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Plakate und Schmierereien: “Identitäre Bewegung” greift taz und weitere Medienhäuser an

Das taz-Medienhaus in Berlin
Das taz-Medienhaus in Berlin

Unbekannte haben am Montagmorgen das Redaktionsgebäude der taz in Berlin angegriffen. Laut der Polizei sollen sechs oder sieben Personen Flugblätter an dem Gebäude angebracht und eine Person körperlich bedrängt haben. Die "Identitäre Bewegung" bekannte sich bereits zu der Plakataktion. Auch beim Satiremagazin Titanic, der Frankfurter Rundschau und dem ARD-Hauptstadtbüro kam es zu Übergriffen.

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Die Aktion war offenbar Teil einer gezielten bundesweiten Provokation der rechten “Identitären Bewegung”, die sich auf Twitter zumindest zu den Plakaten bekannte. Der Staatsschutz ermittelt nun wegen Hausfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung, teilt die Polizei Berlin auf Twitter mit.

Die Bewegung hat am Montagmorgen unter anderem das neue Redaktionshaus der linken taz an der Friedrichstraße attackiert. Es seien Plakate angebracht und Flugblätter ausgelegt worden. Zudem hätten die noch unbekannten Personen eine Art Grabhügel aus Steinen und einer roten Fahne errichtet. Eine Mitarbeiterin der Zeitung, die die Aktion beobachtet hatte, sei angegriffen worden. Das genaue Ausmaß ist noch unbekannt.

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Auf den Plakaten, die auch am Hauptstadtbüro der ARD sowie einiger Parteizentralen angebracht waren, stand unter anderem die Frage “Wann problematisieren Sie linke Gewalt?”. Außerdem ist auf Fotos der Aktion, die die “Identitäre Bewegung” selbst veröffentlicht hat, ein Bild des verletzten AfD-Politikers Frank Magnitz zu sehen. Auf dem Twitter-Profil der rechten Bewegung heißt es, die Aktion wolle “Schreibtischtäter benennen”.

Neben dem Redaktionsgebäude der Berliner tageszeitung und der ARD wurden zudem Plakate an der der Fassade der SPD-Zentrale im Willy-Brandt-Haus, Büros von Abgeordneten (siehe Tweet unten) sowie einem Parteibüro der Grünen aufgehängt. Auch in anderen deutschen Städten gab es ähnliche Vorfälle: Vor dem Redaktionsgebäude der Frankfurter Rundschau konnten die Täter bei ihrer Tat von der Polizei gestellt werden, berichtet die Zeitung. Dort sollen rund zehn Personen versucht haben, politisch motivierte Plakate aufzuhängen.

Schon am Wochenende hatten Unbekannte das Haus des Satiremagazins Titanic mit Farbe beschmiert und Wörter auf die Fassaden gekritzelt. Auch die Spaßpartei “Die Partei” war Opfer dieser Angriffe.

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