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Die Verselbstständigung des “Warnens” und “Verabscheuens”: Medien als Reflexmaschinen von Vorurteilen

Thomas Fischer, Bundesrichter a.D., ist Autor der MEEDIA-Kolumne Fischers kleine Presseschau
Thomas Fischer, Bundesrichter a.D., ist Autor der MEEDIA-Kolumne Fischers kleine Presseschau

Ein Kantholz und seine Geschichte: Die in wesentlichen Punkten von seiner Partei kolportiere Version eines Überfalls auf einen Bremer AfD-Abgeordneten sorgte diese Woche für Schlagzeilen. Auch wenn sich die eilig verbreitete News vom versuchten Mordanschlag linker Akteure nach Auswertung eines Tatortvideos nicht halten lässt, sind die reflexhaften Reaktionen in den Medien längst nicht aus der Welt. MEEDIA-Kolumnist Thomas Fischer ("Fischers kleine Presseschau") über die Stereotypen des "Warnens" und "Verabscheuens" sowie den Hang der Politik zum Gute-Besserung-Gesetz.

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Gesetzeskunst

Wir haben nun endlich das „Gute-Kita-Gesetz“. Die zuständige Ministerin wurde sehr gelobt für den schönen Namen, den sie dem Gesetz gegeben hat. Tatsächlich heißt das Gesetz zwar gar nicht so, sondern „Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung“ vom 19. Dezember 2018 (BGBl 2018 I S. 2696). Und ob das Gesetz gut ist oder für gute Kitas sorgen wird, ist umstritten und muss sich erst noch zeigen. Aber die Performance wurde allgemein als gelungen angesehen. Deshalb haben die Ministerin und ein Ministerkollege auch gleich noch die Initiative „Starke-Familien-Gesetz“ nachgeschoben. Denn eine große deutsche Arbeiter- und Autopartei hat beschlossen, dass ab sofort die skandalöse Kinderarmut zu „bekämpfen“ sei. Nicht in Bangladesh, sondern in Deutschland, wo diese Partei in den vergangenen zwei Jahrzehnten 16 Jahre mitregiert hat.

Nun fragt das eine oder andere Kind sich vielleicht, wem es seine zu bekämpfende Armut zu verdanken hat. Aber das ist eine undankbare Frage im Moment der Freude, da im Starke-Familie-Gesetz unter anderem vorgeschlagen werden soll, den Kinderzuschlag um 13 Euro und das Kindergeld um 10 Euro zu erhöhen. Das wird also für die schwachen Familien ein ganz starker Schluck aus der Pulle der Volkswirtschaft, die im Jahr 2018 ein Bruttoinlandsprodukt von ca. 3.400 Milliarden Euro erwirtschaftet hat, also 40.000 € pro Bundesbürger oder 300.000 € pro Kind bis 14 Jahre.

Das sprachliche Konzept ist jedenfalls auch in der Presse gut aufgenommen worden: Was für eine Bürgernähe! Wie wunderbar einfach erklären die Titel die schwierige Materie! Das Verständnis der Menschen für das Recht leidet ja, wie wir aus zahllosen Recherchen wissen, sehr unter den Namen der Gesetze, die regelmäßig dreigeteilt sind: In einen umständlichen, oft euphemistischen Langnamen zur Umschreibung des politisch Gewollten („Gesetz zur Verbesserung der Bekämpfung der Blattlaus“), einen mehr oder weniger skurrilen Kurztitel zur Inspiration der lustigen Glossen zur Juristensprache („Blattlausbekämpfungsverbesserungsgesetz“) und eine Abkürzung desselben („BlaBekVerbG“). Diese Abkürzung wiederum gibt es in zwei Varianten: mit eingestreuten Vokalen, die das Ganze dann als Wort sprechbar machen („BaföG“, „OWiG“), und ohne („PflVersG“). Je nach Humorlage werden aber auch eigentlich unsprechbare Abkürzungen als Wörter gesprochen („BimSchG“ = Bundesimmissionsschutzgesetz), um den verwirrten Geisteszustand der Ministerialbeamten zu entlarven; umgekehrt werden sprechbare buchstabiert („BÄO“ = Bundesärzteordnung).

Die Kraft der neuen Tendenz aus dem BMFSFJ sollte nicht unterschätzt werden. Man darf träumen vom „Pünktliche-Bahn-Gesetz“, „Gute-Besserung-Gesetz“, Schnelle-Truppe-Gesetz“, „Schönes-Alter-Gesetz“ und anderen Wohltaten. Die Wählerzahlen werden durch die Decke gehen.

An dieser Stelle muss noch ein bemerkenswerter Gesetzesvorschlag der Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF), Maria Noichl, erwähnt werden. Der Süddeutschen Zeitung sagte sie am 15. Dezember: „Kommunale Kliniken, die öffentliche Gelder bekommen, sollen Abtreibungen verpflichtend anbieten. Zwar können das Ärzte aus Gewissengründen verweigern, aber die Gynäkologen müssen dazu bei ihrer Einstellung befragt werden. Wenn sie das verweigern, müssen sich die Klinken fragen, ob das der richtige Arzt ist.“ Dieses Konzept hätte gewiss auch der Genossin Margot H. aus Wandlitz gut gefallen. Die zuständige Ministerin müsste also nur einen passenden Namen finden. Er ergibt sich unschwer aus dem Grundanliegen der AsF: „Das Kind hat ein Recht darauf, dass die eigene Mutter zu ihm Ja sagt!“ Das ist schön gesagt und konsequent gedacht: Abtreibung als Kinderschutzmaßnahme. Man könnte die Abtreibungspflicht aller Krankenhäuser also demnächst im „Geliebte-Kinder-Gesetz“ regeln.

 

Klima der Angst

Die Fraktionsvorsitzenden einer im Bundestag vertretenen Partei haben in Deutschland ein „Klima der Angst“ wahrgenommen. Dieses Klima sehen sie bestätigt durch einen „feigen Mordanschlag“ auf einen Bundestagsabgeordneten aus Bremen. Die „abscheuliche Gewalttat“ und „feige Bluttat“, von welcher sie sprachen, stellt sich nach Besichtigung der Videoaufzeichnung vom Tathergang nun wohl etwas anders dar als in den ersten Schilderungen des Opfers: „Kantholz“, Tritte gegen den Kopf, Raub; Lebensrettung durch Passanten, die die Mörder in die Flucht schlugen. Da von all dem auf der Aufzeichnung nichts zu sehen war, wurde die Schilderung zur Frucht einer (angeblichen) Sekunden-Bewusstlosigkeit umgewidmet. Der Umstand, dass auf dem Video offenbar (nur) zu sehen ist, dass von drei Personen mit „Mützen oder Kapuzen“ eine das Tatopfer von hinten zu Boden stößt und daraufhin alles drei weglaufen, ändert vorerst nichts daran, dass die Tat der „drei vermummten Täter“ (Tagesschau) bis hinauf zum Bundespräsidenten schon einmal als Menetekel eskalierender politischer Gewalt gegeißelt wird.

Nun ist es gewiss eine strafbare vorsätzliche Körperverletzung, jemand anderem in den Rücken zu springen und ihn zu Boden zu stoßen. Ob es eine „gefährliche“ Körperverletzung (im Sinn von § 224 Abs. 1 Nr. 4 oder Nr. 5 StGB) war, wird sich im Lauf der Ermittlungen herausstellen. Die Behauptung, die Tat sei „offenkundig“ politisch motiviert, „Resultat der Hetze von Politikern und Medien gegen uns“ (Weidel/Gauland am 8. Januar) und „offenbar von Linksterroristen“ begangen worden (Meuthen/Gauland), ist Spekulation und wird nicht schon dadurch zur Wahrheit, dass sie von Politikern und Medien unkritisch und übereilt aufgegriffen wird. Besonders abwegig äußerte sich auch die Bundesvorsitzende der Grünen, Baerbock: „Wer Hass streut, der erntet Hass“. Würde dieser Satz, der dem Opfer einer Gewalttat ein hämisches “selbst schuld!“ nachruft, von AfD-Politikern über einen von Rechtsradikalen verletzten Grünen-Abgeordneten gesagt, dürfte man sich gewiss auf eine wochenlange Entrüstungswoge gefasst machen.

Aber auch sonst herrscht Untergangsstimmung: Die SZ wusste am 9. Januar, dass der Geschädigte „brutal zusammengeschlagen“ wurde und es „die Täter wohl nicht interessierte, ob er überlebt“. Matthias Dobrinski kommentierte, es sei offen, ob „die Täter“ (tatsächlich weiß man noch nicht einmal, ob es sich um eine spontane Exzesstat nur einer Person handelte) eine politische Motivation hatten. Einen Satz später freilich enthüllte der Autor, die Tat zeige, dass sowohl Faschisten wie Autonome die Menschenwürde ihrer Gegner geringschätzten, und: „Es wurde in das Gewaltmonopol des Staates eingegriffen, Hass wurde mit Hass vergolten.“ Auf das „Gewaltmonopol“ kommt man sonst bei Körperverletzungsdelikten in Hinterhöfen nicht unbedingt. Und die Dobrinski-Baerbocksche „Hass“-Analyse entlarvt die Worte über die Unaufgeklärtheit als logikfreie Ausfallversicherung. Die ZEIT meldete noch am 10. Januar auf Seite eins: „Politische Übergriffe in Deutschland nehmen zu“ – eine ebenso kühne wie unbelegte Behauptung. Stimmen, die sich gegen die allgemeinen „Abscheu“-Klagen und das voreilige Kommentieren eines bislang weithin unklaren Geschehens wandten, waren selten (z.B. Berthold Kohler in der FAZ vom 9. Januar).

 

Reflexe

Man hat des öfteren den Eindruck, als sei es den Reflexmaschinen der „Meinung“ nachgerade gleichgültig, was wahr und was unwahr ist: Es geht um „gefühlte“ Wahrheit, und wenn diese sich später als nicht faktenbasiert erweisen sollte, ist es auch egal, da das bedeutungsvolle „Warnen“, „Verabscheuen“ und Beschuldigen sich dann längst verselbständigt hat.

Die Verarbeitungslage zur Tat in Bremen passt zu den vorausgegangenen Aufregungen um Taten in Amberg und Bottrop. Was die Letztere betrifft, zeigte sich der Innenminister von NRW, Reul, in rekordverdächtig kurzer Zeit vollständig informiert über Gründe, Motive und Absichten des Täters, der gezielt Passanten angefahren und (gefährlich) verletzt hatte (in diesem Fall sicher Gefährliche Körperverletzung gem. § 224 Abs. 1 Nr. 2 und Nr. 5; vielleicht auch versuchter Mord). Dann wurde bekannt gegeben, dass der Beschuldigte an einer Psychose (Schizophrenie) leide. Seither ist das Maß des von den Pressestellen verbreiteten „Abscheus“ deutlich zurückgegangen. Vielleicht sind jetzt alle sicher, dass es sich um Taten eines „Verrückten“ handelte, die man den von den Rechten geschürten Hass-Intentionen nicht unmittelbar zurechnen und deshalb nicht ohne weiteres ausschlachten kann.

Die Abscheu-Abteilung der AfD hielt sich bei den Bluttaten von Bottrop vornehm zurück. Selbst als die Polizei bestätigte, der Beschuldigte habe in seiner Vernehmung fremdenfeindliche Motive angegeben, sahen sich Meuthen, Weidel und Gauland nicht veranlasst, mit zitternder Hand Aufrufe an die eigene, mitunter bekanntlich etwas ungestüme Parteijugend zu verfassen, sich von der xenophoben Gewalt keinesfalls inspirieren, beflügeln oder bestätigen zu lassen. Aus den tieferen Gefühlsschichten der Bewegung der Besorgten hört man ja sonst nach jeder Gewalttat gegen Fremde, daran könne man einmal mehr sehen, dass der berechtigte Zorn der Bürger sich leider in illegalen Taten entlade, von denen sich die Vogelschiss-Partei selbstverständlich distanziere. Das kennen wir schon: Die Schuld des Opfers an seinem Opfersein gründet sich auf sein Da-Sein. Der ehemalige Fallschirmspringer Möllemann hat das einst am Juden Friedmann exemplifiziert.

Um so verzweifelter erklangen die Schreie der Empörung über die Bluttaten von Amberg. Vier als „Flüchtlinge“ registrierte Jugendliche hatten, stark alkoholisiert, bei zwei Gelegenheiten mutwillig Passanten angegriffen und verletzt. Warum sie dies taten, ist (mir) nicht bekannt. Erstaunlicherweise wurde diese Frage von der Presse bislang noch nicht vollständig aufgeklärt, was aber selbstverständlich niemanden an der Forderung hinderte, Ursachen, Motive und Folgen auf das Entschiedenste zu verabscheuen und zu bekämpfen. In diesem Fall ist das schon deshalb leicht, weil sich die eigentliche Schuld der Täter offenbar aus ihrem schlichten Hier-Sein ergibt: Dass Ausländer Straftaten begehen, die auch für Inländer ähnlichen Zuschnitts typisch sind, reduziert die kriminologische Analyse zuverlässig und abschließend auf die scharfsinnige Feststellung, die Tat hätte nicht geschehen können, wenn der Täter nicht dagewesen wäre.

Herr Bundesminister des Innern, unlängst erst erwacht aus einem Traum, in welchem er als gefühlte Spitze eines gewaltigen Heeres losmarschierte und als abgehängte Nachhut endete, hätte eigentlich gewarnt sein können, verkündete aber vor jeglicher justizieller Aufklärung des Geschehens, nun müsse das „Asylrecht verschärft“ werden. Was diese Worte bedeuten, ist jedem Deutschen seit 40 Jahren bekannt: keinesfalls, dass es irgendeinem Asylbewerber besser, leichter oder schöner gemacht werden soll. Sondern dass der irgendwie illegitimen, irgendwie missbrauchten, auf jeden Fall zerstörerischen und vor allem „überhand nehmenden“ Inanspruchnahme des Asyl-Rechts (oder dem Immigrations-Wunsch der Barbaren vor der Mauer eine „schärfere“, also bessere Grenze zu setzen sei: undurchlässiger.

