Partner von:
Anzeige

Ausstrahlungsverbot für “Pastewka”-Folge: Media Markt weist Schleichwerbevorwurf von sich

Erfolgreiche Comedyserie “Pastewka”: Amazon Prime Video zeigt demnächst die neunte Staffel
Erfolgreiche Comedyserie "Pastewka": Amazon Prime Video zeigt demnächst die neunte Staffel

Wegen des Verdachts auf Schleichwerbung verbietet die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) die Ausstrahlung einer Folge aus der achten Staffel von "Pastewka" bei Amazons Streamingdienst Prime Video. Darin war besonders häufig das MediaMarkt-Logo zu sehen. Die Elektronikmarkt-Kette weist den Vorwurf der Schleichwerbung zurück.

Anzeige

Media Markt bestreitet auf MEEDIA-Anfrage, sich in die Show eingekauft zu haben: “Für die betreffende ‘Pastewka’-Staffel hat Media Markt keine Produktplatzierung gebucht”, erklärt eine Sprecherin. “Media Markt war lediglich ein von Brainpool angemieteter Drehort.” Brainpool hätte dafür eine produktionsübliche Miete bezahlt. “Es gab keine weitere Form der Zusammenarbeit bzw. keine weiteren Absprachen und somit auch keine Leistungen seitens Media Markt an Brainpool.”

Die BLM sieht das anders: “Die gesamte Folge ist – vor allem in Bezug auf die Marke Media Markt – von häufigen und intensiven Darstellungen und Erwähnungen geprägt, die nicht programmlich-dramaturgisch begründbar sind”, hieß es in der Begründung zum Verbot der Episode. In der besagten Folge war Bastian Pastewka mit seinem Wohnmobil auf dem Parkplatz einer Media Markt-Filiale liegengeblieben. Immer wieder war das Logo der Elektronikmarkt-Kette im Bild zu sehen. Im Verlauf der Folge versuchte Pastewka zudem, in die Filiale einzubrechen. Weitere Szenen fanden im Innern des Elektromarktes statt.

BLM fordert Ausstrahlungsverbot der Media Markt-Folge

Die Medienhüter untersagen Amazon, die Folge weiterhin über das deutsche Angebot von Prime Video auszustrahlen. Allerdings ist die Episode mit dem Titel “Das Lied von Hals und Nase” aus der achten Staffel weiterhin über das Streamingangebot verfügbar. Der Konzern hat nun die Möglichkeit, gegen das Verbot Rechtsmittel einzulegen. Amazon will zum jetzigen Zeitpunkt noch kein Statement abgeben.

Verantwortlich für die Produktion von “Pastewka” zeichnet Brainpool. Die Produktionsfirma wollte sich auf Anfrage zum Sachverhalt nicht äußern. Vor rund einem Jahr, als erste Beschwerden bei der BLM aufliefen, begründeten die Kölner das häufige Auftreten der Media Markt-Marke noch dramaturgisch: “Die Marke selbst und die Markenvielfalt dort spiegeln die Realität wider”, zitierte Horizont einen Sprecher.

Anzeige

Tatsächlich besteht der Reiz der erfolgreichen Serie darin, wenn auch fiktiv, den Schauspieler Bastian Pastewka als normalen Menschen mit all seinen Schwächen und Alltagsproblemen zu zeigen. Jedoch hatte man noch in der siebten Staffel, die Sat.1 noch ausstrahlte, Logos auf Produkten abgeklebt und bekannte Produkte durch Fakes ersetzt. Doch auch für sogenannte “audiovisuelle Mediendienste auf Abruf” gilt das Schleichwerbeverbot des Rundfunkstaatsvertrags. Produktplatzierungen müssen demnach gekennzeichnet werden.

Neunte Staffel “Pastewka” läuft in Kürze an

Die BLM hatte bereits im vergangenen April mit der Prüfung begonnen. Allerdings hatte sich der Vorgang verzögert, weil die Zuständigkeiten zunächst unklar waren. Denn Amazon ist ein US-Konzern, hinter Amazon.de wiederum stehen Gesellschaften mit Sitz in Luxemburg. Da jedoch die Gesellschaft Amazon Instant Video Germany die deutschen Inhalte von Prime Video redaktionell verantwortet und ihren Sitz in München hat,  ist die BLM für die Prüfung zuständig.

Trotz des Wirbels um mögliche Schleichwerbung lief die achte Staffel “Pastewka” für Prime Video erfolgreich. Der Konzern zeigt aus diesem Grund ab dem 25. Januar die neunte Staffel der Comedy-Serie.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige
Werben auf MEEDIA
Meedia

Meedia