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Auftakt zur MEEDIA-Serie “Leser-Check”: Wer liest den Spiegel? Das Magazin in der detaillierten MA-Analyse

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Die Reichweitenstudien der Arbeitsgemeinsschaft Media-Analyse (MA) geben nicht nur Auskunft darüber, wie viele Leser eine Zeitschrift laut ihren Befragungen hat, sondern auch darüber, wie alt diese Leser sind, wie viel sie verdienen, ob es sich um Männer oder Frauen handelt, um Familien, wie gebildet sie sind, usw. MEEDIA wird für einige interessante Print-Titel analysieren, wie die Leserstruktur aussieht. Los geht's mit dem Spiegel.

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5,64 Mio. über 14-Jährige lesen pro Ausgabe den Spiegel, wenn man den Zahlen der neuesten Media-Analyse glaubt. Damit hätte das Magazin in den vergangenen zwei Jahren 1,15 Mio. Leser verloren, denn bei der MA 2017 I lag die Zahl noch bei 6,79 Mio. 4,11 Mio. der 5,64 Mio. sind laut MA Männer, nur 1,53 Mio. Frauen. Umgerechnet in prozentuale Anteile ist die Spiegel-Leserschaft damit zu 73% männlich, während es in der Grundgesamtheit der 70,45 Mio. Über-14-Jährigen 51% Frauen und 49% Männer gibt. Sprich: Der Spiegel hat eine sehr männliche Leserschaft. Und: Sie wird immer männlicher. Im 5-Jahres-Vergleich sank der Anteil weiblicher Leser sogar von 32% auf 27%.

Spiegel-Leser werden immer älter

Schaut man auf das Alter der Spiegel-Konsumenten, so gibt es die größten Gruppen bei den 40- bis 49-Jährigen, den 50- bis 59-Jährigen und den Über-70-Jährigen. Jeweils über 1 Mio. Leser hat das Magazin hier. Das allein ist nicht überraschend, denn auch in der Gesamt-Bevölkerung sind diese drei Altersgruppen mit jeweils mehr als 10 Mio. die größten. Interessanter ist hier der Vergleich der prozentualen Anteile: Mit 20% der Spiegel-Leserschaft sind die 40- bis 49-Jährigen deutlich häufiger vertreten als in der Grundgesamtheit (16%). Leicht über den Vergleichswerten liegt Der Spiegel auch bei 50-59, 60-69 und 70+, allerdings jeweils nur im einen Prozentpunkt. Klar unterrepräsentiert sind in der Spiegel-Leserschaft die unter 30-Jährigen: 20- bis 29-Jährige gibt es hier 12%, bzw. 710.000, in der Grundgesamtheit gehören 14% in diese Altersgruppe, 14- bis 19-Jährige finden sich nur zu 2% unter den Spiegel-Lesern, insgesamt gibt es hier aber 7% der über-14-jährigen Bevölkerung.

Auch hier ist der 5-Jahres-Vergleich wieder interessant, denn er zeigt, dass die Spiegel-Konsumenten immer älter werden: In allen Altersgruppen unter 50 schrumpfen die prozentualen Anteile an der Leserschaft, bei den 60- bis 69-Jährigen und vor allem den Über-70-Jährigen hingegen wachsen die Anteile. So vergrößerte sich die Leserschaft bei den über 70-Jährigen in den fünf Jahren um 210.000.

Gebildete Leserschaft

Bei der Ausbildung ist Der Spiegel erwartungsgemäß in den höher gebildeten Gruppen deutlich überrepräsentiert. So finden sich in seiner Leserschaft 58% Menschen mit Fach- oder Hochschulreife, 38% haben studiert. In der Gesamtbevölkerung der über 14-Jährigen verfügen nur 31% über den entsprechenden Schulabschluss und nur 17% haben studiert. Im 5-Jahres-Vergleich steigt die Zahl dieser gebildeten Menschen von 55% auf 58% an, allerdings wuchs er auch in der Grundgesamtheit um drei Prozentpunkte.