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In Deutschland werden in jedem Jahr vielleicht fünfzigtausend Jugendliche (14 bis 17 Jahre) und Heranwachsende (18 bis 20 Jahre) wegen Körperverletzungsdelikten strafrechtlich – sanktioniert, mal mehr, mal weniger. Die Entscheidungen der Justiz sind mal mehr, mal weniger richtig, gerecht, nützlich und hilfreich – wie die anderen Entscheidungen öffentlicher und privater Institutionen auch. Wer in seinem eigenen Leben als Jugendlicher einmal wegen Sachbeschädigung, Diebstahl, Körperverletzung oder Besitz von Betäubungsmitteln verfolgt wurde, oder wessen Kind, Freund, Nachbar oder Neffe dies passierte, wird gewisse Zweifel daran haben, dass ein möglichst gnadenloses Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden das allerbeste Mittel sei, um desorientierte, desintegrierte, enttäuschte Jugendliche auf den Pfad der Empathie und in die Sicherheit einer Ausbildungsstelle als Mechatroniker oder Lehrer zu leiten. Andererseits aber vielleicht auch die Hoffnung oder Erinnerung daran, dass ein Zugriff im Namen des Staates eine heilsame Funktion haben kann.

Seit 70 Jahren wurde in Deutschland, wenn es kommodierte, behauptet, mit der Jugend sei es früher besser gewesen, werde jetzt aber immer schlimmer und müsse unweigerlich in ein Chaos münden, das grundlegende Werte und Gewissheiten des Gemeinwesens zerstöre. In allen Fällen sollten, soweit ich mich erinnere, dem verderblichen Einfluss einer fehlgeleiteten Jugend ein eiserner Riegel und eine harte Hand Einhalt gebieten. Als Dekaden des Untergangs von Kultur, Sicherheit und Heimat sind mir in Erinnerung: die 50er Jahre, als Lederjacken und Afroamerikanismus die abendländische Kultur bedrohten; die 60er Jahre, als die Jugend im Rausch der Beat-Musik (Viervierteltakt mit Beat auf dem zweiten Schlag) den in zwei Weltkriegen errungenen Werten entsagte; die 70er Jahre, als sie sich dem Weltfrieden und dem Ikea-Regal zuwandte; die 80er Jahre, als fast die Neuerfindung des Kapitalismus durch Wahnideen wie Atomausstieg und biologische Landwirtschaft verhindert worden wäre. Ganz zu schweigen von den Verwirrungen der 90er und Nuller Jahre: Internet, Verantwortungslosigkeit, Gewalt! Die Jugend wieder auf dem Weg ins Unglück!

 

Vergleiche mit Vergleichen

Dagegen könnte man einwenden: Seit 70 Jahren hat es in Deutschland keine Population unter 25 Lebensjahren gegeben, die so wertkonservativ, folgsam, karriere-orientiert, gesetzestreu und furchterfüllt war wie die gegenwärtige. Sie fürchtet sich, wie die Analytiker ein ums andere Mal feststellen, kaum noch vor dem großen Bruder, sondern meist nur vor einem Funkloch oder dem Verpassen eines Update. Amberg ist, kriminologisch gesehen, eine ungemein sichere Stadt. Vier stark alkoholisierte jugendliche Personen haben dort trotzdem aus unbekannten Motiven am 30. Dezember 2018 unbeteiligte Menschen angegriffen und verletzt.  Das Geschehen bestand aus zwei zeitlich und situativ getrennten Vorkommnissen. Die Beschuldigten wurden identifiziert und festgenommen: Keine Invasion, kein Aufstand, keine Terrorzelle.

Was, so fragt man sich, könnte es veranlassen, die Tat von Bottrop und die Taten von Amberg in einen Zusammenhang zu bringen, der es auf die Titelseiten der nationalen Tagespresse und in die Nachrichtensendungen schafft? Anders gefragt: Gibt es irgendeinen naheliegenden Hinweis darauf, dass die „vier Täter zwischen 17 und 19“ aus Amberg (man hört: BAK bei 2,6 Promille) aus rassistischen, fremdenfeindlichen, anti-jüdisch-christlichen Motiven gehandelt haben könnten? Oder handelte es sich unter Umständen um „sinn“-freie Taten, wie sie in jeder Woche von sinn-freien Jugendlichen aus Bayern und Schleswig-Holstein zu hunderten begangen werden?

Es ist klar: Die einzige dem Leser, Hörer, Zuschauer dargebotene Verbindung besteht in der Ausländer-Eigenschaft von Tatbeteiligten: In Bottrop die Opfer, in Amberg die Täter. Der Reflex, der an dieser willkürlich zusammengeschalteten Parallelität anknüpft, ist von geradezu atemberaubender Einfalt. Der Innenminister des Freistaats Bayern teilte zum Amberger Sensationsfall mit: „Aktuell (sei) die Abschiebung noch in keinem der Fälle rechtlich möglich. Wir setzen alle Hebel in Bewegung, um das zu ändern.” Das war’s. Ein „Dankbare-Gäste-Gesetz“ muss her.

Letzter Akt: Ein Bundestags-Abgeordneter der Partei AfD hat kürzlich, als ein schon früher strafrechtlich „auffällig“ gewordener Ausländer vorübergehend wieder einreisen durfte, angemerkt, im Interesse einer wirksamen Abschreckung müsse auch über eine Änderung des Art. 102 Grundgesetz nachgedacht werden. Diese Vorschrift lautet seit 1949: „Die Todesstrafe ist abgeschafft“. Als man dem Herrn Abgeordneten  Verfassungsfeindlichkeit vorhielt, erläuterte er: Er habe ja gar nicht die Einführung der Todesstrafe angeregt. Denn dazu müsse man ja auch Art. 1 Abs. 1 GG („Die Würde des Menschen ist unantastbar“) ändern, und das habe er nicht gefordert. Der Herr ist von Beruf Staatsanwalt. Seine Forderung ist von schwer zu überbietender Dummheit, seine Erläuterung von nur schwer zu unterbietender rabulistischen Feigheit. Die AfD-Führung ließ mitteilen, es handle sich um eine Privatmeinung, mit der sie nichts zu tun  habe.

 

Zustände

Die medialen Reflux-Zustände sind besorgniserregend. Alles andere jedenfalls nicht dort, wo es hinfantasiert wird. „Immer weniger Vertrauen in den Rechtsstaat“, melden hämisch Webseiten, die 95 Prozent ihrer Zahlungs- und Überzeugungskraft darauf verwenden, genau dieses Ergebnis zu erzielen. We need Border Security! Deutschland ist unter den zehn reichsten Ländern des Planeten. Der deutsche Rentner muss vom deutschen Rentner gepflegt werden, sagt der Innenminister. Kinder statt Inder! Wer weiß: Vielleicht kommt ja schon bald der Entwurf des „Tolle-Integration-Gesetz“, vorgestellt von Alice + Franziska. Blattvergoldet.

 

 

 

 

 

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Alle Kommentare

  1. Ein ganz einfaches “Danke” für den Kommentar von Herrn Fischer, der mich jedes Mal angesichts der überaus geglückten Wortwahl heftig zum Lachen bringt. Möge mir dieser Kommentator noch lange erhalten bleiben!

  2. “..wie sie in jeder Woche von sinn-freien Jugendlichen aus Bayern und Schleswig-Holstein zu hunderten begangen werden …”

    Tatsächlich ? Legen Sie ´mal die Fakten auf den Tisch !

    Jede Woche werden also in Deutschland “Migranten” zu Dutzenden von Deutschen zusammengeschlagen ? Da bin ich neugierig !

    P.S. Ist die Berufung zum Richter am BGH eine Art Negativselektion ?

    1. Verehrter Leser! Unser Fehlverständnis liegt im Wort “WIE”.
      Ich bin allerdings zuversichtlich, dass Sie auch diesen HInweis nach besten Kräften nicht verstehen werden.

      Ich gebe Ihnen trotzdem gern noch einmal einen Hinweis: Versuchen (!) Sie doch einfach einmal, die jeweils gemeinten Taten OHNE den rassistischen Zusamnmenhang zu denken, den Sie voraussetzen. Dann könnten Sie – möglicherweise! – darauf kommen, dass in jeder Woche hunderte von vollgesoffenen Jugendlichen irgendwo in Deutschland irgendwelche Körperverletzungen begehen.

      Vielleicht ist die Bitte, sich einmal kurz den Schaum vom Mund zu wischen, bevor man die Welt erklärt, viel verlangt. Aber man sollte es doch zumindest versuichen. Das sind wir uns als christlich-jüdische Abendlandzivilisation doch schuldig, gnoreikat!

      1. Ich habe Sie gebeten, mir die entsprechenden Fälle zu präsentieren, wo “vier Jugendliche” durch Deutschland ziehen und “ein Dutzend” Menschen zusammenschlagen. … und das zu Hunderten … jede Woche.

        Man nimmt zur Kenntnis, daß Sie das nicht können. 🙂

        Nebenbei:
        BKA – Kriminalität im Kontext von Zuwanderung, Bundeslagebild 2017, S. 54
        Fallkonstellation Zuwanderer tatverdächtig – Opfer deutsch: 13 Tote
        Fallkonstellation Deutscher tatverdächtig – Opfer Zuwanderer: 0 Tote

      2. Die Scharfsinnigkeit ihrer Interpretationskunst übersteigt selbstverständlich die mir erreichbaren Grenzen.

      3. @TF: wenn man Kritik an Pauschlisierungen übt, sollte man diese in der Kritik ebenfalls vermeiden und sich nicht der Auslegung des Wortes “Wie” bedienen. Die gleichen Taten werden sicherlich nicht hundertfach im Bundesgebiet verübt – und Jugendliche haben sehr unterschiedliche Motive.
        Was Sie beschreiben, ist das Phänomen “Vorurteil” – gegen politische Feinde, gegen vorgefasste Meinung über Ausländer, Rassen, ja selbst im persönlichen Bereich: wenn Menschen denen ähneln, mit denen man einmal negative Erfahrungen gemacht hat, dann weiss man, wie der Betreffende ist: das ist “Lebenserfahrung”. Gehen Sie einmal gegen eine Meinung an, die sich jemand -aus welchen Gründen auch immer-gebildet hat, so werden Argumente in der Regel auch von solchen, die gelernt haben, Sachverhalte von verschiedenen Standpunkten zu erörtern, vielleicht “ja,ja” sagen, dann aber wieder ihre bisherige Meinung vertreten. Vorurteile verschaffen persönliche Sicherheit und man irrt sich eben nicht gern und schafft sich eher Verbündete, die die eigene Meinung vertreten.
        …….. und nun bedienen sich die Medien auch gern der Vorurteile ihrer vermeintlichen Leser: was wollen die hören? Das was eingängig ist, nicht so viel in Frage stellt und nicht viel Zeit des Nachdenkens erfordert. Je kürzer, je besser. In der Schweiz gibt es die sog. “20 Minuten Blättli”. Wie ich feststelle, verbreiten die in der Regel auch keine schlechteren- d.h. undifferenzierteren Nachrichten als sog “Leitmedien”, wenn es allein um die Nachrichten geht.
        Warum sollen Redakteure generell einen besseren Durchblick haben als der Durchschnitteleser? Auch sie sind nicht in der Lage, ihre Meinungen über eine Vielzahl von Sachverhalten einem ständigen Verifizierungs-bzw. Falsifizierungsprozess zu unterziehen. Die sog. Wissenschaft kann es auch nur in Teilbereichen. Z.Zt. steht hier die Methodik der Psychologie auf dem Prüfstand. Doch wer freut sich nicht, wenn er Statistiken bemühen und dementsprechende Aussagen vornehmen kann? Die grossangelegte Studie wird nicht so leicht durch eine andere mit gegenteiligem Ergebnis konfrontiert.
        Faktenerhebung vs Bewertungen- welche Fakten wähle ich aus, um meine vorgefasste Bewertung wenigstens zum Teil zu stützen?

        So, wie lässt sich das Problem “Vorurteil” in einer Demokratie lösen?

      4. Tja, da haben Sie am Allgemeinen natürlich irgendwie recht.
        Allerdings könnte man, wenn man schon Gdenauigkeit von andern verlangt, auch ein wenig genauer lesen und zitieren:
        Im Text ist nicht von “Gleichen Taten” die Rede, sondern von “sinn-freien Taten, wie sie in jeder Woche von sinn-freien Jugendlichen aus Bayern und Schleswig-Holstein zu hunderten begangen werden?”
        Das ist doch selbst bei denkbar schlechtestem Willen eigentlich nicht so schwer zu verstehen, jedenfalls füpr den durchschnittlich gebildeten deutschen Foristen: Besoffene männliche Jugendliche zwischen 17 und 19 Jahren begehen in jeder Woche in Deutschland hunderte von “sinn-losen” Taten, vielfach verbunden mit Gewalt gegen andere Menschen. Wahrscheinlich 99,5 Prozent davon sind nicht “rassistisch”. Manche der Täter sind Inländer, manche Ausländer. Das ist kriminologisch durchaus von Interesse. Sonst aber auch nichts. Wer Straftaten “analysieren” will, muss ein Minimum an Geduld, Anstrengung und Differenzierungsfähigkeit mitbringen.
        Wenn vier besoffene Jugendliche gemeinsame Körperverletzungen begehen, ist das schlimm genug. Ob es damit zusammenhängt, dass sie angewachsene Ohrläppchen haben oder aus Fürstenfeldbruck stammen, ist da zunächst einmal egal. Und wenn sie, alle oder einzeln, aus Chicago, Wien oder Damaskus kommen, hat das mit der Tat an sich auch noch nicht sehr viel zu tun. Nicht mehr jedenfalls wie die Frage, was Körperverletzungen von besoffenen Münchnern oder Leipzigern in Palma oder Pukhet mit dem DNA-Profil ihrer Vorfahren zu tun haben.
        Anders gesagt: Man muss nicht aus jeder banalen kriminologischen Frage eine Verkörperung der Weltgeschichte machen. Wenn vier vollgedröhnte bayerische Jugendliche randalierend durch Amberg ziehen, muss man sie nicht gleich sozuial vernichten, oder? Und wenn es sich um vier ausländische Jugendliche handelt, gilt dasselbe.
        Erbärmlich ist der Kurzschluss-Reflex, der aus dem bloßen Fremd-Sein der Täter eine besondere Verwerflichkeit ableitet. Denn die ist ja noch gar nicht plausibel oder bewiesen.

