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“Überwachungskapitalismus”: Früher Facebook-Investor hält Social Network für Bedrohung der Demokratie

Unter Dauerdruck: Facebook-Chef Mark Zuckerberg
Unter Dauerdruck: Facebook-Chef Mark Zuckerberg

Die Trendwende scheint geschafft: Seit Bekanntgabe der jüngsten Quartalsbilanz befindet sich die Facebook-Aktie auf einem Höhenflug. Fast 500 Milliarden Dollar ist der inzwischen 15 Jahre alte Social Media-Pionier mittlerweile wieder wert, weil das Werbegeschäft weiter zweistellig wächst. Unter der Oberfläche jedoch brodelt es, wie der frühe Investor Roger McNamee in seinem neuen Buch "Zucked" beschreibt, das heute erschienen ist.

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Roger McNamees Vorwürfe an Mark Zuckerberg sind nichts Neues. Ein Jahr ist es her, dass der im Silicon Valley legendäre Wagnisfinanzierer (Elevation Partners) Mark Zuckerbergs forcierte Bemühungen, die Verbreitung von Fake News einzudämmen, als unaufrichtig abtat.

“Ich glaube nicht, dass Mark ehrlich in dem ist, was er in diesem Jahr bisher gesagt hat”, watschte Zuckerbergs früherer Mentor seinen einstigen Schützling im Finanzsender CNBC ab.  “Facebook handelt gewissenlos. Als Aktionär bin ich alarmiert. Sie hören einfach nicht zu. (…).  Facebook hat eine Menge Probleme, denen sie sich stellen müssen.”

“Facebook und Google beanspruchen das Verdienst für sich, den Nutzern zu geben, was sie wollen. Dasselbe kann man auch über Tabakkonzerne und Drogendealer sagen“, hatte der Wagnisfinanzierer-Pionier bereits Ende 2017 erklärt.

“Zucked”: Roger McNamees große Facebook-Abrechnung
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Seine Gedanken zum großen Facebook-Fiasko hat McNamee nun in einem neuen Buch geordnet, das den bezeichnenden Titel “Zucked” trägt. “Facebook und Google  haben ihre Produkte so entwickelt, dass sie zur Angewohnheit werden, die aber für viele Menschen zur Abhängigkeit werden”, erklärte McNamee am Montag CNN.

Gegenüber dem Business Insider legt McNamee nach. Der Wagnisfinanzierer nennt Facebooks Geschäftsmodell “Überwachungskapitalismus”, der die Demokratie gefährde. “Zuckerberg rechtfertigt seine idealistische Sichtweise, die Welt in einem Netzwerk zu vereinen, mit einem Vorgehen um jeden Preis”, resümiert McNamee – und nennt Facebook “einen toxischen Cocktail für die Demokratie”.

Mark Zuckerberg will davon indes nichts wissen. Zum 15. Geburtstag des weltgrößten Social Networks beklagte der 34-Jährige gestern in einem 1000 Worte langen Blogbeitrag, die Leute würden sich zu sehr mit den negativen Aspekten von Facebook beschäftigen.

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