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Google und Facebook profitieren: Digitale Werbeerlöse überholen in den USA erstmals klassische Werbung

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Jeff Bezos, Mark Zuckerberg und Larry Page: Internet-Trio auf Rekordniveau

Die Zeitenwende hat sich lange angedeutet: Online-Werbung wächst, während die klassischen Medien Print und Fernsehen Anzeigeneinbußen verbuchen müssen. In den USA vollzieht sich in diesem Jahr ein historischer Paradigmenwechsel: Wie Marktforscher E-Marketer prognostiziert, investiert die werbetreibende Industrie 2019 erstmals mehr in die Digitalbranche als in die traditionellen Medien. Die bittere Nachricht für Medienbetreiber: Der Löwenanteil geht an das Internet-Trio Google, Amazon und Facebook.

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Wer bis heute nicht Ausmaß und Ursprung der sich immer weiter beschleunigenden Krise des Journalismus verstanden hat, sollte bei Jeremy Littau nachlesen.

In 30 Tweets erklärte der Journalismus-Professor Ende Januar so eindringlich wie bislang kaum ein anderer, wie aus dem Goldenen Zeitalter des Journalismus das Zeitalter der Massenkündigungen wurde, in dem allein im vergangenen Jahr mehr als 15.000 Jobs in der Medienbranche verloren gingen – allein in den USA.

Google, Facebook und Amazon saugen immer mehr Digitalwerbung auf

Die Beschleuniger der immer dynamischeren Medienkrise sind aber ausgerechnet jene Konzerne, die den digitalen Wandel vorantreiben: Google, Facebook und Amazon. Das Digital-Trio vereinnahmt nämlich einen immer größeren Teil der Online-Werbung, der Verlagen fehlt, weil sie mit der Reichweite der Internet-Champions nicht annähend konkurrieren können.

Entsprechend dürfte die jüngste Erhebung des Marktforschers E-Marketer zur Werbeentwicklung bei Medienmachern kaum Begeisterungsstürme auslösen. So sagt der zu Axel Springer gehörende US-Konzern für den US-Markt voraus, dass die Ausgaben für Digitalwerbung (129 Milliarden Dollar) in diesem Jahr erstmals die Aufwendungen für Anzeigen in traditionellen Medien wie Print, TV und Radio (109 Milliarden Dollar) übersteigen, wie re/code berichtet.

Der Löwenanteil fließt dabei erwartungsgemäß in die Kassen von Facebook und Google, die nach Erhebungen von E-Marketer allein in den USA zusammen 77 Milliarden Werbedollar erlösen dürften. Das entspricht 60 Prozent der Ausgaben für Digitalwerbung in den USA.

Printanzeigen brechen um weitere 18 Prozent ein

Der dritte große Internet-Player im Bund legt unterdessen am dynamischsten zu: So prognostiziert E-Marketer, dass Amazons Werbeerlöse ausschließlich in den USA in diesem Jahr auf über 11 Milliarden Dollar wachsen dürften. Zusammengenommen saugen die drei Internet-Giganten dabei fast 70 Prozent aller digitalen Werbezuflüsse auf.

Verlage, die weiter den Großteil ihrer Erlöse mit Printanzeigen bestreiten, haben dagegen weiter das eklatante Nachsehen: Nach Erhebungen von E-Marketer dürften Zeitungen und Zeitschriften 2019 einen Anzeigen-Erlöseinbruch von nochmals mehr als 18 Prozent zu verkraften haben.

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