        Dabei habe ich jetzt die (mir nicht bekannte) konkrete individuelle Situation der jungendlichen Täter noch nicht berücksichtigt. Ich bezweifle, dass Sie sie kennen. Vielleicht warten wir einfach erst nmal ab. Könnte ja immerhin sein, dass es sich um einsame und desorientierte jungte Burschen, die seit zwei jahren in irgendeinem Heim herumlungern und darauf warten, dass der Tag vorbeigeht oder irgendjemand mit ihnen spricht. Da wirken, wie die Erfahrung zeigt, drei Kumpels und 0,7 Liter Wodka gelegentlich böse Wunder.

      5. Naja, wenn keine Mutti, kein Vati, kein niemand da ist, der/die sich um die Youngsters kümmert, ists ja kein Wunder. Alles nicht so einfach.
        Allerdings, zuschlagen voll im Öl, Autoreifen aufschlitzen, zugekifft herumbrüllen, aufmischen, sich ins Koma saufen, bescheuerte Sprüche klopfen, jemandem mit einer gestohlenen Krachen vorm Gsicht herumfuchteln vor lauter deppert, mit dem Taschenfeitl bedrohen, das haben vor 30 Jahren schon die gelangweilten wohlstandsverwahrlosten 16Jährigen oder sich sowieso gerade in der Pubertät für besonders imposant und zugleich minderwertig haltenden Flegel und Hosenscheißer, die noch dazu den undankbaren Job haben die Mädls zu beeindrucken, gemacht. Die einzigen, die in unserem Verein damals allerdings Hausverbot hatten, waren die glatzerten Arschlöcher mit Springerstiefeln, und das aus absolut logisch nachvollziehbaren Gründen.

    2. Also ich lass mir mein Urteilsfindungsvermögen nicht nehmen. Von niemandem! Und meine Rauflust auch nicht. Vorurteile über brave Mädchen hin oder her.

      1. “Vielleicht warten wir einfach erst nmal ab. ”

        Das muß man sikch im Kontext der überdrehten Empörung “Dr. Fischers” über die “Hetzjagden von Chemnitz” auf der Zunge zergehen lassen.

  3. Dem ist nichts hinzuzufügen. Eine perfekte Zusammenfassung der Geschehnisse. Danke, Herr Fischer.
    “Früher war alles besser.” “Die Jugend von heute”. Ich antworte ähnlich auf solchen Unsinn. Entweder, dass jede Jugend ihr Recht auf “Rebellion” und ihren Stil habe und die heutige keineswegs krimineller ist als vorherige. Oder sarkastisch, dass schon deswegen früher alles viel besser war, weil zum Beispiel in den 20ern in Hamburg noch 20000 Menschen Gelegenheit hatten, im Zuge einer Cholera-Epidemie dahinzuscheiden.

  4. Die Scheinheiligkeit der deutschen Medien, insbesondere der staatlich kontrollierten Öffentlich-Rechtlichen, gipfelt in der nahezu vollständigen Ausblendung des ungeheuerlichen Fake-News-Skandals des ‘Spiegel’-Verlages (die Lügengeschichten sind in der ‘Der Spiegel’ und auch auf ‘SPON’ veröffentlicht worden). Die Auslandspresse scheint da keine Schere im Kopf zu haben:
    http://www.startribune.com/lileks-insult-fergus-falls-take-that-german-magazine/503869482/

    1. Mit allem Respekt vor Ihrer tief empfundenen Empörung über falsche, falsch konnotierte, falsch “aufgebrezelte” und unzutreffend dramatisierte Meldungen: Dass der “Relotius-Skandal”, wie Sie sagen, “nahezu vollständig ausgeblendet” worden sei, scheint mir nach ungefähr 1000 Presseartikeln dazu binnen zwei Wochen ein kühne Behauptung.
      Manchmal schreibt die Presse halt einfach nur nicht, was man möchte. Das kann (oder sollte) man dann kritisieren. Aber zu behaupten, alles, was einem nicht passe, existiere gar nicht, scheint mir etwas übertrieben.

  5. Nun gut, für die einfach Gestrickten:
    Die “Medien” haben (vorschnell) auf die Attacke auf den AfD-Politiker reagiert, weil diese “Attacken” mittlerweile an der Tagesordnung sind.

    Da stellt sich Claudia Machtkaputtwaseuchkaputtmacht von der PrügelJoschka-Partei zusammen mit einem weinseligen FDP-Politiker hin und erklärt, die AfD stehe kurz vor körperlicher Gewalt…
    … nachdem in Leipzig (Dr. Fischer kennt sich aus) das Beinahe-Totschlagen auf offener Straße gegen “Rechte” oder obskure Legida-Ordner und andernorts (Brand)Anschläge auf kritische Wissenschaftler (Barberowski, Patzelt), das Brechen des Handgelenks eines AfD-Bundesdtagsabgeordneten nicht nur auftreten, sondern juristsch ungeahndet bleiben.

    In Chemnitz werden 7 Leute wg. Nazi-Terror (wobei erst noch ermitteln muß, woraus dieser Nazi-Terror bestand) in ein Gefängnis gesteckt, während die Täter einens Sprengstoffanschlages gegen ein AfD-Büro nach der Festnahme sofort freigelassen werden.

    Das ist der “BorisPalmerEffekt”: Das Kleinbürgertum fürchtet, daß Vergewaltigung, Messerstechen, Totprügeln nicht nur wie seit Jahrzehnten die deutsche Unterschicht, sondern auch sie selbst treffen könnte. 😉

    1. “…für die einfach Gestrickten”.

      Ja, da haben Sie Recht. Man sollte darauf aber doch, gerade als Deutscher Kulturbürger, nicht öffentlich allzu stolz sein.

      Im Übrigen scheint es mir, als sei die “Diskussion” zwischen uns am Ende angelangt. Es ist ebenso schade wie bedeutungsvoll, dass Sie mein freundliches Angebot offenbar gar nicht (mehr) anders wahrnehmen möchten denn als bloße Gelegenheit zum öffentlichen Schimpfen. Aber Sie täuschen sich (auch) insoweit: Es wächst einem keine Bedeutung allein dadurch zu. Aber das ist eine andere Baustelle, die Sie mit sich selbst ausmachen müssen.

      1. @TF
        Vielen Dank für Ihren Kommentar zu meinem, Herr Fischer. Die Frage stellt sich doch, was darf die Presse berichten und welche Einschätzungen darf sie vornehmen. Dürre Fakten sind bekanntlich nicht Leseraffin. Da sind wir wieder beim Thema Verdachtsberichterstattung. Man kann ja in Kürze wieder etwas anderes berichten – was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?

      2. Pepito wollte sich etwa am 10.1.2019 an meinen Tisch
        in einem Frühcafffe in Darmstadt setzen. Dazu fragte er sehr formal korrekt ob für ihn an dem Tisch noch ein Platz frei sei. Ich habe ihn davon gejagdt mit den Worten: “Nein, verschwinde!”

        Mit Menschen, denen es nur darauf ankommt andere zu schaden und die Lügen nutzen, in der berechtigten Hoffnung es bleibt was am Anderen hängen, sollte man nur sehr kurz sprechen…

        Er ging mit hochrotem Kopf …

        Er könnte das WAHRHEITSMINISTERIUM bedingungslos leiten…

      3. Der pseudo-empörte Vergleich von “Chemnittz” und “Döbekln” spottet jeder Beschreibung.
        In Chemnitz wurden 8 Männer aus der sächsischen rechtsdadikalen Szene festgenommen, weil sie im Verdacht stehen, eine terroristische Vereinigung gegründet, einen bewaffneten Überfall auf Ausländer ausgeführt sowie einen Anschlag am 3. Oktober 2018 geplant zu haben. Es bestehen dringender Tatverdacht sowie gesetzliche Haftgründe.
        In Döbeln wurden drei Männer festgenommen, die im Verdacht stehen, aus politischen Gründen eine Explosion mit Sachschaden verursacht zu haben. Gegen die drei verdächtiogen wurde m,kein Haftbefehl beantragt, weil der tatverdacht nicht dringend ist (und auch keine Haftgründe für UHaft vorliegen).

        Woher der sächsische Innenminister weiß, dass der oder die (unbekannten) Täter “die Verletzung von Menschen in Kauf genommen haben”, bleibt bislang ein Rätsel. Wäre es so, dann wäre wiederum unklar, wieso nur die Verletzung, nicht aber die Tötung “in Kauf genommen” worden sein soll.

        Zur Erinnerung: Es befanden sich keine Personen in dem beschädigten Büro, keine Passanten auf der Straße und keine Personen in den beschädigten Autos. Ob der oder die Täter zum Tatzeitpunkt vor Ort waren, weiß man nicht. Ein “Zeitzünder” wurde jedenfalls wohl nicht gefunden. Schwer zu sagen also, woher die Polizei weiß, dass die demnächst (nach einem Schuldspruch) zu verhängende Strafe wegen des Vorsatzes der Körperverletzung “geschärft” werden müsse.

    2. Herr Gnoreitat. Ob Sie eigentlich selbst merken, was für eine schlichte Seele Sie sind? Vielleicht sollten Sie die Zeilen von Dr. Fischer noch einmal versuchen zu verstehen. Aber daran habe ich berechtigten Zweifel. Sie vergessen bei der Aufzählung von Schandtaten gegenüber der AFD, dass viele Menschen luziferischen Geruch einatmen, wenn sie zu oft in die Nähe dieser Partei geraten. Das ist natürlich schlimm, ehrenrührig und verletzend. Unverschämt ist wohl auch die Angst vor den Errungenschaften der Nazis in der Hitlerzeit. Hitler und seine Schergen samt der beteiligten Mehrheit der Deutschen, waren eben kein Fliegenschiss der Geschichte sondern ein Schiss der unendlich vielen Millionen Menschen das Leben gekostet hat.

      1. Lieber @Adler, verheben Sie sich nicht.

        Gauland sprach nicht von dem III. Reich, sondern von der Zeitspanne von 12 Jahren als “Fliegenschiß”!. Was auch jedem klar ist.

        “… wenn sie zu oft in die Nähe dieser Partei geraten. ”
        Oh, die Möllemannn-Friedmann-Nummer: Die Zusammengeschjagenen und die Opfer von Brandanschlägen sind selber schuld.
        Das ist wahrscheinlich das, was unsere Medien und Poloitiker “liberale Demokratie” nennen.

        Offenbar war die Nähe zu den Freunden maoistische Umerziehungslager und Massenmorde nicht luziferisch, da sich deratige Überfälle nicht abgespielt haben.

      2. Werter “Herr” Gnoreitat, wie auch andere Schreiber halte ich es für nicht sinnvoll mit Ihnen zu diskutieren. Ihre Antwort auf meine Bemerkungen zu Ihrem Eloberat sind so schlicht und antworten ja überhaupt nicht auf den Inhalt. Sie sind zu unbedarft und wirr in Ihrer Argumentationsbemühung. Auch wenn wenig oft mehr sein kann, ist weniger als wenig immer nichts. Ihr befürchte, Ihr intellektuelles Level reicht nicht aus für eine Auseinandersetzung.

      3. @gnoreikat am 13.01.2019 um 12:15 Uhr

        Noch dümmer und echt fatal falsch ist Gaulands Behauptung von einer “tausendjährigen deutschen Geschichte”.

        Die deutsche Geschichte ist eine enge Folge von Katastrophen und selbst-verursachten Niederlagen.

        Immer, wenn deutsche Fürsten (oder solche, die es werden wollten), für mehr Macht in den Krieg gezogen sind, wurde Deutschland (oder was dazu werden sollte) kleiner.

        Die Germanen scheinen unfähig zu einer Staatsbildung zu sein. Schon in der ersten Generation nach Charlemagne wurde sein Reich zerschlagen.

        Der Bauernkrieg von 1525, die erste deutsche Revolution, ging verloren, u.a. weil Feiglinge wie Martin Luther zum Abschlachten der Bauern aufgerufen hatten. Die Folge dieser Niederlage war die Stärkung der Fürsten, nicht nur gegen die Bauern, sondern auch gegen die zentrale Reichsgewalt, und damit eine Verstärkung der zentrifugalen Tendenzen. Die Konferenz von Heilbronn fand nicht mehr statt, wo ein Vorschlag zu einheitlichen Maßen und Gewichten, einheitlichem Münzen, Beseitigung aller Maut- und sonstigen Hindernisse gegen Handel und Verkehr, nicht mehr verabschiedet werden konnte.

        Ein Jahrhundert später hatte dann der auf der Niederlage von 1525 aufbauende “Dreißigjährige Krieg” Deutschland für mehrere Jahrhunderte aus der Geschichte gestrichen.

        Das 19. Jahrhundert zeichnete sich aus durch die Unfähigkeit der feigen deutschen Bourgeoisie (bzw. was dazu werden sollte), Deutschland in eine einheitliche Republik zu vereinen, aber stattdessen die Teilung Deutschlands in zwei Teile, jeweils unter der Souveränität von Fürsten, deren Machtbasis außerhalb Deutschlands lag.

