      1. Ich weigere mich, den Duden als irgendwas Verbindliches zu akzeptieren. Winken, wank, gewunken, oder?

        Dann schon eher der Zwiebelfisch. Wobei der auch nicht immer richtig liegt. (Stichwort transitive Form von “erinnern”, da hab ich neulich was dazulernen dürfen).

        Es ist genauso falsch zu sagen, wenn’s im Duden steht, ist es gutes Deutsch, wie es falsch ist zu sagen, wenn’s nicht im Duden steht ist es “falsch”.

        Sprache lebt. Allerdings sind nicht alle ihrer Muttersprache gleich mächtig.

        Sagt man nicht, der durchschnittliche Mensch kommt mit 300 Wörtern aus? Tja. Da liegt das Problem.

  13. Bin ich der einzige, der sich über die “FF” im französischen Gesetzestext wundert? Immerhin hat auch unser Nachbar seit 17 Jahren den Euro. Mir scheint, der von mir durchaus hochgeachtete Hr. Fischer hat einfach die erstbeste Übersetzung genommen, die vermutlich leider veraltet war. Da ich des Französischen leider nicht mächtig bin, kann ich ihm bei der Recherche (!) nicht weiter helfen, ebenso weiß ich nicht, was sich seitdem im französischen Strafrecht so alles getan hat.

    Andererseits bin ich für den mutmaßlichen Fehler des Autots dankbar, immerhin hat eine berufene Feder jetzt einen Ansatzpunkt für eine Replik. Die dann wiederum eine köstliche Replik von Hr. Fischer hervorrufen sollte.

    1. Ach je!
      „FF“ heißt „ff.“, und dies nicht Französische Francs, sondern „fortfliegende“. Na ja: man kann nicht alles wissen, und die Zeit vergeht…

      1. Zitat: “Art 223-12: Wer einer Frau Mittel und Gegenstände beschafft, um einen Schwangerschaftsabbruch an sich selbst durchzuführen, wird mit drei Jahren Gefängnis und 300.000 FF Geldstrafe bestraft. Diese Strafen werden auf fünf Jahre Gefängnis und 500.000 FF Geldstrafe erhöht, wenn die Tat gewohnheitsmäßig begangen wird.“
        Sorry, wollte mich eigentlich nicht einmischen, aber hier irren Sie mit den eigenen Texten offensichtlich. FF= Französische Francs, siehe explizit Geldstrafe.
        Zitat: “Ausnahmen (!) enthält das „Gesundheitsgesetz“ (Code de la santé publique, Art. L2211-1 ff.). ”
        ff= fortfliegend in diesem Fall.

      2. So, jetzt habe ich die Frage mit „FF“ verstanden. Leichte Verwirrung beim Autor! Siehe frauSCZ.

    2. Die von Fischer zitierten Vorschriften gelten im wesentlichen weiterhin:

      Article 223-10 Code pénal (https://goo.gl/d7iDSs) entspricht weiterhin der deutschen Übersetzung von oben, nur daß die 500.000 FF nun 75 000 Euro sind.

      Article 223-11 Code pénal ist nun zu Article L2222-2 Code de la santé publique geworden (https://goo.gl/BzsS6v). In Nr. 2 wird neben dem Arzt noch die Hebamme genannt und die 200.000 FF sind jetzt 75000 Euro, alles andere sieht auf den ersten Blick gleich aus.

      Und trotzdem finde ich, daß die Fischersche Widerlegung der Mayr-Argumentation hier etwas schwach ist (so gelungen ich auch die Mayr-Demontage insgesamt finde). Fischers Belege selbst zeigen, daß sich in keinem Fall die Schwangere wegen Abtreibung strafbar machen kann (anders als in Deutschland, § 218 Abs. 3 StGB). Das trägt m.E. die Mayrsche Kernaussage von der Entkriminalisierung in Frankreich. Unter diesem Stichwort (“dépénalisation de l’avortement”) firmiert dies seit der entsprechenden Gesetzesänderung 1975 in Frankreich auch (https://goo.gl/moUN6D, https://goo.gl/4VQYUJ).

    3. Frankreich: Art. L2222-2 bis L2222-4 Gesundheitsgesetz in der Fassung vom 16.1.2016 ist richtig.
      Das sind offenkundig Strafgesetze. Bloß weil der Drogenhandel in Deutschland im BtMG geregelt ist, ist er ja nicht „entkriminalisiert“.

      Zutreffend ist, dass die Schwangere nicht bestraft wird. Das wird sie in Deutschland allerdings auch nur in Ausnahmefällen (siehe Paragrafen 218 Abs. 3, 218a Abs. 4 StGB). Wenn jede Abtreibung, die nicht den Vorschriften der Fristen- bzw Indikationlösung entspricht, für alle Beteiligten mit Ausnahme der Schwangeren mit Strafe bedroht ist, und ebenfalls das Zurverfügungstellen eines Mittels an diese, dann ist das selbstverständlich eine ziemlich umfassende „Kriminalisierung“. Man wird ja wohl kaum als Strafrechtsreform-liberale Lösung empfehlen, Schwangere sollten Abtreibungen möglichst selbst, ohne medizinische Hilfe und mit selbstbesorgten Mitteln durchführen!

      1. 1. Es trifft mich sehr hart, wie mit dem von mir hoch geschätzten Kolumnisten Thomas Fischer umgesprungen wird.

        2. Meine Sichtweise über den gesellschaftszersetzenden Feminismus, der seit langem, seit Jahrzehnten offiziell Einzug hält, sich bis in die hintersten Winkel und die Herzen der Männleins und Weibleins tief eingegraben hat, also ehrlicherweise eh schon immer da war – und den ich ebenso bewußt mich damit auseinandersetzend von der Innenseite kenne, bestätigt sich.
        Ich frage mich noch immer, wo waren all die Widerständlerinnen, also die Mütter u Großmütter in der Nazizeit? Haben die tatsächlich mitgemacht, haben es nicht verhindert? Und somit die Verbrechen mit zu verantworten – bis heute? Ist der Feminismus also die Fortsetzung des Nationalsozialismus oder mehr eine Faschismussache? … wie nennen wir es präzise und wie sieht das per Definition nun aus?

