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“Wir versuchen, der Wahrheit ins Auge zu blicken”: Vorstandschef Mathias Döpfner über die Mission der Marke Bild

Gruppenbild mit Sofa: Bei der Eröffnung der Foto-Ausstellung bildRAUM nahmen die Blattmacher Kai Diekmann, Tanit Koch, Julian Reichelt sowie CEO Mathias Döpfner (v.li.) auf der Bild-Couch Platz, die ebenfalls ein Ausstellungsstück ist
Gruppenbild mit Sofa: Bei der Eröffnung der Foto-Ausstellung bildRAUM nahmen die Blattmacher Kai Diekmann, Tanit Koch, Julian Reichelt sowie CEO Mathias Döpfner (v.li.) auf der Bild-Couch Platz, die ebenfalls ein Ausstellungsstück ist Foto: MEEDIA

Vernissage der etwas anderen Art: In der Rostocker Kunsthalle wurde heute eine Ausstellung mit Fotos aus der Bild-Zeitung eröffnet. Unter dem Motto bildRAUM sind dort zwei Monate lang 190 Portraits von Prominenten zu sehen, die beim Besuch in der Bild-Chefredaktion abgelichtet wurden. Zur Eröffnung sprachen SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Axel Springer-CEO Mathias Döpfner, der sich auch von einem vermummten Protestler nicht aus der Ruhe bringen ließ.

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Rund 200 Gäste und Besucher waren der Einladung der Kunsthalle zur Ausstellungeröffnung am Donnerstagmittag gefolgt. Neben der Regierungschefin Mecklenburg-Vorpommerns und Döpfner waren auch Verlegerin Friede Springer, zwei ehemalige Blattmacher und der amtierende Chefredakteur der Boulevardzeitung aus Berlin angereist: Kai Diekmann, Tanit Koch, Julian Reichelt. Kunsthallen-Chef Jörg-Uwe Neumann lobte die Idee der Ausstellung, die SPD-Politikerin nannte Bild die “wichtigste Zeitung Deutschlands und die größte in Europa”.

Für Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner waren die freundlichen Worte seiner Vorrednerin eine willkommene Vorlage für das eigene Grußwort: “Bild-Bekenner gibt es ja nur wenige.” Es folgte Anerkennung für die unerwartet gelungene Architektur des noch aus DDR-Zeiten stammenden Kunsttempels und eine Aussage, die im Publikum für Lachen sorgte: “Nach meiner Überzeugung ist die DDR an ihrer Ästhetik zugrunde gegangen.” Dass ein Vermummter kurz zuvor durch den Saal geeilt war und am Fenster einen Aufkleber mit dem Schriftzug “Unsitten Bild. Herr Neumann, schließen Sie die Ausstellung!” angebracht hatte, wertete der 56-Jährige als Zeichen, dass die Marke Bild polarisiere und damit auch zum Dialog auffordere.

Mit dem Rücken zum ganz in Weiß gehaltenen und zur Frontseite wie ein Aquarium verglasten Ausstellungsraum erklärte Döpfner, dass die Bilder-Schau “in musealen Rang hebt, was eigentlich zufällig entstanden ist”. Die Fotos seien nicht nur “ein Panoptikum von Zeitgenossen der letzten zwei Jahrzehnte”, und “mehr als eine Prominenten Galerie” – sie seien “auch eine Machtdemonstration”. Dass auf jedem Foto das Bild-Gemälde des Berliner Künstlers Jens Lorenzen als Logo zu sehen sei, wirke wie ein “Stempel der Authentizität”. Über die Zeitung mit den vier großen Buchstaben sagte Döpfner: “Diese Medienmarke steht dafür, dass das, was sie bringt, auch stimmt – und falls nicht, wird es eingestanden und umgehend korrigiert.”

Ein klarer Seitenhieb auf die Relotius-Affäre und den Spiegel, auch wenn der Vorstandschef weder den Namen des Geschichtenerfinders noch den des Nachrichtenmagazins erwähnte. Stattdessen sagte er: “Wenn einem Medium keiner mehr traut, dann können wir einpacken.” Der journalistische Anspruch (“Wir versuchen, der Wahrheit ins Auge zu blicken”) sei deshalb gerade heute so elementar, da die “Fälschungstechnologien” immer raffinierter würden: “Inzwischen können nicht nur Bilder, sondern auch Videos leicht verfälscht werden.” Wenn sich solche bösartigen Fakes rasant schnell “in Echtzeit” durch die sozialen Netzwerke verbreiteten, könne das den Ruin von Unternehmen, im schlimmsten Fall sogar Kriege zur Folge haben. Döpfner, der zu den besonderen Herausforderungen für die Medien in dieser Woche bereits ein dpa-Interview gegeben hatte, erneuerte seine Kritik an voreingenommener Berichterstattung: “Anschauung wird durch Weltanschauung ersetzt, Handwerk durch Haltung.”

Die Idee zu der Ausstellung hatte der ehemalige Bild-Chefredakteur und Herausgeber Kai Diekmann, der inzwischen mit der Agentur Storymachine als Unternehmer tätig ist. Sein Portrait füllt eine der drei Wände in dem kubusartigen Raum: auf dem Boden sitzend in einem schon ausgeräumten und kahlen Büro, eine Momentaufnahme der Fotografin Kiki Kausch, die auch zahlreiche Fotos der Prominenten und die Serie “Drei Minuten mit” schoss. Über Diekmann ist das Motto der Ausstellung bildRAUM zu lesen: “Was bleibt von der Macht?” Was Diekmann betrifft, offenbar zumindest ein erkennbar gutes Verhältnis zu seinem früheren Arbeitgeber, was nicht nur die Anwesenheit Döpfners, sondern auch der Verlegerin nahelegt. So wunderte es nicht, dass Döpfner Diekmann als “einen der erfolgreichsten Chefredakteure der Bild-Geschichte” adelte.

(ga)

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