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Paradebeispiel für den Streisand-Effekt: Wie Tichys Einblick Unterlassungsklagen von Madsack zur Eigen-PR nutzt

RedaktionsNetzwerk Deutschland, Roland Tichy: Klage kassiert, Self-Promotion-Offensive gestartet
RedaktionsNetzwerk Deutschland, Roland Tichy: Klage kassiert, Self-Promotion-Offensive gestartet © Picture Alliance/ Montage: MEEDIA

Seit einigen Tagen können Leser des Online-Magazins Tichys Einblick, das vom ehemaligen WirtschaftsWoche-Chefredakteur Roland Tichy betrieben wird, ausführlich lesen, dass dort bestimmte Dinge nicht zu lesen sind. Hintergrund ist eine juristische Auseinandersetzung zwischen Tichy und der Verlagsgruppe Madsack, bzw. dem zugehörigen Redaktionsnetzwerk Deutschland, die ein Paradebeispiel für den so genannten Streisand-Effekt ist.

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Roland Tichy selbst veröffentlichte bei Tichys Einblick vergangenen Montag einen Artikel, der sich mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland und einer angeblichen Einflussnahme der SPD auseinandersetzt. Tichy insinuierte in dem Text vielfach und überdeutlich, dass die SPD auf Veröffentlichungen des RND Einfluss nehmen würde. Hintergrund ist, dass die SPD-eigene Medienholding ddvg mit rund 23,1% eine Beteiligung an der Verlagsgruppe Madsack besitzt, zu der wiederum das RND gehört. Das RND beliefert Zeitungen der Madsack-Gruppe, aber als Dienstleister auch andere Blätter, mit überregionalen Artikeln und Berichten aus der Hauptstadt.

Die Tichy-Argumentationslogik ging ungefähr so, dass die mittelbare Minderheitsbeteiligung der ddvg dafür sorgt, dass praktisch alle Veröffentlichungen des RND SPD-gelenkt seien. Nun kann man darüber streiten, ob es sinnvoll ist, dass eine Partei Beteiligungen an Medienhäusern besitzt. Darüber wurde in der Vergangenheit auch mehrfach ausführlich und kritisch diskutiert, und die SPD-Medienholding ddvg war und ist immer wieder Gegenstand kritischer Berichterstattung. Dass diese Beteiligung “heimlich” sei, wie Tichy schrieb, ist also Unsinn. Die Beteiligungsverhältnisse sind öffentlich an vielen Stellen einsehbar und waren auch schon häufig Gegenstand von Berichterstattung.

Ebenso ist es realitätsfern zu behaupten, eine solche mittelbare Beteiligung habe Einfluss auf Berichterstattung oder Kommentare in Veröffentlichungen des RND oder angeschlossener Zeitungen. Beim RND und Madsack empfand man den Tichy-Text als schwer rufschädigend und wehrte sich mit dem juristischen Mittel eines Unterlassungs-Schreibens, wie es in der Medienbranche mittlerweile üblich ist.

Angegriffen wurden mehrere Formulierungen in dem Tichy-Text und mindestens eine Tatsachenbehauptung, die Tichy auf Twitter tätigte, um den Artikel zu promoten. Im Kern zielte das Unterlassungsbegehren darauf, dass Tichy nicht mehr behaupten sollte, die SPD würde die RND-Veröffentlichungen beeinflussen.

Nun lief die Sache aber nicht ganz so, wie sich das die Verlagsgruppe Madsack womöglich erhofft hatte. Tichy versah seinen Text mit einem Hinweis, dass dieser bis zu einer bestimmten Frist gelöscht werde. Sein Magazin verfüge nicht über die Ressourcen, “um mit diesen (sic!) machtvollen Gegner presserechtliche Auseinandersetzungen zu führen. Pressefreiheit ist die Freiheit sehr reicher Organisationen und Personen.” Gleichzeitig verbreitete Tichys Einblick, dass bestimmte “Tatsachen” nicht mehr geschrieben werden dürften und verwies darauf, dass das Internet nichts vergesse. Dieses Vorgehen sorgte nach Informationen von MEEDIA für ein weiteres Unterlassungsschreiben, da Tichy auf “Tatsachen” verwies, die er laut der ersten abgegebenen Unterlassung doch erklärt hatte, nicht weiter zu verbreiten. Auch die zweite Unterlassung wurde nach Informationen von MEEDIA abgegeben.

Tichy beließ es aber nicht dabei, sondern stichelt auf Twitter weiter gegen das namentlich nicht genannte “SPD-Medienimperium”.

