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Wofür braucht die ARD denn ein “Framing Manual”? Generalsekretärin Susanne Pfab über den viel diskutierten Sprach-Leitfaden

ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab, Framing-Manual: “Jeder darf so reden, wie er oder sie möchte.”
ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab, Framing-Manual: "Jeder darf so reden, wie er oder sie möchte." ©Foto: ARD/ Thorsten Eichhorst/ Montage: MEEDIA

Aktuell macht ein "Framing Manual" die Runde durch Redaktionen. Das 89-seitige Dokument stammt vom Berkeley International Framing Institut und wurde im Auftrag der ARD erstellt. In dem an ARD-Mitarbeiter gerichteten Papier wird umfangreich beschrieben, wie mit Hilfe des so genannten Framings bestimmte Sichtweisen in die öffentliche Debatte eingebracht werden können. MEEDIA sprach mit der ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab über das Manual und auch die Kritik daran.

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Der Begriff Framing wurde in Deutschland vor allem durch die Sprachwissenschaftlerin Dr. Elisabeth Wehling von eben jenem Berkeley Framing Institut bekannt gemacht, das nun auch von der ARD beauftragt wurde. In Talkshows, bei Veranstaltungen und in Vorträgen hat Wehling Framing erläutert, oft auch am Beispiel von Begriffen, die mit der Flüchtlingsthematik zusammenhängen. Grob gesagt geht es beim Framing darum, dass die Wahl bestimmter Worte und Begrifflichkeiten unterbewusst Wertungen und Bedeutungen mit transportiert. So wird beispielsweise beim Begriff “Flüchtlingsflut” die Ankunft geflüchteter Menschen mit einer Naturkatastrophe gekoppelt, was eine negative Konnotation mit sich bringt. Im Gespräch mit MEEDIA erläutert die ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab Sinn und Zweck des “Framing Manuals” der ARD.

MEEDIA: Sollen denn die ARD-Führungskräfte nicht mehr so reden dürfen, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist?
Susanne Pfab: Jeder darf so reden, wie er oder sie möchte. Die Ausführungen von Frau Dr. Wehling nutzen wir dazu, um uns klarer zu werden, was Sprache bewirken kann. Framing ist etwas, das unser Gehirn laufend selbst tut, denn Sprache funktioniert nur in Bildern. Um diesen Prozess besser zu verstehen, haben wir die Sprachforscherin Elisabeth Wehling gebeten, aus wissenschaftlicher Sicht zu analysieren, wie Dritte über uns reden und wie wir selbst über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk kommunizieren. Wir leben gerade in einer Zeit, in der mit Begrifflichkeiten auch gekämpft wird, etwa mit Begriffen wie “Asyltourismus”, “Abschiebeindustrie” usw. Dieses “Framing Manual” ist Denkanstoß und Diskussionsgrundlage für Mitarbeitende, sich mit Sprache und ihrer Wirkung auseinanderzusetzen und sich bewusst zu machen, wie sehr man mit Sprache auch Botschaften transportiert.

Es steht aber nicht “Denkanstoß” oder “Diskussionsgrundlage” oder “Paper” darüber, sondern “Manual”. Das bedeutet Gebrauchsanweisung. Und es werden darin ganz konkrete Formulierungsvorschläge gemacht. Möchten Sie ARD-Führungskräften da konkrete Formulierungs-Handreichungen geben?
Sie haben es richtig gesagt: Es sind Vorschläge aus Dr. Wehlings sprachwissenschaftlicher Sicht. Wie wir damit arbeiten, ist unsere Sache. Das ist keine Mitarbeiteranweisung. Wir benutzen das wirklich als Diskussionsgrundlage, zum Beispiel  für Workshops mit Mitarbeitenden. Wir fragen uns auch: Wie kann es denn sein, dass wir so viele gute Argumente für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk haben und eigentlich immer häufiger erleben, dass sie gar nicht gehört werden? Da gibt es aus sprachwissenschaftlicher Sicht den Hinweis, dass hat damit zu tun, in welchen Kontext ihr das einkleidet. Wenn man versucht, ein positives Argument anzubringen, indem man zunächst sagt, was wir alles nicht sind – „Lügenpresse“, „Staatsfunk“, was auch immer – dann funktioniert das eben nicht. Wir wollen die Mitarbeitenden stärker befähigen, mit Sprache umzugehen.

Es werden aber nicht nur Vorschläge gemacht, wie man die ARD und den öffentlichen Rundfunk besser darstellt, sondern es wird auch erklärt, wie man den Privatmediensektor fast schon herabwürdigen kann. Da ist die Rede von “profitwirtschaftlichen Sendern”, von “medienkapitalistischen Heuschrecken”, vom “Kommerzsender”. Diese Begriffe fallen im Manual. Wie beurteilen Sie das?
Wir sind gewohnt, immer zu sagen “öffentlich-rechtlich” und “privat”. “Öffentlich-rechtlich” beschreibt aber nur eine juristische Organisationsform, das Pendant wäre “privatrechtlich”. Das wird aber nicht gesagt. Mit “privat” wird eher etwas Privates, Eigenes, Heimeliges verbunden. “Öffentlich-rechtlich” hat eine Konnotation, die für viele nach schwerfälliger Behörde klingt. Für mich war die Erkenntnis ganz wichtig, dass wir hier nicht ehrlich sprechen. Der Begriff “Gemeinwohlmedien” drückt viel besser aus, wofür wir stehen als “öffentlich-rechtlich”. Dass die kommerziell arbeitenden Medienhäuser nun mal kommerziell sind, ist meiner Meinung nach eine ehrliche Bezeichnung und keine herabwürdigende.

Aber es geht auch hier um Sprache und darum, wie man etwas ausdrückt. Was ich für problematisch halte, ist der Begriff “Profitzensur” aus dem Manual für Privatmedien. Das ist doch ein Pendant zu dem Kampfbegriff “Zwangsgebühren”, der von manchen Kritikern des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Munde geführt wird. Wird hier nicht auch ein Krieg mit Worten propagiert?
Das Manual ist natürlich auch geschrieben worden, um Unterschiede deutlich zu machen. Das heißt nicht, dass wir solche Formulierungen übernehmen müssten oder wollen. Ich habe mit dem Begriff “Profitzensur” auch persönlich ein Problem, darum sage ich das auch nicht. “Kommerziell” aber stimmt für mich.

 

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Wer ist denn auf die Idee mit dem “Framing Manual” gekommen?
Wir haben uns schon im Rahmen des Strukturreformprozesses intensiv damit befasst, was unser gesellschaftlicher Wert im digitalen Zeitalter ist und wie wir das verständlich formulieren können. Das Thema Framing ist in den USA ganz normal, bei uns hat es eher eine negative Konnotation. Es meint aber nur, sich über die Wirkmacht von Sprache bewusst zu werden. Selbstverständlich ersetzt Framing nicht die inhaltlichen Argumente. Es geht nur darum, unsere Inhalte und Fakten in den richtigen Kontext zu stellen und unsere Haltung transparent und offenbar zu machen.

Aber wer hat das Manual konkret in Auftrag gegeben?
Wir haben während des Vorsitzes des MDR unter Intendantin Karola Wille angefangen, uns damit zu befassen.

Der Begriff Framing ist bei uns eher negativ konnotiert, sie haben das selbst schon gesagt. Sehen sie darin kein Problem?
Der Begriff ist nun mal da. Es geht darum zu erkennen, wie Sprache einen Kontext  transportiert. Ich nenne mal ein einfaches Beispiel: Wir berichten viel über die Auseinandersetzungen zwischen Trump und China. Dabei geht es vielfach auch um Zölle. Nun macht es einen riesigen Unterschied, ob ich von „Strafzöllen“ spreche, von „Schutzzöllen“ oder einfach nur von „Zöllen“. Es ist wichtig, dass wir erkennen, wie wir mit dem Benennen schon eine Botschaft mitsenden. Das passiert oft unbewusst. Für mich gehört das Thema in jede Journalistenausbildung hinein.

Bei der Public Value Kampagne der ARD wurde der Claim verändert von “Wir sind eins” zu “Wir sind deins”. Das klingt fast eins zu eins wie ein Formulierungsvorschlag aus dem Manual, wo es heißt “Wir sind ihr.” War das Manual der Grund für die Änderung des Claims?
Tatsächlich haben wir uns bei der Aktion eher an anderen Public Service Broadcastern in der EU orientiert. Wir wollen mit dem Claim eine Haltung ausdrücken, das ist kein Ergebnis der Beratung durch Elisabeth Wehling. Auf den einen oder anderen Gedanken kommt man manchmal auch aus verschiedenen Richtungen.

Im Manual ist häufig von Moral die Rede. Da wird auch eine “moralische Interpretation von Sachverhalten” angemahnt. Ist diese Betonung des Moralischen zeitgemäß? Sollten es nicht Fakten auch tun?
Im Deutschen klingt “moralisch” oft gleich nach “moralisierend”. Was gemeint ist, ist offenzulegen, mit welcher Haltung und Werteorientierung wir über uns selbst kommunizieren.  Es geht natürlich um die Argumente und Fakten. Der beste Beleg für unseren Public Value muss immer in unserem Programm liegen. Aber das Reden darüber ist auch wichtig.

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Alle Kommentare

  1. Hallo :-),

    das sind doch keine kritischen Fragen sondern —-> Arschgriechen in Reinform.

    1. Was haben die armen Hellenen denn schon wieder angestellt, dass sie von Hr. Solutre gleich als A****griechen bezeichnet werden? 🙂

  2. Mal eine erste Frage: Wieviel Beitragsgeld wurde für diese schwachsinnige Studie rausgeschmissen?

  3. Zweite Frage: Die ARD hat also eine Generalsekretärin. Wozu und wofür? Und: Mit wieviel ist der Posten dotiert?

  4. “Bei der Public Value Kampagne der ARD wurde der Claim verändert von “Wir sind eins” zu “Wir sind deins”. Das klingt fast eins zu eins wie ein Formulierungsvorschlag aus dem Manual, wo es heißt “Wir sind ihr.” War das Manual der Grund für die Änderung des Claims?”