        3. Ja, man nennt das gemeinhin Hinterfotzigkeit. Eine bedeutende Wiener Ärztin und Psychotherapeutin nannte es: “a odrahds luada sei”. Die Naivität mancher Männer ist aber ebenso zeitgleich nicht zu entschuldigen, denn Masochisten bleiben was sie sind: Tschapperln, die man nicht ernst nehmen braucht.

    1. Ich würde den heutigen Feminismus in weiten Teilen als linksfaschistisch bezeichnen. Er trägt totalitäre Züge, da er Merkmale einer Ideologie und Unrechtsstaatlichkeit in sich trägt.
      Als Ideologie schottet er die feministische Gesellschaftstheorie, die mit Wahrheit und Wirklichkeit mit Alleinvertretungsanspruchverwechselt wird, aggressiv nach außen ab, um sie gegen Kritik oder gar Widerlegung unzugänglich zu machen. Dazu wird mit Propaganda – basierend auf Hetze durch Lügen und Manipulation – versucht, die Theorie empirisch zu „belegen“.
      Die Unrechtssaatlichkeit ergibt sich zb aus der Forderung nach Beweislastumkehr im Strafrecht, die faktisch mit Hilfe der Medien unter Umgehung der eigentlich
      zuständigen Justiz bereits besteht.
      Da der Feminismus aus der linken Ecke kommt, sich gegen Kerne des Faschismus wie Nationalismus, Rassismus und Militarismus wendet, scheint mir der Begriff Linksfaschismus am besten.

      1. – Manche sagen oder man kann sagen, der Feminismus sei eine tiefbraune Ideologie. Warum sich gerade die linke Ecke so sehr für ihn begeistert, bleibt fraglich.
        Beispiele wären eben die Ausländerfeindlichkeit, deutlicher benannt, der Rassismus. Siehe Silvester Köln, wo es angeblich explizit Übergriffe von nordafrikanisch u arabisch aussehenden Männern gegeben hätte, die Frauen pauschal missachteten. Ausschließlich: Algerier, Marokkaner, Syrer. Siehe dazu Abhandlungen Alice Schwarzers et al, Vorzeigefeministin und viel gerühmte Intellektuelle Deutschlands. Islamistisch motivierte Attentäter und Amokläufer werden von ihr als narzißtisch gestörte und gekränkte Männer bezeichnet, die in den Augen der Umwelt klein seien, sich selbst aber dagegen für groß hielten.

        – Weiters meint Schwarzer, das Recht auf Abtreibung sei ein Menschenrecht. Das meinen viele. Da es nur um das Selbstbestimmungsrecht der Frau ginge, hat das Ungeborene somit null Rechte (auf Leben). Dann kann man sich ja zukünftig eine schöne Gesellschaft nach bestimmten Vorstellungen basteln u nur mehr bestimmte Kinder in die Welt setzen lassen.

        – Militarismus? Braucht man, wenn man das Land vor all den Feinden schützen muss. Befehle müssen dann gehorsamst ausgeführt werden.

        – Wichtig erscheint mir auch noch der Ruf nach mehr Polizei und mehr Befugnissen dieser. (wegen Ausländer, politisch Andersdenkender…), auch so was in der Art wie eine “Gestapo”.

  14. „In Bayern nennt man so etwas „hinterfotzig“ (Keine Angst! Kommt von einem mundartlichen Begriff für „Gesicht“).“

    Solche kleinen aber feinen Anspielungen liebe ich sehr.

    So schade es auch ist, daß Sie Ihre zweiwöchentliche Kolumne hier nicht fortführen wollen, so schön ist es doch auch, daß Sie in unregelmäßigen Abständen weiterhin veröffentlichen.

  15. Herr Fischer, was mich schon die ganze Zeit brennend interessiert:

    Welche gesetzlichen Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch würden Sie als am sinnvollsten erachten? 219a nicht verändern, oder doch und wie?
    Würde verstehen, wenn Sie Ihre persönliche Meinung – und vor allem die professionelle juristische Einschätzung – wegen des Risikos der öffentlichen Anfeindung nicht preisgeben wollen. Aber sehr sehr interessieren würde es mich doch…

    1. TZu §§ 218 ff. StGB halte ich im Grundsatz die geltende Regelung (“Beratungslösung” = Fristenlösung, kombiniert mit Indikationslösung nach Ablauf der Frist) für sinnvoll. Eine vollständige Straffreistellung der Schwangeren hielte ich für erwägenswert; allerdings muss man auch an Extremfälle unverantwortlichen Handelns (Spätabtreibung aus rein finanziellen Motiven) denken. Sie kommen natürlich nur selten vor. Aber auch andere Strafdrohungen schafft man ja nicht deshalb ab, weil die Taten selten selten.
      § 219a StGB ist mir, ehrlich gesagt, ziemlich gleichgültig. Seine Fortgeltung in der Fassung von 1974 beruhte auf der “Gesamtkonzeption” (zuletzt von 1995). Sie wiederum beruht auf der Anordnung des BVerfG, dass der Gesetzgeber die Schutzpflicht des Staats für den Embryo gesetzlich deutlich machen muss. (Deshalb wurde ja zum Beispiel auch die Nötigung zur Abtreibung als “besonders schwerer Fall der Nötigung” definiert.)
      Die “Anstößigkeits”-Variante kann man ohne Weiteres standesrechtlich erfassen. Die “Vermögensinteressen”-Variante könnte man auch streichen; sie erscheint mir eher über-geregelt.
      Mweine Kritik gegen die Polemik-Kampagne in dieser Sache richtete sich ja nicht gegen eine reform des § 219a, sondern erstens gegen die m.E. ziemlich absurde Überhöhung des Themas zum “”Informationsverbots”-Vorwurf, zweitens gegen die m.E. heuchlerische Behauptung, “die Frauen” würden bei Abschaffung des § 219a superleicht und supergut umfassende “Informationen” erhalten, die sie anders nicht kriegen (oder kriegen können), driottens die Selbststilisierung einzelner Protagonisten zu helddenhaften Opfern, viertens gegen die “eigentliche”, hinter § 219a nur verborgene Stoßrichtung, eine “Liberalisierung” der Abtreibung nach dem Vorbild Chinas einzuführen (komplette Aufhebung jedes Verbots, jeder Frist, jeder Voraussetzung und jeder Beratung).