Zudem veröffentlichte er auf seiner Website einen Spendenaufruf, weil “eine mächtige Organisation, die wir hier nicht nennen dürfen unter dem Risiko hoher Geldleistungen” Tichys Einblick gezwungen habe Artikel, Tweets und Facebook-Eintragungen zu löschen: “Ihr medialer Einfluß (sic!) soll nicht sichtbar werden.”

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Screenshot von Tichys Einblick

Die PR-Taktik verfängt. In einschlägigen rechten Blogs und so genannten Alternativmedien, u.a. beim berüchtigten PI-News, sowie in zahlreichen Tweets und YouTube-Videos wird nun das Narrativ von der “bösen SPD” gesponnen, die versucht ihren angeblichen Medieneinfluss mit juristischen Tricks zu verschleiern, Links auf die archivierte Originalstory oft inklusive. Die Geschichte dürfte somit eine weitaus größere Aufmerksamkeit erfahren haben, als sie ohne den Streit bekommen hätte. Dies ist ein Parade-Beispiel für den so genannten Streisand-Effekt im Netz, bei dem der Versuch, eine Veröffentlichung zu unterbinden, für eine verstärkte Verbreitung sorgt.

Roland Tichy und Tichys Einblick nutzen dies für PR-Zwecke und Spenden-Aufrufe. Auf Twitter bedankte sich Tichy schon für die “großartige Unterstützung” bei seinen Lesern.

Roland Tichy und Tichys Einblick haben auf Anfragen für diesen Artikel nicht reagiert. Kurz nach der Anfrage von MEEDIA verschickte Tichys Einblick jedoch eine Pressemitteilung, in der Roland Tichy u.a. folgendermaßen zitiert wird: “Wir können und werden jene Äußerungen, zu deren Unterlassung wir uns verpflichtet haben, nicht wiederholen. Jedoch werden wir selbstverständlich weiter kritisch über die SPD, die DDVG und deren Beteiligungen berichten.” Ein Sprecher der Madsack-Mediengruppe kommentierte auf Anfrage von MEEDIA: „Wir müssen uns nicht jeden Humbug bieten lassen.“

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Alle Kommentare

  1. “Ebenso ist es realitätsfern zu behaupten, eine solche mittelbare Beteiligung habe Einfluss auf Berichterstattung oder Kommentare in Veröffentlichungen des RND oder angeschlossener Zeitungen.”

    Nein, es ist vielmehr völlig realitätsfern zu behaupten, dass eine solche Beteiligung KEINERLEI Einfluss hat.

    Natürlich nicht dergestalt, dass da die SPD-Führung morgens persönlich anruft und den Leuten Wort für Wort diktiert, was sie schreiben sollen. Solche Bilder werden lediglich bemüht, um Skepsis bzgl. möglicher Einflussnahme lächerlich zu machen.

    In der Praxis geschieht Einfluss selbst dann, wenn kein einziges Wort gesprochen wird – einfach weil die Leute ganz instinktiv wissen oder ahnen, was die Geldgeber etc. von ihnen erhoffen, und sich (oftmals vermutlich sogar unbewusst) darauf einstellen.

    Ein schönes Beispiel dafür ist ein psychologisches Experiment, das vor ein paar Jahren mit Gerichtsgutachtern durchgeführt wurde:
    Unter einem Vorwand hat man dutzenden Gerichtsgutachtern Material zu einem fiktiven Fall gegeben und sie beauftragt, ein psychologisches Gutachten über den angeblichen Angeklagten zu erstellen.
    Alle Gutachter haben exakt das gleiche Material bekommen, mit einem winzigen Unterschied:
    Der einen Hälfte der Gutachter hat man weiss gemacht, dass der Auftraggeber des Gutachtens der Staatsanwalt ist – der anderen Hälfte hat man gesagt, dass der Auftraggeber der Strafverteidiger ist.

    Und was ist wohl passiert? Die Gutachter, die glaubten, dass das Gutachten vom Staatsanwalt beauftragt wurde, haben Gutachten verfasst, in denen der fiktive Angeklagte schlecht weg kam – und diejenigen, die glaubten, dass das Gutachten vom Verteidiger beauftragt wurde, verfassten für den fiktiven Angeklagten positive Gutachten.

    Niemand hat ihnen gesagt, sie sollten so handeln – sie lieferten einfach instinktiv das, was sie glaubten, was der Auftrag- und somit Geldgeber von ihnen erhofft. Weil sie – sicher nicht zu unrecht – vermuteten:
    Wenn ich ein Gutachten abliefere, das meinem Auftraggeber gelegen kommt, dann ist die Chance hoch, dass ich von ihm Folgeaufträge bekomme. Wenn ich hingegen ein Gutachten abliefere, dass meinem Auftraggeber so gar nicht gelegen kommt, dann wird der mich in Zukunft mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr beauftragen.