    Und ihr wundert euch, dass man euch nicht mehr liest, kauft, vertraut?

    Sprecht deutsch zu Deutschen.

    1. Fassen Sie sich ruhig mal an den eigenen Gesichtserker und finden Sie Verweise, die Ihnen jede Fachsprache ins genehm Heimattümelnde übersetzen.

      1. @neB
        Fassen Sie sich mal ruhig an Ihren Visagenvorderbau und erwägen Sie Indizien, daß dieser Supergau an Denglisch durchaus kritikwürdig ist und man schon ideologisch recht vernagelt sein muss, um daraus Heimattümelei zu konstruieren.

    2. Ganz richtig ! Die amtssprache in D ist deutsch . Nicht englisch und auch nicht tuerkisch ! Obwohl letzteres offenbar neuerdings gefordert wird . —Zugegeben, einige begriffe sind auf englisch prægnanter und weniger umstændlich. Aber man kann alles uebertreiben. Manche sætze bestehen schon zu 2 drittel aus englischen wørtern . Fuer mich schon gar nicht mehr verstændlich . die deutschen hatten aber schon immer einen hang zum “outlændisch”. Latein , franzøsisch waren auch modesprachen . Ich schlage als næchstes dænisch vor . Mir liegt sehr viel an der verbreitung meiner sprache — jetzt nehmt das bloss nicht ernst !!!

  5. „Wir fragen uns auch: Wie kann es denn sein, dass wir so viele gute Argumente für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk haben und eigentlich immer häufiger erleben, dass sie gar nicht gehört werden?“ Umgekehrt haben Kritiker evtl. auch viele negative Argumente – und erleben, dass diese vom System nicht zur Kenntnis genommen werden.

    Ein Teil der Bürger, zumal die jüngeren, nutzt gerade die ö-r. Haupt-Fernsehsender wenig, ein beachtlicher Teil der Menschen, die ich persönlich kenne, hält die journalistische Qualität und Unabhängigkeit des ö-r. Rundfunks für durchaus verbesserungsbedürftig. Der „ARD-Faktenfinder“ ist evtl. kein so gutes Beispiel für das „freie“ „Gemeinwohlmedium“ (ja, klingt kuschelig, aber wohl kaum in den Ohren der 30-Jährigen) ARD, an dem viele Mitarbeiter und Produktionsfirmen auch unter kommerziellen Gesichtspunkten richtig gut verdienen.

    Anstatt sprachlich den hehren Wohlfühl-Rundfunk als Ideal zu beschwören, sollte man lieber per repräsentativer Umfrage unter den potenziellen Kunden ehrlich ergründen, warum das Image von ARD und ZDF gelitten hat und welche programmlichen Mängel die Hörer/Zuschauer/User sehen. Selbstkritik statt verbaler Kosmetik würde weiterhelfen.

  6. ARD = Alles Rechte Denunzieren

    Dass die AfD ständig mit dem Adjektiv “rechtspopulistisch” etikettiert wird, ist natürlich keine sprachliche Manipulation. Oder werden die Grünen jetzt als ökopopulistisc, SPD und Linkspartei als linkspopulistisch bezeichnet? Gestern Abend durfte mit Anette Kahane übrigens eine bekannte Stasi-Informantin in der “Dokumentation” über die DDR-Diplomatie auftreten. Da verhielt sich ARD/rbb ganz “neutral”, kein Wort der kritischen Einordnung. Auch das ist ARD: Alles Rechte Denunzieren!

  7. Schade, dass Frau Pfab die vielen guten Argumente, die angeblich für die Öffentlich-Rechtlichen sprechen, nicht genannt hat. Mir fallen nämlich keine ein. Nachrichten und Hintergründe bekommt man auch bei Spiegel-Online, N24, CNN und zig weiteren privaten Medien – und das in der selben Aktualität und Qualität. Gute Unterhaltung findet man bei Netflix und Amazon Prime.

    Wenn es so viele gute Argumente für ARD und ZDF gibt, wie Frau Pfab behauptet, dann sind die Menschen sicher bereit freiwillig dafür zu zahlen – genauso wie Millionen Kunden freiwillig für Spiegel +, Netflix und Amazon zahlen. Wofür braucht es dann aber eine zwangsweise erhobene Gebühr? Offenbar vertraut Frau Pfab selbst nicht auf die Qualität ihres Senders, sonst könnte man sich ja dem Wettbewerb stellen. Immerhin hat sie Humor. “Gemeinwohlmedien”?

    Wenn man sieht, welchen Einfluss Parteien auf das Programm von ARD und ZDF nehmen, – Abberufung des ZDF-Chefredakteurs Brender auf Druck der CDU oder der PR-Auftritt eines bayerischen Heimatministers in einer Soap des Bayerischen Rundfunks sind nur zwei von vielen Beispielen – dienen ja eher dem Wohl der politischen Parteien und weniger der Allgemeinheit.

    1. Die “Privaten” sind natürlich nichts und niemandem verpflichtet und berichten daher ausschließlich wahrheitsgemäß und objektiv. Und so “gratis”, völlig werbefrei, ein wahrhaft altruistisches Geschäft.

      Sarkasmus aus.

      Wenn Sie ein Leben mit reinem zugespamten “Privat”-fernsehen möchten, es steht Ihnen doch offen, alles andere zu ignorieren.

      1. @neB

        “Wenn Sie ein Leben mit reinem zugespamten “Privat”-fernsehen möchten, es steht Ihnen doch offen, alles andere zu ignorieren.”

        Es stimmt, ich kann die ÖRR-Sender ignorieren, dass Problem ist aber, die Zwangsabgabe muss ich trozdem zahlen. Aber für Propaganda will ich nicht zahlen!

      2. @neB 14.02.2019 14: 57 Uhr Ihre Antwort an Franz B. ist schlichtweg eine Frechheit. Wenn er “ignoriert” bedeutet das ja auch, nicht zu zahlen. Wir wissen ja, was dann aktiviert wird. Es steht ihm also überhaupt nichts offen.
        Außerdem gibt es Menschen, die können sich ein Leben ohne Fernsehen nicht nur vorstellen, die leben es auch. Und das meist besser als jene, die vor der Glotze verfetten. Das ist die Minderheit, die hier diskriminiert wird. Und wie gut alle anderen von ARD und ZDF informiert werden, war ja anlässlich der Finanzkrise zu erleben: Trotz eines Milliarden-Etats haben sie niemanden gewarnt. Die Zahl jener, die sich lieber mit anderen Menschen treffen, Sport treiben oder Bücher lesen, wäre im Interesse der Gesellschaft viel größer, wenn es das Zwangsgeld vom Nettolohn, euphemistisch “Rundfunkbeitrag” genannt, nicht oder in nur wesentlich geringerem Umfang gäbe. Gerichte und Richter sind doch übrigens auch unabhängig und werden trotzdem durch Steuern bezahlt. Warum soll denn das bei ÖR nicht gehen? Die entscheidende Frage ist, ob wirklich jedes Jahr 8 Milliarden Euro eingetrieben werden müssen, die dann anstatt im Wirtschaftskreislauf in den Villen und Geldanlagen der Stars und Intendanten landen. Wenn ÖR wirklich für die Gesellschaft nötig ist, wer bestimmt dann dessen optimale Größe? Im Moment die Anstalten im Grunde selbst. Das Ergebnis ist bekannt. Dabei sollten jene bestimmen, die für die Unterhaltung von ÖR aufzukommen gezwungen werden. Es könnte sein, das dabei ein ÖR herauskommt, der nicht so opulent ausgestattet ist. Viel Geld wäre dann wieder im Kreislauf, das jetzt bei Leuten landet, die dank ÖR soviel einstreichen, dass sie es sowieso nicht ausgeben könnten. Ist das Geld im Kreislauf, hat die öffentliche Hand schon allein über die Umsatzsteuer wieder mehr zur Verfügung. Damit könnten Kindergärten saniert und kleine, wohnortnahe Schulen aufrecht erhalten werden, um nur zwei Beispiele zu nennen. Mit anderen Worten: Die Villen und Geldanlagen des Führungspersonals und der Stars im ÖR schaden dem Gemeinwohl. Wer Zwangsgeld vom Nettolohn erhebt, muss sich mit anderen Maßstäben messen lassen. Erster Grundsatz: extreme Sparsamkeit beim Einsatz der so erlangten Mittel. Davon merkt man bei ARD und ZDF leider nichts.

  8. Die Öffentlich-Rechtlichen sind das Gegenteil vom Kommerziell? Darauf muss man erst einmal kommen. Nur zur Erinnerung:

    Vorabendwerbung in ARD und ZDF – nicht kommerziell?
    Schleichwerbung in ARD-Vorabendserien – diente nicht kommerziellen Interessen?
    Private Produktionsfirmen von Moderatoren, die an ARD und ZDF-Formaten verdienen – unkommerziell?
    Nebenjobs, wie Moderationen von bekannten Gesichtern von ARD und ZDF bei Veranstaltungen der Privatwirtschaft? – völlig altruistisch?

    Die Chuzpe, mit der sich öffentlich-rechtliche Redaktionsbeamte als am Gemeinwohl orientierte Medienmacher präsentieren, ist bewundernswert. Allerdings glaubt das außer sie selbst kaum noch jemand.