      Kurz gesagt: Den “Kompromiss” zu § 219a finde ich in der Sache ganz o.k., allerdings unter der oben genannten Einschränkung. Gegen eine Streichung hätte ich auch nichts gehabt.
      §§ 218, 218a sind, finde ich, angemessen. Dass die “Beratungslösung” teilweise (regional) nicht gut funktioniert, kann man nicht dem Konzept vorwerfen, sondern (allenfalls) den Bundesländern. Andererseits werden die Schwierigkeiten aber, so scheint mir, auch teilweise dramatisiert. Ich habe, ehrlich gesagt, nicht den Eindruck, als handele es sich bei den mit wunsersamen Parolen herumziehenden Studentinnen und Journalistinnen stets oder überwiegend um Frauen, die unter Informationsnot, Repression, sozialer Ausgrenzung oder schwerer Hilflosigkeit litten. Das sind meistens “die Frauen”, also die anderen, “für” die man “kämpft”.

      Für Frauen in armen Ländern und unterprivilegierten sozialen Lagen muss es vor allem um eine Stärkung der Selbstbestimmung zur Verhütung und zur Unabhängigkeit von den patriarchalisch definierten Gebär-Zwängen (Versorgung!) gehen, nicht vor allem darum, Abtreibung als Mittel der Geburtenkontrolle zu forcieren. Das ändert natürlich nichts daran, dass auch hier die teilweise gnadenlose Kriminalisierung abzulehnen ist.

      1. Wenn das mal Ihre KritikerInnen wüssten, Sie stünden plötzlich bei vielen hoch im Kurs. Oder zumindest höher als jetzt.

        Andererseits finde ich es gerade gut, dass Sie Ihre eigentliche Meinung zum jeweils diskutierten Thema so lange wie möglich verstecken, denn dadurch bleibt der Fokus auf dem Argument und nicht darauf, ob man die Person, von dem das Argument kommt, in die “gute” oder “böse” Schublade gesteckt hat.
        Also… idealerweise 😉

      2. “Mehrere Ärzte wurden deshalb verurteilt, auch Kristina Hänel. Ihr Rechtsstreit sei mit der Reform nicht beigelegt, sagt die Medizinerin.” Quelle: dpa.

        Wie schlimm. Ein Bundestag beschließt ein neues Gesetz, und dieses neue Gesetz führt nicht zur Straflosigkeit für Frau Händel.

        Sowas aber auch!

        Schlagworte in der Diskussion:

        Versorgungsnotstand: Frauen finden kaum noch einen Arzt, der Schwangerschaftsabbrüche durchführt. (Wo werden denn die 100000 Abbrüche/Jahr gemacht? Einer bekannten, übrigens sehr einfach zu findenden Liste aller europäischen Abbruchinstitutionen zufolge hat Deutschland alleine mehr Abbruchkliniken als Österreich, Frankreich, Belgien Schweiz, Spanien, Portugal, Großbritannien, Italien, Norwegen zusammen)

        Ärzte machen keine Abbrüche, weil sie nicht ausgebildet werden und stigmatisiert werden. Das soll jetzt zu einer Ausbildungsoffensive für Medizinstudenten und Ärzte führen, sehr beführwortet von einer bekannten Modebloggerin, die ihren Sachverstand über die Ausbildung von Frauenärzten in diese Diskussion mit einbringt. (Können kann das jeder Frauenarzt, aber alle die ich kenne, machen es nicht gerne oder gar nicht mehr, weil es eine scheußliche Arbeit ist, die definitiv ein Leben beendet, worüber sich jeder Arzt bei dieser Arbeit völlig im Klaren ist. Daran ändern auch Artikel in der TAZ nichts, die das Wort “ungeborenes Leben” nicht richtig finden)

        Frauen können sich wegen §219a nicht informieren. (Wie finden die Frauen in 100000 Fällen die Abbruchärzte ohne Information?)

        In der DDR war alles schön und gut und jetzt bestimmen seit 30 Jahren Westmänner über Ostfrauen. Etc. Dass die freiheitsliebende DDR mit ihrem antifaschistischen Schutzwall die Ostfrauen vor Nazigesetzen wie dem §219a geschützt hat, diese Aussage fehlte noch oder es gibt sie und ich habe sie bisher nur noch nicht gelesen. .

        Die offensichtlich stinkwütende Frau Bauer (FDP) sagte ja einen schönen Satz in Ihrer Rede im Bundestag am 21.2.2019: „Ich vertraue meinem Frauenarzt. Ausschließlich von ihm möchte ich informiert und aufgeklärt werden.“ Genau das wird der Arzt dann im Bedarfsfall auch machen. Informieren und aufklären. Warum sie dann unbedingt Informationen auf dessen Homepage zum Schwangerschaftsabbruch braucht, wird mir wirklich nicht klar.

        Die andere Argumentation mit dem angeblichen antiquierten Frauenbild der CDU, dass sich Frauen durch Werbung zum Abbruch verführen lassen würden, gab dann auch noch der Herr Lauterbauch in seiner schwachen Rede zur Verteidigung des Kompromiss zum Besten. §219a verbietet Werbung zum eigenen Vermögensvorteil der eigenen Institution und keineswegs die Verführung von Frauen zum Schwangerschaftsabbruch, wenn denn letztere überhaupt möglich sein sollte. Das sollte doch einem „Gesundheitsexperten“ wirklich klar sein! Die Firma aus Wolfsburg “informiert” über die eigenen Diesel-Autos und nicht über Autos allgemein oder die der Konkurrenz und genauso macht das Frau Hänel!

        Bei Abschaffung des §219a werden wir Werbung bekommen wie für jedes beliebige Produkt. Erst recht, wenn kapitalkräftige Investoren den Schwangerschaftsabbruch als lukrativ erkennen sollten. Da irrt Herr Lauterbach, wenn er das nicht erkennt und in seiner Rede zur Verteidigung der Reform des §219a die Abschaffung des §219a als sauberste Lösung bezeichnet. Sollte ein renditeorientierter Konzern beschließen, dass es lukrativ ist, in z.B. allen deutschen Großstädten eine Kette von MVZ oder Abbruchkliniken mit geplanten Abbruchzahlen von 4000 oder 6000 jährlich pro Klinik zu eröffnen, was wird er wohl tun, um die Umsatzziele in der Einrichtung zu erreichen? Werbung wie für jedes andere Produkt wird die unvermeidliche Folge sein und der dafür verantwortliche Geschäftsführer unterliegt eben nicht dem ärztlichen Berufsrecht, da er kein Arzt ist. Der §219a in seiner alten und auch in der neugefassten Form kann so etwas aber verhindern.Wenn der Geist mal aus der Flasche ist, dann geht er nicht mehr rein.

