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Abgänge und Ärger: manager magazin berichtet von Management-Aufstand gegen ProSiebenSat.1-CEO Max Conze

ProSiebenSat.1-Manager: Sabine Eckhardt, Max Conze, Jan Kemper
ProSiebenSat.1-Manager: Sabine Eckhardt, Max Conze, Jan Kemper © ProsiebenSat1/ Montage: MEEDIA

Das manager magazin berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über "Auflösungserscheinungen" beim TV-Konzern ProSiebenSat.1. Die Vorstände Sabine Eckhardt (Vermarktung) und Jan Kemper (Finanzen) würden das Unternehmen verlassen. Der noch frische CEO Max Conze habe das Management gegen sich aufgebracht.

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Finanzvorstand Jan Kemper dürfte “ziemlich kurzfristig” ausscheiden, schreibt das manager magazin (mm) (Paid Content). Er habe sogar versucht, beim Aufsichtsrat des Konzerns eine Ablösung Conzes zu erreichen, “bevor er die Firma in den Abgrund manage”, so das Magazin. Von Kemper gab es dazu keinen Kommentar.

Auch Sabine Eckhardt, im Vorstand zuständig für Vermarktung, sei abgängig. Sie würde ihren Ende 2019 auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Bereits bekannt ist, dass Jan Frouman ProSiebenSat.1 im Februar nach 15 Jahren verlässt. Der Chef der Produktionstochter Red Arrow war unter Conzes Vorgänger Thomas Ebeling in den Vorstand aufgestiegen und übernahm das für ihn neu geschaffene Ressort Content & Broadcasting, das die TV-Aktivitäten aller Sendermarken und die Content-Strategie für Deutschland, Österreich und die Schweiz umfasst. Ebenfalls laut manager magazin gegangen sei Rüdiger Böss, der die Beziehungen zu den Hollywood-Studios pflegte.

Das Magazin listet außerdem noch Christof Wahl in der Liste der Abgänge auf. Der verließ das Unternehmen schon kurz nach Conzes Antritt im Sommer 2018. Von der alten Führungsmannschaft wäre dann Ende 2019 nur noch Conrad Albert als Vize-CEO und Group General Counsel an Bord. Das manager magazin wurde erkennbar von Stimmen gefüttert, die es nicht gut mit Conze meinen. Gleich zu Beginn des Textes wird er als “ehemaliger Staubsaugerverkäufer” tituliert. Conze war vor seinem Engagement bei P7S1 CEO beim Staubsauger-Hersteller Dyson, wo er im Streit ging. Wenn das Gespräch auf “Staubsauger” kommt, korrigiert Conze immer gerne, Dyson sei ja ein “Technologiekonzern”. Trotzdem wird er das Label “Staubsauger” nicht recht los. Damit wollen wenig Wohlmeinende wohl unterstreichen, dass er keine Ahnung vom Fernsehgeschäft hat. In der Tat ist Conze ein Neuling im Business.

Wie das mm nun aufschreibt, hätte auch der frühere RTL Group-Chef Gerhard Zeiler für die Nachfolge Ebelings bereit gestanden. Zeiler habe aber nicht die Führungsmannschaft und Strategie seines Vorgängers übernehmen wollen. Aufsichtsratschef Werner Brandt habe sich dann für den willigeren Branchen-Neuling Conze entschieden.

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Beklagt wird in dem Artikel auch der Führungsstil des neuen CEOs. Mails schließe er häufig mit der Formulierung “Get that shit done!” Außerdem stoße seine Idee eines Großraumbüros für Führungskräfte (“Executive Floor”) nicht auf Gegenliebe. Bemängelt wird außerdem sein Verhandlungsgeschick. Das mm zitiert einen Konzernmanager mit den Worten: „Mit seinem stümperhaften Vorgehen hat er die Beziehungen zu den Studios schwer beeinträchtigt.“

Conze hat den Konzern allerdings auch in einer schwierigen Phase übernommen. Die digitale Diversifizierungsstrategie seines Vorgängers Ebeling begann an eine Grenze zu stoßen. Der Konzern musste mehrere Gewinnwarnungen herausgeben und flog aus dem Dax. Ebeling irritierte Anleger und Analysten zudem mit der Äußerung in einem Call, die Zuschauer seiner Sender seien “ein bisschen fettleibig und ein bisschen arm”. Allerdings war es dem früheren Pharmamanager Ebeling zuvor gelungen, das TV-Haus 2009 aus einer schweren Krise heraus hoch profitabel zu machen und in den Dax zu führen. Wenn auch nicht für sehr lange …

Dass Ebelings Nachfolger im manager magazin nun ein rüder Führungsstil (“Get that shit done!”) zum Vorwurf gemacht wird, überrascht ein wenig. So galt Ebeling selbst auch nicht direkt als Mann der sanften Worte. Die Top-Leute bei ProSiebenSat.1 waren in dieser Hinsicht durchaus den einen oder anderen Spruch gewohnt. Im direkten Gespräch wirkt Conze zumindest Außenstehenden gegenüber sogar zugänglicher als sein Vorgänger. Während eines Neujahrsempfang jüngst in der Mountain View Lounge in der Konzernzentrale in München-Unterföhring herrschte noch heitere bis gelassene Stimmung und man freute sich, dass ausnahmsweise mal der nationale Konkurrent RTL mit seinem Personal-Karussell die Schlagzeilen bestimmte. So schnell kann’s gehen. Auf Anfrage gab es von ProSiebenSat.1 keinen Kommentar zu der mm-Geschichte.

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