    1. Sie haben die mindestens 160 Tochterfirmen nicht erwähnt, die ARD und ZDF permanent beschäftigen.. Was alleine bei Network Movie Hamburg, Köln, Berlin an Aufträgen eingeht, ist angesichts der “gesellschaftlichen Relevanz”, die ARD/ZDF/Degeto als Hauptgrund für die Gebühren anführen, eine maximale Unverschämtheit den freien Produzenten gegenüber, die sie zu Bettlern gemacht haben. Dass sie permanent im Ausland drehen und dortiges Geld, dortige Künstler und dortige Infrastruktur nützen um billig produzieren zu können… dass sie 85 % Männer in Regie beschäftigen und 80 % der Rollen nur für Männer schreiben (lassen) und beauftragen ist eine “massive Diskriminierung der Frauen”… und da sind wir bei diesem Framing-Manual und der ARD/ZDF-Studie, in der all diesen ÖR-Leuten gesagt wurde: SCHULUNGEN GEGEN STEREOTYPE ZUWEISUNGEN (sic!) halten und Kontrolle dieser Zuweisungen als “gesellschaftlich relevante” Aufgabe, keine Frauen weiter zu diskriminieren…. WO ist die Auseinandersetzung mit ihren stereotypen Zuweisungen? die so viel Leid und Ausgrenzung verursachen. Gesellschaftliche Relevanz?! Unverschämtheit, Machtmißbrauch, immer weiter Gründungen, Vergrößerungen, Koproduktions-Deals auch mit Firmen, die in Deutschland die Gelder abgreifen wollen und und und…und das alles OHNE JEDE VERNÜNFTIGE KONTROLLE… Wenn man Jauchs Interview hier dazu packt und darauf hinweist, dass sich diejenigen, die z.B. im ZDF jetzt schon versuchen, in die Intendanten-Berufung zu kommen – mit ergänzender Positionierung auf dem zweit”wichtigsten” Platz (Programmdirektion), muss man angesichts all dieser versifften Strukturen, Unfähigkeiten, Bevorzugungen, Buddy-Getue (auf der Berlinale täglich zu sehen) und bösartiger Diskriminierungen nur noch kotzen.

    2. Sie sind nicht kommerziell im Sinn von gewinnorientiert und das Auslagern von Produktionsgesellschaften lag ja ein paar Jahrzehnte ganz im neoliberalen Trend der Sparkasper, die die Sender am liebsten abgeschafft sähen.

      1. Selbstverständlich sind die gewinnorientiert. Was glauben Sie, was die Töchter rück-liefern? Was ist mit den GmbHs die sie eröffnen… unkontrolliert, weil die ja “laut KEF” nicht dazugehören. Was ist mit Enterprises… und und und… Vielleicht mal auf den Reset-Knopf drücken..Die Erinnerung an irgendwelche Jahrzehnte zurück bringt uns nicht vorwärts. Seitdem ist das Monopol bzw. das Kartell massiv gewachsen… mal sehen was die Plattformen mit ihren Aufträgen bringen. Dort gibts – siehe Handelsblatt – straffe Strukturen und die Kreativität wird geschätzt… die darf dort arbeiten statt unfähige Redaktionen an der Hacke zu haben.. die in alles… inklusive Besetzungen, Inhalte, Schnitt, Musik…. einfach alles reinquatschen und sich kompetent fühlen während sie gleichzeitig Leute ausgrenzen – auch diese Entscheidung ohne Kontrolle.. nur nach “Gefühl” und Angst, etwas falsch zu machen. Gut dass das jetzt besser wird, weil – siehe Süddeutsche vom 4.2.19 über „Leerstelle hinter der Kamera“ und die Beschreibung der Handelsblatt-Journalisten über “Heike Hempel” (ihres Zeichens macht-volle Abteilungsleiterin plus stellvertretende Programmdirektorin.. wie sie dazu kommt, weiß der Himmel oder besser Himmler, denn ihre Entscheidungen dauern Jahre und die Personalführung.. da schweigen wir lieber generös..) als “gehört zu den Meckerern” und “ihre Selbstdefinition ist zugleich eine stille Absage an die Methode Netflix” und weiter “Im ZDF senden wir Originals seit 1963..” Man mache Fernsehen für alle und “nicht für eine, ich sage mal Elite”… Netflix ist aus dieser Sicht sowas wie das Medium einer Minderheit, die sich selbst für das Ganze hält. Aus Mainzer Perspektive eine ernst zu nehmende Innovation, aber auch “ein Hype”, wie ein Manager sagte. Deren Macher wüssten eben, wie man sich Aufmerksamkeit verschafft… Soviel zum leitenden Personal eines satten, von Gebührengeldern versorgten öffentlich-rechtlichen und damit angeblich “gesellschaftlich relevanten” Senders (der “massiv Frauen diskriminiert”.. das sollte man nie zu erwähnen vergessen!) . Hier der Link zum langen Handelsblatt-Artikel – sehr interessant: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/im-reich-des-weltfernsehens-die-totale-verfuehrung-wie-der-streamingdienst-netflix-die-filmwelt-erobert/23977000.html

    1. ja auch, ich dachte eher daran das “Framing” ja eine Submenge ist was Klemperer in LTI beschreibt.

      Bzw. ist Framing ja die perverse Variante der Schillersche Vorstellung von der ‘gebildeten Sprache, die für dich dichtet und denkt’

    2. Sie grüßen täglich aus den Kampagnen von Rechtsextremen, denen in Bezug auf die ÖR nichts wichtiger ist, als sie als Strohmann, um sich daran aufzurichten, und sie zu benutzen und unter ihre Kontrolle zu bekommen.

      Die Kampagne und ihre Wirkungen für die Vielfalt der in den Programmen vorgefundenen Standpunkte sieht man in jedem Land, das von Rechtsextremen (mit-)regiert wird, die Türkei und Russland sind bekannte Beispiele, aktuell steht der ORF unter Beschuss.

      1. @neB
        Kritiker mit Superlativen (=Rechtsextremer) zu diffamieren, halte ich für eine rechtsextreme Technik. Daher verorte ich Sie im rechtsextremen Spektrum. Bassam Tibi, der praktisch Auftrittsverbot in den ÖR-Medien hat, würde ebenfalls als Rechtsextremer diffamiert werden, wenn er die passenden ethnisch-kulturellen Merkmale hätte. Die beliebteste Technik des Mainstream ist, nur schwache Gegner zu Wort kommen zu lassen plus in Unterzahl. Bezeichnend, daß die einzige österreichische ausgewogene Polittalkshow (Talk im Hangar 7) auf einem Privatsender (servus) läuft.

    3. Für wen und was der arme Orwell jetzt so alles hinhalten muss, ebenso die Nutzernamen Victor Klemperer und Jesus: ein Trauerspiel …

  9. Das Programm der Öffentlich-Rechtlichen müsste einfach besser werden, nicht so beamtenmäßig und ideologisch. Wer im Fernsehen “Geflüchteter” statt “Flüchtling” sagt, offenbart sich schon durch seine Sprache.

    1. Er offenbart sich als was? Als Nutzer der sonst so hochgehaltenen “Neutralität”, aber dann passt’s Ihnen halt auch wieder nicht. Weil Ihr “neutral” offenbar doch mehr “in meine Richtung” meint?

      1. @neB

        ÖRR und Neutralität, guter Witz. Wenn der ÖRR neutral sein will, sollten sie endlich aufhören die AfD als Rechtspopulistisch zu bezeichnen, dann könnten wir endlich von Neutralität sprechen!

      2. Als was sollte die AfD denn bezeichnet werden? Etwa als „libertär-konservativ“?

        So wie man „Nazi“ nicht einfach durch „rosa“ ersetzen kann, so wenig kann man die Beschreibung der AfD ändern!

      3. @Roland

        Wenn die AfD eine Nazi-Partei sein soll, dann kann die NS-Diktatur ja gar nicht so schlimm gewesen sein. Die schlimmsten NS-Verharmloser sind solche Leute wie Sie, die die AfD mit der NS-Diktatur vergleichen. Schämen Sie sich!

      4. So falsch wie Sie meinen Namen schreiben, so falsch ist Ihre Argumentation: Ich sprach nämlich nicht davon, dass „die AfD eine Nazi-Partei sein soll“; das haben Sie mir in den Mund gelegt! Aber interessant ist doch auch, wie Sie überhaupt selbst zu dieser Klassifizierung der AfD kommen. Schämen Sie sich also!

      5. @Ronald (“Reagan”(?))
        “So falsch wie Sie meinen Namen schreiben, so falsch ist Ihre Argumentation:”

        Ich bin untröstlich!!

        Ich habe Ihnen gar nichts in den Mund gelegt. Ich ziehe meine Schlüsse ausschließlich aus dem Kontext!

  10. “Manuell Framing!”

    “Freiheit ist immer nur des Ersatzenkeltrickbetrügers in einer Ersatzenkeltrickbetrügerbande”

    Niemals war dieses Rosa- Luxemburg Zitat zur Verteidigung der Medienfreiheit gegenüber den rechtspopulistischen Gedankenverbrecher, die mittels selbstständigen Denkens, DER staatenübergreifenden demographisch mathematischen Bevölkerungsfortschreibungen unter Berücksichtigung innereuropäischer Wanderungsbewegungen zum Ausgleich von Populationsdefiziten verschiedener alteuropäische Völkerschaften UND des extrakonstitutionellen Notstandsrechtes, die selbst nach fünf Jahren immer noch nicht auf diesen durchschaubaren Ersatzenkeltrick dauerhaft hereinfallen wollen, jemals aktueller denn heutzutage!

    Und dies gilt in dieser Angelegenheit selbstverständlich eben NICHT nur explizit für die ARD!

    1. „dieses Rosa-Luxemburg Zitat“ [sic!]? Sind Sie so dumm oder wollen Sie uns für dumm verkaufen? Ansonsten ist Ihr Kommentar in der Folge denn auch wertlos, auch wenn Sie sich alle Mühe gegeben haben, einen Bernhard’schen Bandwurmsatz zu formulieren. Der kann es allerdings besser – und das mit mehr Substanz!