    So banal und subtil funktioniert Einflussnahme in der Regel.

    1. Ist dochgenauso mit den zahlreichen Stiftungen, die direkten Einfluß auf politische Entscheidungen haben, ja sogar bei Gesetzgebung involviert sind Die sind verlängerter Arm der Parteien, auch für statistische Angelegenheiten und sollen vorgaukeln, daß diese “unabhängig” wären und den Willen des Volkes wiederspiegeln. Indoktrinierung, Lug und Betrug. Auch “freie” Wahlen sind bei derart übermäßiger Beeinflussung nicht möglich.

    2. Es ist schon pervers und unfassbar dreist, wenn der Autor behauptet, dass es grundlegende Funktionen des Wirtschaftssystem gar nicht gäbe. Er behauptet offenbar ernsthaft, dass nicht der Eigentümer den Kurs vorgibt, sondern in Medien die Autoren selber. Shareholder Value u.a. gibt es offenbar auch nicht, laut seiner Denkweise. Vielleicht ist das in Nordkorea so, aber in D sicher nicht

      1. Auch hier wird wohl gelten, wenn man der Spur des Geldes über alle Mutter und Dachgesellschaften von meedia zurückverfolgt, dürfte man eine Erklärung finden, wie ein Autor grundlegende Logik und einfachste Zusammenhänge komplett ausblenden kann.
        Spiegel, Taz usw. haben alle das selbe Problem. Es schreiben Aktivisten und keine Journalisten.

  2. Herr Gunter Weißgerber (SPD Mitgliedsnummer 26) ist deswegen aus der SPD ausgetreten. Sehr interessante Stellungnahme auf seinem Blog (Weißgerbers Freiheit-Blog).

    … ich finde es schade, wie die heutigen “Elitepolitiker” – so hoch qualifiziert und realitätsnah (Ironie aus) – eine Partei wie die SPD herunter gewirtschaftet haben.

  3. Sie glauben doch selbst nicht, dass die SPD-Beteiligung KEINEN Einfluss auf die Berichterstattung hat. Dann LESEN Sie doch mal die einseitigen Berichte des RND. Ihr Artikel ist nichts als FAKE-News für Gutmenschen!

  4. Die Mehrzahl der Leser der über 50 Tageszeitungen wissen eben nicht, was das “Redaktionsnetzwerk Deutschland” ist und daß die SPD daran beteiligt ist. Der Zusammenschluss der vielen Zeitungen ist vom Ende Mai 2018, also noch nicht so lange her.

  5. Sehr schön zu lesen wie der Linksextremist Winterbauer für seine Geldgeber in die Bresche springt. Wer nimmt solche Kommunisten noch ernst?

    1. Ach du meine Güte: Wenn Stefan Winterbauer die AfD nicht so toll findet wie die rechtspopulistische Blase, soll er gleich ein Linksextremist und Kommunist sein. Was für eine schlichte Weltsicht. Und wer tatsächlich glaubt, dass sich Journalisten von Parteien und Politikern die Artikel diktieren lassen, hat noch nie eine Redaktion von innen gesehen. Fragen Sie doch mal die SPD in Hannover, ob die Redakteure der dortigen beiden Madsack-Zeitungen parteihörig sind. Die sind eher SPD-kritisch.

      1. ” …dass sich Journalisten von Parteien und Politikern die Artikel diktieren lassen, …”

        Journalisten brauchen keine Anweisung. Denn sie wissen, was von ihnen erwartet wird. Des Weiteren wissen Journalisten auch, worüber und wie sie zu berichten haben, um beruflich nicht ins Abseits zu geraten und die Karriereleiter emporzuklettern. Viele Journalisten arbeiten lediglich als freie Mitarbeiter. Ihnen ist sehr wohl bewusst, dass die Aufträge ausbleiben, wenn sie den Erwartungen der Altparteien/der Politik nicht entsprechen. Ich erinnere in diesem Zusammenhang u. a. an das Schicksal von Eva Herman und Katrin Huß.

      2. Man muß keine Redaktion “von innen sehen”, um Statistiken zu kennen. Diese besagen europaweit, dass eben linksgrün in der Überzahl ist. Dazu kommt eine große Gruppe, die sich nicht offiziell outet. Der CDU/CSU sind gar nur 9% anhängig. Das sagt mehr, als “Von innen sehen müssen…”

    2. Ach du meine Güte: Wenn Stefan Winterbauer die AfD nicht so toll findet wie die rechtspopulistische Blase, soll er gleich ein Linksextremist und Kommunist sein. Was für eine schlichte Weltsicht. Und wer tatsächlich glaubt, dass sich Journalisten von Parteien und Politikern die Artikel diktieren lassen, hat noch nie eine Redaktion von innen gesehen. Fragen Sie doch mal die SPD in Hannover, ob die Redakteure der dortigen beiden Madsack-Zeitungen parteihörig sind. Die sind eher SPD-kritisch.