        Das ist wie mit der Aufhebung des ärztlichen Fernbehandlungsverbotes durch Gesetzgeber und Ärztekammern: Plötzlich wundert man sich, dass nun ausländische Private equity Firmen in dieses Marktsegment stoßen, dass eine Firma Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen gegen 9 Euro Entgelt ausstellt etc. Huch, so haben wir das aber nicht gemeint!

    2. Ich habe meine “eigentliche” Meinung zu diesem Thema schon immer gesagt, wenn ich danach gefragt wurde, und für jeden lesbar.

      Ich bin nicht verantwortlich für die bescheuerten Kurzschlüsse und religiösen Verurteilungen von kleinkarierten Schubladen-Fanatikern.

      Mein Ziel ist es nicht, Glaubens-Sätze zu verbreiten oder zu rechtfertigen. Wenn es gut geht, befasse ich mich mit Argumenten. Denn es geht nicht um Religionsersatz, sondern um halbwegs friedliche gesellschaftliche Kommunikation. Wir werden in diesem Jahrhundert noch genügend große Kriege erleiden müssen.

      “Modernisierungs”-Fananiker aller Art sind weder intelligenter als andere noch haben sie einen moralischen Extravorteil in ihren weiß-weiblichen Rasse-Genen.

      Die Geschichte von Maximilien de Robbespierre ist immer auch die Geschichte von Madame Lefarge (Charles Dickens, “Geschichte von zwei Städten”).

      Und ob es ein welthistorisches Unglück ist, dass in Afrika der Kapitalismus seit 400 Jahren scheitert, mag man ja, allem Elend zum Trotz, bei Gelegentheit überlegen und in 200 Jahren von heute anders beurteilen als heute.

      1. Ich bin Ihnen ja im Großen und Ganzen sehr gewogen, auch wenn das nicht immer so zum Tragen kommt 🙂
        Aaaber, manchmal halt, provozieren Sie (meiner Meinung nach) eben daneben und auch etwas zu tief, wie Sie das selbst gegen Ihre Person beklagen.
        Beispiel aus dieser Kolumne, Zitat: “Angesichts einer solchen Argumentationshöhe kann man fast noch froh sein, wenn sich die Journalistin Teresa Bücker, gern gesehene Isabelle Huppert-Darstellerin in allen Formaten ……..”
        Frau Bücker zitiert Sie (zu Recht) auf Twitter und die daraus folgende Diskussion lässt Sie nicht besonders gut aussehen (O-Ton u.A., Isabelle Huppert kennt jeder, aber wer ist Thomas Fischer).
        Dies ist nur ein Beispiel von vielen, eigentlich, wenn man Ihre ganzen Kolumnen liest, immer nur Kleinigkeiten, die aber Ihre Anliegen und Texte oftmals ins falsche Licht stellen und das finde ich sehr schade. Arbeiten Sie sich nicht an Personen ab, sondern behalten Sie “die Sache” im Blick, dies gelingt Ihnen auf SPON sehr gut, vielleicht liegt es tatsächlich daran, wer Ihre Texte redigiert (wie oben von Ihnen erwähnt)?
        Mit dem Feminismus ist das immer so eine Sache, besonders die aktuelle Diskussion um den §219a polarisiert ja sehr stark, wie ich das auch erfahren musste. Feministin ist kein Schimpfwort, heutzutage schon mal gar nicht, den radikalen Feminismus gab es vor 100 und mehr Jahren, siehe z.B. Frauenwahlrecht, usw..
        Es gibt eigentlich so viel “zu tun” für Sie, hier ein aktuelles Beispiel, welches Erklärung bedarf: http://www.taz.de/!5574470/
        Bitte bleiben Sie bei Ihrer Bestimmung, nämlich dem “Fischer im und für Recht”, ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, aber ich finde, irgendwas läuft da gerade nicht richtig.
        Für mich sind Sie auf der “richtigen Seite”, allerdings ist das manchmal schwer nachzuvollziehen.

      2. I wo!
        Ich liebe Elvis-Revival-Wettbewerbe!
        Und da kommt es ja bekanntlich aufs gute Aussehen nun wirklich nicht an.
        Es ist also sehr wichtig, dass / wenn Frau B. sich endlich zur Frage äußert, warum Frau Huppert immerzu durch stocksteifes Dasitzen und unvergleichliche Mimik versucht, Frau Bücker nachzuahmen.

      3. Ich finde das in keinster Weise mehr witzig, war irgendwo da auf fakebook bei einer Teresa Bücker und dann hab ich wieder die Huppert gegoogelt, das ging jetzt eine volle Stunde dahin, bis ich geschnallt habe, es handelt sich um ein und dieselbe Person.

        Danke für die Irreführung.

      4. @FrauCZ

        >Frau Bücker zitiert Sie (zu Recht) auf Twitter und die daraus folgende Diskussion lässt Sie nicht besonders gut aussehen (O-Ton u.A., Isabelle Huppert kennt jeder, aber wer ist Thomas Fischer).

        Evtl. sieht TF das ja anders, aber ich wundere mich schon, wenn ich sowas lese.

        Wie soll es möglich sein, dass, wenn das Objekt einer Lästerrunde auf twitterdotcom dort angeblich nicht besonders gut aussieht, dies etwas mit dem Verhalten dieses Objekts der “Diskussion” des Zickenzirkels zu tun hat?

        Wo es doch überhaupt nicht an der “Diskussion” beteiligt war?

        Nach gängiger Logik kann man doch nur durch eigenes Verhalten evtl. “schlecht aussehen” und nicht durch die Äußerungen anderer; mögen die auch versuchen, einen durch super-souveräne Sprüche wie den von Ihnen zitierten “schlecht aussehen” zu lassen.