  11. Was Sprache bewirken kann, ist sehr viel. Leider fehlt ausgerechnet den “Öffentlich-rechtlichen” zur Zeit jedwedes Mass an Ausgewogenheit.
    Schon allein die Nachrichtenauswahl lässt Schlimmes ahnen. Von der Mischung aus Meinung und Meldung (also “Framing”) mal ganz abgesehen.
    Dazu kommen die aktuellen Neusprech-Modi. Unter anderem zu erkennen in der Neo-Orwellschen Gender-Schöpfung “…die Mitarbeitenden”.
    Und den staatlich bestellten Gedankenbetreuenden ist nicht mal bewusst, wie abstossend ihr Treiben wirkt.
    “Gute Argumente für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk” (die ja leider nicht gehört werden) sind die täglichen Medial-Parolen jedenfalls nicht.
    Eher das genaue Gegenteil.
    Jedes Individuum mit Anteilnahme und wachem Geist denkt beim aktuellen Nachrichten-Angebot der ÖR eher an ein untergejubeltes Regierungs-Statement.
    Der Begriff “Staatsfunk” fiel nicht irgendwie vom Himmel.
    Problematisch wird es dann aus meiner persönlichen Perspektive. Denn ich durfte “Erlebender” sein, als die juristische Organisationsform ÖR einen normalen Bundesbürger (mich) illegal in den Knast bringen wollte:
    Der WDR trat bei meiner Stadt als “Amt” (!) auf – und bat um “Amtshilfe” zur Pfändung (der von mir strikt verweigerten) Zwangsabgabe.
    Da auch dieser Vorgang erfolglos blieb (…) wandte der ÖR den Kniff der Erzwingungshaft an. Der Haftbefehl war bereits ausgestellt und vom Amtsgericht abgesegnet, als das Veto vom Landgericht kam: “Keine Rechtsgrundlage”.
    Im Anschluss gab das “Amt WDR” meine persönlichen Daten an ein privates Inkasso-unternehmen weiter…
    Soviel zur negativen Konnotation.
    Zum WDR: Keinerlei Ausgwogenheit, ausschliesslich Regierungs-Neusprech in Gender-Attitüde – Ihr seid nicht meins. Höchstens Mainz. Der ÖR besass tatsächlich die Frechheit, die Werte Falsch und Richtig gegen die durchsichtbaren Definitionen “Gut & Böse” zu ersetzen – und hinterher auch noch mit staatlicher Deutungshoheit öffentlich rechtlich zu frisieren. Das dann auch noch als allgemein kostenpflichtige “Nachrichten” zu verkaufen, ist mehr als dreist.
    Kurz: Der ÖR kann mich mal. Und zwar kreuzweise.

    1. “Ihr seid nicht meins.”

      Der Staat ist nicht dazu da, “Ihrs” zu sein. Sie sind Diener des Staates. Gestern, heute und morgen. Bis in alle Ewigkeit.

  12. YOU ARE FRAMED!

    Mit der Sprache ist das so eine Sache. Man sollte keine Begriffe benutzen, die man nicht versteht. Framing gehört auch dazu. Der richtige Satz dazu lautet nämlich:

    “YOU ARE FRAMED!”

    Korrekte Übersetzung: “Du wurdest hereingelegt.”

    Während das in einem gedruckten Etwas mit Bildern, Text und Fonts geschieht, ist das bei Bewegtbild ein bißchen komplexer, aber durchaus überschaubar und durchschaubar.

    Das Fernsehen als Werkzeug des Betrugs wurde schon so oft benutzt, daß es geradezu zu einem Synonym für Betrug geworden ist. Wobei es verschiedene Klassen des Betrugs gibt. Zur Oberliga gehört, angeblich Kritik zu üben, in Wahrheit aber Reklame für genau die Sache zu machen, die man angeblich kritisiert.

    Wie gesagt: Oberliga. Den meisten fällt diese Art des Betrugs nämlich nicht auf, ja, sie begreifen die selbst dann nicht, wenn man sie ihnen minutiös, Bild für Bild vorführt und erklärt. Oberliga. Eine direkte Tochter, legitimes Kind der “Agitation und Propaganda”-Abteilungen der Geheimdienste.

    Wenn ich jetzt 2 Links zu Kritiken bringe, ist mir daher bewußt, daß nur die Wenigsten den Inhalt verstehen werden. Aber so ist das nun einmal. Intelligenz ist dünn gesät.

    “Geheime Jubelorgien der Homöopathen”
    xhttp://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=9362.msg22402#msg22402

    “Beschwerde über Scheiße im Fernsehen”
    http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=10436

    1. Manche behaupten ja, es gebe Worte, die mehrere Bedeutungen haben. Der Fachbegriff lautet “Homonym”. Ihre “korrekte Übersetzung” ist somit Güteklasse-A-Bullshit, da selbst ein Beispiel für framing. Aber wenn man in der Unterliga spielt, weiß man sowas natürlich nicht und spinnt sich lieber irgendwelchen Verschwörungsstuß zusammen. Irgendwie muß das Selbstwertgefühl ja aufgebessert werden.

    2. “Wenn ich jetzt 2 Links zu Kritiken bringe, ist mir daher bewußt, daß nur die Wenigsten den Inhalt verstehen werden.”

      2 Links, 2 Rechts und einer wurde fallen gelassen. (Spoiler Alert: Damit sind Sie gemeint. Muß leider ausdrücklich gesagt werden, denn man kann nicht davon ausgehen, daß Sie darauf von allein gekommen wären.)

  13. Peinlich für die Führung der ARD, trotz Spitzenbezahlung ist man nicht in der Lage einen Leitfaden mit wichtigen Talkingpoints selber zu entwickeln.

    Die ÖR sind unreformierbar und müssen komplett zerschlagen/aufgelöst werden.

    Und so wird es kommen, freie Bürger brauchen kein Zwangsabgaben TV.

    1. Der echte Jesus hat weniger Unsinn von sich gegeben – und landete dafür am Kreuz. Leute wie Sie dürfen weiterleben, seufz …

  14. Ein Compliance Manual könnte man es demnach vlt etwas weniger aufgeregt auch nennen.

  15. Es ist einfach nicht mehr zu fassen!

    Die Entfremdung medialer und politischer Funktionseliten von den verfassungsmäßigen Grundsätzen ihres eigenen Staates und dem mehrheitlichen Willen ihrer Bürger ist anscheinend schon so weit fortgeschritten, dass sie just zur Behebung der Legitimationskrise immer nur noch mehr von dem auffahren wollen, was die Bevölkerung bis zur Explosion treibt?

    Wollen diese Kapitäne der Titanic die volle Kollision mit dem Eisberg? Anscheinend!

    Denn das Problem des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist nicht die mangelnde Legitimation dessen, was ihr öffentlicher Auftrag ist, sondern dass sie ihm nicht mehr nachkommen – durch ein völlig verkorkstes Selbstverständnis der Akteure.

    Wenn man sich die Programmgrundsätze der Staatsverträge anschaut, denkt man nur: Großartig! Genauso sollte ein öffentliches TV und Rundfunk aussehen. Vergleicht man aber die Realität damit, bekommt man nur noch das gr0ße Heulen.

    Ich zitiere als Beispiel aus dem dritten Programmgrundsatz aus dem Staatsvertrag des MDR:

    “Alle Informationssendungen (Nachrichten und Berichte) sind gewissenhaft zu recherchieren und wahrheitsgetreu und sachlich zu halten. Nachrichten sind vor ihrer Verbreitung mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf Wahrheit und Herkunft zu prüfen. Die Redakteure sind bei der Auswahl und Sendung der Nachrichten zur Objektivität und Überparteilichkeit verpflichtet. Kommentare sind deutlich von Nachrichten zu trennen und unter Nennung des Verfassers als persönliche Stellungnahmen zu kennzeichnen. Sie haben dem Gebot journalistischer Fairness zu entsprechen.”

    Nehmen wir die politische Berichterstattung: Werden bei uns heute Berichte und Nachrechten auf ihre Richtigkeit überprüft? Wo finden sich die Recherchen, ob die Skripals wirklich von der russischen Regierung vergiftet wurden und ob sie überhaupt noch leben? Wo wird nachgeprüft, da Nato-Staaten die russischen Kurzstreckenraketen, trotz Angebot, sie zu untersuchen, wirklich von den USA Beweise für Russlands angebliche Verstöße gegen den INF-Vertrag Beweise erhalten haben?

    In der Tagesschau werden regelmäßig Behauptungen als Tatsachen verkauft, für die als einzige Gewähr so dubiose Quellen wie die von Katar finanzierten “Weißhelme” (schon der Etikettenschwindel des sich PR-mäßigen Anhängens and UN-Blauhelme ist unseriös!), die in einem britischen Reihenhaus befindliche “Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte” oder der britische Blogger Elliot unter dem Label “Bellingcat” herhalten, ergo Personen oder Formationen, die durch keinen öffentlichen Berufseid, ja noch nicht einmal dem Pressekodex verpflichtet sind, dabei haben wir einen ausufernden Staat mit Ermittlungsbehörden und ein großes Universitätssystem. Merkwürdig, nicht wahr? Eigene Rechercheteams existieren wohl kaum noch, das Korrespondentennetz ist jämmerlich.

    Immer mehr Sendungen werden “outgesourced”, sodass trotz Riesenetats ihre Produktion gar nicht im Sender überprüft werden können. Das ist so seriös wie die Outsourcing von Polizeiarbeit an private Security.

    Statt der sorgfältigen Trennung von Bericht und Kommentar wird durch “story-telling” und “wording” kaum noch eine Nachricht gebracht, die nicht von vornherein mit aufdringlichster Wertung daherkommt. Denn mit einer sorgfältigen Berichterstattung hat das nichts zu tun, wenn uns Jahre lang die “Griechen”, ein ganzes Volk also, als “faule Schüler” dargeboten werden, die “ihre Hausaufgaben” nicht machen und deshalb vom Pädagogen Schäuble gemahnt und gezüchtigt werden müssen.

    Kritische Hinterfragung von Politik ist gänzlich ins Kabarett abgewandert. Ist das nicht ein Zeichen eines an Diktaturen gemahnenden öffentlichen Diskurses?

