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Facebook investiert 300 Millionen Dollar in Lokalmedien: Europäische Publisher könnten profitieren

Facebook-CEO Mark Zuckerberg
Facebook-CEO Mark Zuckerberg

Nach Google wird nun auch Facebook Geld in journalistische Projekte investieren. Das Unternehmen plant, innerhalb der nächsten drei Jahre lokale Medien weltweit mit 300 Millionen Dollar zu unterstützen. Das Geld soll etwa in den Aufbau nachhaltiger Geschäftsmodelle im Lokaljournalismus fließen. Zudem wird Facebook in diesem Jahr ein 2018 gestartetes Hilfeprogramm für Abomodelle nach Europa bringen.

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Facebook will laut eigenen Aussagen journalistische Projekte, Partnerschaften und Inhalte stärken, wobei der Fokus vor allem auf lokaler Berichterstattung liegen soll. Ein ähnliches Programm hatte Google im März 2018 weltweit unter der Bezeichnung “Google News Initiative” gestartet, das aus der europäischen “Digital News Initiative” hervorging und zum großen Teil Entwicklungsprojekte in Verlagen fördert. Auch Googles Programm besitzt ein Volumen von 300 Millionen Dollar über einen Zeitraum von drei Jahren.

“Wir wollen die Verleger nicht von uns abhängig machen, sondern wir wollen sie unterstützen”, zitiert der US-Sender CNN die zuständige Facebook-Managerin Campbell Brown. Trotzdem ist der Schritt nicht ganz uneigennützig: Facebook hätte erkannt, dass Nutzer besonders gerne Lokalnachrichten auf der Plattform lesen. Daher wolle der Konzern die Redaktionen nun im Aufbau ihres Geschäftsmodells unterstützen und somit den lokalen Journalismus stärken.

Auf seiner Webseite nennt Facebook dazu ein paar Beispiele. Zusammen mit dem Pulitzer-Zentrum startet der Konzern etwa die Initiative “Bringing Stories Home“. Sie unterstützt pro Jahr zwölf lokale Multimedia-Projekte verschiedener Verlage in den Staaten. Fünf Millionen Dollar investiert der Konzern in dieses Projekt. Weitere zwei Millionen fließen in ein Vorhaben der Initiative “Report for America”, durch das in den nächsten fünf Jahren Stellen für 1.000 Journalisten in Lokalredaktionen der USA geschaffen werden.

Abo-Hilfe auch für europäische Verlage

Inwieweit deutsche Medien von der Geldspritze profitieren, ist noch nicht abzusehen. Die Ankündigung am Dienstag bezog sich zunächst nur auf den US-Markt. Interessant ist allerdings die Ausweitung des im vergangenen Jahr in den USA gestarteten Programms “Facebook Membership Accelerator”, die Facebook nun ebenfalls bekannt gab. Dieses soll mit 20 Millionen Dollar ausgebaut und nach Europa gebracht werden. Das Ziel des dreimonatigen Partnerprogramms ist es, unabhängigen Lokalzeitungen und gemeinnützigen Medien beim Aufbau eines Paymodells zu helfen und Leser dafür zu gewinnen. Das US-Portal der Denver Post konnte durch die Hilfe laut Facebook-Angaben die Abonnentenzahl um 172 Prozent erhöhen.

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In der Branche wird Facebooks Finanzspritze als gutmütiges Zeichen gewertet. Große Internetkonzerne wie Google oder Facebook setzen Verlagen durch ihre Abhängigkeiten zum Teil massiv zu. Zugleich war Facebook in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder in die Kritik geraten, journalistische Inhalte auf der Plattform zu vernachlässigen.

Ganz ohne Eigennutz ist das Förderprogramm trotzdem nicht. Mit dem Geld des Konzerns werden Verlage und Publisher auch Unterstützung für die Produktion von Inhalten für die Facebooks Video-Plattform “Watch” erhalten. Außerdem startete Facebook erst vor einem Jahr die Entwicklung hauseigener Abo-Tools, die langfristig mit dem nun ausgeweiteten Membership-Accelerator Programm befeuert werden könnten.

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