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#MeToo-Vorwürfe: Ex-WDR-Filmchef Gebhard Henke zieht Klage gegen Charlotte Roche und Spiegel zurück

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© Foto: Pressefoto/imago

Der frühere WDR-Fernsehspielchef Gebhard Henke will wegen der gegen ihn erhobenen Belästigungsvorwürfe nicht mehr juristisch gegen Charlotte Roche und den Spiegel vorgehen. Kurz vor der geplanten Verhandlung hat Henke die Klage zurückgezogen – wohl auch, weil weitere Vorwürfe gegen ihn bekannt wurden.

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Gegenüber Zeit Online teilte der Anwalt Henkes mit: “Gebhard Henke ist zu der Überzeugung gelangt, dass eine juristische Auseinandersetzung nicht der richtige Weg ist, um sich mit der Thematik und den Vorwürfen auseinanderzusetzen”. Ursprünglich hatte Henke gegen die Autorin und den Spiegel geklagt, um sich gegen Vorwürfe der sexuellen Belästigung zu wehren. Henke wollte, dass der Spiegel und Roche die Anschuldigung nicht wiederholen.

Aktuellen Medienberichte von Zeit Online und Spiegel Online zufolge bestehe der Grund für den Rückzug der Klage gegen Roche aus neuen Vorwürfen, die gegen Henke vorliegen. Zwei Tage vor der geplanten Gerichtsverhandlung reichte Roches Anwalt einen Schriftsatz mit weiteren Belästigungsvorwürfen gegen Gebhard Henke ein – unterschrieben von sieben Frauen. Dem Spiegel zufolge stammen die Frauen aus der Filmbranche. Der Anwalt teilte dazu mit: “Da nicht anonyme, sondern konkrete Vorwürfe von Frauen vorliegen, so will er sich damit auseinandersetzen, Missverständnisse ausräumen und sich, wenn ein unangemessenes Verhalten vorgelegen haben sollte, in aller Form entschuldigen.”

Auch den WDR hatte Henke im Sommer verklagt, nachdem weitere Frauen Vorwürfe gegen ihn erhoben hatten und der WDR ihn fristlos entließ. Die Parteien einigten sich nur wenige Stunden vor der Verhandlung außergerichtlich (MEEDIA berichtete). Die Details der Einigung sind nicht bekannt. Im Gespräch mit dem Spiegel äußerte Roche Kritik an der Aufarbeitung der Vorwürfe gegen Henke durch den WDR:

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Ich und viele andere Frauen waren sehr enttäuscht vom WDR, weil in der außergerichtlichen Einigung mit Henke nicht drinsteht, dass er die Frauen nicht rechtlich belangen darf. Das wäre wichtig gewesen.

Zudem gab Roche in dem Interview an, von 25 weitere Frauen zu wissen, die von Henke sexuell belästigt worden seien. Der ehemalige Fernsehspielchef bestreitet bis heute, jemals sexuell übergriffig geworden zu sein.

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