        Im 20. Jahrhundert versuchte der deutsche Imperialismus mit Gewalt “Europa zu organisieren”, und “einen Platz an der Sonne” zu erobern, ja nach der Devise “Deutschland muß Weltmacht sein oder es wird nichts sein” sich selbst in die totale Katastrophe zu stürzen.

        Die Arbeiterparteien haben versagt — vor 100 Jahren die SPD mit ihrem konterrevolutionären Defaitismus und später, zusammen mit der KPD, einer Kapitulation vor dem Faschismus, der terroristischen Auslöschung jeder Form von organisierter Arbeiterbewegung.

        Und nach dem Krieg haben sie Deutschland lieber geteilt, als das Risiko einzugehen, daß die deutschen Kapitalisten nicht mehr das Ruder in der Hand hätten halten können, nach all den Katastrophen die diese Herrschaften über das deutsche Volk gebracht haben.

        Und das ist für diesen Deppen Gauland eine “erfolgreiche Geschichte”. Gauland von der “Stahlhelm-Fraktion” der hessischen CDU.

        Der französische Historiker Pierre Gaxotte eröffnet seine “Histoire d’Allemagne” mit dem Satz:
        .
        .

        L’histoire d’Allemagne est celle d’un peuple malheureux, une histoire sans équilibre, ni continuité, tout en contrastes et en extrêmes. L’Allemagne est la terre des ascensions prodigieuses et des catastrophes apocalayptiques.

        .
        Recht hat er. Und der Naziterror war dabei nicht nur ein “Fliegenschiß”, sondern eine der allergrößten Katastrophen, die das deutsche Volk erlitten hat.

      4. Lüko Willms schrieb am 13.01.2019 um 19:05 Uhr

        In dem Satz »Noch dümmer und echt fatal falsch ist Gaulands Behauptung von einer “tausendjährigen deutschen Geschichte”. « fehlt leider das Wort “erfolgreichen”. Gerade darauf bezogen sich ja meine darauf folgenden Ausführungen.

    3. auch von einem Herrn Fischer muß man sich nicht in der Nähe von Rassismus befindlich bezichtigen lassen.Das ist zwar die inzwischen gängige Metapher der Delegitimierung und Stigmatisierung, aber man muß sich dem nicht aussetzen.

      1. Wenn Sie das so sehen, dann muss ich sagen, man muss sich auch generell nicht aus Angst und Panik vor Neonazis u solchem Gesindel ausländerfeindlich geben. Und man braucht sich zugleich auch nicht als Nazi beschimpfen lassen, weil man Probleme sieht, anspricht und darüber kommunizieren will. Punkt.

      2. Aber wenn “man” sich sich doch selbst in diese “Nähe” begibt? Der erwähnte Barberowski darf z.B. laut richterlichem Entscheid als “rechtsradikal” bezeichnet werden. Die bedauerten Nazis von Chemnitz liefern auch so einen kleinen Hinweis.

      3. Nochmals: Normale Menschen, normal erzogene und normal denkende und normal fühlende Menschen haben mit Neonazis nichts am Hut und begeben sich auch nicht in die Nähe dieser.

        Es gab mal einen Fall eines ausländischen Studierenden, der vollkommen krankenhausreif geprügelt wurde von einer Gruppe Neonazis, weil er einer Frau zuhilfe gekommen ist, die diese massiv belästigt haben. Keine Verhandlung, nix, weil die Eltern nur froh waren, dass sie ihren Sohn außer Landes schaffen konnten. Sowas schmerzt, mich zumindest enorm, aber wer bin ich überempfindlich-empathisches Häufchen schon.;-(

        Wir hatten immer Sorge um “unsere Kids” wegen der Neonaziszene; vermutlich hatten wir letztlich aber nur deshalb “mehr” Ruhe, weil es von Vereinsseite aus einen sehr guten Draht zur Polizei gab.
        Ich rede von Neonazis, und meine damit jene, die Gewalt ausüben u zu Gewalt aufrufen, bedrohen und Angst verbreiten, ich hoffe mich verständlich gemacht zu haben. Wenn sich solche Gestalten tatsächlich in der afd tummeln, dann Gute Nacht.

    4. “Die Medien” haben zunächst wiedergegeben, was die AfD behauptet hat. Laut Spiegel hat der Überlebende eines Mordanschlags noch im Wartebereichs des KH mit seiner Tochter die Pressearbeit aufgenommen. Er hatte die Kamera wohl leider übersehen.

      Ich wundere mich immer wieder darüber, dass Menschen, die sich in die Tradition des “Vogelschisses” stellen, ihn, seine Protagonisten und heutigen Anhänger stets verteidigen, ihn in ihrer Propagandastrategie kopieren und wiederholt Gewaltvokabeln in die politische Debatte tragen, die Menschen einfach irgendwie “weg” haben wollen, die andere Menschen mit widerlichsten Schimpfworten und Verleumdungen überziehen, sie verächtlich machen und aus dem “Volk” ausgrenzen, sich hernach darüber beschweren, dass die Reaktion mancher darauf nicht pazifistisch ausfällt.

      Ich wundere mich politisch allerdings nicht darüber, dass sie all das tun, denn Notstandsrhetorik und Gewalt auf der Straße haben beim “Vogelschiss” schon gute Dienste dabei geleistet, an Macht und Geld zu gelangen. Und irgendwer muss in diesem Spiel, wenn man es richtig wiederholen will, ja die Rolle der Kommunisten und Juden übernehmen. Angesichts der oben erwähnten Krankenhaus-Szene und der daraus folgenden Pressemitteilungen, Memes und Stellungnahmen gibt es zumindest Hinweise auf eine klammheimliche Freude über jede sich bietende Möglichkeit, Feindbilder zu verbreiten. Auch damals hat man angenommen, das Spiel unter Kontrolle zu haben.

      Und sieht man sich das Personal genauer an, ist vom “Kleinbürgertum” dagegen nicht viel zu sehen. Es zeigt sich ein eher wohlhabendes Mittel- bis Großbürgertum – auch das eine Parallele zum “Vogelschiss” –, das sich rhetorisch ums Kleinbürgertum und Proletariat bemüht, während es ihm das restliche soziale Sicherungsnetz und die Arbeitnehmerrechte unter den Füßen wegzureißen plant (siehe Programm, siehe Ungarn, siehe Österreich, siehe USA, …).

      Vor ein paar Jahrzehnten hätten sie Heiner Geißler noch beklatscht, als er die Verantwortung für den Holocaust “dem Pazifismus der Linken” übertrug. Da hieß die Heimat der Strammst-Rechten aber noch CDU/CSU. “Merkel muss” also “weg”, weil sie diesen Weg verlassen hat.

      Ihre Behauptung, Staatsanwaltschaften weigerten sich aus politischen Gründen Straftaten zu verfolgen, na ja. Dem ein oder anderen Staatsanwalt, der Gewalt, Bewaffnung und GröFaz-Deko nicht als Hinweis auf ein gefestigtes rechtsextremes Weltbild erkennen kann, würde ich vielleicht zutrauen, mit so einer Unterlassung genau diese Behauptung unterstreichen zu wollen. Auf den Häusern der “Deutschen Burschenschaft” wird ja eher selten “Friedens- und Konfliktforschung” studiert.

      1. Sehr richtig auf den Punkt gebracht, aber die Diskussion mit den Gnoreikats dieser Welt halte ich inzwischen für ziemlich sinnlos.

        Heute habe ich in einem anderen Forum einen guten Kommentar gelesen, Thema des Artikels, die Parteigründung von Poggenburg.

        Zitat: “Na, das mit dem Linksruck muß man ja immer sagen, um für die eigene Position eine Mitte vorzutäuschen.”

      2. Das kann man verstehen, die Erfahrung der Sinnlosigkeit, eine vernünftige Diskussion mit diesen Menschen zu führen, hat inzwischen wohl fast jeder schon einmal gemacht. Darum geht es ja auch in deren “Handreichung für die Medienguerilla”.

        Ich schreibe genausowenig für die Gnoreikats, wie diese aus irgendwelchen anderen Gründen kommentieren, als beständig ihre verbalen Hakenkreuze in die Klowände des Internets zu ritzen.

        Wenn die Redaktionen der Handelsblatt Media Group GmbH & Co. KG meinen, das sei schon ok, müssen sie wenigstens auch zumindest überfliegen, weshalb ich sie für diese Entgleisungen mit in der Verantwortung sehe.

      3. @katgnorei: “Wenn die Redaktionen der Handelsblatt Media Group GmbH & Co. KG meinen, das sei schon ok, müssen sie wenigstens auch zumindest überfliegen, weshalb ich sie für diese Entgleisungen mit in der Verantwortung sehe.”

        Ich halte Meedia.de für ziemlich neutral informativ, die Wirtschaftswoche habe ich sogar (noch) im Print-Abo.
        Beide halten relativ viel Meinung aus, wie Sie hier sehen können. Das Eingreifen in Diskussionen mag manchmal die Notbremse sein, wenn es beleidigend oder mehr wird, aber jeder hat es für sich selbst in der Hand, wann Schluss ist.
        Ich lese auch Portale wie die EpochTimes und TichysEinblick, man sollte über die “Gegenseite” informiert sein.
        Den Blog des hier zitierten “Wissenschaftlers” Patzelt sollten Sie sich mal “antun”, da gehen Ihnen Lichter auf.
        Man verzichtet hier auf Meedia.de glücklicherweise auf Likes und hält damit die Bots fern, mal schauen, wie sich das Ganze entwickelt.

      4. @FrauSCZ

        Das eine sind die von Ihnen gelesenen Medien, die ans geltende Recht gebunden sind, die Kommentarfluten sind etwas ganz anderes.

        Im Kern geht es um eine breit angelegte, in Teilen hoch organisierte Medienstrategie, mit dem Ziel das rechtsextreme Framing breit in die Gesellschaft zu streuen und in Anlehnung an die Theorie der “kulturellen Hegemonität” den Diskursraum – was Walter Libby die “Pseudowelt” nannte – in ihrem Sinn umzugestalten.

        Das sollte spätestens seit den Leaks rund um “Reconquista Germanica” Allgemeinwissen sein, die Aufdeckung von Wahlmanipulationen mittels social media durch die Bannon-Connection hat noch eine dicke Schippe Wissen draufgelegt. Desweiteren die Forschungen zu fake news, insbesondere der Aspekt, das Richtigstellungen die Wirkung einer Falschmeldung nicht wieder einholen können.

        Dazu müssten Redaktionen sich verhalten oder Rechtsextremen ihre Hausmacht kostenlos, freimütig, aber bewusst in die Hände legen. In den meisten Verlagshäusern scheint man noch die Hände in den Schoß zu legen, während die Nase sich dem Erdinneren nähert. Da nicht zu handeln eine Handlung ist, unterstelle ich wissentliche Akzeptanz der rechtsradikalen Agenda, bis ich vom Gegenteil überzeugt werde.

        Dass das vielen Verlagen gegenüber nicht fair ist, kann man so sehen, aber sollten hier u.U. ungarische, brasilianische, polnische, reichsdeutsche Verhältnisse anbrechen, wird ihnen die Entscheidungsfreiheit zumindest in Teilen abgenommen werden. Dann haben sie wenigstens nichts (falsch) gemacht.

      5. @katgnorei
        Sorry für die späte Antwort, ich war “außer Haus” 🙂
        Zitat: “Dazu müssten Redaktionen sich verhalten oder Rechtsextremen ihre Hausmacht kostenlos, freimütig, aber bewusst in die Hände legen. In den meisten Verlagshäusern scheint man noch die Hände in den Schoß zu legen, während die Nase sich dem Erdinneren nähert. Da nicht zu handeln eine Handlung ist, unterstelle ich wissentliche Akzeptanz der rechtsradikalen Agenda…”
        Das sehe ich anders, ich unterstelle den von Ihnen angesprochenen Redaktionen kein Hände in den Schoß legen.
        Es wurden allerdings mMn viele Fehler gemacht, indem man z.B. der AfD eine Plattform geboten hat, Interview von Gauland in der FAZ, stetige Berichterstattung über verbale störchischen und weidelschen Ausscheidungen bis hin zum Werde- und Untergang der Petry, von Höcke und Schlimmeren ganz abgesehen. Auf der anderen Seite stellt sich mir die Frage, ob Ignorieren der AfD in den Medien der bessere Weg ist, dann gerät man leicht in den Verdacht der Unterlassung.
        Man könnte natürlich Foren abschaffen, um das ganze “Gesindel” der organisierten Unterwanderung außen vorzuhalten, aber dann wird man denen nicht gerecht, die auch eine laute Stimme dagegen haben. Ich erinnere an den “Fall” der ZDF-Journalistin Nicole Diekmann auf Twitter letzte Woche. Dem Tweet “Nazis raus” folgte ein Shitstorm mit übelsten Beschimpfungen und Drohungen, allerdings formierte sich in kürzerster Zeit ein Gegenleak (gibts sowas?), unglaublich viele Prominente und Unprominente stellten sich auf die Seite von Frau Diekmann, es waren auch dieses Mal mehr. Damit möchte ich Sie fragen, was ist der (Mittel)weg, berichten, verschweigen, relativieren?
        Natürlich hätte man sich zum Fall Magnitz eine seriöse polizeilich fundierte Berichterstattung gewünscht, aber mit dem unsachlichen Vorpreschen des Opfers Magnitz und der Kommentierung durch die AfD-Granden wurde das hinfällig. Ich finde die Veröffentlichung des besagten Videos nicht richtig, für mich ein Einknicken gegenüber der AfD, genau wie vor kurzem vom MDR gehandhabt mit der Retusche des “FUCKAFD”-Sticker in der Mediathek im Polizeiruf aus Rostock.
        Soll man Fake-News unkommentiert stehen lassen, die sich letztendlich als nichtig erweisen oder soll man versuchen, sauber zu recherchieren, die Zeit (also temporär) der News spricht immer dagegen. News klicken uns im Minutenabstand auf unsere Smartphones, “Redaktionen” kommen doch einfach nicht mehr hinterher.