        Bücker hat halt ihr Feminismus-Medien-Racket (komplett mit teuren Tschacka – Verzeihung, “slay, queen!” Kursen), da gehört Quietschen nun mal zum Handwerk.

      5. Danke, danke, danke, heute seh ich die Gefahr besser, diese twittergranate, ja das Fräulein sieht tatsächlich alt aus. Und es scheint, sie wird verbraucht, von feministischen Juristinnen, denn das kommt zusehends bekannt vor. Die Frauenfeindlichkeit, von der fabuliert wird, sie ist eine eingebildete Krankheit, aber eine mit der man viel Geld machen kann. (lach)

        Steht nix, gar nix, außer dem Selbstvorwurf des projezierten Frauenhasses, also Selbsthass und Minderwertigkeitskomplex_ ich übersetze also, es, wie und was gemeint ist und wie es ankommt:

        “Ich, theresa bückler und ich fräulein tesa und kolleginnen, also wir haben die Kommentare von Bundesrichter Thomas Fischer zu §219 a und sonstiges dazu nicht verstanden, es nicht wollen u nicht können. Und deshalb gelten Argumente und Fakten für uns nicht, es ist uns einfach wurscht. Wir lesen solche Texte gar nicht, denn mehr als 5 halberte Sätze sind uns zu anstrengend und können wir nicht erfassen, da wir davon wirr werden, eine differenzierte Debatte mit einer message auskommt, nämlich: wir Frauen brauchen harte Gesetze, gegen alles Männliche, optimalen Schutz vor diesen Affen, die uns das Leben zur Hölle machen, und hört: ihr macht uns ungestraft keine Kinder mehr!!! Wir sind unbefleckt, immer, jüngfäulich bis in den Tod, werden es bleiben u ihr werdet dafür schmoren, denn ihr habt Schuld daran, dass es uns Frauen überhaupt gibt (Lach hellauf) und dafür hassen wir unseuch!. Wir machen die Kinder weg, ratzeputz weg, die ihr wolllüstig fabriziert, wir aber nie wollten, denn Sex mit einem Mann ist die Fleisch gewordene Frauenfeindlichkeit. Der pureste Frauenhass.
        Nix zählt für uns, kein Morgen, kein heute, kein Argument, außer: Wir haben unseren Auftrag den Staat, somit den Rechtsstaat so zu zersetzen, dass Männer ein für allemal raus sind und per Geschlecht als minderwertig zu gelten haben, weil sie unsere natürlichen Feinde sind, weil sie die Zeugungsmacht haben und wir genau dies an euch verteufeln. Öffentliche Demontierung, existentielle Vernichtung und am besten Präventivhaft für alle Schwanzträger ist unser Ziel! Aus, Ende, Schluss! ”

        Warum hat sie das nicht getwittert? Mir hätte es ausgezeichnet gefallen und hätte zumindest meinen Tag schöner gemacht. Radikalfeministische Positionen sind doch hochintellektuell. Und ich liebe Frauen, die solch handfeste Argumente haben.

        Satire. Parodie. Sarkasmus. Beobachtung und Rückschluss. Nennen Sie es wie sie wollen

      6. Hallo Herr Fischer,

        ist Ihnen eigentlich die Argumentation von Professorin Lembke bekannt, warum nach ihrer Ansicht Abtreibungen bis zur Geburt straflos bleiben müssen? Sie argumentiert, das ja auch keine Verpflichtung bestünde, bspw. durch Blut- oder Knochenmarksspenden andere zu retten, selbst wenn man weiß, dass jemand stirbt, wenn man nicht persönlich spendet. Deswegen hätte der Fötus auch kein Recht, ausgetragen zu werden. Sie will damit wohl die Schwächen des “Zellklumpen- und Schwangerschaftsgewebe” -Argumentation umgehen, die man in der Spätphase der Schwangerschaft auch kaum noch ernsthaft bringen kann; und stellt erst mal den Fötus mit geborenen Menschen gleich. M.E. hinkt der Vergleich insoweit entscheidend, als man den Fötus im Verhältnis zur Schwangeren nicht als fremden Dritten betrachten kann, vielmehr müsste man ihn – wenn man ihn gedanklich schon einem geborenen Menschen gleichsetzt – mit einem EIGENEN geborenen Kind vergleichen, das man ja auch nicht mit dem Argument verhungern lassen kann, dass bspw. die hungernden Menschen im Jemen auch keinen Rechtsanspruch haben, von Menschen in Deutschland gerettet zu werden.

        Hierzu würde mich ihre Meinung interessieren. Und als Anregung für die nächste Kolumne würde ich eine Auseinandersetzung mit den Paritegesetzen anregen, auch wenn es kein strafrechtliches Thema ist.

      7. Zu Wolfgang R, 27.02.:
        Frau Lembke, einst Professorin “für Gender im Recht” in Hagen, jetzt “für Geschlechterstudien” in Berlin (vielleicht aber auch für Raumordnungsrecght), ist mir bekannt. Sie können ihren Lebenslauf (samt Examensergebissen und Belobigungen) im Internet auffinden. Dass ihre Auswahl als garantiert sachkundige Sachverständige zu Fragen des Sexualstrafrechts auf dem Thema ihrer Dissertation oder dem ihres (internetmäßig irgendwie unklar versiegten) Habilitations-Themas beruht, wird man nicht zwingend sagen können. Vielleicht ist es auch die (ja irgendwie auch wieder irgendwie anderen durchaus lobenswerte!) extreme Vorhersehbarkeit ihrer Positionen.

        Zur von Ihnen angesprochenen Theorie des Unterlassens und der Handlungspflicht bei Knochenmarkspenden im Vergleich zur Spät-Abtreibung kann ich – spontan und ohne Kenntnis im Einzelnen – nur sagen: Da muss man erst mal drauf kommen. Wenn das schwimmunfähige Kind ins Wasser fällt und der Vater untätig daneben stehen bleibt, weil er eine Erkältung befürchtet, könnte man die Theorie einmal in der Praxis testen.

        Will sagen: Ich wünsche vielen immerzu ganz & gar sicheren Theoretikern des “potenziellen”, “werdenden”, des “verlöschenden” und “nachwirkenden” Lebens, dass sie niemals “die ganze Härte” ihrer Theorien und der sie stützenden Glaubenssätze, und ihre Lücken, am eigenen Lebens-Leib erfahren müssen.

