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Batterieaustauschprogramm: Apple-Kunden wechselten Akkus in 11 Millionen iPhones – statt neue Modelle zu kaufen

Die Qual der Wahl: das bunte iPhone XR kaufen – oder doch lieber den Akku tauschen?
Die Qual der Wahl: das bunte iPhone XR kaufen – oder doch lieber den Akku tauschen? © Apple

Es klang nach einer faulen Ausrede: Apple-Chef Tim Cook bemühte das seit Anfang 2018 laufende Batterieaustauschprogramm als Argument für die Absatzschwäche der neuen iPhones. Licht ins Dunkel des Akku-Wechsels brachte nun der gut vernetzte Apple-Blogger John Gruber ("Daring Fireball"). Wie Gruber berichtet, habe Tim Cook in einer Versammlung vor Mitarbeitern die Anzahl der ausgetauschten Akkus auf 11 Millionen beziffert – das Zehnfache der Vorjahre.

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Es war Apples peinlichster Skandal der jüngeren Vergangenheit: Ende 2017 musste Apple nach wachsenden Nutzerbeschwerden eingestehen, dass ältere iPhone-Modelle durch das Update des neuen Betriebssystems verlangsamt wurden,.

Apple bestritt die Messergebnisse seinerzeit nicht und verwies auf Maßnahmen zur Regelung des Spitzen-Stromverbrauchs bei abgenutzten Batterien. Die Spitzen-Strombelastung werde bei Bedarf “geglättet”, um eine plötzliche Abschaltung zu verhindern.

Tim Cook: Batterieaustauschprogramm Grund für iPhone-Käuferstreik

Die Folge: Apple begegnete den Nutzerbeschwerden und zahlreichen Verbraucherklagen mit einer Goodwill-Maßnahme. Ein Batteriewechsel außerhalb der Garantiezeit war beim iPhone 6 und späteren Modellen nun plötzlich für 29 statt 79 Dollar / Euro möglich.

Nutzer nahmen das Angebot in einem Maße an, das Apple selbst überrascht haben dürfte – vor allem offenbar im vierten Quartal, als die Option zum günstigen Batteriewechsel auslief. Entsprechend führte Tim Cook das Austauschprogramm Anfang Januar in der geharnischten Umsatzwarnung dann auch als Grund für die Käuferzurückhaltung bei den neuen iPhone-Modellen an – was zunächst für reichlich Twitter-Spott sorgte.

John Gruber: 11 Millionen Akkus ausgetauscht
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Der seit jeher mit Apple gut vernetzte Blogger John Gruber hat nun in einem neuen Blogbeitrag Licht ins Dunkel des Batterieaustauschprogramms gebracht, indem er ein Detail der Mitarbeiterversammlung vom 3. Januar verriet, das bislang noch nicht durchgesickert war.

So habe Tim Cook vor der Belegschaft erklärt, dass insgesamt 11 Millionen Kunden vom vergünstigten Akku-Wechsel Gebrauch gemacht hätten – zehnmal mehr als regulär.  Berücksichtigt man die Trägheit vieler Kunden, erst vor Ablauf des Angebots, das zum 31.12. 2018 endete, aktiv zu werden, könnte der Großteil des Batterieaustausches im vierten Quartal stattgefunden haben –  und damit zu Lasten eines Neukaufs gegangen sein.

Effekt des Austauschprogramms erst mit den neuen iPhone-Modellen offenkundig?

“Meine Schätzung: Der Effekt des Austauschprogramms war nicht offenkundig, bis das iPhone XR und die iPhone XS-Modelle erhältlich waren”, mutmaßt Gruber. “Ein paar Millionen iPhone-Nutzer, die mit der Performance ihres alten iPhones glücklich sind – und sonst ein neues Modell gekauft hatten – machen so den Unterschied.

Behält Gruber recht, müsste der Effekt im laufenden Quartal, in dem das Austauschprogramm ausgelaufen ist, entsprechend abebben und sich die neuen Modelle wieder besser verkaufe – wonach es allerdings nicht aussieht.

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