Partner von:
Anzeige

Gericht: Verbot von Bildberichterstattung gilt auch für Ausschnitte in Folgeartikeln

Justitia.jpg

Verbietet ein Gericht einer Zeitung die Veröffentlichung eines Fotos zur Bebilderung eines Artikels, gilt die Unterlassungsverpflichtung auch für die Veröffentlichung mit einem anderen Ausschnitt bei der Folgeberichterstattung. Das entschied das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt.

Anzeige

Das Gericht bestätigte damit eine Entscheidung des Landgerichts Frankfurt, das eine Zeitung zu einem Ordnungsgeld in Höhe 50.000 Euro wegen erneuter Veröffentlichung eines Fotos verpflichtet hatte. Gegen dieses Urteil hatte sich die Zeitung vor dem OLG gewehrt. Die OLG-Entscheidung ist nicht anfechtbar. (Az. 16 W 4/19 und Az. 2-03 O 292/17)

Die Zeitung hatte im Zusammenhang mit den Plünderungen während des G20-Gipfels in Hamburg das vergrößerte Foto einer Frau bei einem geplünderten Drogeriemarkt veröffentlicht.

Die Frau ließ der Zeitung daraufhin per einstweiliger Verfügung untersagen, ihr Bild “im Zusammenhang mit der Suche nach den G 20-Verbrechern” zu zeigen. Im Januar 2018 druckte die Zeitung mehrere Bilder des Vorfalls, darunter auch das ursprünglich nur mit einem Zoomausschnitt verwendete Bild, gegen das die Frau ein Veröffentlichungsverbot durchgesetzt hatte.Das Landgericht Frankfurt sah darin einen Verstoß gegen die Unterlassungsverpflichtung. Der Umstand, dass nunmehr das komplette Foto und nicht nur ein vergrößerter Teilausschnitt abgedruckt worden sei, ändere nichts an der Identität der beiden Fotos, entschied auch das OLG. Das Foto habe vielmehr in beiden Fällen als Beleg für die Behauptung dienen sollen, dass die abgebildete Frau an der Plünderung des Drogeriemarktes beteiligt gewesen sei.

dpa

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige
Werben auf MEEDIA
Meedia

Meedia