        Das gilt übrigens auch für viele der Gebete-murmelnden Retter von Leben, die schrecklich oft bigotte Lebensfeindlichkeit mit imaginierter Gnade verwechseln.

      8. @ Wolfgang R:

        “Ist Ihnen eigentlich die Argumentation von Professorin Lembke bekannt, warum nach ihrer Ansicht Abtreibungen bis zur Geburt straflos bleiben müssen?”

        Haben Sie hierfür eine Quelle/Link? Ich hab’s SO nicht gefunden, meine auch, daß “straflos” nicht in Lembkes Argumentation passen würde, sondern eher “nicht rechtswidrig” – aber auch das habe ich auf die Schnelle nicht gefunden.

        Zum Blut- bzw. Organspendenvergleich fand ich diese Äußerung:
        “Die Überlegungen des BVerfG schaffen außergewöhnliches Sonderrecht für schwangere Frauen. Niemand kann nach deutschem Recht zu einer lebensrettenden Organspende oder auch nur Blutspende gezwungen werden. Es gibt keine Leistungsrechte an fremden Körpern, Körperteilen oder Körperflüssigkeiten. Die ungewollt schwangere Frau aber muss, so die Argumentation der Karlsruher Richter, monatelang ihren Körper für die Entwicklung eines anderen Menschen zur Verfügung stellen. Hintergrund dieser Auffassung der Mehrheit der Karlsruher Richter scheint zu sein, dass sie die Schwangerschaft ja selbst durch sexuelle Aktivität verursacht hat (wenn auch vermutlich unter Beteiligung eines Mannes). Ein rechtliches Argument ist daraus nicht ableitbar.”
        https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/ag-giessen-werbung-aerztin-schwangerschaftsabbruch-kriminalisiert-toetungsdelikt-rechtslage-deutschland/2/

        Die vermutete (allerdings m.E. durch nichts zu stützende) Begründung Lembkes ist also eine andere als Sie meinen.
        Ihre Meinung (“Fötus im Verhältnis zur Schwangeren nicht als fremden Dritten betrachten kann”) zitiert sie in dem Beitrag als Teil der Sondervoten der Urteile des BverfG (“Zweiheit in Einheit”), ohne selbst dazu direkt Stellung zu nehmen.

        Die Absurdität des “Organspende-Arguments” liegt m.E. zum einen darin, daß ein solcher Zwang – im Gegensatz zum “Gebär-Zwang” – keine*n konkrete*n Täter*in benennen könnte (sondern jeweils alle Spendenunwilligen für jeden einzelnen Todesfall eines Kranken verantwortlich machen würde), zum anderen darin, den Fetus im Körper einer Frau mit einem tödlich erkrankten Menschen gleichzusetzen.

        Näherliegender erschiene mir ein Vergleich mit § 323c StGB Abs. 1 (“Unterlassene Hilfeleistung”, hier: “den Umständen nach zuzumuten”), Strafrahmen wie § 218 StGB Abs. 3 (“Begeht die Schwangere die Tat”) max. 1 Jahr.

      9. Nachtrag (zu Wolfgang R):
        Jedenfalls ist mir, ehrlich gesagt, im Moment keine wissenschaftliche Veröffentlichung von Frau Professorin Lembke zum (Sexual-)Strafrecht erinnerlich. Der Schwerpunkt ihrer Forschungstätigkeit liegt, wie man ihrem Schriftenverzeichnis entnehmen kann, auf anderen Gebieten.
        Dass sie dennoch als “Expertin” für dieses Thema bedeutende Gutachten eratattet, die ihrerseits von bedeutenden Wissenschafts-Expertinnen für total überzeugend gehalten werden, ist halt so, wie es ist. Jede, wie sie kann, und die Wissenschaft ist sowieso frei.

        Man muss halt gelegentlich bedenken, dass durch eine wie stets sehr aufgeregte Rede der wie stets extrem sachkundigen Rechtsanwältin Frau Keul nicht schon zwingend und definitiv bewiesen ist, dass Frau Professorin Lembke das Sexualstrafrecht verstanden hat.

        Aber das hat selbstverständlich ÜBERHAUPT nichts mit Sachkenntnis zu tun! Das Recht und die Gerechtigkeit ergeben sich vielmehr, wie jede Rechtsanwältin aus Kreuzberg weiß, allein aus der ALLEIN RICHTIGEN Weltanschauung. Und wer die hat, weiß, liebe Kollgininnen und Kollegen von der Opposition, der Affirmation, der Mehrheit und der Minderheit, und hochverehrte Narhhalesinnen aller Murmel-Rhabarbe- Dings für 25.000 Euro p.m.: der Geier. TäTää, TäTää!
        (Fußnote: Es handelt sich selbstverständflich um die artenschutzmäßig auf der Opferliste oben stehende Geier-Art!).

  16. Schon allein eine Frau öffentlich als F…-Trägerin ( man setze das pornographische Wort für das weibliche Genital ein ) zu bezeichnen, wäre ein neuer Frauendiskrimminierungshöhepunkt.
    Desweiteren zu behaupten, ihr Genital wäre nicht mehr richtig funktionsfähig ( auch bei der Frau soll es adäquate körperliche Veränderungen für den Fortpflanzungsakt geben ), und sich gleichzeitig über Sexismus beschweren, wäre schon tolldreist.
    Das geht nur in einem etablierten brachialchauvinistischen Feminismus, der das, was er bekämpft, selbst unumwunden betreiben kann, natürlich nur mit den genitalisierten B-Menschen.

    1. Was ist daran diskriminierend, eine Frau als Trägerin bestimmter Geschlechtsteile zu bezeichnen. Wo sind wir denn, dass man nicht dazu stehn darf eine Vagina, Klitoris, Labien, Venushügel, Brüste und noch viel mehr zu haben (falls man noch nicht gänzlich out of order ist – ja und selbst dann ist man und bleibt man eine Frau!), ja zu besitzen und darauf auch noch stolz sein zu dürfen. Ja hallo, was soll denn diese Sexualfeindlichkeit?