  6. So ist es, je nachdem welcher Geldgeber Aufträge erteilt, instinktiv wird danach gehandelt, nicht mehr und nicht weniger.

    Seit Udo Ulfkotte berichtete wie Journalisten gekauft werden um so zu berichten wie es den Herschaften gefällt, mit Tricks, mit Lügen siehe Relotius der Lügenpresse reißerische Geschichten erfand etc., weiß man wie der Hase läuft.
    Und richtig ist auch das die Stiftungen ebenfalls einen enormrn Einfluss haben. Da denke ich nur an Stasi-Tussi Annetta Kahane und die bekloppte Schramm die Dresden nich mal bombardieren möchte, diese Antonio-A.-Stiftung hat mit extremer linken Hetze eine ganze Gesellschaft gespalten sodaß wir heute zahlreiche Gewaltbereite Linksextremisten auf unseren Straßen haben die keine Hemmungen haben und selbst vor Mord nicht zurück schrecken. Der Witz ist; die geben an gegen Gewalt und Hetze zu sein!!! So irre ist das alles!!!

    Jede Gewalttat von denen wird daher als rechtsextreme Gewalt eingestuft und so kommt es das der Leser glaubt, „was schon wieder sind die Rechten so extrem …“
    Anderes Beispiel; im Asylantenheim kloppen sich diese JUNGEN MÄNNER, auch das fließt dann als rechtsextreme Gewalt in diese Statistiken, eben weil sich Nigerianer mit Kenianern gekloppt haben. Das haben die sich alles „fein“ ausgeheckt wie man den bösen Deutschen verteufeln kann, nur die Abrechnung ist ohne den Wirt gemacht!

    Nehmen wir die Zündeleien ebensolcher Heime, Zeitraum 08/2012 bis Januar 2016
    Ausländer haben aus persönlicher Motivation ihre Unterkünfte selbst angezündet! Bei den 232 Fällen im benannten Zeitraum waren 26 aus eindeutig fremdenfeindlicher Motivation begangen worden. Das entspricht einer Quote von 11,2 Prozent und bestätigt, daß die überwältigende Mehrheit der Brände in den Unterkünften eben nicht von Akteuren von „rechts“ zugeschrieben werden können, sondern Asylbewerber selbst für die Beschädigung oder totale Vernichtung ihrer, mit Steuergeld finanzierten Unterkünfte verantwortlich sind! Zahlreiche solche böswilligen und zerstörerischen Akte kann man sich auf you tube ansehen, unfassbar was hier passiert und noch immer sind die dummen Schafe still, wollen nicht wach werden nein, die laufen mit ihrer Persönlichkeitsprothese den ganzen Tag umher ohne etwas mitzubekommen, wo laufen sie denn ja wo laufen sie denn, ich sags mal so: sie laufen zum eingeladenen Schlächter!

  7. “Ebenso ist es realitätsfern zu behaupten, eine solche mittelbare Beteiligung habe Einfluss auf Berichterstattung oder Kommentare in Veröffentlichungen des RND oder angeschlossener Zeitungen. ”

    In was für einer Welt leben sie ? Diese absurde Behauptung allein ist beleidigend

  8. Offenbar verlassen auch die letzten Ratten das sinkende SPD-Wrack und wollen mit dieser Splitterpartei von geistig Fragwürdigen nicht mehr in Verbindung gebracht werden. Die Zeiten ändern sich.

    1. Typisch “Tichys Einblick”. Jetzt die Märtyer-Nummer. Hier kommt auch nix Substanzielles.

      Die Fürsprecher Tichys regen sich über Sachen auf, die Gegenstand kritischer und substanzieller Artikel gewesen sind. So ganz anders als Tichys Tirade. Was diejenigen hier in den Kommentarspalten schreiben zeigt, dass sie getroffen sind. Ihr Lieblingsorgan wird mal wieder kritisiert. Andere sind anderer Meinung als sie. Das sind sie nicht gewöhnt. In ihrer Welt hat nämlich alles Linke und Liberale die Daseinsberechtigung verloren.

