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Gemeinsam mit Museen und Partnern: ZDF startet digitale Kulturplattform, die keine Plattform sein will

ZDF-Intendant Thomas Bellut, neues Angebot ZDFkultur
ZDF-Intendant Thomas Bellut, neues Angebot ZDFkultur

Zusammen mit mehreren Partnern, u.a. Museen, Festspielen und weiteren Kultureinrichtungen, hat das ZDF eine digitale Kulturplattform unter dem Label ZDFkultur in seine Mediathek integriert. ZDFkultur war eigentlich der Name eines 2016 zu Gunsten des gemeinsam mit der ARD betriebenen Jugendangebots Funk eingestellten Spartenkanals. Mit dem Vorstoß riskiert das ZDF Verstimmungen mit der ARD.

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Bei ZDFkultur sollen alle Kulturen-Inhalte des Sender in einer Art Unter-Rubrik der bestehenden Mediathek gebündelt werden. Dazu wird es eigens für diese Rubrik produzierte Formate geben. Hinzu kommen Inhalte und Angebote von diversen Partnern, etwa dem Bauhaus Dessau, der Dresdner Semperoper, den Nibelungen-Festspielen und dem Frankfurter Städel-Museum. Ermöglicht werden sollen u.a. virtuelle Rundgänge durch Museen, Virtual Reality und weitere Angebote. Insgesamt hat das ZDF 35 Partner versammelt, weitere könnten folgen.

Das Angebot ähnelt in Grundzügen der Idee, mit der der aktuelle ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm vom BR seit geraumer Zeit hausieren geht. Wilhelm schwebt eine “Super-Mediathek” vor, in der Inhalte von allen möglichen Sendern, auch internationalen, sowie Kultur-Angebote gebündelt werden. Das neue ZDF-Angebot backt nun kleinere Brötchen als die Vision des ARD-Chefs. Der Teil mit den integrierten Kultur-Angeboten wirkt aber wie eins zu eins aus der Wilhelm-Idee übernommen.

Gegenüber der FAZ wies der ZDF-Programmchef Norbert Himmler jede Ähnlichkeit von ZDFkultur mit dem Wilhelm-Projekt zurück. ZDFkultur sei “etwas anderes als die Idee einer europäischen Plattform, die Ulrich Wilhelm ins Gespräch gebracht hat. Wir konzentrieren uns auf unsere Kulturprogramme und auf Partnerschaften mit relevanten Kulturinstitutionen. Damit wollen wir als nationaler Sender einen attraktiven, barrierefreien Kulturraum ermöglichen.”

Offenbar glaubt das ZDF nicht an den globalen Ansatz Wilhelms, der auch Privatsender mit ins Boot holen wollte. Himmler in der FAZ: “Den Tag will ich erleben, an dem die Privatsender in Deutschland eine digitale Kulturplattform eröffnen. Dafür braucht es Programme und fachliche Expertise, Kulturredakteurinnen und -redakteure, die sich auskennen. Geld ist damit nicht zu verdienen.”

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Beim ZDF hat man sich offensichtlich entschieden, einfach mal zu machen. Der Begriff Plattform wird dabei offiziell tunlichst vermieden. Als Bestandteil der bereits bestehenden Mediathek braucht ZDFkultur nämlich nicht den Segen der Ministerpräsidenten der Länder. Hätte das ZDF eine eigenständige neue Plattform gegründet, sähe das anders aus. Das Ergebnis ist freilich mehr oder minder dasselbe.

Offiziell vorgestellt werden soll das neue ZDFkultur am heutigen Mittwoch im Rahmen der Berlinale.

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