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ESC-Vorentscheid: Wer singt “Unser Lied für Israel” – und wie viele Leute interessiert das überhaupt noch?

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Am Freitagabend steht der jährliche Vorentscheid zum "Eurovision Song Contest" an: In "Unser Lied für Israel" kämpfen sieben Kandidaten darum, für Deutschland an dem Wettbewerb teilzunehmen. Nachdem es im Vorjahr schwache Einschaltquoten für die Show gab, sind es nun auch noch sieben Künstler, die kaum jemand kennt. Kann das gut gehen?

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3,17 Mio. Menschen schalteten vor einem Jahr “Unser Lied für Lissabon” im Ersten ein, der Marktanteil lag mit 9,9% erstmals seit 2012, als man sich den Vorentscheid mit ProSieben aufteilte, unter der 10%-Marke. Bei den 14- bis 49-Jährigen gab es mit 8,5% die schwächste Zahl eines noch längeren Zeitraums. Glück für die ARD: Der “Unser Lied”-Sieger Michael Schulte erreichte beim ESC später den vierten Platz – das beste deutsche Ergebnis seit Lena Meyer-Landruts Sieg 2010.

Die ARD schreibt dann auch auf seiner ESC-Website: “Der Erfolg von Michael Schulte beim Eurovision Song Contest 2018 in Lissabon hat es gezeigt: Das neue Vorentscheidkonzept ist aufgegangen. An der Suche nach dem deutschen Künstler waren neben den Fernsehzuschauern maßgeblich die Eurovisions-Jury sowie die Expertenjuroren beteiligt. Dieses Erfolgsmodell wird 2019 bei der Suche nach Deutschlands Act für den ESC in Israel fortgesetzt.” Man wagt sich mit dieser Aussage weit nach vorn, denn ob es wirklich am neuen Konzept lag, dass Schulte so erfolgreich war? Oder eher daran, dass ein authentischer Sänger mit gutem Song und treuer Fangemeinde antrat?

2019 jedenfalls kämpfen sieben Künstler – sechs Solo-Sänger und ein Duo – um die Ehre, für Deutschland im Mai beim “Eurovision Song Contest” in Tel Aviv anzutreten:

Stammt laut eurovision.de aus Oberursel, wohnt inzwischen aber in L.A. Ihr Song “Wear Your Love” ist ein treibender tanzbarer Popsong, der aber nicht sonderlich spektakulär klingt. Warum die dpa Ryan als “Indie-Popsängerin” bezeichnet, bleibt im Übrigen das Geheimnis der dpa.

Stammt aus New York City, wohnt in Düsseldorf. Ehemalige Musical-Darstellerin, studierte u.a. Musik. Hat TV-Erfahrungen, weil sie 2017 Vierte bei “The Voice of Germany” wurde. “Demons” ist ein sehr theatralischer Song, den man sich gut auf großer Bühne vorstellen kann.

Vielleicht der inoffizielle Michael-Schulte-Nachfolger. Veröffentlicht wie Schulte Songs auf YouTube, erreicht dort mit einem Ed-Sheeran-Cover sogar schonmal 779.000 Views. Auch er trat einst bei einer TV-Sendung auf, gewann die längst vergessene Talentshow “My Name Is” bei RTL II. Sein Idol heißt Justin Bieber, sein Song “Our City” ist dann auch ein lupenreiner Popsong ohne Ecken und Kanten.

  • Gregor Hägele / 17.800 Instagram-Follower
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Machte in diesem Jahr sein Abi. Auch er nahm schon an “The Voice of Germany” teil, flog damals gegen die oben erwähnte BB Thomas raus. Knüpft musikalisch an Michael Schulte an: mit “Let Me Go”, das für Gänsehaut und große Momente sorgen soll – von ruhiger Balladen-Stimmung bis zu explosionsartigen Entladungen.

Aus Niederbayern, würde auf der Bühne “am liebsten Jeans und T-Shirt tragen”. Die vielleicht interessanteste Stimme der sieben Kandidaten. Und ein relativ ungewöhnlicher Song. Nicht so glatt, nicht so vorhersehbar. Dennoch könnte “Surprise” gerade deswegen gut zum ESC passen.

Kommt aus Bonn, hat Wurzeln in Trinidad und wollte schon 2017 und 2018 zum ESC-Vorentscheid. Diesmal hat es geklappt. Gegen sie spricht: Ihre erste selbst gekaufte CD war von Captain Jack (!) Ihr Song “The Day I Loves You Most” soll mit lautem Gesang und Chören große Emotionen wecken, schafft das aber nicht so recht.

  • S!sters / kein Instagram-Account

Das Duo ist der einzige Teilnehmer, der sich nicht über das “Song Writing Camp” für die Show qualifiziert hat. “S!sters” wurde extra für den Vorentscheid aus zwei Sängerinnen zusammen geklebt, die in Wirklichkeit keine Schwestern sind. Wirkt im sonst stimmigen Teilnehmerfeld durch diese Plastikhaftigkeit wie ein Fremdkörper. Der Song, der passenderweise “Sister” heißt, weiß nicht so recht, was er will.

Wer nun also für Deutschland nach Tel Aviv führt, lässt sich im Vorfeld nur schwer prognostizieren. Vom Bekanntheitsgrad wäre es ein Kampf zwischen Aly Ryan und Linus Bruhn, doch bei einer ARD-Prime-Time-Show spielt die größere Anzahl von Instagram-Followern keine wirkliche Rolle, dort ruft womöglich ein ganz anderes Publikum an. Chancen dürfte auch Gregor Hägele haben, musikalisch gesehen taugt Lilly Among Clouds etwas.

Die Show an sich dürfte es schwer haben, ein größeres Publikum als im Vorjahr zu überzeugen. Und um einen ähnlichen Erfolg wie 2018 zu erzielen, hat der siegreiche Kandidat noch viel Arbeit vor sich. “Das neue Vorentscheidkonzept” wird da nicht allein reichen.

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