      1. Sie dürfen nur nicht so selektiv schauen, Herr Schulte. Herr Tichy bringt meist sehr Substanzielles. Ebenso wie der Cicero, die NZZ, Publico, Tumult und andere, die es einfach so wagen, anderer Meinung zu sein als andere. Wer sind die anderen? Sie, Herr Maas, Frau Merkel, Frau Kahane. Aber ich finde folgerichtig, wenn Sie sich an die Meinung der Mächtigen anschmiegen. Sie sind eben ein Anschmiegertyp und alle, die etwas Rückgrat zeigen, wie etwa Frau Lengsfeld, die eine beglaubigte Biographie haben für ihre wirkliche Haltung, “stilisieren sich nur zum Opfer”.

        Wie halten Sie es eigentlich mit Salman Rushdi? Stilisiert er sich auch zum Opfer? Oder Hamed Abdel Samad, wenn er mit Personenschützern aufkreuzt? Alles posing? Mir wird grad etwas übel, zu viel Kontakt mit Leuten Ihres Schlages geht auf meinen Magen.

  9. Und die SPD-Konsorten in den Rundfunkräten sitzen da auch nur ganz zufällig rum, oder wie?

  10. Ich hatte nie zuvor von Tichy gehört und bin begeistert. Es gibt also doch noch mutige Journalisten die sich gegen den CDUCSUSPDFDPGRÜNELINKE-Staat positionieren. Bravo!!!

  11. Also – habt Ihr bei Meedia eigentlich so etwas wie eine Kantine? Falls ja: Schaut doch mal ernsthaft nach, ob im Geschirrschrank noch alles okay ist. Noch alle Tassen da?

  12. Herr Tichy ist in jedem Fall richtig sauer. Sah man schön an seinen Retweets und an der Artkelauswahl auf seiner Site.

    Ich habe selbst gleich ein paar Euros mobilisiert, um Tíchy und Co. zu bestärken.

    Winterbauer ist grundsätzlich ein guter Mann, aber hier liegt er falsch, wenn SPD-Obere wie Stegner zum Telefon greifen und bei der ddvg oder gleich bei der Redaktion die richtigen Leute anrufen, dann können Redakteure ihren Job verlieren.

    Und das ist auch mit der Grund dafür, warum es z.B. keine faire Berichterstattung über die AfD gibt oder ganze Themenbereiche nicht bearbeitet werden.

    Tichy und das deutsche Bürgertum haben die Macht, die Intellektuellen und finanziellen Ressourcen, einen fundamentalen Politwechsel herbeizuführen.

    Die Linken haben noch gar nicht begriffen was auf sie zurollt.

    1. Was soll da wo wann wie rollen???
      Da rollt, ausser vielleicht ein mittelprächtiger Königsberger Klops in der (ehemaligen) DDR, irgendwie ziemlich wenig.
      Geht eher bergab mit der AfD. Maximal Stagnation.

  13. Endlich traut sich mal Jemand, diese filzige Interressen-Journallie angemessen bloßzustellen.
    Der Umstand an sich, war längst kein Geheimnis mehr.
    Nun meldet sich ein Autor anerkannten Gewichts zu Wort – schon ertönt der hysterische Gegensprecher (selbstverständlich im Besitz der absoluten Deutungshoheit).
    Ausgerechnet bei Meedia?
    Na denn, gute Nacht.

  14. Keine Angst, es ist bald vorbei mit der sozialdemoktatischen Linksjournalie. Da gehts denen nicht besser, als anderen. Ein verzweifelter Zusammenschluss von vielen, um billiger noch was zu verdienen. Nur lesen tuts eben keiner mehr. Was weitere Folgen hat. Verdienen wird eine SPD absehbar nichts mehr, das Geschäftsmodell ist zum Scheitern verurteilt. Der Leser ist nicht so dumm, dass er diesen tendenziösen Mist auch noch als qualitativ wertvoll erachtet. Was natürlich auch wieder Folgen für die artikelkaufenden Zeitungen hat, die dies als Lückenfüller nutzen. Ich dachte ja immer, dpa wäre schon übel………es ist ja so (zumindest bei mir), ich muß nicht mal gleich sehen, wo der Artikel herstammt, das weiß man trotzdem sofort.

    Aber es ist schön zu sehen, wie dieses Kartell sofort marschiert, wenn es offen gelegt wird. Einem Tichy da eigene Werbezwecke zu unterstellen, halte ich für Unsinn, da diese SPD Verflechtungen lange so existent sind, sich nur scheinbar niemand getraut hat, dies mal so zu publizieren, obwohl man selbst nachschlagen hätte können, zwar mit Umwegen – aber immerhin.

    JEDER, der seine Arbeit behalten will, arbeitet gemäß der Vorgabe seines Chefs. Das ist so und wird immer so bleiben. Egal, ob er selbst etwas anders regeln würde. Ich verstehe nicht, wie einige dies in Abrede stellen wollen. Das ist eine ganz natürliche Vorgehensweise. Dementsprechend ist es natürlich linkslastig.

