#Blasebalgleaks: Satiremagazin Titanic legt „Focus Online“ mit falschen Diesel-Aktivisten rein

Titanic-Chefredakteur Hürtgen bei der Arbeit © Thomas Hintner / Titanic (Youtube-Screenshot)/ Montage: MEEDIA

Mal wieder hat das Satiremagazin Titanic ein Medium reingelegt. Reingefallen ist diesmal „Focus Online“. Der neue Titanic-Chefredakteur Moritz Hürtgen jubelte einem Auto-Redakteur ein Fake-Video unter, das angeblich Autonome zeigt, die mit einem Blasebalg Diesel-Abgase sammeln, um damit Feinstaub-Messstationen in Frankfurt zu manipulieren.

Das Video ist in der Tat reichlich absurd. Zu sehen ist Titanic-Chef Hürtgen, der mit einer Maske und einem Blasebalg an einem Auspuff hantiert und später die Abgase aus dem Blasebalg vermeintlich an einer Messstation vermeintlich wieder ablässt. Bei täglicher „Aktion“ könnten die Messwerte so um bis zu 20 Prozent erhöht werden, ist auf einer Schrifttafel im Video zu lesen. Es folgen die Aufrufe „Autokonzerne bekämpfen“ und „Diesellobby zerschlagen“. Die Titanic-Leute posteten das Video nach eigenen Angaben zunächst in Facebook-Foren. Später schickte Hürtgen unter dem Alias „Michael Leitmayr“ einen gefakten Screenshot der Seite linksautonomen Seite Indymedia mir dem Video direkt an einen „Focus Online“-Redakteur, der nach einem Telefonat mit „Leitmayr“ prompt anbiss.

Einige Zeit später ging die hanebüchene Story unter der Überschrift „Radikale Maßnahmen für Fahrverbote? Autonome verbreiten Anleitung zur Manipulation von Feinstaub-Messstationen“ bei „Focus Online“ tatsächlich online. Die rechte Wochenzeitung Junge Freiheit und das Blog „Die Achse des Guten“ griffen die „Meldung“ auf. Auf Twitter weiter verbreitet wurde die „Story“ u.a. von Spiegel-Kolumnist Jan Fleischhauer und Welt-Chefredakteur Ulf Poschardt.

„Focus Online“ hat seine Berichterstattung mittlerweile korrigiert und schreibt: „Leider ist FOCUS Online darauf hereingefallen und macht dies hiermit transparent. Die Redaktion entschuldigt sich für diesen Fehler.“ Die ganze Geschichte kann man auf der Website der Titanic nachlesen (Bezahlinhalt).

Moritz Hürtgen war auch federführend für das so genannte #miomiogate verantwortlich. Dabei hatte er der Bild-Zeitung einen gefälschten Mailwechsel zwischen Juso-Chef Kevin Kühnert und einem Russen-Troll untergejubelt. In dem Mailwechsel wurde der Anschein erweckt, Kühnert würde auf das Angebot einer verdeckten Online-Kampagne gegen den damaligen SPD-Vorsitzenden Martin Schulz und die SPD-Mitgliederabstimmung zur GroKo eingehen. Die Bild fabrizierte daraus die Seite-1-Schlagzeile “Neu Schmutzkampagne bei der SPD”.