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“Könnte von dummen Menschen missverstanden werden”: So krawallig reagiert True Fruits auf Rassismuskritik

True Fruits
True Fruits ©Foto: true fruits / Montage: MEEDIA

Schrille Provokation gehört mittlerweile zu einigen Marketing-Strategien, auch beim Smoothie-Hersteller True Fruits: Wegen anhaltender Rassismuskritik an einer Kampagne aus dem Jahr 2017 nimmt das Unternehmen nun jene Produkte aus dem Sortiment. Ihnen ginge "die Fehlinterpretationen auf die Nerven". Für das krawallige Krisen-Management in den sozialen Netzwerken hagelt es aber Kritik.

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Geplante Provokation und Eskalation gehört bei vielen Marketing-Kampagnen in den sozialen Netzwerken mittlerweile dazu, auch beim Bonner Unternehmen True Fruits. Der Smoothie-Hersteller stand 2017 im Fokus der Aufmerksamkeit wegen verschiedener Slogans in Österreich. Mit “Schafft es selten über die Grenze” oder “Noch mehr Flaschen aus dem Ausland” sollte einerseits auf die österreichische Migrationspolitik angespielt werden, auf der anderen Seite aber auch auf Vorurteile der Österreicher gegen die deutschen Nachbarn. Schon damals hagelte es heftige Kritik.

Der Vorwurf: Rassismus.

Die Kritik hat sich mittlerweile von der ursprünglichen Botschaft gelöst, denn auch mit anderen Sprüchen zu den bunten Flaschen und anderen Produkten hat True Fruits provoziert, unter anderem mit “Unser Quotenschwarzer”. Nun, anderthalb Jahre später zieht das Unternehmen wegen anhaltender Rassismusvorwürfe bei Instagram & Co. die Reißleine. In einem Instagram-Post von Donnerstag heißt es:

Mit unserem Smoothie white in der schwarzen Pulle haben wir in der Vergangenheit viel Ärger gehabt. Er ist das schwarze bzw. weiße (?) Schaf der Familie. Seinetwegen haben wir uns oft schwarz ääähh weiß geärgert. Und auch jetzt wirft man uns wieder Rassismus vor. Uns gehen die ständigen Fehlinterpretationen auf die Nerven. Wir nehmen ihn nur deswegen aus dem Sortiment. Wirklich nur deswegen. Jetzt habt ihr es schwarz auf weiß.

Kritik hagelte es für diese Reaktion des Social-Media-Teams – wie zu erwarten war – natürlich auch. Viele Nutzer bei Instagram und Facebook bemängelten das Krisen-Management, die fehlende Professionalität und einige teilten mit, dass sie künftig keine Produkte mehr von True Fruits kaufen werden. Über 3.000 Kommentare und 8.000 Likes sammelte der Beitrag bis Freitagmittag allein bei Instagram.

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True Fruits sah sich aufgrund der Reaktionen in der Folge genötigt, mit einem weiteren Posting nachzulegen. “Ja, wir sind diskriminierend” und am unteren Bildrand heißt es dann: “Achtung: Diese Werbung könnte von dummen Menschen missverstanden werden.” In einem Statement auf Facebook erklärt sich das Unternehmen ausführlich zu der anhaltenden Kritik der vergangenen Jahre.

 

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“Man wirft uns Rassismus, Sexismus oder gar die Förderung von ‘Rape Culture’ vor. Wir sind das regelmäßige Lamento einiger Zwangsempörter gewöhnt und entschuldigen uns bei allen, die davon ebenfalls zu Recht gelangweilt sind”, beginnt die Stellungnahme. Das Team weist darauf hin, dass sie auch künftig Werbung machen wollen, die “ein gewisses Maß an Intelligenz und Humor voraussetzen” wird. Eine selbst getätigte Aussage aus dem ersten Post widerlegt True Fruits dann noch: Denn der schwarze Smoothie fliege nicht deshalb aus dem Sortiment, weil ihnen Rassismus vorgeworfen wird, “sondern weil er sich zu schlecht verkauft hat”.

Wie gezielte Provokation in den sozialen Netzwerken wiederum zu kurzfristiger Absatzförderung führt, erläutert das Unternehmen auch: “Die Verkaufszahlen unseres Smoothie white in der schwarzen Pulle sind in den letzten Stunden enorm gestiegen! Yipppieyeah und allen einen herzlichen Dank.” Selbst wenn das nicht stimmt: Aufmerksamkeit gab’s für True Fruits in den vergangenen 24 Stunden satt.

tb

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Alle Kommentare

  1. Man sollte Smoothies, diese überflüssigste aller möglichen Marketingideen, endlich von ihren Vermarktern befreien.
    Gleiches gilt für die Truppe vom Thermomix.

    Freedom for Smoothies and Thermomixers!

    Lets get fruits free again.

    Fruits First!

  2. Wieso “krawallig”?

    Nur weil die Reaktion gegenüber den gegenwärtigen Gestapohorden mit ihren hysterischen Diskrimierungsprogromen nicht so unterwürfig erfolgt ist?

  3. Schade, dass True Fruits dem langweiligen Social Media-Pöbel nachgibt. Aber herzlichen Glückwunsch zu ihren Postings. Ironie ist an solche selbsternannten Antirassisten natürlich verschwendet.

  4. Hier und da vergaloppiert man sich bei truefruits mit dem Sprücheklopfen. Das finde ich nicht so schlimm. Allerdings sollte man Kritik dann auch ertragen können und nicht so dünnhäutig reagieren und von “dummen Menschen” schreiben. Manche Sprüche von truefruits sind einfach dumm. Schade um den schwarzweißen Smoothie, der Opfer der Debatte geworden ist. Der war nämlich der beste.

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