    1. Ihre Behauptung ist wirr und falsch. Sie behaupten “Einem Tichy da eigene Werbezwecke zu unterstellen, halte ich für Unsinn, da diese SPD Verflechtungen lange so existent sind, sich nur scheinbar niemand getraut hat, dies mal so zu publizieren, obwohl man selbst nachschlagen hätte können, zwar mit Umwegen – aber immerhin.”
      FAKT IST: Die Eingentumsverhältnisse stehen auf Wikipedia,de. Sogar die SPD veröffentlicht sie selbst. Also noch einmal: Selbst die SPD “traut” sich ihre Beteiligungen zu veröffentlichen. Es gibt keine Umwege beim nachschlagen.
      sie behaupten:”JEDER, der seine Arbeit behalten will, arbeitet gemäß der Vorgabe seines Chefs. Das ist so und wird immer so bleiben. Egal, ob er selbst etwas anders regeln würde. Ich verstehe nicht, wie einige dies in Abrede stellen wollen. Das ist eine ganz natürliche Vorgehensweise. Dementsprechend ist es natürlich linkslastig.”
      FAKT IST: die SPD hat nur minderheitenbeteiligungen. Sie stellt nicht den Chef. Zudem, wenn es die große SPD-Verschwörung gäbe, wieso steht die SPD dann bei 14%?

      1. http://www.ddvg.de/wirueberuns/unserebeteiligungen/

        Unsinn, Herr Jochen. Die SPD hat mitnichten nur MInderheiten. Auch wenn vieles andere aber auf Minderheitsbeteiligungen rausläuft, mal was für Sie, Zitat: ” Tatsächlich hatte die ehemalige SPD-Bundesschatzmeisterin und Generaltreuhänderin der DDVG, Inge Wettig-Danielmeier, über die Parteibeteiligung an Medien gesagt:

        „Auch dort, wo wir nur 30 oder 40 Prozent haben, kann in der Regel nichts ohne uns passieren.“

        Was dies dann sagt, habe ich Ihnen ja dargelegt, was Sie als SPDler scheinbar echauffiert.Was mich zur Frage führt, wieso die nur bei 14% rangieren. Tja, bei solch ungebildetem Pöbelpersonal ohne Substanz und ohne konkrete finanzielle Zielanalysen zu ihren hochtrabenden Plänen und Wünschen im Dauerfeuer ist das kein Wunder und schnell durchschaubar. Fordern kann ich viel, nur ist die SPD nicht in der Lage auch nur annähernd dies mal durchzurechnen und auch zu präsentieren. Es wird einfach nur gefordert……………

  15. Was mir immer auffällt, wenn ich beide “Lager” bilanziere: die einen haben die Charaktertypen, denen man kaum Mitläufermomente nachweisen kann. Beispiele: Alexander Wendt, Bassam Tibi, Henryk Broder, Herr Tichy, Vera Lengsfeld, Frank A. Meyer, Prof Patzelt, Bosbach, Palmer. Auf der anderen Seite finden sich bei der schreibenden Zunft nur blasse Gestalten, eng geschart um Funktionäre und Bonzen wie Maas, Kahane, Merkel, Intendanten, Verlagsbonzen usw. Verblüffend finde ich, daß viele der schreibenden Mitläufer oft genauso aussehn, wie sie heißen, Stichwort “Gniffke”, “Hensel” oder “Gensing”. Ich finde das verblüffend. Das Aussehn ist das Letzte, was für mich den Ausschlag gibt, aber dennoch gibts da diese Korrelationen.

    1. Sie meinen der psychische, intellektuele, moralische und geistige Verfall Linker äußert sich auch körperlich? Interessante Theorie.
      Eventuell könnte man ein Forschungsprojekt starten, ob Links sein tatsächlich eine Art Krankheit ist.;D

      1. Wie gesagt ist mir solches “Festmachen” von Ideologie/Charakter an Äußerlichem eigentlich zuwider weil Kern von echtem Rassismus. Und doch sind diese Korrelationen nicht übersehbar. Meine Arbeitshypothese: unbewußtes Angleichungsbedürfnis bis ins Äußere, oder auf gut Deutsch: Ausdrucksbedürfnis. Auch der Lügner will unbewußt, aber stetig bekennen, daß er lügt. Tut allerdings hier nichts zur Sache und nur ne Luxushypothese, die ich mal in meiner Freizeit ventiliern werde.