    Genau wie die jämmerlich unkritische und penetrante Regierungsnähe des aller Berichterstattung unterlegten Spins.

    Dann sowohl die fehlende Neutralität wie die mangelnde Friedensverpflichtung gerade der ARD: Dass ein gesamter Programmbeirat etwa ein Jahr nach Beginn der Ukraine-Krise die ARD rügte, es an Sachlichkeit vermissen zu lassen, wurde einfach mal unter den Tisch gekehrt. (Im ZDF berichtete es nur die Satiresendung “Die Anstalt”.)

    Vor allem aber nervt die Menschen, ständig das identitäre Selbstverständnis von Redakteuren vorzelebriert zu bekommen: Als die Kritik wegen der immer stärkeren propagandistischen Aufheizung zunahm, glaubte etwa Dunja Halayil der massiven Zuschauerkritik durch psycho-pornographische Inszenierung ihres Seelenlebens begegnen zu sollen – genau das Gegenteil von Transparenz der Arbeit und einer quellenkritischen Haltung, die die massive kritisierenden Zuschauer verlangten.

    Überparteilichkeit ist erst recht ein Fremdwort für die ARD: Sie zelebriert doch gerade Parteilichkeit – aber in einer absolut unerträglich homogenen Art und Weise. Pluralität ist ein Fremdwort geworden.

    Und nun just noch mehr Moralität statt Information, Gleichförmigkeit des Jargons und Ausdrucksdesign als Rückker zu faktischer Sachlichkeit?

    40% der Deutschen haben Abitur – und der Rest ist gleichfalls nicht dämlich und arbeitet qualifiziert, 30% haben einen Universitätsabschluss – und Journalisten, die nicht mehr gelernt haben als die meisten Zuschauer gebärden sich ständig als die “Nannies” der Nation?

    Wenn die ARD endlich zumindest die Hälfte ihrer PR-Fachleute und Ideologen rausschmisse und in investigative Rechercheure investierte, die den Mut hätten, tiefer zu buddeln als es die Regierung entzückt, dann könnnten sie ihren guten Ruf wiedergewinnen: Stattdessen bestellen sie bei PR-Instituten neues “Wording”.

    Das, was heute “Wording” heißt, nannte Karl Kraus “Jargon”. Die ARD schwimmt im Jargon, ihr mangelt das Hauptgeschäft des Journalismus: saubere empirische Information.

    Und während ihre liebste weltaunschauliche Klientel, die der grünen großbürgerlichen Citoyens, einstmals als Befürworter von kritischem Denken alle mal Frankfurter Schule gelesen haben, haben sie vergessen, dass “Kritik” zunächst immer Kritik des eigenen Betrachtungswinkel auf die Welt, des “Erkenntnisinteresses” ist – und zelebrieren heute völlig unkritisch einen identitären politischen Glauben, der ziemlich wenig von der Welt begreift.

    Sie sind im Grunde behäbige Untertanen geworden – in einer Zeit, in der eigentlich Grundsatzdebatten geführt und Gewissheiten aufgebrochen werden müssen. Sie sind die Untertanen geworden, vor denen die Frankfurter immer gewarnt hatten, nur dass sie auf ihren Untertanengeist neue Etiketten geklebt haben.

    Die Qualität des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist lausig geworden. Unterhaltung kann er nun mal gar nicht. Selbst die Tatorts reichen nur noch, um am Sonntag zeitig einzuschlafen.

    Das neue “Framing manual” ist just der Schritt, durch den symptomatisch noch einmal deutlich wird, was derzeit gründlich schief läuft.

    Und jedesmal, wenn die Verschlimmbesserungen winken, denkt man nur hilflos: Sie lernen es einfach nie.

    Liebe Leute – so sorgt man für den Zusammenbruch von Gesellschaften! Es ist murx, was ihr macht.

    1. Und dann werden bevorzugt JOURNALISTEN zu Intendanten und Programmdirektoren gemacht…ungeachtet ob sie das können, ob sie überhaupt Personalführung kennen und können etc. Und Volontäre wurden (und werden vermutlich immer noch) zu Redakteuren… ungeachtet der Fähigkeiten, die sie haben… bis ans Lebensende, das von Höchstpensionen begleitet wird.. Muss man sich mal vorstellen: Dass so ein “Redakteur” nach einem leichten Berufsleben mit fetten Gehältern dann noch Pensionsansprüche in ungeahnten Höhen hat. ganz im Gegensatz zu den miesen Renten , die der Gebühren zahlende Bürger bekommen wird, der aber diese Leute mit round about 13.000 Euro in 60 Jahren versorgt hat… Das ist eine der schlimmsten Feststellungen, die man sich vorstellen kann. Dazu kommt, dass sie unsere Milliarden in ihre Tochterfirmen stecken und in viele und vieles andere, das dieses Monopol pampert und stützt. Von Gerechtigkeit, Anständigkeit, gesellschaftlich relevantem Verhalten gegenüber dieser großen Branche KANN KEINE REDE SEIN. Im Gegenteil! Sie verballern Milliarden an wenige.. und dieses Aufsichtstrallala plus Politik vergackeiert den Bürger noch zusätzlich.

      1. Richtig. Jede Menge PR, jede Menge Geld an die Subfirmen von Gottschalk, Plassberg & Consorten. Recherche dagegen- Fehlanzeige.

        Wenn Korrespondenten eingestellt werden, sind sie fachlich grottenschlecht. Ein Gerd Ruge, eine Gabriele Krone-Schmalz als Russlandkorrespondenten, das waren noch hervorragende Slawisten, sicher bewandert in russischer Geschichte und Literatur, zudem neugierig und scharf beobachtend, was Land und Leute betrifft, dabei aber sachlich und präzise in ihrer Sprache.

        Heutiges Niveau? Da stolziert arrogant für die ARD durch Moskau eine Iranerin, die Romanistik studiert hat, aus einer dem Folgerregime des iranischen Schahs von der USA Gnaden stammend, von Russland keine Ahnung habend, aber in ihrem volksverhetzenden Hass stramm transatlantisch getrimmt. Das Russisch fehlerhaft und auf wenige Phrasen reduziert.

        Qualifikation? Die Dame fühlt sich “ganz unwohl”, sobald sie das Haus verlässt. Für ihre Portraits sucht sie nach einer Handvoll Drogenabhängigen, einem halben Dutzend von Frauen, die von ihren Männern vertrimmt wurden und ein paar Alkoholiker am Bahnhof. Schon ist ihr Russland-Bild perfekt.

        Nur der auf dem Grundgesetz stehende Zuschauer fragt sich, warum er für konzertierte Volksverhetzung abdrücken soll. Zwar gibt es keine sexuelle Orientierung mehr, die zur Aberkennung der Menschenwürde durch dieses sich selbst moralinsauaer & narzisstisch bespiegelnden journalistischen juste Milieus mehr, aber Russe sein ist immer noch ganz schön untermenschlich. Die westliche-werteorientierte Ausgabe des arischen Herrenmenschen (nebst seiner weiblichen Pendants) beansprucht eine sich ideologisch definierende Variante des Generalplan Ost.

        Diese Menschenfeindlichkeit schafft es, sich für das Gegenteil dessen zu halten, was sie realiter ist. Sie kommt naserümpfend und im dauerhaften Empörungsmodus daher. Aber im Effekt ist es die gleiche Hybris, die sich schon zuvor fatal “geschichtsmäßig” in Europa austobte.

        Die alten Zeiten gucken um die Ecke. Der letzte Krieg ist schon zu lange her.

    2. Und dann werden bevorzugt JOURNALISTEN zu Intendanten und Programmdirektoren gemacht…ungeachtet ob sie das können, ob sie überhaupt Personalführung kennen und können etc. Und Volontäre wurden (und werden vermutlich immer noch) zu Redakteuren… ungeachtet der Fähigkeiten, die sie haben… bis ans Lebensende, das von Höchstpensionen begleitet wird.. Muss man sich mal vorstellen: Dass so ein “Redakteur” nach einem leichten Berufsleben mit fetten Gehältern dann noch Pensionsansprüche in ungeahnten Höhen hat. ganz im Gegensatz zu den miesen Renten , die der Gebühren zahlende Bürger bekommen wird, der aber diese Leute mit round about 13.000 Euro in 60 Jahren versorgt hat… Das ist eine der schlimmsten Feststellungen, die man sich vorstellen kann. Dazu kommt, dass sie unsere Milliarden in ihre Tochterfirmen stecken und in viele und vieles andere, das dieses Monopol pampert und stützt. Von Gerechtigkeit, Anständigkeit, gesellschaftlich relevantem Verhalten gegenüber dieser großen Branche KANN KEINE REDE SEIN. Im Gegenteil! Sie verballern Milliarden an wenige.. und dieses Aufsichtstrallala plus Politik vergackeiert den Bürger noch zusätzlich.

  16. Ein Handbuch zu verfassen muss nicht per se murx sein.

    Sehen Sie: was würden Sie als Kunde in einem Gespräch denn sagen, wiese ein Mitarbeiter Sie mit den Worten ab

    …“sowas wie Sie bedienen wir nicht, mit siwas wie Ihnen haben wir früher kurzen Prozess gemacht. Und jetzt Raus hier!“…
    ???

  17. OMG! Ist bei den Damen und Herren vielleicht schon mal jemand auf die Idee gekommen, dass es inhaltliche Kritik an ihrer Arbeit geben könnte und dass man die nicht mit hübschem Framing wegbekommt?
    Ich würde sogar sagen, dass ein Teil der inhaltlichen Kritik gerade darauf abzielt, dass die ÖRs bereits ohne Ende Framing fabrizieren. Erinnert sei da z.B. an die fast schon legendären “Moderaten Rebellen” in Syrien. Zumindest mich widert das mittlerweile so stark an, dass ich mir das Programm direkt spare, zumal das besonders gerne in den Nachrichtenformaten vorgenommen wird, wo es kaum weniger zu suchen haben könnte.