      6. @ FrauSCZ

        Das eine ist die Zeit und Sorgfalt, die man sich für Berichterstattung nimmt und die Frage, ob man der Provokationsstrategie der Partei jedesmal auf den Leim geht oder ob es – aufgrund mangelnden Neuigkeitswertes – auch eine kurze Meldung unter “Vermischtes” tut. Dazu wurde schon viel gesagt.

        Mein Thema ist, dass hier und in vielen anderen Kommentarspalten die Verlage häufig relativ unmoderiert Rechtsextremen Gelegenheit bieten, ihre PR zu betreiben.

        Wenn sie das mal eine Weile aufmerksam verfolgen, wird Ihnen auffallen, dass ein Thema auch nur ansatzweise einen herbeiassoziierbaren Anknüpfungspunkt für rechte Narrative bieten muss, um mit 99%iger Wahrscheinlichkeit von ein oder mehreren Benutzernamen dafür genutzt zu werden, Bausteine aus dem rechten Framingsetzkasten darunter zu platzieren.

        Oftmals passen sie sich in der Sprache den Moderationsregeln an, dann finden Sie, wie z.B. bei SPON, häufig innerhalb eines recht überschaubaren Zeitraums nahezu inhaltsgleiche Kommentare, bei denen um die Phrasen herum leicht abweichendes Füllmaterial gelegt wird. Die logische Konsequenz, bzw. implizite Forderung aus den Phrasen wird indes selten benannt. (Wenigstens das wird dann wohl doch zu oft wegmoderiert. Also begnügen sie sich auf jeder Plattform mit dem Maximum dessen, was gerade noch durchgeht. Und gerade hier geht sehr viel durch, s.o. u. u.).

        Ziel der Beiträge ist es weder, den Artikel zu kommentieren, noch eine gesittete inhaltliche Auseinandersetzung mit anderen Lesern zu führen. Ziel ist, Phrasen so lange öffentlich zu wiederholen, bis sie bei einer kritischen Massen von Lesern zu Werkzeugen des eigenen Denkens geworden sind. Steter Tropfen.

        Widerspruch wird zwecks Demotivation mit Beleidigungen gekontert. Die meisten ziehen daraus nämlich dieselbe Konsequenz wie Sie: sie unterlassen die “Diskussion”, da sie zu nichts führt. Nur: Diskussion ist von Anfang an nie Zweck der Beiträge, sondern das Erreichen einer möglichst unwidersprochen Hegemonie in den Kommentarspalten. Diese simulierte Stimmenmehrheit verleitet weitere dazu, in den Chor einzustimmen. Menschen sind einfach gestrickt, Thema: Neuromarketing.

        Noch mal: Ergooglen Sie sich die “Anleitung für Medienguerillas”, daraus ergibt sich beinahe die komplette theoretische Basis der Kommunikationsstrategie der Rechtsradikalen. Und man erfährt noch viel mehr darüber, wie die so ticken und wie groß ihre Lust daran ist, andere fertigzumachen.

        Den Verlagen liegen all diese Hintergründe als “Redaktionswissen” vor, dennoch halten sie ihre Kommentarspalten für das Kapern ihrer Reputation offen. Das sage ich der Handelsblatt Media Group GmbH & Co. KG gerne hin und wieder.

      7. @katgnorei
        Sie sollten mir hier Einiges nicht absprechen. Ich kenne die “Anleitung für Medienguerillas”, damals (2017) recherchiert ob eines persönlichen Shitstorms auf meinen Facebook-Account, dabei bin ich nur ein unbedeutender “user” der social medien. Meine Anzeige wurde damals eingestellt, weil die “Protagonisten” nicht mehr auffindbar waren, seither unterlasse ich politische Statements auf FB, weil ich den Account für persönliche Kontakte weiterhin nutzen will, natürlich rebelliert es da in mir.
        Es gibt einen netten Versuch des “blassen Jungen” zur “Reconquista Germanica”, nämlich “Reconquista Internet”, bin ich beigetreten, alles keine Frage.
        Ich “prügele” mich weiterhin in gewissen Foren, z.B. auf ZON mit der gewissen Klientel, aber es ist leider ein “Kampf gegen Windmühlen”. An die ZON-Redaktion habe ich einmal die Empfehlung geschickt, die unsägliche “Empfehlen”-Funktion, also Likes abzusenden einzustellen, keine Antwort, entweder “sammelt” man die Klicks auf der Haben-Seite oder weiß der Teufel, was da dahinter steckt.
        Hier, auf meedia.de haben wir ein unkommentieres Forum, schauen Sie sich den Verlauf zum aktuellen Kommentar von TF “nach unten” an. Man denkt immer, der Mensch (homo sapiens) kann sich nicht mehr unterbieten, aber es geht doch immer eine Stufe drunter, zuletzt ist man beim Zigeuner gelandet, sprich “Wäsche von der Leine geklaut”.
        Mir kribbelt es natürlich in den Fingern, aber glauben Sie mir, erfahrungsgemäß erreichen Sie diese Menschen (immernoch homo sapiens) in ihrer Filterblase nicht. Vllt ist es eine Option, diese Menschen (homo sapiens) ins Leere laufen zu lassen, um den “Sumpf” auszutrocknen oder man schreit nach der Moderation. Ich sehe das hier als Experiment, mal schauen, wie es sich entwickelt, aber ich muss mich persönlich nicht in Tiefen dieser VTs begeben, nicht mehr. Als Sidekick könnte man natürlich ein bisschen ÖL ins Feuer werfen, ist so simpel, aber mit welchem Erfolg, nochmehr bullshit wäre das Ergebnis, ist es das wert?
        Es ist sicher eine Frage der Zeit, wann meedia hier eingreift, die Kommentarfunktion gibt es nicht zu allen Artikeln, sehr weise Entscheidung.

  6. Das “Warnen” wurde doch von niemand anderem als höchsten Repräsentanten dieses Ladens (auch schon in seinen vorherigen Verwendungen) zu einem running gag gemacht; man bemühe die Suchmaschine seines Vertrauens mit dem Finden von Belegstellen des Inhalts “Steinmeier warnt”.

    Ich möchte allerdings zur Neutralisierung dieses und ähnlichen Wahnsinns ein “Gute-Kolumnen-Gesetz” vorschlagen; die jeweils aktuelle Hervorbringung des TF wäre dann von allen größeren Onlinemedien (im Internet ist schliesslich genug Platz) unverändert und kostenneutral zu verbreiten; meinetwegen mit sunset-Klausel auf erstmal 5 Jahre.
    Ich erwarte mir davon eine argumentative Verschärfung des Restkolumnats.

  7. Zum “Gute-KiTa-Gesetz”: “Und ob das Gesetz gut ist oder für gute Kitas sorgen wird, ist umstritten und muss sich erst noch zeigen.”

    Wieso muss für diese Selbstverständlichkeit, nämlich die Weiterentwicklung der Qualität ein Gesetz her, frage ich mich.
    Ich habe mir das mal im Detail angeschaut, 5,5 Milliarden Euro werden für 4 Jahre “ausgeschüttet”, klingt erstmal umwerfend viel, aber bei der Anzahl von 54.823 KiTas (Stand 2016) in Deutschland bedeutet das ca. 25.000 Euro pro Jahr für jede KiTa, Tageseltern nicht berücksichtigt.
    Da die KiTas den Kommunen unterstehen und diese ja ihren Bedarf geltend machen können, werden entweder ein neuer KiTa-Bau innerhalb der 4 Jahre finanziert (es gibt immernoch zu wenig Plätze) oder dem Sanierungsstau der bestehenden wird Rechnung getragen.
    Auf die Qualität der Kinderbetreuung hat das überhaupt keinen positiven Effekt, da man prinzipiell die Erzieherausbildung reformieren müsste, den Betreuungsschlüssel erhöht man ebenfalls nicht damit, da mit 25.000 Euro nicht mal eine volle Erzieherstelle pro KiTa finanziert werden könnte. Was passiert nach 2022, stehen dann die Kommunen wieder im Regen mit den Beschlüssen von 2019?
    Das Ganze ist Makulatur, mehr nicht, vermutlich deshalb der allgemein verständliche “hübsche Name”.

    Zu Amberg und Bottrop:
    Ich schließe mich zu 100% Ihren Ausführungen an und freue mich, dass Sie sich so klar positionieren.

    Allerdings “Alice + Franziska” in “einen Topf” zu werfen wird Frau Giffey nicht gerecht, die beiden trennen Welten, einen gemeinsamen Gesetzentwurf der SPD und AfD halte ich für ausgeschlossen 🙂

    1. Nein, nein, ich werfe die nicht inhaltlich in einen Topf. War nur ein (mittelmäßiger) Gag wegen der Sprachschönheit.
      Sehr sehenswert ist übrigens Frau Weidels Selfie-Video zum Geschehen in Bremen.

      1. Sprachschönheit und Inhalte waren gerade ein großes Thema, sei’s drum.

        Mich interessiert eher der erste Teil (übrigens alles mühevoll mit Taschenrechner “aufgearbeitet”) meines Kommentars.
        Wieso kann ein Ministerium beliebig Gesetze veranlassen wie z.B. Selbstverständlichkeiten zur Qualitätssicherung von Irgendetwas, wie in Ihrem Beispiel zur Blattlaus so plakativ veranschaulicht.

      2. @TF: Das ist form over substance, Herr Fischer. Beliebte Stilmittel im Journalismus, die dann aber Inhalte verdrehen.

        Nichtsdestotrotz: ich schätze Ihre Beiträge sehr, Ihren Überblick über sachliche Themen sowie Ihr Assoziationsmaterial. Desgleichen Ihre Analysen und sachliche Kritikfähigkeit.

        Zur “guten Schreibe”- die haben Sie zweifellos, doch setzen Sie m.E. dabei manchmal etwas ein, das Sie bei anderen kritisieren oder setzen die Messlatte zu hoch an: die Kritik am Berichteten schafft oft wieder neue Kritikpunkte, weil sie lediglich neue Aspekte beleuchtet, aber keine neuen statements liefern kann.

        So ist das eben mit Diskursen………..

  8. Herrn Fischer kann ich zustimmen:
    Vollsverhetzer, die sich über Hetze beschweren – absolut no go.

  9. und über Metaebenen kann man indes reden – sollte es sich nicht um einen Diskurs zu „Killereliten“ handeln.
    Bei so einem „Job“ wäre ich selbstverständlich raus aus dem „Job“.

  10. Nur einmal am Rande bemerkt:
    Nach § 145d StGB ist es strafbar, eine Straftat vorzutäuschen. Das bloße Aufbauschen einer wirklich begangenen Tat reicht nicht aus. Es wird aber in Rechtsprechung und Rechtswissenschaft vertreten, dass es ausreicht, falsche Behauptungen aufzustellen, die einer Tat einen ganz anderen Charakter geben, insb. ein Vergehen (z.B. Körperverletzung) zu einem Verbrechen (z.B. Mord) machen würden. Das ist nicht unumstritten, muss ggf. aber jedenfalls geprüft werden.

    Die Behauptung, man sei mit einem “Kantholz” so auf den Kopf geschlagen worden, dass es nach ärztlicher Auskunft reines Glück gewesen sei, dass der Schädel nicht geplatzt sei, und anschließend sei man von mehreren Tätern so lange gegen den Kopf getreten worden, bis tapfere Bauhandwerker “dazwischengegangen” und einem das Leben gerettet hätten, sollte offenkundig die Beschuldigung stützen, die unbekannten Täter hätten einen (fehlgeschlagenen) Mordversuch begangen. (Weidel: Unser Kollege M. “ist … einem Mordversuch zum Opfer gefallen”.
    Die Video-Aufzeichnung vom Tathergang zeigt, dass diese Tatschilderung des Geschädigten falsch war: Es gab weder ein Kantholz noch Tritte, und es griff auch niemand rettend ein.

    Nachdem der Geschädigte erfahren hatte, dass seine falsche Schilderung durch die Aufzeichnung der im offenbar niocht bekannten Überwachungskameras widerlegt sei, behauptete er, er habe sie von den Rettern erfahren. Auch dies war wiederum offenbar falsch.

    Außerdem behauptet(e) er nun, er sei bewusstlos gewesen und könne sich an den Tathergang nicht erinnern. Tatsächlich zeigt das Video, dass der Geschädigte unmittelbar nach dem Sturz und der gleichzeitigen Flucht der Täter beginnt sich zu erheben: Er richtet den Oberkörper auf und dreht sein Gesicht nach links hinten. Eine Bewusstlosigkeit lässt sich auch nicht ansatzweise erkennen.

    Das ändert nichts an der (offenkundigen) Rechtswidrigkeit und Strafwürdigkeit des Angriffs. Es lässt aber die Ehrlichkeit des geschädigten Abgeordneten des Deutschen Bundestags in einem fragwürdigen Licht erscheinen.

    Wir sind gespannt, was die Ermittlungen ergeben. Hoffentlich verlaufen sie nicht so ergebnislos wie nach dem berühmten Sauna-Mordanschlag auf Walter Leisler-Kiep am 30. November 1974!

  11. Sehr schöner Beitrag, wieder einmal, zugespitzt und auf den Punkt gebracht!
    Die hektische Diskursverschiebung nimmt zerstörerische Ausmaße an – wie von der AfD geplant.
    Mit der Veröffentlichung des Videos, das sichtlich eher nicht Fahndungszwecken dient (Tatgeschehen nochmals in Zeitlupe, Täter nur von hinten zu sehen), springen auch StA und absegnendes Gericht letztlich über das von der AfD hingehaltene Stöckchen, indem man deren Forderung “Her mit dem Video!” nachgab.
    Jetzt tippt die Polizei Bremen sich bei Twitter die Finger wund, um die nächsten Verdrehungen (“Video bewußt geschnitten!!” “Der hat was in der linken Hand und damit nochmal zugeschlagen!!!”) geradezurücken.
    Das kommt von das.

