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Bertelsmann, Bauer, Springer, ProSiebenSat.1 & Co.: So würde ein harter Brexit deutsche Medien treffen

Britische Premierministerin Theresa May: Ein harter Brexit hätte auch für einige deutsche Medienhäuser Folgen
Britische Premierministerin Theresa May: Ein harter Brexit hätte auch für einige deutsche Medienhäuser Folgen

Von einem harten Brexit, wie er nach dem Nein des britischen Unterhauses zum von Premierministerin Theresa May ausgehandelten Deal wahrscheinlicher wurde, wären deutsche Medienhäuser in unterschiedlicher Weise betroffen. Vor allem für Bertelsmann und die Hamburger Bauer Media Group hätte ein ungeordneter Austritt des Landes aus der EU gravierende wirtschaftliche Folgen.

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Ein ungeordneter Austritt Großbritanniens aus der EU würde auch diverse deutsche Medienunternehmen treffen. Vor allem Bertelsmann. “Das mögliche Ausscheiden Großbritanniens aus der EU ist auch für uns als international agierendes Unternehmen mit einer starken Präsenz in diesem Land mit wirtschaftlichen Unwägbarkeiten verbunden“, erklärt Bertelsmann auf Anfrage. Ob die RTL-Tochter Fremantle, die Buchgruppe Penguin Random House oder die Musiksparte BMG – Bertelsmann beschäftigt in Großbritannien mehr als 6.000 Mitarbeiter. Für den Medienkonzern ist es der viertgrößte Markt. Rund sieben Prozent trugen die Aktivitäten im UK 2017 zum Konzernumsatz bei. „Großbritannien bleibt für Bertelsmann von großer Bedeutung. Vor diesem Hintergrund begrüßen wir es, wenn Großbritannien ein enger Partner der EU bleibt. Bertelsmann wirbt für ein starkes Europa und für den Zusammenhalt der EU27 in außenpolitisch herausfordernden Zeiten“, erklärt der Medienkonzern. Dennoch sehen sich die Gütersloher für einen Brexit gewappnet. „Bertelsmann ist finanziell und strategisch gut aufgestellt, um auf jeweilige Entwicklungen, die wir eng verfolgen, reagieren zu können“, so ein Konzernsprecher.

Auch für das Hamburger Verlagshaus Bauer Media kommt die Entwicklung höchst ungelegen. Das Unternehmen ist in Großbritannien Marktführer in der Radiobranche. Hier ist der Verlag besonders stark von den Werbeerlösen abhängig. Sollte das Land durch einen ungeordneten Austritt aus der EU in eine Rezession schlittern, könnte dies die Werbeeinnahmen der Hamburger stark belasten. „Sollten die europäischen Partner nicht doch noch in letzter Minute den Weg für einen geordneten Brexit ebnen können, müssen wir uns auf eine Verschlechterung des wirtschaftlichen Klimas in Großbritannien und möglicherweise auch im übrigen Europa einstellen. Eine solche Entwicklung hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit auch einen negativen Einfluss auf die Werbemärkte. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt aus unserer Sicht aber nicht vorherseh- oder gar planbar, wie stark sich dies auf unsere Umsatzerlöse auswirken würde“, betont ein Bauer-Sprecher.

Direkt betroffen von der Entwicklung ist auch ProSiebenSat.1. „Durch den Brexit wird der europäische Wirtschaftsraum kleiner, das ist sicher ein Nachteil für alle europäischen Unternehmen“, erklärt eine Sendesprecherin. Der TV-Sender war im vergangenen Jahr Partner der digitalen Werbevermarktung European Broadcaster Exchange (EBX) geworden. Sitz dieser Gesellschaft ist London, da die britische Hauptstadt einer der führenden Standorte für Mediaagenturen ist. Von hier aus steuern Großkonzerne ihre pan-europäische Werbekampagnen. „Die Entscheidung, EBX am Standort London zu gründen, wurde übrigens erst nach dem Brexit-Votum beschlossen“, relativiert der Sender den Einstieg.

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Trotz unkalkulierbarer Aussichten will ProSiebenSat.1 an seinem Engagement in Großbritannien festhalten, erklärt eine Sendesprecherin: „Wir haben in britische Digital- und Produktionsfirmen investiert, weil sich dort herausragende Kreativtalente finden. Daran wird sich nichts ändern. Operativ verändert sich für uns also erstmal nichts. Generell werden die Rahmenbedingungen für Investitionen dort aber dadurch nicht leichter“. Auf das Werbegeschäft der Sendergruppe hätte ein ungeordneter Brexit keinen Einfluss. „Da sich unser Vermarktungsangebot im TV- und Digitalbereich auf den deutschsprachigen Raum fokussiert, hat die momentane Situation hier ebenfalls operativ keine direkten Auswirkungen“, so der Sender. Auch das Berliner Medienhaus Axel Springer gibt sich gelassen: „Die Lage ist ja aktuell noch nicht eindeutig, daher möchten wir uns derzeit nicht äußern. Generell gilt aber, dass wir mit unserem UK Geschäft nicht überproportional betroffen wären“, erklärt eine Verlagssprecherin.

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