  18. ÖR sind real nur noch als große Werbeagentur mit PR-Auftrag zur Verbreitung und Unterstützung der Regierungsmeinung, zu sehen. Doch was erwartet man wenn nicht einmal 1% der Bevölkerung (Mitglieder in Parteien) mehr als 36% aller Personen der Konktrollgremien stellen und dazu noch eine nette Prozentzahl vom Parteisympathiesanten neben sich wissen (Gewerksachften) und dabei selbstversändlich auch bei Personalentscheidung mit entscheiden? Da kommt natürlich auch parteiliches Programm heraus, was nicht nur bei Nachrichten, Reportagen, Talkshows u.s.w. auffällig wird, sondern selbst in Unterhaltungsfilmen durchschlägt. Da wird die abgeschlossene Berufsausbildung, eines Migranten, gerne als Norm präsentiert, aber die Verurteilung eines Migranten ebenso gerne verschwiegen. Was nicht soll, darüber wird mehr geschwiegen, als über jeden kleinen Integrationserfolg, den man gerne an die große Glocke hängt. Das Seltene ist eben wertvoller, als das Übliche.

  19. Gute Artikelserie, Dankeschön. Mich widern die Öffentlich – Rechtlichen einfach nur noch an. Sehe längst Netflix und schenke mir talkshows, kochshows und Leute wie Hayali und den 400.000 Euro-Mann Tom Buhrow oder die Doof – Tante Anna Plancken. Hat nix mehr mit Journalismus und Aufklärung zu tun, nur noch Gesinnung, Gelaber und Gefühl.

    1. Der Klimawandel wird in wenigen Jahrzehnten alle diese “Debatten” überflüssig machen. Dann wird es nur noch um das nackte Überleben gehen.

  20. Ob Sie es persönlich nun glauben mögen, oder auch nicht, in den kommenden 2020er Jahren wird, KEIN Scherz (!), tatsächlich ein Grossteil der selbsternannten europäisierten Elite(!!), ob nun in Medien, Politik, Kunst oder Kultur hier in Deutschland schlichtweg untergehen, und fast völlig von der Bildfläche verschwinden!

    Denn zwei WAHRE Geschichten führen nämlich zu einem wahrhaft erstaunlichen Ergebnis!

    Zunächst die fünfjährige Susi S.:

    “Liebe Deutschen, zwei Drittel von zwei Drittel sind nicht nur vorübergehend und nicht nur in Deutschland, sondern IMMER und überall vier Neuntel!
    Wenn ihr diesen kurzen Satz einfach auswendig lernt, wisst schon wesentlich mehr, als die gesamte europäisierte Elite hier in Deutschland zusammengenommen!”

    Vierjährige Tina D an Tante Merkel:

    ” Duuuu , Tante Merkel, neeee viele Leute haben hier ja gar keine eigenen Enkel!
    Kann man die nicht einfach woanders herholen, damit hier jeder einen eigenen Enkel abkriegt? ”

    Und nun, wie versprochen das wahrhaft erstaunliche(!!) Ergebnis in dieser Angelegenheit!

    Könnten Sie mir bei Gelegenheit bitte einmal verraten, weshalb die gesamte europäisierte Elite(!!) hier in Deutschland erwiesenermaßen(!!) über fünf Jahre hinweg und das sogar auch noch zusammengenommen wohlgemerkt, SOGAR NOCH einfältiger ist, als diese beiden kleinen Mädchen?

    Und da der demographische Wandel in den kommenden 2020er trotz zwischenzeitlich erfolgter Ersatzenkelstampede TROTZDEM nicht ausfallen wird, wird eine gewisse Ersatzenkeltrickbetrügerbande auch letztendlich vollständig auffliegen!

    Und die selbsternannte europäisierte Elite verschwindet dann auch aufgrund erwiesener(!!) grenzenloser Einfältigkeit(!!) dann auch sehr schnell auf dem nächstplazierten Kehrrichthaufen der Geschichte!

    1. Vielleicht sollte die ARD die Einrichtung des Senders eins.elf!! in Erwägung ziehen, natürlich unter Ihrer Ägide. Das könnte unterhaltsam werden, und die dauernden Wiederholungen fallen bei Spartensendern dann ja auch nicht so ins Gewicht.

  21. Der Staatsfunk fängt jetzt also mit Gehirnwäsche an, um seine Existenzberechtigung zurückzugewinngen. Abschaffen und dann minimalistisch von Politik und Unternehmen unabhängig aufbauen, ist die einzige Lösung

  22. arme ö.r. Sender, wie schlimm muss es da drin aussehen, wenn man sich derart abmühen muss um das verlorene Vertrauen wieder zu gewinnen. Mit dieser “Anleitung” wird es wohl auch nix werden. Man ist transatlantisch und auf der Nato Flöte winselnd im falschen Tunnel und ein Ende ist nicht in Sicht.

  23. Wie wurde das bezahlt?

    Mußte etwa der GEZ Zahler seine eigene Indoktrination auch noch selber bezahlen?

    Ich glaube, das was dort geschah nennt sich Elitenverwahrlosung

  24. “MEEDIA sprach mit der ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab über das Manual…”

    Über das Manual? Spielt die ARD ihre Propaganda jetzt auf der Orgel? Oder ist hier vielleicht ein ganz profanes Handbuch gemeint?

  25. Die ARD erinnert mich an die SPD…

    Schon blöd, wenn man merkt, daß sich was ändern muß, sonst wird man überflüssig, es sich aber nichts ändern darf, sonst wird man ersetzt.
    Für dieses Dilemma gibts das schöne Jahresgehalt.
    Und für die Simulation eines Lächelns gibt es die extrabreite Zahnreihe.

  26. “Wir benutzen das wirklich als Diskussionsgrundlage, zum Beispiel für Workshops mit Mitarbeitenden. Wir fragen uns auch: Wie kann es denn sein, dass wir so viele gute Argumente für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk haben und eigentlich immer häufiger erleben, dass sie gar nicht gehört werden?”

    Z.B. dadurch, dass beim Fallen des Wortes “Mitarbeitende” sofort und unverzüglich der Durchzugscanale grande zwischen Ohr rechts und Ohr links aufgeht. Da kann dann nix mehr hängen bleiben. Bidde sehr, kost nichts.

    1. Früher schämte man sich für seine Dummheit, heute streut sie jede(r) ins WWW!

      „Das Problem der sozialen Netzwerke ist allerdings die manchmal etwas unglückliche Kombination aus Denkfaulheit, Rechtschreibschwäche und Internetanschluss.“ (Der bekannte Philosoph Erwin Pelzig)

      Bidde sehr, kost nichts.

  27. Wie wäre es, wenn man sich guten Argumenten gegen den Rundfunkbeitrag stellt, statt

    a) seine Kritiker zu diffamieren
    b) sie zu ignorieren oder
    c) wenn, nur schwache Kritiker (Abteilung komische Vögel) einzuladen bzw gute in Unterzahl oder sonstwie verknappt auftreten zu lassen,

    kurz: offene Diskussion zuzulassen. Das ist so trivial und offensichtlich, daß Assoziationen (oder im Neusprech: framing und Narrativ) zu Honneckers Jubelpresse naheliegen.

  28. “Framing ist etwas, das unser Gehirn laufend selbst tut, denn Sprache funktioniert nur in Bildern. Um diesen Prozess besser zu verstehen, haben wir die Sprachforscherin Elisabeth Wehling gebeten, aus wissenschaftlicher Sicht zu analysieren”

    Gröhl! Wer ein derart grob falsches Verständnis davon hat, wie Sprache und Hirn funktionieren, sollte wohl besser bis in alle Ewigkeit die Klappe halten. Das gleiche gilt für “Wissenschaftler” wie Wehling. Werbefuzzies sind keine Wissenschaftler. Solche Leute haben in öffentlichen Entscheidungsräumen absolut nichts verloren.

    1. Gröhl! Wie funktionieren „Sprache und Hirn“ denn Ihrer Ansicht nach?

      Wenn Sie das nicht plausibel erklären können, sollten Sie „wohl besser bis in alle Ewigkeit die Klappe halten“ und neidlos anerkennen, dass Frau Ph. D. Wehling mehr Ahnung von der Thematik hat als Sie sich jemals aus Ihren Haaren oder sonst woher saugen können. „Solche Leute [wie Sie] haben in öffentlichen Entscheidungsräumen absolut nichts verloren.“ Bleiben Sie lieber beim Clausthaler!

  29. Jede osteuropäische Bordsteinschwalbe verdient mehr Respekt als die manipulativen Maulhuren der Gemeinwohlsender.

    1. Sprechen Sie aus persönlicher Erfahrungen mit „osteuropäische[n] Bordsteinschwalbe[n]“? Anders kann man diesen Vergleich eigentlich nicht deuten.

  30. Eine Replik mit “…in den USA völlig normal…” einzuleiten, halte ich für argumentativ schwach. In anderen Ländern sind viele Dinge “normal”, die wir hier aus unterschiedlichen, oft aber guten Gründen ablehnen.

  31. Könnte es sein, dass die ÖR Obertanten und -Onkels langsam genau so dumm aus der Wäsche schauen wie dereinst das ideologisch auf Parteikurs gebürstete Personal beim DDR-TV und -Rdfk? Ich habe da so ein deja vu. Rückzugsgefechte, Torschlusspanik – mehr fällt mir dazu nicht mehr ein.

  32. “Der Begriff “Gemeinwohlmedien” drückt viel besser aus, wofür wir stehen als “öffentlich-rechtlich”.”
    Die Damen und Herren von den “öffentlich-rechtlich” wissen ganz genau, dass sie bei einer Umstellung des jetzigen Zwangsgebühren-Systems auf eine freiwillige Variante mangels Interesse an diesen “Gemeinwohlmedien” nicht nur finanziell sofort am Ende wären…

  33. Ich habe nun auf Netzpolitik.org das schlimme Dokument der Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling gelesen, das in alarmierender Weise von der VERFASSUNGSFEINDLICHKEIT und dem TOTALITARISMUS einer Generation von selbsterklärten MEINUNGSINGENEUREN zeugt, die man beim besten Willen nur ANTI-DEMOKRATEN nennen kann: DENN MIT DEM GRUNDGESETZ IST DER TOTALITÄRE ANSPRUCH, DEN FRAU WERTH DEM ÖFFENTLICH-RECHTLICHEN FERNSEHEN ZUMISST, NICHT IN EINKLANG ZU BRINGEN.

