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Anti-Fake-News-Tool: Newsguard prüft bald auch deutsche Nachrichtenseiten

Newsguard
Newsguard © Unsplash: Rawpixel

Das amerikanische Seiten-Warnsystem Newsguard wird künftig auch deutsche Nachrichtenportale auf ihre Glaubwürdigkeit prüfen. Nach dem Ampelsystem zeigt das im Browser eingebettete Plugin an, ob eine Seite vertrauenswürdig ist oder nicht – und soll die Nutzer damit vor Fake-News-Portalen schützen.

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Newsguard, zu deutsch Nachrichtenwächter, sieht sich als unabhängiger Richter, der entscheidet, ob eine Seite vertrauenswürdig und transparent ist. Bis zu fünf ausgebildete Journalisten prüfen eine Nachrichtenseite über mehrere Tage hinweg und veröffentlichen ihre Ergebnisse innerhalb des Tools. In ihre Bewertung fließt etwa ein, ob in der Vergangenheit wiederholt Falschmeldungen auf der Seite aufgetaucht, Meinungen klar von Nachrichten getrennt oder zum Beispiel Hintergründe zur Finanzierung der Seite offengelegt sind. Etwa alle drei Monate aktualisiert Newsguard die Bewertung.

Das Tool kann der Nutzer kostenfrei in seinen Browser integrieren. Ein kleines Symbol in der Kopfleiste des Browsers teilt dem Nutzer beim Surfen mit, wie das Gesamturteil der Seite ist, auf der er sich befindet. Ist das Schutzschild rot, melden die Wächter bedenken. Bekommt eine Seite ein grünes Etikett, bedeutet das, dass sie den von News Guard gesetzten Kriterien entspricht. Im Edge-Browser von Microsoft ist Newsguard sogar vorinstalliert. Auch in den Google Suchergebnissen zeigt das Tool die Bewertung bei Bedarf an.

Mit einem Klick auf das Tool kann sich der Nutzer zudem den detaillierten Prüfbericht der Seite anschauen. Bei Russia Today erhält der Nutzer dort unter anderem diese Warnung:

Proceed with caution: This website severely violates basic standards of credibility and transparency

Deutschland-Start steht bevor
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In den USA hat Newsguard etwa 2.600 Webseiten untersucht. Bei deutschen Nachrichtenseiten zeigt das Tool bislang lediglich ein graues Schild mit einem Strich. Das soll sich in den kommenden Wochen ändern, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.

Vor den EU-Wahlen Ende Mai sollen alle größeren Nachrichtenseiten in Deutschland erfasst sein, inklusive deutscher Bewertungsschreiben. Im März werden die ersten Berichte erscheinen. Newsguard ist gerade dabei, ein Team von deutschen Journalisten aufzubauen, heißt es auf Nachfrage von MEEDIA. Wer in Betracht kommt, steht noch nicht fest.

Langfristig will das Anti-Fake-News Tool den Weg in alle großen Browser finden. Auch auf Plattformen wie Facebook wäre ein Einsatz denkbar, um geteilten Links eine Warnung beizufügen. Bislang setzt Facebook diesbezüglich auf die Investigativ-Plattform Correctiv. Die verknüpft ihre Faktcheckings zu bestimmten Themen mit den geteilten Links auf Facebook. Nutzer werden dadurch für etwaige Fälschungen sensibilisiert.

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