  17. @Fotobiene 27.02.2019 17:24 Uhr

    Ich kann hier leider nicht verlinken, wenn sie aber nach Lembke + Abtreibung googlen, werden sie sehen, dass sie generell eine Strafbarkeit der Abtreibung wegen einer “menschrechtswidrigen Austragungspflicht” strikt ablehnt und sogar über ihre Geschlechtsgenossinnen wundert, die sich mit der Rechtslage (rechtswidrig, aber straffrei) zufriedengeben.

    1. Ich bekomme zu “menschenrechtswidrige Austragungspflicht” bei Google kein einziges Ergebnis.
      Mit Menschenrecht und Austragungspflicht komme ich immerhin zu einem Artikel Lembkes von 2016:
      https://missy-magazine.de/blog/2016/05/06/mein-bauch-gehoert-dem-staat/

      Der Zusammenhang zwischen beiden Begriffen ist allerdings ein anderer als Sie insinuieren.

      Inhaltlich hatte ich dazu oben Stellung genommen.
      Fischer weniger sachlich… aber nun gut, darum scheint es inzwischen eh nicht mehr zu gehen.

      1. @Fotobiene
        Erstmal vielen Dank für Ihre (wieder einmal) unglaublich fundierten Kommentare!
        Zitat aus Ihrem Link: “Wer sich die Regelungen in §§ 218ff Strafgesetzbuch von 1974, 1976 und 2016 anschaut, wird verwirrt sein von den kleinen, feinen, aber juristisch so umkämpften Unterschieden. Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 25. Februar 1975 lässt an Klarheit allerdings nichts zu wünschen übrig. Es mag vielen nicht bewusst sein, aber jede schwangere Frau* unterliegt in Deutschland von Verfassungswegen einer AustragungsPFLICHT. Diese gilt bis heute. Grund ist der Schutz des menschlichen Lebens, das im Mutterleib – das Bundesverfassungsgerichts braucht ziemlich lange, bis es von der schwangeren Frau überhaupt als Person und nicht nur als natürlichem Umfeld des Embryos spricht – von der egoistischen Lebensplanung und mangelnden Verantwortung der schwangeren Frau* bedroht ist.”
        Dazu folgender, im Artikel aufgeführter Link: http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv088203.html
        Um so tiefer man eintaucht, desto “gruseliger” wird es doch mMn und es erklärt die Argumentation der Frau Lembke und vieler anderer.

      2. Ach was, “gruselig”, Menschen generell oder der Mensch an sich ist nicht das wichtigste. Menschenrechte sind keine Erfindung der Natur und ein mehr zurück zur Natur täte auch dem Planeten und dem Klimaschutz gut.

      3. Sich mit den Originalquellen zu beschäftigen ist immer gut, denn dann sieht man auch das aus dem Zusammenhang gerissene Rosienenpicken der Frau Lembke und anderer.
        Das ältere Urteil ist hier:
        http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv039001.html

        Und bitte auch darauf achten, was damals zur Entscheidung stand, zudem beachten, wie anders die heutige Situation gegenüber damals ist, so daß die Zitierung innerhalb der heutigen Debatte überwiegend unredlich ist.

      4. Abgesehen von dem Verschreibsler Rosine (ohne e) vergaß ich die Adressierung an Sie, @ FrauSCZ, mit der Empfehlung, meine “unglaublich” fundierten Kommentare entsprechend nicht zu “glauben”, sondern zu versuchen zu verstehen und ihre Fundierung im Original zu überprüfen.
        Das ist weniger rutschig… für alle…

      5. Dass feministische Juristinnen und ihre besten juristischen Freunde nix lieberes tun als Unbedarfte hinters Licht führen, irgendwelche Scheinargumente aus dem Hut zaubern und fassungslose Vorwürfe ins Gesicht schleudern, ist doch allgemein bekannt. Wer da allen Ernstes daran glaubt, Gesetze wären dazu gemacht um einen Rechtsfrieden zu gewährleisten, zumindest wenigstens im Ansatz, greift sich am Kopf bei infamen Verdrehungen von Sachverhalten. Liegt aber doch oftmals in der Natur derjenigen, die es tun (lach).
        Ist halt so, die Konsequenz ist dann auch, dass die Gesellschaft sich verändern muss.;-(

        Also: WO steht was von Austragungspflicht?

  18. @ Thomas Fischer 27.02., 16:08 Uhr

    Danke für die Antwort. Was mir wirklich Angst macht, ist die völlige Verschmelzung von Aktivistin und Wissenschaftlerin in dieser Person Lembke. Das scheint mir gerade im Genderbereich richtig Schule zu machen. Sie scheint wirklich die absolute Wahrheit zu kennen und duldet keinen Widerspruch. Wegen ihrer Entschiedenheit (und der Gleichgültigkeit der Union) würde ich mich nicht wundern, wenn wir Sie am Bundesverfassungsgericht auf Vorschlag der Grünen wiedersähen.

    Wenn solche Juristinnen dann die Verfassungsgerichte irgendwann dominieren, haben wir wirklich eine andere Republik.

    1. Zitat: “Was mir wirklich Angst macht, ist die völlige Verschmelzung von Aktivistin und Wissenschaftlerin in dieser Person Lembke.”
      Kann es nicht sein, dass man, gerade weil man Wissenschaflerin ist, zur Aktivistin wird?

      Zitat: “Wenn solche Juristinnen dann die Verfassungsgerichte irgendwann dominieren, haben wir wirklich eine andere Republik.”
      Was genau wird denn, Ihrer Meinung nach, so anders in der Republik, wenn auf Vorschlag der Grünen solche Juristinnen das BVerfG “dominieren”?

      1. Die Legalisierung von Tötung (des Ungeborenen bis zur Geburt u eventuell darüber hinaus) würde vermutlich die meisten Bürgerinnen ohnehin nicht stören. Also würde nix anders werden, es würde nur ehrlicher?

        Würde ich spontan mal vermuten.

        Ein Austragungsrecht u eine Pflicht zur Austragung und Schutz des Ungeborenen würde es somit auch nicht mehr geben.

        Klingt vermutlich total frauenfreundlich.

      2. “Kann es nicht sein, dass man, gerade weil man Wissenschaftlerin ist, zur Aktivistin wird?”

        Nein, kann es nicht. Aus wissenschaftlichen Erkenntnissen einen Imperativ für politisches Handeln abzuleiten ist immer fragwürdig; wenn die vermeintlich “wissenschaftliche” Erkenntnis von Anfang an ideologisch diktiert ist wie bei Frau Lembke, ist es vollkommen unredlich.