    Ich werde nun zunächst das Grundgesetz und den an ihm orientierten Programmauftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehen laut Staatsvertrag des MDR (ergo just des Senders, der dieses Papier in Auftrag gab) zitieren, bevor ich ein Beispiel des totalitären Verständnisses dieser Frau Wehler geben werde.

    Artikel 1 des Grundgesetz lautet:

    “Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.”

    Mit der Erhebung der Würde des Menschen, als etwas, das noch vor jeder staatlichen Ordnung als durch jedes einzelne existierende Individuum als gegeben zu würdigen sei, zur Grundlage jeder rechtsstaatlichen Gewalt und der Erklärung, jedem Individuum stünden sui generis zugleich “unverletzliche und unveräußerliche Menschenrechte” zu, die ebenfalls als jeder staatlichen Verfassung vorausgesetzt und somit als universal gültig zu betrachten seien, erkennt der demokratische Rechtsstaat sich als eine dienende, sekundäre Struktur an, der gegenüber jeder Mensch ontologisch übergeordnet sei.

    In der Präambel heißt es: “Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.”

    Der hier dargelegte Gottesbezug, den Kritiker als Verletzung der Glaubensneutralität kritisierten, ist berechtigt dahingehend verteidigt worden, dass hiermit kein spezifisch christlicher oder monotheistischer Gottesbezug ausgedrückt sei, sondern die ontologische Vorrangigkeit des Menschen und derjenigen seiner für ihn grundlegenden Eigenschaften, nämlich der Gewissens-, Bekenntnis-, Meinungs- und Ausdrucksfreiheit, die ihn als darin freie personale Instanz anerkennen, vor jeder rechtlichen oder staatsbürgerlichen Bindung. Die Debatte über den in der Präambel des Grundgesetzes vorkommenden Gottesbezug, die sich im Rahmen der Diskussionen über analoge Grundsätze einer gemeinsamen Verfassungsgrundlage der europäischen Union neu entzündete, folgte dem Argument, hiermit sei konstatiert, dass sich darin staatliche Gewalt auf eine sekundäre Rolle gegenüber dem durch seinen ontologischen Ursprung markierten überlegenen ontologischen Status des Menschen an sich bescheide. Dieser Mensch, dem der Staat zu dienen habe, wird als einer gewürdigt, zu dem unveräußerlich ein freies Glaubensbekenntnis, ein freier Wille, freie moralische Entscheidungsfähigkeit und eine freie Meinungsbildung gehöre.

    Dem entsprechend und sich von der Usurpation, den Menschen auf Grundlage einer höheren moralischen Autorität und Zielsetzung des Staates formen zu dürfen, von den staatssozialaistischen Gesellschaften des Warschauer Paktes, erst recht aber vom Totalitarismus des Faschismus distanzierend, wurden auch die Staatsverträge der öffentlich-rechtlichen Sender mit grundgesetzkonformen Programmrichtlinien versehen. Diese verpflichten die Sender zu:

    – der Orientierung an der Wahrheit und der freiheitlich demokratischen Grundordnung,
    – der Achtung der Würde des Menschen und aller ihr gleichfalls verpflichteten religiösen, sittlichen, politischen und weltanschaulichen Überzeugung, Meinungen,
    – der Förderung der Völkerverständigung, des Friedens und der Freiheit.
    – einer ansonsten weltanschaulich neutralen, objektiven und überparteilichen Berichterstattung, die Sachlichkeit und Wahrhaftigkeit wahrt, sorgfältig recherchiert, Quellen gründlich überprüft und Nachrichten von auf persönlicher Meinung oder Weltanschauung beruhende Kommentare klar trennt.

    Jeder möge die im Netz veröffentlichten Programmgrundsätze der die ARD konstituierenden Landesanstalten selbst auf die Richtigkeit meiner Zusammenfassung überprüfen.

    Frau Wehling, die auf Betreiben des MDR dieses Framing Manual für die ARD ausarbeitete, gehört zu jenen Sprach- und Kognitionswissenschaftlern, die der Auffassung sind, sprachliche Botschaften könnten gar nicht neutral formuliert werden und, falls dieses doch möglich sei, seien sie von 98% der Menschen in dieser Form gar nicht “kognitiv” aufzunehmen, i.e. intellektuell zu verstehen. Damit vertritt diese Frau, die im Zuge ihrer Dissertation an der University of California in Berkeley ein Menschenbild angeeignet hat, das an den ultrakonservativen 50er Jahre Soziologen Helmut Schelsky erinnert (ausgehend von dem Menschen als “Mängelwesen”, der der Einfriedung durch starke Autoritäten bedürfe), eine Vorstellung von Kommunikation, die mit dem Rechts- und Menschenverständnis des Grundgesetzes und damit der Staatsverträge des öffentlich-rechtlichen Rundfunks schlicht nicht kompatibel ist. Ihre 2013 erfolgte Publikation “Political Framing” zeigt ihre ideologische Nähe zu den Vorstellungen rechter US-Thinktanks wie der Heritage Foundation, die Millionenbeträge dafür ausgeben, wie die Implementierung sprachlicher Deutungsrahmen dafür genutzt werden kann, Menschen in eine spezifische politische Richtung zu lenken.

    Diesen Anspruch formuliert auch ihr Framing Manual für die ARD:

    “Wenn Sie Ihre Mitbürger dazu bringen wollen, den Mehrwert der ARD zu begreifen und sich hinter die Idee eines gemeinsamen, freien Rundfunks ARD zu stellen […], dann muss Ihre Kommunikation immer in Form von moralischen Argumenten stattfinden. In Form von Argumenten also, die eine moralische Dringlichkeit kommunizieren […].

    Das bedeutet, das die Worte, Slogans und Narrative, die sie verwenden, immer ein primäres Ziel haben müssen: das Ziel […] immer zunächst ihre moralische Perspektive zunächst offenzulegen. Denken und Sprechen sie nicht primär in Form von Faktenlisten und einigen Details. Denken und Sprechen sie immer in Form von moralischen Prämissen. Der Grund ist einfach: Wenn Menschen sich für oder gegen eine Sache einsetzen, dann tun sie das nicht aufgrund von einzelnen Faktenargumenten und auch nicht aufgrund eines reinen Appellierens an ihren materiellen Eigennutz. Sondern sie tun es, wenn sie das Gefühl haben, es geht ums Prinzip. Das bei einer Sache das moralische Gleichgewicht aus den Fugen geraten ist oder droht aus den Fugen zu geraten. Das Menschen ein Unrecht angetan wird (…) und es daher einen gemeinschaftlichen Auftrag gibt, dieses Unrecht zu korrigieren. […]
    https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2019/02/framing_gutachten_ard.pdf

    Die Arbeit von der ARD ist von moralischen Prinzipien getragen. Die ARD setzt sich für bestimmte Dinge ein, weil sie von ihrer moralischen Notwendigkeit für das gesellschaftliche Miteinander überzeugt ist.”

    Unabhängig von welchen “moralischen Prinzipien” Mitarbeiter der ARD aber “überzeugt” sein mögen, so sind diese Überzeugungen, soweit ihr normativer Bezug über die Parteinahme für das Grundgesetz hinausgeht, jedoch auschließlich ihre ganz private Entscheidung, die sie sorgfältig von ihren beruflichen Pflichten zu unterscheiden haben. Emphase dürfen sie ihnen ausschließlich in den als Einzelmeinung auszuweisenden Kommentaren verleihen, die jedoch Ressortleiter durch divergierende Stellungnahmen auszubalancieren haben. Von diesen jedoch sind Nachrichten, die laut Programmrichtlinien sachlich, neutral und objektiv zu vermitteln und aus sorgfältig ausrecherchierten und durch gründlich geprüfte Belege abgesicherten Tatsachenaussagen zu bestehen haben, klar zu unterscheiden. Die Programmgrundsätze erlauben hier schlicht keine Boulevardisierung unter dem Vorwand, die Mehrheit der Menschen sei hierzu intellektuell und psychisch nicht in der Lage. Ob es Frau Wehling gefällt oder nicht: Das Grundgesetz geht doch tatsächlich von einem Menschenbild aus, das den freien und zu souveräner Gewisssensbildung fähigen mündigen Bürger voraussetzt. Falls die öffentlich-rechtlichen Sender eigenmächtig entscheiden, diesem Menschenbild zu entsagen, demontieren sie ihren verfassungsmäßigen Auftrag, dem sie ihr Bestehen überhaupt verdanken.

    Das autoritäre Denken der Frau Wehling aber beruht nicht nur auf dem konservataiven, undemokratischen Menschenbild Helmut Schelskys, sondern empfiehlt hier der ARD ein “Menschenmanagement”, das dem reaktionären Politikverständnis Carl Schmitts entspricht. Dies zeigt nicht nur ihr Appell, die ARD solle sich als eine moralisch autoritäre Instanz begreifen, sondern die von ihr gesetzten moralischen Imperative grundsätzlich mithilfe der Erklärung eines gesellschaftlichen Notstands (“souverän ist, wenn den Notstand bestimmt”) durchsetzen und sie mit Hilfe schlichter Dichotomien wie “gut”/”böse” oder (moralisch) “schön”/”hässlich” in den Köpfen der Menschen definieren. Die primäre Unterscheidung eines solchen politischen Kampfes ist die dezisionistische der Differenz von “Freund” und “Feind”. Somit setzt die von Wehling empfohlene Selbstüberhebung eines Senders als “meinungshoheitliche Instanz” immer zugleich auch die Diskreditierung jeglichen Dissenz’ voraus. Wer bestimmen kann, was moralisch “gut” ist, der reklamiert auch für sich die inquisitorische Macht zu bestimmen, wer “böse” oder “der Böse” ist. Und das ist nicht nur so autoritär, sondern sogar totalitär, dass die Frage der weltanschaulichen Etiketten, die am Ende der so durchgepeitschten “Message” davon unberührt ist: Ob ich das, was der Zuschauer emotional zu umarmen hat, als “links”, “alternativ”, “grün”, “konservativ” oder “liberal” etikettiere, ändernt nichts am durch und durch autoritären Modus der Inszenierung des hier orchestrierten Anspruchs auf Meinungshoheit.

