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#10YearChallenge: Spaßiges Internet-Mem – oder Datenfutter für Facebooks Gesichtserkennungs-Algorithmus?

Konnte der #10YearChallenge auch nicht widerstehen: Jennifer Lopez
Konnte der #10YearChallenge auch nicht widerstehen: Jennifer Lopez

Es ist wieder so weit: Internet-Nutzer haben zu viel Zeit und starten eine neue Challenge. Das Jahrzehnt ist fast herum, warum also nicht eine Gegenüberstellung in zwei Bildern posten – aus 2009 und von heute. Was nach einer belanglosen Mitmachaktion aussieht, die der eigenen Eitelkeit schmeichelt, dürfte am Ende Facebook in die Karten spielen – und möglicherweise vom weltgrößten Social Network mitinitiiert worden sein. Der Contest hilft Facebook nämlich dabei, den Algorithmus zur Gesichtserkennung zu verbessern.

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Was für einen Unterschied eine Dekade macht: Tatsächlich schon zehn Jahre ist es her, dass sich die Welt in der schwersten Wirtschaftskrise seit der großen Depression befand, Barack Obama wenige Tage vor dem Beginn seiner Amtseinführung stand, Apple-Gründer Steve Jobs sich wegen seiner schweren Krebserkrankung in eine ungewisse Auszeit verabschiedete und ein Flugzeug eine Landung auf dem Hudson River vollführte, die später von Hollywood verfilmt werden sollte.

So sah die Welt im Januar 2009 aus. Wie Social Media-Nutzer vor einer Dekade aussahen, versucht die #10YearChallenge zu entlocken, die in diesen Tagen viral geht. Das Prinzip ist denkbar einfach: zwei Bilder, eins von 2009, eins – am besten ein vorteilhaftes – von heute, und fertig ist die Ego-Schmeichelei. Frei nach dem Motto: Seht her, ich habe mich gar nicht verändert. Einmal gestartet, gewann die #10YearChallenge in den sozialen Netzwerken schnell Verbreitung, an der auch Stars und Sternchen teilhaben wollten.

 

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Wow. Check out 2009 me trying so hard not to do anything wrong. Check out 2019 me doing what feels right. Wicked sweet 🙂 #10YearChallenge

Ein Beitrag geteilt von Anne Hathaway (@annehathaway) am

 

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What a difference ten years can make! Although I do still have a lot of ❤️ for my tan lines, hoops and blonde days… #10YearChallenge

Ein Beitrag geteilt von Jessica Biel (@jessicabiel) am

 

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Time sure does fly when you are having fun!! #10YearChallenge

Ein Beitrag geteilt von Reese Witherspoon (@reesewitherspoon) am

 

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#10yearchallenge #challengeaccepted ♥️

Ein Beitrag geteilt von Jennifer Lopez (@jlo) am

 

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🤪😅

Ein Beitrag geteilt von Barbie® (@nickiminaj) am

 

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Now THAT is a #10YearChallenge Be authentic to yourself 💜

Ein Beitrag geteilt von Caitlyn Jenner (@caitlynjenner) am

Im Mitmach-Internet glitt die Challenge unterdessen schnell auf die ironische Ebene ab.

Auch Marken, Institutionen und Sportvereine nutzten die #10YearChallenge für ihre Zwecke:

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#10yearchallenge Barça Edition 💙❤️

Ein Beitrag geteilt von FC Barcelona (@fcbarcelona) am

Aber auch gesellschaftliche, politische und geografische Veränderungen zum Schlechten wurden thematisiert.

Einen gänzlich anderen Aspekt thematisierte unterdessen Wired-Redakteurin Kate O’Neil, die sich fragte, wem die auf Facebook gestartete #10YearChallenge eigentlich am meisten nutze – nämlich mutmaßlich dem Social Network selbst, das Millionen und Abermillionen Bilder ihrer Mitglieder im Abstand von zehn Jahren erhält, die dabei helfen den Gesichtserkennungsalgorithmus zu trainieren.

Was mit den gesammelten Daten in Zeiten von Cambridge Analytica und anderen Debakeln passierten könnte, mag manchen Nutzer dazu veranlassen, sich zweimal zu überlegen, ob er an diesem Web-Spielchen unbedingt teilnehmen muss…

Update, 17. Januar 2019, 09.35 Uhr: 

Facebook hat sich inzwischen zum Wired-Artikel geäußert. In einem Tweet schreibt das Unternehmen, dass die Challenge von Nutzern ins Leben gerufen sei, “ohne unsere Beteiligung”. Die Spekulationen kommentierte ebenfalls Professor Florian Gallwitz, dessen Forschungsschwerpunkt unter andere die automatische Verarbeitung von Sprache, Bildern, Videos und Musik ist. Er schrieb auf dem Kurznachrichtendienst: “Nein, man hat ja noch nicht einmal das absolute Alter und auch nur genau eine Altersdifferenz pro Person. Ich sehe nicht, wie man damit etwas Sinnvolles trainieren will.”

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