  16. Auch ich halte eine der Kernthesen des Artikels für erkennbar falsch: die Behauptung, dass es absurd sei, wenn man annimmt, dass die Beitzverhältnisse der Medien für deren Arbeit unbeachtlich sind. Ich halte das direkte Gegenteil für richtig und würde nur darüber nachdenken, ob ich irre, wenn auf diesem Portal eine ernsthafte und kritische Analyse der Wirkung des Moguls, dem Meedia gehört, erschiene: also Hokzbrinck.
    Ich bin sehr sicher, dass dies nicht geschieht. Und auch das Wirken von Frau Mohn und Frau Springer wird nicht zum Gegenstand von Publikationen.

    Unbeachtet dessen ist mir die gehässige Art, in der der Text teilweise kommentiert wird, unverständlich.
    Er ist in klarem, verständlichem Deutsch geschrieben, was schon lange keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Man ist, wenn man ihn gelesen hat, über den Inhalt der Kontroverse informiert. Auch die Annahme, dass das Vorgehen ein Beispiel für den Streisand-Effekt sei, erscheint plausibel.
    Seine Quellen sind klar und können, wenn man es wünscht, mühelos nachgelesen werden. Die Haltung beider Seiten wird deutlich beschrieben und es wird darauf verzichtet, durch die Anhäufung von Adjektiven klar zu machen, wie übel eine der Seiten sei. Also nicht in jedem dritten Satz so was wie : das „rechtspopulistische Portal ” Tychis Einblicke.
    Einfach saubere journalistische Arbeit, die tatsächlich geeignet ist, zur Meinungsbildung beizutragen.
    Wer wird denn ernsthaft erwarten, dass jeder Autor nur die eigene Sicht zu bestätigen hat. Das ist doch kindisch.

    Nochmal, ich finde den Text ok, auch wenn ich wesentliche Annahmen nicht teile. Das ist solides Handwerk, von dem sich die Masse dessen, was publiziert wird, längst verabschiedete.
    Wäre das nicht der Fall, hätte ich sicher noch das eine oder andere Abo, und das waren mal zwei Tageszeitungen, eine Wochezeitung und ein Magazin.

  17. Witzig, ich hab den Artikel vor dieser ganzen Aufregung gelesen, fand ihn ein wenig überverkauft, aber auch interessant. Denn die SPD ist über ihre Holding nicht nur irgendein “stiller Minderheitseigentümer”, sondern de facto der achtgrößte Zeitungsverleger in Deutschland.

    Und just war auf der Webseite vom Deutschlandfunk zu lesen, dass “früher” sehr wohl sogar direkter Einfluss ausgeübt wurde, vor allem auf die Besetzung von Chefredakteurs-Positionen. Selbst wenn das so offensichtlich nicht mehr stattfindet, kann man die indirekte und subtile Einflussnahme, selbst wenn sie sogar vorauseilend freiwillig erfolgt, wohl kaum abstreiten – die Mechanismen haben andere Diskutanten hier im Forum schon gut dargelegt.

    So ganz “heimlich” sind die Beteiligungen der SPD aber natürlich nicht, da hat Tichy eine Schippe zu viel draufgelegt, aber geradezu öffentlich sind sie auch nciht. Wer erkundigt sich denn schon über die Gesellschaftsverhältnisse seiner Tagesmedien? Und dass hinter Content-Lieferanten derselben dann die SPD mit drinsteckt?

    Es ist eigentlich ganz einfach: Die Beteiligung von Parteien an Medien und ihre Einflussnahme darauf (siehe ARD/ZDF) gehört schlichtweg untersagt.

  18. Liebe meedia-Redaktion: “Ebenso ist es realitätsfern zu behaupten, eine solche mittelbare Beteiligung habe Einfluss auf Berichterstattung oder Kommentare in Veröffentlichungen des RND oder angeschlossener Zeitungen.” Über diesen rigorosen Satz (in dem eine Art Tatsachenbehauptung steckt) –gewissermaßen argumentativer Gegenpol zu TE – bin ich auch sofort gestolpert. Ist das zu beweisen?

    Wer etwa in die Mediendatenbank der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich schaut (es gibt ja noch viele andere Quellen, ich weiß), kann schon den Eindruck haben, dass sich hier einige ökonomische Macht zusammenballt. Publizistische/inhaltliche/ideelle Einflüsse sind logischerweise viel schwerer nachzuweisen als ökonomische – nicht umsonst gibt es bezogen auf Redaktionen den schönen Begriff „Schere im Kopf“. Und m. W. belegen Umfragen ohnehin, dass Journalist/innen sich politisch eher linksgrün als eher rechts verorten.