    Was ist das Skandalon dieses Manuals?

    Es ist leider durch und durch symptomatisch: Seit mehreren Jahren ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk in einer Krise, die keineswegs nur jene Zuschauer konstatieren, die etwa in Gegnerschaft zur normativen Basis des Grundgesetzes stünden. Der Vorwurf eines durch und durch weltanschaulichen Journalismus des derzeitigen Personals reduziert sich nicht im Entferntesten auf die 13-15% von Wählern der AfD, die die tendenziöse Etikettierung im Jargon permanenter Moralisierung nur deshalb kritisieren, weil sie eine gegenteilige Etikettierung befürworteten. Breit beklagt wird der Mangel an echter Debatte, das Fehlen von Pluralität, der permanente Kampagnenjournalismus und die theatralische Boulevardisierung aller Themen. Wir haben ganz offensichtlich eine tiefe politische Krise, die von weit mehr empfunden wird als von jenen, die deshalb unsere verfassungsmäßige Grundlage in Frage stellten. Die Krisendiagnose unzähliger Zuschauerbeschwerden, mit denen die ARD zu kämpfen hat, betrifft die behauptete Alternativlosigkeit politischer Rezepte, die permanent mit moralischem Getöse durchgepowert werden: Denn durch dieses Verfahren wird Demokratie und Pluralität de facto ad acta gelegt. Selbst die individuelle Entscheidungsfähigkeit der Bürger wird abgestritten, indem jede Möglichkeit ihres Dissenz’ von vornherein diskreditiert wird. Grundlagendiskussion finden nicht mehr statt. Wenn Krisen angesprochen werden, dann nur in dem Tenor, als ob moralisch überlegene Entscheidungsträger in Politik und Medien nur überlegen müssten, mit welchem theratpeutischen Kniff dem Mängelwesen=Bürger ihre überlegene und sakrosankte Weisheit einzutrichtern sei, da sie sich keine Gründe für abweichende Überzeugungen vorstellen können, als die psychische Unreife, die intellektuelle Beschränktheit oder die moralische Minderwertigkeit möglicher Kontrahenten.

    Das ist schlichtweg kein demokratisches Verständnis mehr.

    Das ist die Aufgabe der Grundüberzeugung von der Würde des Menschen.

    Das ist de facto die Beseitigung unseres verfassugnsmäßigen Verständnisses demokratischer Kommunikation, die die sourväne Meinugnsbildung von Bürgern in einer kontroversen Debatte aufgekündigt hat zugunsten einer therapeutisch geölten Propagandamaschine.

    Die Infragestellung von Demokratie an den rechten Rändern ist nichts anderes als die logische Konseqenz des Selbstverständnisses einer medialen Funktionselite, die ihre eigene unangefochtene Meinungshoheit glauben mit autoritärem Meinungsmanagement durchsetzen zu dürfen, weil sie glauben, Attribute wie “liberal” oder “humanitär” identitär zu verkörpern.

    Denn wenn die, die Frau Wehling beauftragten, noch substanzielle Vorstellungen von Liberalität hätten, dann hätten sie eine konservativ-autoritäre Theoretikerin wohl kaum damit beauftragt, ihren Journalisten einen gleichförmig-tendenziöse Jargon für die Selbstbewerbung eines öffentlich-rechtlichen Senders zu entwerfen. Schon das Ziel eines einheitlichen, dazu noch absichtlichen tendenziösen Sprachduktus von Journalisten ist mit dem verfassugnsmäßigen Auftrag des öffentlichen Rundfunks nicht zu vereinbaren. Dies aber noch einer Frau aufzutragen, deren Weltbild per se nicht mit dem Grundgesetz zu vereinbaren ist, ist ein Skandal – zumal man schon ein politischer Analphabet sein muss, um ihre ideologische Nähe zu Demokratiegegnerns wie Helmut Schelsky und Carl Schmitt nicht zu bemerken, die beide nicht umsonst 1933 die Reichskanzlerschaft Adolf Hitlers begrüßten – wenn sie auch später von der “Vulgarität” seiner Erscheinung desillusioniert waren.

    Falls auch der Skandal, den das Vorliegen eines solchen Dokuments als Auftragsarbeit für einen öffentlich-rechtlichen Sender darstellt, nicht entsprechend aufgearbeitet wird, d.h. endlich zu einer ernsthaften Diskussion führt, was am Selbstverständnis führender Medienschaffender in diesem Land falsch ist, fürchte ich um unsere Demokratie. Leider bin ich so skeptisch, hier wenig Hoffnung zu haben. Denn das schwindende Verständnis dafür, dass sich gerade in der Krise Demokratie nur dadurch bewähren kann, dass sie zur tiefgründigen Selbstkorrektur imstande ist, ist ja die Ursache der Malaise. Es ist – tragischer Weise – zu befürchten, dass die Symptomatik dieses Skandals nicht verstanden wird – und auch hier Medienwissenschaftler, wie im Fall Relotius beim Spiegel, meinen, die Konstatierung einer offensichtlichen Fehlentwicklung nütze “nur den Feinden der Demokratie” und der “Pressefreiheit”. Nein, die Krise der Demokratie beruht geradezu auf dem undemokratischen Anspruch von Meinungshoheit, der zur Fiktionalisierung und Boulevadisierung des Journalismus führt, den Frau Wehler noch einmal zu radikalisieren anstrebt. Zuschauer erhalten seit mindestens fünf Jahren auf ihre Aufschreie “Hier läuft etwas grundsätzlich falisch!” nur die wütende Kampfansage: “Dann bekommt ihr noch mehr davon aufgebratscht – bis ihr Euch nicht mehr muckt!”

    Das ist nicht demokratisch. Das ist anti-demokratisch.
    Das ist der Zustand einer Demokratie, deren institutionelles Personal unkorrigierbar auf den Untergang zumarschiert.

    Der öffentliche-rechtliche Rundfunk ist ein Institution unseres demokratischen Rechtsstaats. Das gesellschaftliche Verständnis, das sich in diesem Framing Manual verrät, ist aber das der politischen Führung jenes untergegangenem deutschen Staates, der bereits 1953 der Dichter Bert Brecht folgende entscheidende Worte ins Stammbuch schrieb:

    Die Lösung

    Nach dem Aufstand des 17. Juni
    Ließ der Sekretär des Schriftstellerverbands
    In der Stalinallee Flugblätter verteilen
    Auf denen zu lesen war, daß das Volk
    Das Vertrauen der Regierung verscherzt habe
    Und es nur durch verdoppelte Arbeit
    Zurückerobern könne. Wäre es da
    Nicht doch einfacher, die Regierung
    Löste das Volk auf und
    Wählte ein anderes?

    In brennender Sorge,
    Anja Böttcher

  34. Es dient der Klarheit, wenn der (oft benutze) Begriff “private TV-Sender” als beschönigend entlarvt wird: Bei diesen geht es (legitimer Weise) in erster Linie um Gewinnerzielung. Es dient der Klarheit, wenn die “öffentlich-rechtlichen Sender” den schwer fassbaren Begriff “öffentlich-rechtlich” durch “kommerz-freier Rundfunk” ersetzen. Prof. Dr. H. H. (Prof. für öffentliches Recht)

  35. Es sind jetzt schon fünf Jahre her, dass die Presse in einer Krise ist, die ihr wirklich an die Substanz geht. In Köln verkauft jetzt der Neven Dumont Verlag alle Regionalzeitungen. Aber auch die großen Wochenzeitungen pfeifen auf dem letzten Loch. Der Tag, an dem Der Spiegel dichtmachen wird, wird der dann endlich der sein, an dem hohe Medienfunktionäre begreifen werden, welche Stunde es geschlagen hat?

    Denn an der Misere ist nicht nur die Verfügbarkeit von News durch das Internet ursächlich beteiligt. Sinnvolle Bezahlmodelle, bei denen Leser sich entscheiden können, welche Artikel sie lesenswert finden (etwa die, in denen glaubhaft Recherche steckt), während sie die gesamten weltanschaulichen Trommelartikel, vor allem die, die nur Nato-Propaganda für den nächsten Krieg enthalten, links hätten liegen lassen können, waren wohl nicht gewollt. Denn eine solche Praxis hätte ja eine Bereitschaft der Verlage gezeigt, die mündigen Leser demonstrieren zu lassen zu können, wo sie wirklichen Journalismus sehen und wo nur PR für geballten Journalismus. Damit hätten sie einen Informationsservice geleistet – statt undemokratisch Meinungshoheit zu zelebrieren.

    SEITDEM DIE GESAMTE DEUTSCHE PRESSE ABER, INKLUSIVE DER ÖFFENTLICH-RECHTLICHEN, NUR NOCH EINE EINZIGE VERFASSUNGSFEINDLICHE PROPAGANDAMASCHINE FÜR KONZERTIERTE VOLKSVERHETZUNG IST UND KONZERTIERT AUF LESERPROTEST MIT DER DIFFAMIERUNG DER LESER REAGIERT, IST DIE VORSTELLUNG, DERGLEICHEN ZU SUBVENTIONIEREN, EINE MORALISCHE ZUMUTUNG!

    UNSER PRESSEDISKURS IST NICHT MEHR MIT DEM GRUNDGESETZ VEREINBAR!!!

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