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Nach Asbestbefund: NDR-Verwaltungsrat genehmigt Abriss und Neubau für 58 Millionen Euro

In den 70ern mit Asbest gebaut: Das Bürohaus des NDR in Hamburg Lokstedt
In den 70ern mit Asbest gebaut: Das Bürohaus des NDR in Hamburg Lokstedt

Das nach Asbestfunden geschlossene NDR Büro-Hochhaus in Hamburg-Lokstedt wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Der NDR Verwaltungsrat folgte in seiner Sitzung am Freitag einer Empfehlung von Intendant Lutz Marmor. Das neue Gebäude soll an anderer Stelle auf dem Lokstedter Betriebsgelände errichtet werden. Bereits 2019 soll mit dem 58-Millionen-Projekt begonnen werden.

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Die Zeitdauer für Planung, Genehmigung und Bau wird auf etwa vier Jahre geschätzt. “Parallel dazu kann der aufwendige Rückbau des 1975 erbauten Hochhauses erfolgen, in dem Ende 2018 bei Umbauarbeiten Asbestreste und -verschleppungen aus der Bauphase gefunden wurden”, heißt es in der Mitteilung der öffentlichen-rechtlichen Anstalt. Eine Asbestsanierung sei demnach nicht schneller zu realisieren gewesen als ein Neubau. Grund dafür ist, dass das Hochhaus im ersten Schritt bis auf den Rohbauzustand entkernt werden müsste, erst dann ginge es mit dem Innenausbau weiter.

Was die Kosten angeht, rechnet der NDR-Verwaltungsrat mit insgesamt 58 Millionen Euro. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus

  • den reinen Baukosten (46 Millionen Euro)
  • dem Aufwand für fachgerechten Abbruch des betroffenen Hauses (etwa 10 Millionen Euro)
  • der Abschreibung des Restbuchwerts (2 Millionen Euro)

Die Kosten einer vollständigen Kernsanierung inklusive neuer Gebäudetechnik wurden im Übrigen auf rund 50 Millionen Euro geschätzt. Der Mehraufwand von acht Millionen Euro, so der NDR, bringe im Vergleich zur Sanierung “klare Vorteile mit sich”, beispielsweise eine längere künftige Nutzungsdauer und Erleichterungen beim Brandschutz sowie flexible Nutzungsmöglichkeiten. Ein weiterer Grund für die Entscheidung: Ein asbestsaniertes Hochhau wäre nicht zwingend vollständig asbestfrei, “da der Gefahrstoff außer an den bereits bekannten Stellen auch in Teilen des Rohbaus vorhanden sein könnte”.

Ulf Birch, Vorsitzender des Verwaltungsrats, erläutert: “Wir haben die uns vorgelegten Alternativen Kernsanierung versus Abriss und Neubau sorgfältig geprüft. In der Summe haben uns die Vorteile eines Neubaus überzeugt.” Dieser sei wirtschaftlich die vernünftigste Lösung, auch für die Beschäftigten. “Ein Neubau ermöglicht ihnen, unter zeitgemäßen Bedingungen zu arbeiten, und er bietet die Sicherheit vollständiger Asbestfreiheit.”

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“Neubau wirtschaftlich die beste Lösung”

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Asbestfunde in der Raumluft am 21. November waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Büros in dem Hochhaus per Mail informiert worden. Betroffen sind mehr als 300 Arbeitsplätze. Derzeit wird die Arbeit in angemieteten Büroflächen in der unmittelbaren Umgebung verrichtet (MEEDIA berichtete). Die provisorische Unterbringung, die Abwicklung der notwendigen Umzüge und der personelle Mehraufwand für Planung und Sanierung bzw. Bau und Abriss ist ein weiterer Kostenpunkt, der auf rund 15 Millionen Euro geschätzt wird.

NDR-Intendant Lutz Marmor kommentiert die Entscheidung wie folgt: “Die ungeplante finanzielle Belastung bedeutet für den NDR eine zusätzliche Herausforderung. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, die laufende Beitragsperiode bis 2020 ausgeglichen abzuschließen. Dabei hilft uns, dass sich die Investition in einen Neubau über die Abschreibungen des Aufwands besser auf der Zeitachse verteilen lässt. Insgesamt ist der Neubau auch wirtschaftlich die beste Lösung.”

tb

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Alle Kommentare

  1. Na da wirds ja letztendlich dann das 3 bis 5fache kosten… wie immer im Verschwendungssumpf EUBRDDR und seinem Hofberichterstatungs-ÖRRF….
    😉

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