Spiegel-Leser sind überdurchschnittlich oft berufstätig, überdurchschnittlich oft Selbstständige bzw. Freiberufler oder leitende Angestellter bzw. Beamte. Diese Gruppen sind in der Spiegel-Leserschaft deutlich öfter vertreten als in der Grundgesamtheit. So finden sich hier 30% Selbstständige bzw. Freiberufler oder leitender Angestellte bzw. Beamte, in der Gesamtbevölkerung nur 18%. Berufstätig sind die Spiegel-Leser zu 66%, insgesamt zu 58%. Unter den prozentualen Vergleichswerten der Grundgesamtheit liegt Der Spiegel hingegen bei den Menschen in Ausbildung, den Rentnern und den nicht Berufstätigen. Interessanterweise ist der Anteil der leitenden Angestellten bzw. Beamten unter der Spiegel-Leserschaft in den vergangenen fünf Jahren aber überdurchschnittlich stark geschrumpft. Stattdessen lesen das Magazin nun mehr Angestellte und Beamte ohne Führungsposition (48% statt 42%).

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Entsprechend der höheren Bildung und des großen Anteils an Selbstständigen und Leuten in Führungspositionen verdienen Spiegel-Leser auch besser als die Gesamtbevölkerung. 25% verfügen über ein Haushaltsnettoeinkommen von über 5.000 Euro pro Monat, in der Grundgesamtheit sind das nur 14%. Unterrepräsentiert sind hingegen die Spiegel-Leser mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 3.000 Euro. Bei der Haushaltsgröße und den Kindern im Haushalt zeigen sich keine deutlichen Unterschiede im Vergleich zur Gesamtbevölkerung, etwas unterrepräsentiert sind in der Leserschaft Haushalte mit Kindern, etwas überrepräsentiert Single-Haushalte.

Weniger Leser im Osten

Der Blick auf die Regionen, in denen die Spiegel-Leser wohnen, zeigt, dass das Magazin in den 1990 dazu gekommenen Bundesländern immer noch deutlich unterrepräsentiert ist. Nur 8% der Spiegel-Leser kommen aus diesen Ländern, in der Grundgesamtheit sind es 16%. Deutlich überdurchschnittlich oft vertreten sind in der Leserschaft Menschen aus den Nielsen-Gebieten 3a und 4. Das sind zum einen Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland, zum anderen Bayern. 18% bzw. 21% der Leser kommen hierher. Im Norden, also Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gibt es einen leicht größeren Anteil als insgesamt: 20%. Unterrepräsentiert sind hingegen außer dem Osten noch Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Der 5-Jahres-Vergleich zeigt zudem, dass die Stärke im Süden, also in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland, sowie Bayern erst in den vergangenen fünf Jahren entstanden ist. Der Anteil der beiden Nielsen-Gebiete an der Spiegel-Leserschaft wuchs in dieser Zeit von 28% auf 39%.

Greift man nun aus allen Merkmalen die heraus, die in der Spiegel-Leserschaft am häufigsten vorkommen, so lässt sich die Analyse so zusammenfassen: Der typische Spiegel-Leser ist männlich, zwischen 40 und 59 Jahre alt, er verfügt über ein Abi und Studium, ist berufstätig als Angestellter oder Beamter. Der Haushalt in dem er lebt, meist einer mit ein oder zwei Personen, verfügt über ein Haushaltsnettoeinkommen von über 5.000 Euro. Zudem lebt er in Bayern, oft auch im Norden oder in Hessen, Rheinland-Pfalz bzw. dem Saarland. Unter diesen typischen Lesern sind zudem immer mehr Männer und immer Ältere.

In den beiden nächsten Teilen unserer “Leser-Check”-Reihe vergleichen wie die Spiegel-Ergebnisse dann mit der Leserschaft von stern und Focus. Die Links zu allen Teilen des “Leser-Checks” finden Sie immer an dieser Stelle.

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