    1. Der Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft Frank Passade verwies auf Anfrage von WELT AM SONNTAG darauf, dass die Videos von Bewegungs-Überwachungskameras stammten, die Bilder nur aufnähmen, wenn sie „ein bestimmtes Maß an Bewegung“ registrierten.

      Bin wahrlich kein Sympatisant der Afd. Doch welche Beweiskraft haben Videos wirklich?

      1. Ich verstehe den Zusammenhang zwischen Ihren zwei Absätzen und damit Ihre Frage nicht.

    2. Bemerkenswert an diesem Bremer Fall ist m.E., daß hier von vorneherein nur von Körperverletzung (schwere, gefährliche, o.ä.) die Rede war, während in anderen Fällen bei weniger schweren Verletzungen gleich eine Mordabsicht unterstellt und einem eventuellen Urteil zugrundegelegt wird.

      Übel, sowas.

      Wie Amberg und Bottrop.

      Übrigens: Was wirklich ein Klima der Angst und Unsicherheit hervorruft, ist die Großrazzia des Landes NRW am gestrigen Samstagabend.

  12. Der erste Absatz beinhaltet ein Zitat aus einem im Internet veröffentlichten Artikel, in dem auf die twitter-Vorwürfe reagiert wird, das Video sei geschnitten worden.

    So, wenn die Kamera angeblich nur auf Bewegungen reagiert, kann man auch nicht sagen, der Mann habe sich nach dem Sturz sofort (halb) aufgerichtet und den Kopf zur Seite gedreht. Was könnte sonst noch nicht aufgenommen worden sein?

    1. ….. und jetzt wird im Internet auch noch spekuliert, der Angreifer könne etwa einen Schlagring oder sonstigen harten Gegenstand unter seinem Handschuh getragen haben – das wird der Täter natürlich leugnen…….

      So, was ist der Wert des veröffentlichten Videos?

      1. Mit Verlaub – Sie schreiben wirr.
        Wie Kameras mit Bewegungsmelder funktionieren, finden Sie im Internet.

      2. an fotobiene: dann entwirren Sie das doch bitte mit Ihrem Internetwissen. Mir geht es um die Beweiskraft von Videoaufnahmen und nicht um Bewegungsmelder.

  13. Das ist natürlich (?) eine Riesensauerei, die die Führer der AfD dem Gemeinwesen so auf den Tisch machen wollen.

  14. Auf dem Video ist eindeutig zu erkennen, dass der Täter in der linken Hand einen Gegenstand hält und damit zuschlägt. Nur weil es kein Kantholz war, war es trotzdem ein feiger hinterhältiger Anschlag von Linksfaschisten! Aber in den Medien wird wieder alles heruntergespielt! PFUI!

    1. wie können Sie so etwas behaupten? Und was in dem Video deutet auf eine Tat von Linksfaschisten hin?

    1. und wiederum: was meinen Sie damit? Etwas ausführlicher bitte, damit ich Ihre Kritik auch verstehen kann.

      1. Da giebt (^^)
        aber kein etwa.

        Wir hsben die Hosen heruntergelassen

        von Beginn an

        weil uns keine wahl geblieben ward

      2. präziser noch:

        selbständlich werde ich mich davor hüten neben ihrem Schrebergarten auch noch einen einen Baum zu pflanzen

  15. das ist ja nicht weiter schlimm.
    Ein Stopp Code + blablabla
    und mein Seelchen wird gesund
    pardauz

      1. und es geht weiter

        der Rassistenstern hatte aber auch wirklich geschützt beim Duschen damals

        nunja

    1. @Fotobiene
      Hahahaha.
      Sie meinen Moderation von solchen, die nicht mal verstehen was jemand schreibt, meint, worum es geht, oftmals NULL Ahnung von Themen haben und gleich mal alles wegpusten, UND: weil es denen aus Selbstgefälligkeit, Machtgier, Bessermenschentum nicht in den Kram passt u dann völlig irre fundamentalistische Psychotrickserei anwenden, um willige, interessierte Mitdiskutanten rauszuboxen und das Feld für sich alleine zu haben mit den gleichgesinnten Freunderln?

      Ja, solche, die gar keine Diskussion wollen, weil andere für jene generell minderwertig, nicht gut genug, nicht kompetent genug seien u sie alles, wirklich alles immer besser wissen, klar. Noch dazu: WeltmeisterInnen im Verdrehn usw. Kennt man.

      1. Auch immer lustig: die eigene Strategie den Antagonisten zu unterstellen. Vor allem bei “Mitdiskutanten” musste ich ob der Chuzpe, das eigene Rumgepolter als “Diskussionsbeitrag” aufgewertet sehen zu wollen, doch fast schon kichern.

      2. @WanksterGally

        Schuld an vielen Problemen ist nur der krankhafte gutbürgerliche Moralkodex. Da hat man natürlich großes Mitgefühl.

      3. @ Gangsterwally

        Ich weiß, für manche ist das Ertragen von Anstand und Mitmenschlichkeit so schmerzhaft, dass sie oft jahrelang dieselben Stanzen in die Kommentarspalten tippen. Gehen Sie doch mal ein bisschen an die frische Luft, das entspannt und man trifft nette Leute.

      4. @ Wankstergally

        In D gibt es keine frische Luft, sollten Sie wissen, also bleibt man brav im Haus. Nette Leute trifft man auch nicht, weil sich die alle aus Panik eben einsperren.

    2. Ja, Totalabsturz. Aber das ist in moderierten Foren auch nicht besser, wie die ZEIT aktuell immer wieder demonstriert. Die ZEIT macht sich durch die mangelhafte Moderation in den Foren, wo die Beiträge vorher gesichtet werden, zum Teil krude rechtsextreme Verschwörungstheorien zueigen, weil sie die Dinger (ahnungslos oder klickgeil) durchgehen lässt.
      Da ist mir ein Forum, in dem auch mal grober Unfug durch grobe Entgegnungen kommentiert werden können, lieber, solange es nicht total entgleist.

      Zum Thema: der Fall des verletzten “A”fD-Politikers ist noch lange nicht aufgeklärt. Es ist vor allem Unklar, wer die Täter sind, und was ihre Motivation war. Es ist denkbar, dass dämliche Linksextreme am Werk waren. Es ist genauso denkbar, dass es rechtsextreme “Parteifreunde” des “Opfers” waren. Erst die Aufklärung und der Prozess, dann das Hängen.

      Ich finde die Kolumne mal wieder sehr gelungen.

      1. Heute – rechtzeitig zum Todestag von Liebknecht und Luxemburg – haben also irgendwelche “Identitären” Pressestunts gegen “linke Gewalt” durchgeführt. Kurz zuvor vermummte Gestalten, Kantholz, Mordversuch. Wäre jedenfalls nicht allzu überrascht, sollten sich die drei Personen am Ende als IB-Mitglieder herausstellen, die sich verspekuliert haben.

    3. Liebe Fotobiene,
      das mit der Moderation kann auch nach hinten losgehen, man weiß ja nie wer wem wie gesinnt ist. Man sollte besser einiges aushalten oder einfach Beiträge ignorieren (meine u.U. eingeschlossen ;-)). Moderierte Foren sind nicht immer besser, siehe Kommentar von Hafensänger.

      1. Liebe Frau SCZ, liebe Fotobiene,

        auch wenn mir ihre Posts oder die anderer nicht schmeckten, oder ich für dumm hielte oder mich ärgerten, so käme ich nie, niemals auf die Idee, oder wäre niemals auf den Gedanken gekommen, man sollte das löschen, also wegschmeißen, vernichten. Warum nicht? Weil man bereits von klein auf lernen musste alles auszuhalten, sich mit Meinungen, Taten anderer auseinanderzusetzen, auch schon humorvoll u kindlich-ernst nachempfindend, nachspielend, später auch parodistisch betrachtend, um angesichts des Wahnsinns in der kleinen und auch großen Welt nicht durchzudrehn, zu überlegen wo etwas sinnvoll/sinnlos ist, vorgetäuscht, gespielt wurde, ernst war, echt war, man/jmd veräppelt wurde, jmd nur auf eigenen Vorteil bedacht ist, lügt, betrügt, vortäuscht Probleme zu haben, im Vergleich zu tatsächlichen Konflikten und lernen musste einzuordnen – und vor allem lernen musste berechtigte Kritik anzunehmen, und auch, und vor allem, wenn sie unberechtigt ist, und grausam zerstörerisch ist, selbst dies auszuhalten. Und deshalb, weil etwas unberechtigt ist, oder ungerecht, vor allem, weil man es 100 mal hin u herüberlegt hat, keine oberflächlichen Gschichteln gedruckt haben will u es selbst nicht tut oder selbst nicht drauf reingefallen ist oder anderen bösartig etwas unterstellt, sondern sich intensiv, zig male u mit Tiefgang abgemüht hat, genau deshalb darf man sich auch wehren! Wer aber jemandem dies verbietet oder verbieten will, diese Auseinandersetzung aufgrund von Beobachtung, diesen Widerspruch, der darf sich nicht wundern, wenn daraufhin jemand keine Lust mehr hat, und das Interesse an solch einer ehrenwerten Gesellschaft verschwindet. Es bringt nichts, wenn nur die eine Seite wertschätzend ist, diskutieren möchte und freundschaftliches Miteinander hochhält, und die andere Seite je nach Laune und je nach Vorteilsfindung den on und off Schalter betätigt und einen mal hochleben und dann wieder vernichten lässt. Schizoides und doublebind Geschichten haben mich persönlich nie interessiert. Das ist meine Sichtweise.

    4. Achjeh, @Gangsterwally, @Hafensänger, @FrauSCZ, diese Reflexe!

      Natürlich kann man meiner Bemerkung “schlechte Moderation ist noch schlechter” entgegenhalten und mir damit unterstellen, ich meinte jene.
      In diesem Falle gar fehlende Moderation, die schlichtes “Löschen” (ZON) oder “Nicht Veröffentlichen nach Vorkontrolle” (SPON) lediglich als solche bezeichnet.

      Nein, das meinte ich nicht.
      Es gibt wirklich gut moderierte Foren, mit transparenten Regeln, Kommentaren, Warnungen und Entscheidungen.
      Sie sind allerdings meist nicht kommerziell organisiert…

      1. Liebe Fotobiene.

        Reflexhaft bin ich nicht, außer in bestimmten Situationen, wo es abgestimmt und im gegenseitigen Einverständnis passt, und wo es auch durchaus Sinn macht in Gesprächen etc.

        Ich überlege immer gut. Ab und an viel zu gut, um absolut sicher zu gehen, Irrtümer inbegriffen. Das Gegenteil kann man mir in keinster Weise vorwerfen. Und – wer ganz allgemein u generell gesprochen einem Gegenüber nicht gewachsen ist, geistig und in einer Sache, auf einem speziellen Gebiet, also ab u an auch fachlich, also Zuständigkeitsbereich betreffend, je nach Problem etc, oder überhaupt völlig andere Denkschemata anlegt, die man keinesfalls unterschlagen oder vom Tisch wischen darf, sollte auf jeden Fall sehr vorsichtig sein mit Vorurteilen und mit Unterstellungen.

        Dämliche Psychospiele, wie löschen und irgendeinen Käse dazuschreiben als sog Urteil, also Richter spielen als Moderator ist was völlig anderes als der echte Wunsch nach Auseinandersetzung, und der echte Wunsch und das Interesse an einer Debattenkultur in einer intelligenten Gesellschaft.

        Blödeln ist gut, scherzen ebenso, aber Menschen ins Abseits stellen, die Teil dieser Gesellschaft sind, ist das allerdümmste was man machen kann. Und genau das machen auch all zu oft sogenannte Moderatorinnen. Auch allgemein gesagt.

  16. und ja, liebe fotobiene: ich bin ein schwachkopf

    Ihre Intelligenz krieg ich schon ja länger mit

  17. Herr Fischer, übernehmen Sie:
    Was hätte Ihrer Meinung nach die Presse über Herrn Magnitz berichten dürfen?
    zu:
    Magnitz offensichtlich am Kopf verletzt und im Krankenhaus – Überfal
    Seine eigene Darstellung, über die AfD verbreitet
    Aussagen der Anwesenden
    Dann später Video
    Beweiskraft von Videos und Stand heute

    1. die Frage ist ja nicht was „die“ Presse hätte zu berichten dürfen: sondern was berichtet wurde.
      Einem Volksaufhetzer wurde auf die Birne geschlagen.
      das scheint der casus zu sein.
      Ihre Privatsymphonie bleibt Ihnen selbstverständlich selbst überlassen imao

    2. Oh, Herr …

      “Der 66-Jährige wurde am Montag gegen 17.20 Uhr im Durchgang des Theaters am Goetheplatz von mindestens drei Männern angegriffen. Sie schlugen ihm mit einem unbekannten Gegenstand gegen den Kopf und flüchteten in Richtung Bleicherstraße.”

      Pressemeldung Polizei Bremen, 07.01.2019

  18. „tatsächlich weiß man noch nicht einmal, ob es sich um eine spontane Exzesstat nur einer Person handelte)“. Na ja, ich sehe da in dem Video drei Personen, die sich Magnitz von hinten nähern, sich vermummen, anschließend den ahnungslosen Magnitz umstoßen und sofort fliehen. Um eine spontane Exzesstat handelt es sich sicherlich nicht, es wurde sich ja vorbereitend gemeinschaftlich vermummt – und daher war es sicherlich nicht die Tat eines Einzelnen. Motiv? Ein Raub war es sicher nicht. Und Ihr Motiv? Warum schreiben Sie so etwas?

