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Aus für Steingarts Today und geplanter Stellenabbau: Verlagsgruppe Handelsblatt bestätigt Sparkurs

HMG-Geschäftsführer Frank Dopheide
HMG-Geschäftsführer Frank Dopheide Montage: MEEDIA

Die Handelsblatt Media Group (HMG) muss bis Ende 2021 Kosten im Millionenbereich sparen. Dazu zählen offenbar auch Personalkosten, die um drei Prozent sinken sollen. Gegenüber Horizont bestätigt HMG-Geschäftsführer Frank Dopheide zudem das Aus des englischsprachigen Dienstes Handelsblatt Today. Ein Projekt, das unter dem ehemaligen Herausgeber Gabor Steingart gestartet war.

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Grund für die Sparmaßnahmen in Düsseldorf sind offenbar verfehlte Umsatz- und Gewinnziele der Mediengruppe in 2018. Der Umsatz stagniert, der Gewinn war auf das Niveau von 2016 gesunken, schreibt Horizont. Bereits Anfang des Jahres hatten Verleger Dieter von Holtzbrinck und weitere Vertreter der Holding bei einem Mitarbeitertreffen betont, dass die Zeit des “Glamours” vorbei sei. Wirtschaftliche Aspekte müssten nun bei der Mediengruppe im Vordergrund stehen.

Konkret wollen die Düsseldorfer innerhalb der nächsten drei Jahre mehrere Millionen Euro einsparen. Das Medienhaus will die Personalkosten um rund drei Prozent drücken, plant zugleich aber weiterhin Investitionen im Millionenbereich, etwa für ein neues Redaktionssystem. Laut Horizont sollen 20 bis 30 Stellen über alle Bereiche des Hauses abgebaut werden, ein kleiner Teil davon bei der wirtschaftlich angeschlagenen Wirtschaftswoche. Derzeit werden bei der HMG Gespräche mit Mitarbeitern über mögliche Vorruhestände geführt. Kündigungen könne die Gruppe aber nicht ausschließen, heißt es.

“Für die Welt um uns sind wir zu langsam”
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Im Zuge dessen wird die Mediengruppe auch das ambitionierte englischsprachige Projekt Handelsblatt Today (ehemals Global Edition) beenden. Das Angebot sei nicht profitabel und werde Ende Februar eingestellt, bestätigte Frank Dopheide Horizont. Zum mutmaßlichen Verkauf des E-Mobilitätsheftes Edison, das wie Today unter Steingart gestartet ist, äußerte sich der HMG-Geschäftsführer nicht. Dem Vernehmen nach soll der Titel an den amtierenden Chefredakteur Franz W. Rother veräußert werden.

Gegenüber Horizont erklärt Dopheide: “Bisher begann jede neue Idee mit der Einstellung von Mitarbeitern; wir haben in unserer Organisation gerne draufgesattelt. Wir wollen es uns nicht länger leisten, einen Teil unserer finanziellen und personellen Ressourcen durch interne Komplexität versickern zu lassen, auch nicht auf Nebenbaustellen.” Weiter heißt es, dass der Verlag sich noch schneller transformieren wolle. Im Vergleich zu anderen Verlagen sei man schnell, “doch für die Welt um uns herum sind wir zu langsam”.

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