    Tichy hat sich offenbar ja vor allem über einen Beitrag des RND geärgert, in dem kurzerhand Titel und Personen in die „Rechtspopulistische Grauzone“ befördert wurden bzw. Sphären jenseits der Grauzone. (Ob es für den Autor wohl auch eine linkspopulistische Grauheit gibt? Wüsste ich wirklich gern.) Auch die Neue Zürcher Zeitung, Cicero und Don Alphonso wurden genannt. „In die Kritik geraten ist zuletzt ebenfalls der Blogger und ‚Welt‘-Autor ‚Don Alphonso‘, der mit bürgerlichem Namen Rainer Meyer heißt. Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) wirft ihm vor, regelmäßig andere auszugrenzen, etwa Flüchtlinge. Aktueller Stein des Anstoßes ist, dass Meyer in die Jury des Medienpreises des Deutschen Bundestages berufen wurde.“ Ja, wenn die Grüne CLAUDIA ROTH als Zeugin Herrn Meyer – m. E. einer der intellektuellsten und bildungsbürgerlich klügsten Journalisten hierzulande! – nicht gut findet, muss der ja bös nach rechts tendieren und kann keinesfalls in eine Jury berufen werden, das ist ja wohl klar, da muss Frau Roth sich umgehend engagieren. Gibt ja genügend SPIEGEL–Mitarbeiter als Alternativen.

    Und diese Einordnung geht dank RND um die Welt und erreicht viele Leute, die die Titel evtl. gar nicht kennen, aber im Kopf Bezüge herstellen. So entstehen Weltbilder. Und wer ein Netzwerk hat, ist hier klar im Vorteil.

  19. Irgenwie komme ich mir vor, als ob ich bei rt gelandet wäre. Der Autor hält den Leser für mehr als naiv.

  20. Herrlich. Wie sie alle über das Stöckchen springen.
    Reine WELTCOMEDY.
    Danke für den Spass mit den ganzen Wortschöpfungen und Textbausteinen der Internetz-Minionfront.

    1. Fühlen Sie sich von Textbausteinen, Trollen und zuvielem zivilen Ungehorsam verfolgt? Vielleicht bilden Sie mit Anetta Kahane einen Stuhlkreis? Ich wäre vermutlich ebenso amüsiert und tiefenentspannt, wenn auch meine Welt sich nur aus allgültiger Regierungstreue einerseits und zu Automaten, Psychopathen und Kriminellen reduzierten Abweichlern zusammensetzen würde.

  21. Nachtrag: Eine Meldung zum Fall Weißgerber ist nun bei der Leipziger Volkszeitung erschienen (am Sonnabend), aber nur in Form einer dpa-Nachricht (auch wenn LVZ drunter steht, siehe Handelsblatt-Meldung).

    Das ist für die Leipziger Haus- und Hofzeitung sehr schwach, zumal der Anlass des Austritts mit keiner Silbe erwähnt wird – da hätte man einräumen müssen, dass man mittelbar Beteiligter in dieser Causa ist. Insofern: Chance verpasst oder Schere im Kopf.

    Bevor Nachfragen können: Natürlich hätte ich nicht erwartet, dass im Falle der Erwähnung des Anlasses, Weißgerbers Sicht unkommentiert übernommen wird, aber das Verschweigen ist ein Beleg für Lückenpresse – wie gesagt, Chance verpasst!

    http://www.lvz.de/Region/Mitteldeutschland/Ex-Bundestagsabgeordneter-Weissgerber-tritt-aus-SPD-aus

  22. Also ich kannte die ddvg vorher nicht. Gegenstand von Berichterstattungen war die Sache wohl kaum, denn wenn ich bei Google News durchschaue ist die Ausbeute vor Tichy eher dürftig.
    Aus den Zeitungsbeteiligungen geht auch kaum hervor, dass die SPD Anteilseigner im relevanten Maßstab ist und somit die Zeitungen insbesondere bei derzeit rückläufigen Verkaufszahlen, besonders stark auf die SPD angewiesen sind.
    Keiner kann es sich leisten mehr auf mehr als 20% seiner Finanzierung zu verzichten ohne seine Kostenstruktur zu überarbeiten und “Journalisten” zu entlassen. Also muss man eben so schreiben, dass die SPD zum einen weiter finanziert und zum anderen genügend Stimmen bekommt um weiterhin finanzieren zu können.

  23. Ein typischer Winterbauer. Arrogant, von oben herab und aus jeder Zeile quillt die eigene Unfehlbarkeit. Tichys “Argumentationslogik” wird arrogant-herabwürdigend in Frage gestellt, obwohl dessen Text wirlich sehr lesenswert ist. Aber anstatt den Journalismus vor der politischen, abgehobenen Klasse zu schützen, wird Tichy lächerlich gemacht. Erbärmlich.

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