    1. Weil Herr Magnitz selber über einen möglichen Raubüberfall spekuliert hat? Ist das nicht Grund genug?

    2. Sie haben insoweit Recht, als das Video ein Zusammenwirken von jedenfalls zwei Beteiligten jedenfalls sehr nahelegt.

      Dennoch ist aus der Aufzeichnung natürlich nicht definitiv zu erkennen, ob und welche Absprachen getroffen wurden. Ich denke, es ist immer angemessen, bei solchen Sachen vorsichtig zu sein und nicht schon irgendwelche “Überzeugungen” und Schlussfolgerungen in die Tatsachenfestellungen mit einzubeziehen. Das entspricht auch vielfältigen (persönlichen) Erfahrungen aus einer Vielzahl von Strafverfahren.

      Nur ein (fiktives) Beispiel: Nehmen Sie an, die drei Personen werden identifiziert. Person 1 sagt: Person 2 und ich wollten M. erschrecken. Die körperliche Attacke war nicht abgesprochen – das kam so über mich. Person zwei sagt: Ich war schockiert, dass 1 den Gescghädigten so brutal zu Boden gestoßen hat. P 3 sagt: ich wollte damit nichts zu tun haben und bin aus Angst weggelaufen. Es gibt natürlich noch eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten und Konstellationen. Die meisten Menschen mobilisieren insoweit ihre Fantasie immer nur dann, wenn es den eigenen Interessen nützlich ist. “Recht” und “Rechtsstaat” existiert aber (nur) dann, wenn die Feststellung der Wahrheit sich von einseitigen Interessen löst.

      Man muss Einlassungen wie die fiktiv geschilderten nicht glauben, aber sie sind auch nicht von vornherein unglaubhaft, nur weil der beschuldigte einerv “falschen” Partei angeghört oder einer “falschen” Überzeugung folgt.

      Wie wir aus zahllosen Prozessen gegen Springerstiefel tragende junge Menschen wissen, lassen sich auch diese oft total individuell, aus spontaner Enttäuschung über die Bundesliga und ohne jede Absprache zu bedauerlichen Gewalttaten hinreißen. Und die daneben stehenden Kumpels haben von jeder Gewalt abgeraten und waren nur zu verstört, um sie abzuwenden. Das gilt übrigens auch für jegliche sonstige Art von Schlägereien.

      Es erscheint mir wirklich unangebracht und gefährlich, “Beweiswürdigungen” auf der Grundlage von Presseberichten vorzunehmen. Ich will damit ja niemanden ent-lasten oder vor-freispechen. Aber bevor man tauisende von Meldungen darüber verbnreitet, was ein – unbekannter – Beschuldigter gedacht und
      gewollt hat, sollte man ihn doch vielleicht erst mal ermitteln und selbst fragen, oder?

      Es gibt ja auch gar keinen Grund zur Eile: Es ist doch gar nicht erforderlich, dass die Tat von der versammelten Internetgemeinde binnen drei Tagen aufgeklärt, verarbeitet, kommentiert, verdaut und wieder ausgeschieden wird. Warten wir doch erstmal ab!
      Am Ende waren es drei “gute Freunde” des Tatopfers, oder drei Rachegeister aus ganz anderen Zusammenhängen, oder einfach nur drei sinnlos Gewalt ausübende Heranwachsende, wie in Amberg.
      Schon die Annahme, die Tat habe den Gescghädigten speziell-individuell und in seiner Eigenschaft als Politiker treffen sollen, ist ja eine bloße Spekulöation. In Bremen werden, so vermute ich, immer einmal wieder Personen angegriffen und verletzt. Die Ermittlungsbehörde muss natürlich ggf. prüfen, ob sich aus Beruf oder Privatleben des geschädigten Anhaltspunkte für ein Motiv und den Täter ergeben. Aber die bloße (hier: eklatant aufgebauschte) Behauptung irgendwelcher Leute, die garantiert nicht dabei waren, kann doch dafür nicht ausreichen!
      Nochmal anders gesagt: Man sollte sich zur Tat-“Analyse” und zur vorgeblichen Aufklärung ganz gewiss weder die (widerlegten) Behauptungen des Opfers noch die Instrumentalisierungen seiner Parteifreunde noch die entgegen stehenden “Entschuldigungs”-Behauptungen und Projektionen Dritter zu eigen machen.

      Die Partei AfD verkündet, soweit ich sehe, ungefähr 20 mal pro Tag, dass sie die Verwirklichung konsequenter Rechtsstaatlichkeit fordere. Dies wäre doch, so meine ich, eine gute Gelegenheit zu zeigen, wie ernst das gemeint ist. Bedauerlicherweise scheint das über die Kraft selbst des Führungspersonals zu gehen. In einem (nach meinem Geschmack: absurd komödiantischen) Facebook-Video (Gestern fiel …M. einem Mordanschlag zum Opfer”) unser hat die Politikerin Weidel nicht nur die Tat offenkundig falsch dargestellt und ohne Belege interpretiert, sondern auch gefordert, dass “diesem ganzen Treiben schnell ein Ende gemacht wird”.

      Frau Weidel ist, wie alle Rabulistiker, nicht so unintelligent, dass sie nicht weiß, dass “ein Ende machen” ungefähr zehn verschiedene Bedeutungen haben kann, und dass viele Personen sich mit ihr darüber freuen, dass redliche Menschen und “der Rechtsstaat” ihr nicht beweisen können, welche davon sie gemeint hat.

      1. Ja, Herr Fischer, man weiss nicht und dürfte demzufolge auch nicht viel darüber berichten, bis man etwas genaueres weiss. Auch nicht über das Video, dessen Beweisqualität ja wohl inzwischen nicht unumstritten ist. Auch hier ist wohl weitere Aufklärung nötig.Ich verweise in diesem Zusammenhang auf den Beitrag von Peter Grimm in Achgut.com vom heutigen Tag.

      2. Sehr geehrter Herr TF,
        haben Sie Dank für Ihr durchdachtes Schreiben zur Sache und zu Personen. Es ist angenehm zu erfahren, dass es differenziert denkende Menschen gibt. Die zum großen Teil widersprüchlichen AFD oder noch schlimmeren Parteien anhängigen Zuschriften sind so erbärmlich, dass man gar nicht mehr darauf antworten kann, da man nicht mehr will. Die Standards des Intellekts fallen dabei so entsetzlich gering aus, dass sich weiteres Nachdenken darüber nicht lohnt.
        Lohnend ist es jedoch diesem zum Teil Naziverschnitt mit deutlichen Worten entgegenzutreten. Leider bekommen nur wenige Mitbürger diesen Abscheu als Reaktion auf altvölkische Ideen mit. Die verbale und medienpräsente Notdürftigkeit der Frontfrau Weidel samt ihren diffusen Anklagen, Fussgetrampel und belegbaren Lügen, müssen noch deutlicher an den Pranger gestellt werden. Diese “Dame” verkörpert den Inhalt dieser Partei, die sich immer wieder erdreistet, schlimme Behauptungen aufzustellen, um diese sofort wieder, bei Bedarf, zu relativieren. Das hat diese Storchenadlige auch immer so gemacht. Diese stammt ja aus einer besonders ehrsamen, adligen Familie, wie man im Spiegel übrigens vor Jahren dokumentiert, nachlesen konnte. Die ganze Infamie dieses Clans wurde da untersucht und aufgedeckt. Eigentlich geriet das so ehrabschneidend, dass die Reportage ein juristisches Nachspiel hätte haben müssen. Aber nichts davon. Einfach weggucken hiess da wohl die feige Devise.

        So gibt es in der AFD ein interessantes Rollenspiel. Über dem so “ehrenhaft gährigen” Haufen tront ein sich gemütlich gebender, doch leider ziemlich böser Chef namens Gauland, den man in der CDU nicht mehr gebrauchen konnte, und der darauf seinen Hass auf diese Partei aufbaute. Daneben eine Chefin Namens Alice Weidel, homosexuell lebend und dennoch im Führungskader dieser Partei, die Homosexualität offiziell verabscheut unter dem Deckmantel deutscher Moral. Erschreckend, dass sich so viele Menschen von diesem Naziverschnitt angezogen fühlen

      3. Es ist doch viel absurder, welche Phantasien dieses Video (vorhersehbar) beflügelt, außer nur Motiv etc.!
        Selbst das, was man sieht bzw. sehen soll, wird in angeblich ausführlichen Frame-“Analysen” auf YouTube dargelegt, daß einem ganz übel wird.
        Video geschnitten, was rausgeschnitten, der videotechnisch klare Wischer der schnell bewegten linken Hand wird als Screenshot zum “Gegenstand”, mit dem zusätzlich geschlagen worden sein soll (obwohl das Opfer längst am Boden liegt)….

        Und nach solchen “Analysen” SEHEN die Gläubigen das wirklich!

        Polizei Bremen: “Überlassen Sie die Analyse unseren Experten.”

        Zu spät… das Öl ist im Feuer… wieder einmal.

  19. … verweise weiter auf einen Beitrag von Alexander Wendt in Publico vom 11.01.
    Tenor: vieles ist unklar…….. und Hintergründe zur Berichterstattung

    1. Ich meine es ja nicht böse!
      Versuchen Sie doch einfach mal, ernsthaft (!), die Regeln, deren Einhaltung Sie so vehement fordern, auf sich selbst anzuwenden. Das wäre doch nicht so schwierig.

      Wenn Ihnen das nicht möglich ist, lassen Sie’s halt. Ich streite mich gewiss nicht über irgendeine “Beweiswürdigung” irgendeines Internet-Helden auf “achgut”. Wenn Sie meinen, die “Beweisqualität” einer automatischen Videoaufzeichnung sei “nicht unumstritten”, dann meinen Sie das halt. Es ist mir auch, ehrlich gesagt, ein bisschen egal, ob Sie meinen, es sei “nicht unumstritten”, ob die deutsche Fuball-Nationalmannschaft bei der WM 2018 ausgeschieden sei. (Vielleicht waren ja alle TV-Übertragungen von Chinesen gefälscht!)

      Ich mag, soweit ich mir dazu ein Urteil erlauben darf, Herrn Abgeordneten Magnitz nicht; jedenfalls nicht seine politischen Ansichten. Aber aus welchem Grund auch immer er vorsätzlich körperverletzt worden ist, halte ich das für eine strafwürdige (und, nach dem Tat-Video, hinterhältige) Tat. Hieraus ergibt sich aber allein dies und nicht mehr:
      Weder hat Magnitz es “verdient”, verletzt zu werden, noch weiß ich, wer die Täter waren, noch, warum sie handelten, noch, was sie bezweckten. Weder lässt das Tat-Video irgendeinen “Fehler” erkennen noch “beschönigt” es irgendetwas an der Tat noch ist es geeignet, die absurden Beschuldigungen und “Erklärungen” politischer Gruppierungen zu bestätigen oder zu tragen.

      Warum nur scheint es für viele so unzumutbar, sich mit öffentlichen Bewertungen auf das zu beschränken, was sie tatsächlich wissen? Man kann so etwas machen, wenn man wieder mal eine falsche Elfmeter- oder Abseits-Entscheidung im TV gesehen hat und wie üblich alles besser weiß (das geht mir auch so). Aber man muss doch unterscheiden, auf welchem Level man sich befindet. Und jeder halbwegs intelligente Mensch weiß, dass man sich auf der Ebene des rechts nicht benehmen darf wie beim Kasperle-Theater.

      Deshalb: Erbärmlich mag es sein, wenn (und wie) Herr M. den Überfall auf sich zum Heldenstück aufbläst. Aber von einer menschlich verständlichen Kleinlichkeit. Er hat’s ja auch nicht leicht, der Genosse!. Aber abstoßend und lächerlich, nach meinem Geschmack, wie die Laiendarstellerin Weidel eine Facebook-Moral inszeniert, die ungefähr so glaubwürdig ist wie Herr Kaiser von der Allianz. Es wäre ja gut, wenn es die Werbung für Rheumasalbe wäre. Aber es soll wohl eine ernsthafte Darstellung der Wahrheit durch eine ernsthafte politische Partei sein. Das ist doch wirklich peinlich.

      1. Danke, Herr Fischer. Doch sehe ich in Ihrem statement keine Entgegnung auf das, was ich geschrieben habe. Mir geht es nicht darum, Partei zu beziehen, und schon gar nicht für die AfD.Nur darum, dass man ein im Internet veröffentlichtes Video bereits jetzt schon als Beweis für den tatsächlichen Tathergang bewertet. Mit den Einwänden, deren sachliche Richtigkeit ich nicht beurteilen kann, wird man sich vermutlich auch noch polizeilicherseits mit Fachauswertern auseinanderzusetzen haben. Vielleicht hat man ja doch etwas übersehen? Damit sage ich nicht, dass die Schilderung seitens der AfD in irgendeiner Weise korrekt ist.Die “Internet-Helden” sind übrigens Journalisten und nicht im Lager der AfD anzusiedeln, soweit ich weiss. Aber sei´s drum. Wie die Video-Aufzeichnung tatsächlich zu bewerten ist, weiss ich immer noch nicht. Vielleicht erfahre ich dies ja einmal an anderer Stelle.
        Ihnen noch einen schönen Abend- und ich freue mich schon auf Ihre nächste Kolumne!

  20. Danke sehr, Thomas Fischer für diesen wunderbaren Artikel! Der vielleicht schönste von allen, die ich bisher habe lesen können.

    Besonders der Vorschlag eines “Gute-Besserungs-Gesetzes” hat mir den Abend mit einem Ausbruch von Heitergkeit gerettet.

    Nur beim Recht der Frauen auf die Kontrolle ihres eigenen Körpers haben Sie irgend ein tief sitzendes Problem. Sie kommen einfach nicht darüber hinweg, daß das erst durch die patriarchale Revolution in die Welt gekommen ist, über die die klassische griechische Dramatik so bewundernswert berichtet (v.a. Orestie von Aischylos).

