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Facebooks Messenger-Integration von Instagram und WhatsApp könnte kartellrechtliche Bedenken schüren

Gut eingekauft für viele Milliarden:  Facebook-CEO Mark Zuckerberg
Gut eingekauft für viele Milliarden: Facebook-CEO Mark Zuckerberg

Mark Zuckerberg geht in die Offensive. In der vergangenen Woche steuerte der Facebook CEO erst ein 1000 Worte starkes Meinungsstück im Wall Street Journal bei, in dem er versuchte, mit einigen gängigen Vorurteilen gegenüber dem weltgrößten Social Network aufzuräumen und den Kampf gegen Fake News zu präzisieren. Tags darauf folgte dann in der New York Times die Ankündigung, die Facebook-Skeptiker seit Jahren befürchtet hatten: Die Messengerdienste Instagram und WhatsApp sollen enger verzahnt werden. Kartellrechtliche Bedenken scheinen vorprogrammiert.

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Es war die Überraschung der vergangenen Internet-Woche: Facebook-CEO Mark Zuckerberg kündigte in der New York Times an, die technische Infrastruktur der Nachrichtendienste Facebook Messenger, Instagram und WhatsApp zu vereinheitlichen.

Dadurch wäre es künftig möglich, eine Nachricht via Instagram an ein WhatsApp- oder Facebook-Messenger-Konto zu versenden – und umkehrt. Die Integration, die bis zum Frühjahr 2020 abgeschlossen sein soll,  scheint klar: Mark Zuckerberg will so offenkundig die Nutzung seiner Social Media-Apps verstärken.

Gleichzeitig bricht der im vergangenen Jahr viel gescholtene Facebook-CEO damit unterschwellig sein Versprechen, die zugekauften Töchter Instagram und WhatsApp würden als autonome Dienste erhalten bleiben, auch wenn die Apps weiter individuell nutzerbar seien.

Messenger-Verzahnung “schreckliche Neuigkeiten für Internet-Nutzer”

Die Folge einer verzahnteren Messaging-Plattform scheint absehbar: Die in den letzten Jahren immer wieder geäußerten kartellrechtlichen Bedenken dürften durch den geplanten Schritt neue Nahrung erhalten. Der demokratische Kongressabgeordnete Ro Khanna twitterte nach Bekanntwerden, die Pläne des Internet-Giganten seien “schreckliche Neuigkeiten” für Internet-Nutzer.

“Das ist der Grund, warum Facbooks Übernahmen von Instagram und WhatsApp hätten weitaus stärker überprüft werden müssen, weil es sich hier eindeutig um einen horizontalen Zusammenschluss handelt”, erklärte Khanna und meint eine Fusion von Unternehmen im gleichen Geschäftsfeld.

Abwehrmaßnahme gegen kartellrechtliche Intervention?

Entgegengesetzter Meinung ist dagegen The Verge-Kolumnist Casey Newton, der Mark Zuckerberg bereits einen Schachzug weiter sieht.

Wenn die US-Regulierungsbehörde Federal Trade Commission (FTC) jemals geplant hätte, Facebook dazu zu zwingen, WhatsApp oder Instagram abzuspalten, kann man sich gut vorstellen, wie das Unternehmen künftig argumentiert: nämlich dass es nicht mehr so etwas wie “WhatsApp” oder “Instagram” gibt”, mutmaßt Newton.  Am Ende könnte sich Zuckerbergs Messenger-Integration also als Abwehrmaßnahme einer kartellrechtlichen Intervention erweisen…

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