        Zu den Konsequenzen einer schrankenlos moralisierten Jurisprudenz konsultiere man Ingo Müllers “Furchtbare Juristen”.

      3. Was genau wird denn, Ihrer Meinung nach, so anders in der Republik, wenn auf Vorschlag der Grünen solche Juristinnen das BVerfG “dominieren”?

        Wir werden dann eher ein Land wie die DDR sein. Mit einer starken selbsternannten Avantgarde, die vorab festlegt, wer in den Parlamenten sitzen darf (Parite), wer wieviel Geld haben und welchen Job bekommen darf (Gleichstellung im Ergebnis statt Gleichberechtigung bei den Chancen), wer was sagen darf (Rassismus ist keine Meinung und was rassistisch ist, bestimmt die Avantgarde) und wie gewohnt und gewirtschaftet wird (s. Enteignungen in Berlin, generelle Verteufelung des Kapitalismus).

        Kann man mögen, ich tue es nicht. Insoweit ist mir die alte Bundesrepublik lieber.

    2. @Wolfgang R und Th Fischer
      Man sollte nicht nur Frauen für ihre Positionen benennen. Es hat in DE einen Lehrstuhlinhaber für Rechtsphilosophie gegeben, der seinen Stuhl angeblich räumen musste, weil gegen ihn demonstriert, seine Veranstaltungen gestört und er bedroht wurde, sodass er Polizeischutz beantragen musste. Grund :êr hat sich u.a. gegen die Fristenlösung bei Abtreibungen gewandt, Schutz des ungeborenen Lebens als fragwürdig und durch die Fristenlösung ad absurdum geführt hingestellt (diene kommerziellen Interessen von Ärzten) sowie Art 1 GG “Würde des menschen ist unantastbar) als Leerformel bezeichnet. Seine These war, soweit ich mich erinnern kann, die:
      Eltern sollten über das Leben eines Kindes entscheiden können, wenn dieses nicht zu einem eigenen Lebensentwurf in der Lage sei. Das gelte auch nach der Geburt, wenn das Kind schwer behindert und die Möglichkeit eines eigenen Lebensentwurfs nicht abzusehen bzw. ausgeschlossen sei. Seine Ansicht begründete er mit der des australischen Philosophen Singer.
      In DE war es offensichtlich auch noch in den neunziger Jahren unmöglich, eine solche Position öffentlich ex cathedra zu vertreten. In einer Schweizer Zeitung äusserte sich vor einiger Zeit der Vater eines schwer- körperlich und geistig- behinderten Kindes genau dazu und zu diesem(umstrittenen) Philosophen mit der Aussage, er wisse nicht, was da richtig sei, nur so viel: er liebe seinen Sohn, auch wenn dieser nie ohne täglich vielstündige körperliche Betreuung auskommen und voraussichtlich noch vor dem Erwachsenenalter sterben werde.
      So viel zu Extrempositionen. Und da geht es nicht nur um die Frau und den Embryo. Es geht um das Menschenbild.

  19. Man könnte besser sagen: Um die Definition des Menschseins, um seinen Anfang und was ihn ausmacht, damit ihm der Grundrechtsschutz aus Art 2(2) zuteil wird: “Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.”
    Hat ein Embryo ein Recht auf Leben? Hat ein körperlich und geistig schwer versehrtes Kind ein Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit? Nach der og These von Singer und dem Rechtsphilosophen: wohl nein, denn von einem eigenständigen Leben kann man nicht bis zur Geburt sprechen und danach nur, wenn ein eigenes Lebenskonzept des Geborenen zumindest als möglich erscheint. Zumindest einen Teil dieser Ansicht müssten bei konsequentem Denken auch diejenigen in Anspruch nehmen, die eine grundsätzliche Austragungspflicht der Mutter strikt ablehnen und dies mit ihrer Reproduktionsfreiheit begründen. Man sieht, man kann auch mit einem anderen Denkansatz zu diesem Ergebnis kommen, einem Ansatz, gegen den man sich zumindest in DE auch noch jetzt vehement wehren , wenn er öffentlich geäussert werden würde. Reproduktionsfreiheit vs Recht auf werdendes Leben? Da ist es doch nur konsequent, wenn man Leben weiter nach hinten (oder vorn) verlagert oder es von bestimmten Bedingungen abhängig macht……….Was ist der Mensch?

    1. Was ein Mensch ist? Jeder Mensch ist Materie und Geist, ist sterblich und keiner muss sich vermehren, dh keiner muss Sex haben und keine muss sich schwängern lassen, wenn sie nicht will.

      1. Sie haben es mal wieder verstanden, nur nicht die Frage, auf die es hier ankommt, wie der Konflikt Schutz des Embryos als werdendem , noch vom Körper der Mutter abhängigem Leben und dem grs. Selbstbestimmungsrecht der Mutter zu lösen ist.

      2. Wieso, was soll da unklar oder ungelöst sein?

        Jede und jeder weiß, dass es im deutschen Lande eine Regelungen/Regelungen gibt, die es einer Frau ermöglichen unter bestimmten Indikationen ein Kind nicht bekommen müssen. Bleibt dann straffrei. Glasklar geregelt.

        Wo sehen Sie da einen Konflikt, der unlösbar sei?

        Ich kenn mittlerweile relativ viele Frauen, die abgetrieben haben. Ausgenommen natürlich jene Aktivistinnen, die das erlogen haben. Keine musste das Kind austragen, weil man sie dazu verpflichtet hätte.

        Ich sehe kein Problem; man kann aber immer Probleme erfinden und viel dichten, wie man ja bei so manchen feststellen kann.

        Man kann ja jede und jeden lang und breit zum Narren halten mit irgendwelchem Nonsens, trotzdem wäre es besser grade in der medialen feministischen Juristerei die Leut nicht all zu sehr zu verärgern, damit es nicht zukünftig gewaltigst klescht.

  20. Liebe Diskutanden!
    Ich verabschiede mich für diesmal aus dem Forum (nach letzten Nachtrags-Antworten…).
    Mein Eindruck: Manches crazy, das meiste ziemlich ernst gemeint; und wie immer interessante Wurmlöcher in teils ferne Universen… (und vice versa) . TF

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