    Könnte es übrigens sein, daß Ihr Herr Vater, der ja nach Ihren Angaben ein Arzt war, in der Fachrichtung Gynäkologie tätig war? Und womöglich dazu eine kleine Privatklinik betrieben hatte?

    1. 1)… Eine erstaunliche Deutung der Orestie!
      Dazu übrigens, ganz am Rande: Thomas Fischer, “Blut, Gott, Stadt. Zehn Fußnoten zur Orestie”, in : Burgtheater Wien, Programmheft zur Orestie, Premiere 2017 (demnächst mal auf meiner Homepage). Und eine Bezugnahme auf eine “historische” Tatsache, die, wie Sie wissen, nicht ganz unbestritten ist (bzw. von vielen für schlichten Humbug gehalten wird).

      2) Vater-Spekulation: Nö.

      3) “Kontrolle des eigenen Körpers”: Schön gesagt. Damit habe ich eigentlich weder bei Frauen noch bei Männern ein Problem. Das Problem ist halt, dass die Föten damit gelegentlich ein Problem haben. Sie zum Teil des “eigenen” Körpers der Mutter zu erklären, ist, finde ich weder medizinisch noch ethisch so richtig überzeugend, obwohl natürlich argumentativ schlank. Die Diskussion ist ja sowieso auf Verschlankung ausgelegt (von allen Seiten), auch begrifflich, damit sich die schwierigen Fragen möglichst hinter halbreligiösen Glaubensüberzeugungen und verdrehlten Begriffen (“Reproduktionskontrolle” einerseits, “Babymord” andererseits) verbergen und aus dem Bereich unangenehmer Unsicherheit drängen lassen.

      Der Kolumnentext enthält ja nur ein kleine Randnotiz zu einem Interview, dessen Selbstgewissheit es durchaus in sich hat. Hinter dem Vorschlag, alle öffentlichen Krankenhäuser müssten (gesetzlich) zur Durchführung von Abtreibungen verpflichtet werden, und Ärzte, die keine Abtreibungen durchführen wollen, sollten dort dann keine Stellen bekommen, stecken ja mindestens zwei Probleme: Eine “Gewissensentscheidung” der Ärzte ist nur möglich, weil die Schwangerschaft keine “Krankheit” und die Abtreibung daher keine “Heilung” ist. Zumindest dies sollte vielleicht noch common sense sein.

      Und der Vorschlag der AsF-Vorsitzenden, Gynäkologen, die keine Abtreibungen vornehmen wollen, den Zugang zu öffentlichen Krankenhäusern abzuschneiden, offenbart ein atemberaubendes Niveau rechtlicher Gesinnung.

      Die geradezu abstoßende “Erklärung”, Abtreibung (oder die Werbung für die Leistung) diene dazu, das “Recht des Kindes” auf Bejahung durch seine Mutter zu verwirklichen, ist an zynischer Verdrehung schwer zu überbieten. Mit so etwas habe ich in der Tat “ein “Problem”.

      1. Kleiner Nachtrag:
        Wäre Abtreibung als Schutz von Kindern vor Ablehnung durch die Mutter legitimiert (so Noichl), würde sich ja das Problem ganz genauso NACH der Geburt stellen.

        Mir ist kein Fall bekannt, in dem ein Gericht oder ein(e) Autor(in) angenommen oder gefordert hat, beim Töten lebender Kinder durch die Mutter (oder Dritte) sei eine Strafmilderung vorzunmehmen, wenn dadurch das Kind vor Lieblosigkeit (durch den Täter!) bewehrt werden sollte.

        Außerdem: Wenn der Staat so drastische Maßnahmen wie einen mittelbaren (über die Bedrohung der wirtschaftlichen Existenz vermittelten) Abtreibungs-Zwang für Ärzte (massive Eingriffe in Art. 2, 4, 12 Grundgesetz) umsetzen dürfte oder müsste, um (abzutreibende) Kinder davor zu beschützen, nach der Geburt nicht “bejaht” zu werden: Wieso fordert die AsF dann nicht eine Zwangs-Adoption aller tatsächlich lebenden und nicht “bejahten” Kinder?

        Das ist natürlich nur ein rhetorische Frage. Sie weist nur auf die hanebüchene Qualität mancher Argumentationen hin. Es ist ja nicht so, dass alle, die solche Argument-Qualitäten liefern (auf allen Seiten), dumm oder von vornherein böswillig sind. Das Erstere gilt vielleicht für lebensunerfahrene Halb-Kinder, die als Speerspitze des Weltgeistes durch die Fußgängerzonen ziehen wie weiland die Jünger der maoistischen Frauenbefreiung oder der BDM-FRuchtbarkeit.
        Im Übrigen aber m.E. ziemlich viele eklatant Vernagelte und auf bloße “Freund/Feind”-Reflexe Fixierte. (Fast) niemand, den ich kenne, würde sich Argumente von einer Qualität, wie sie in dieser Frage (und in manchen anderen Fragen im Zusammenhang mit Sexualität, Herrschaft, Selbst-/Fremdbestimmung) verbreitet ist und quasi ihrerseits schon wieder als “Menschenrecht” angesehen wird, im “normalen” (meint: sonstigen zivilisierten) Leben einfallen oder gefallen lassen.
        Schon die irrsinnige Behauptung, Selbst-Bestimmung über Abtreibung scheitere in Deutschland daran, dass “die Frauen” nicht genügend “Information” haben, ist rational kaum mehr nachvollziehbar. Tatsächlich “klappt” die Information ca. 110.000 mal pro Jahr offenkundig.
        Und ein wenig erbärmlich finde ich die Polemik, das “Werbeverbot” des § 219a unterstelle, “dass Frauen sich durch Werbung zur Abtreibung bewegen lassen” (wie für Lippenstifte oder Kreuzfahrten). Das Argument ist offenkundig verdreht und – mit Verlaub – bescheuert: Niemand hat je so etwas behauptet. Genausoweinig wie diejenigen, die es vortragen, je behaupten, ein Werbeverbot für Sterbehilfe unterstelle, dass Menschen sich spontan zum Suizid statt zum Einkauf bei Amazon überreden lassen. Und die Werbeverbote für Kinderpornos oder Crack unterstellten unverschämterweise, dass anständige Menschen sich dadurch vom Kauf von DSDS- DVD’s und Schokoriegeln abbringen lassen…

        Lauter warme Luft, auf allen Seiten; alles hundertmal gehört, bedacht, diskutiert, entschieden. Der Zusatz-Rest scheint mir: Turbolader-Gebläse des Internet. Seit 24 Jahren in der Sache kein neues Argument.

      2. 1: Orestie
        @TF — diesen Ihren Kommentar zur Orestie möchte ich brennend gerne lesen. Gerne auch, bevor er auf Ihrer Website erscheint.

        Während das “Alte Testament”, verfaßt in Babylon unter persischer Aufsicht, das Manifest des siegreichen Patriarchats ist, und in Nr. 10 der Zehn Gebote das Privateigentum für heilig erklärt wird, sauber getrennt nach Immobilien und beweglichem Besitz (Vieh, Knechte, Frauen), verarbeitet die klassische griechische Tragödie den Übergang von der matrilineal verfaßten Urgesellschaft zum Patriarchat.

        Die Orestie ist dabei m.E. am deutlichsten. Es geht ja darum, welches das größere Verbrechen sei: wenn eine Frau den Mörder ihrer Tochter umbringt, oder wenn der leibliche Sohn seine Mutter erschlägt.

        Am End soll ein Gericht darüber entscheiden. Die Erynnien, Vertreter des alten Rechts, erklären, daß Mutter und Sohn blutsverwandt sind, und deswegen der Muttermord das schlimmste Verbrechen in der matrilinialen Gesellschaft ist, daß aber die Frau mit dem Erzeuger ihrer Tocher nicht verwandt sei, denn sie stammen aus verschiedenen Uteri.
        .
        .

        im ganzen Altertum [ist] der Unter­schied zu machen zwischen Geschwistern von mütterlicher oder bloß von väterlicher Seite; αδελφό, ‘αδελφή kommen her von δελφύς Gebärmutter, bedeuten also ursprünglich nur Geschwister von Mutterseite.

        .
        .
        zitiere ich aus Friedrich Engels’ Brief vom 21. Sept. 1890 an Joseph Bloch (darin noch mehr zum Thema).

        Die Erinyen werfen Apollon große Schuld vor:
        „Blutige Schuld, schuldiges Blut, das verruchteste nahm ja beschützend er auf!“ und verteidigen Klytaimestra mit “Sie war dem Mann nicht blutsverwandt, den sie erschlug”, während Orest “seiner Mutter blutverwandtes Blut vergoß”.

        Dem entgegenet, mit der Proklamation der patrilinealen Abstammung:
        .
        .

        Nicht ist die Mutter ihres Kindes Zeugerin,
        Sie hegt und trägt den eingesäten Samen nur;
        Es zeugt der Vater, aber sie bewahrt das Pfand,
        Dem Freund die Freundin, wenn ein Gott es nicht verletzt.

        Mit sichrem Zeugnis will ich das bestätigen:
        Denn Vater kann man ohne Mutter sein – Beweis
        Ist dort die eigne Tochter des Olympiers Zeus,
        Die nimmer eines Mutterschoßes Dunkel barg,

        .
        .
        Athene, die ja eine reine Kopfgeburt des Zeus, also des Patriarchats sein soll.

        Und damit wird natürlich auch die Herrschaft des Patriarchats über die Leibesfrucht proklamiert, und das Recht der Frauen über die Kontrolle ihres Körpers, dh. auch der reproduktiven Funktionen desselben, für null und nichtig erklärt.

        2: Das Werden als Einheit von Sein und Nichts

        Natürlich ist der Fötus ein Teil des Leibes der Frau, die den Fötus hervorbringt.

        Aber der Fötus oder gar der Anfang als Zellhaufen von nur vier Zellen ist kein selbständiges Lebewesen, genausowenig wie eine Handvoll Eicheln schon ein Eichenhain sind, oder ein Hühnerei ein Huhn, oder die von einer Fischin ins Wasser gelaichten Eier schon ein Schwarm Fische.

        Das muß erst noch werden. Das Werden ist der Übergang von Nichts zu Sein [Hegel, Wissenschaft der Logik, 1. Kapitel].

        Es ist die Besonderheit der Säugetiere — und wir Menschen sind auch Säugetiere — daß wir (genauer: unsere weibliche Variante) das neue Lebewesen nicht als Ei außerhalb ihres Körpers ablegt, dessen weiteres Schicksal dann von Zufällen abhängig ist, sondern als Teil des eigenen Körpers heranbildet.

        Erst in einem relativ späten Entwicklungszustand ist der werdende (noch nicht seinende!) neue Mensch überhaupt lebensfähig außerhalb des Leibes der Mutter, und in späteren Wochen nur mit Schwierigkeiten und bedeutenden Defekten überlebensfähig.

        Es ist also vermessen, den Embryo schon als selbständiges Lebewesen zu bezeichnen. Das sieht übrigens auch des bürgerliche Recht so, wie in §1 BGB definiert: »Die Rechtsfähigkeit des Menschen beginnt mit der Vollendung der Geburt«, und eben keine Minute früher.

        Wäre es anders, dann wäre der Erdball schon längst von im Reagenzglas gezeugten und in der Petrischale herangewachsenen Homunkuli bevölkert. Ist es aber nicht.

        Sollte es einmal möglich sein, einen solchen Homunkulus künstlich herzustellen, wie es schon Goethe fabulierte, dann dürften wir mit recht sagen, daß damit eine neue Art entsteht, die keine Menschen mehr sind, keine Homo sapiens, sondern etwas anders.

        Bis dahin steht aber immer noch allein der Frau das Recht zu, über ihre reproduktiven Fähigkeiten zu entscheiden, und kein Richter und kein Staatsanwalt. Auch wenn das Recht des patriarchalischen Staates etwas anders sagt.

        3. §219a

        Sie und all die Wallies hier erklären ja immer wieder, daß der §219a keine Abtreibung verhindern würde. Also ist der doch nur noch eine politische Proklamation des Gesetzgebers, eine Gefühlsäußerung “Wir sind gegen das Selbstbestimmungsrecht der Frauen, aber wir können der sich in Massendemonstrionen äußernden Vernunft nicht erwehren”. Politische Gefühlsäußerungen gehören aber nicht in Gesetzesbücher. Der §219a ist überflüssig, und funktioniert nur noch als Stolperstein, damit verbissene Frauenfeinde damit Ärzten Probleme bereiten können. Der §219a kann und muß ersatzlos gestrichen werden, und damit ändert sich an der Wirklichkeit nichts, außer daß die eben erwähnten Stänkerer nicht mehr Ärzte vor den Kadi bringen können.

        Der §219a erfüllt nur noch dieselbe Funktion wie jener “Hut dort auf der Stange”, den der Landvogt so begründete:
        .
        .

        Ich hab den Hut nicht aufgesteckt zu Altdorf
        Des Scherzes wegen, oder um die Herzen
        Des Volks zu prüfen, diese kenn ich längst.
        Ich hab ihn aufgesteckt, dass sie den Nacken
        Mir lernen beugen, den sie aufrecht tragen –
        Das Unbequeme hab ich hingepflanzt
        Auf ihren Weg, wo sie vorbeigehn müssen,
        Dass sie drauf stoßen mit dem Aug, und sich
        Erinnern ihres Herrn, den sie vergessen.

        .
        .
        Weg damit!

      3. Schöner Beitrag über Orestie übrigens.

        Und einfachste Lösung und Ende aller Diskussion: Ok., einverstanden, wenn die Frau völlig alleine entscheidet, die Gebärmutter ihr alleine gehört, der gezeugte Mensch in ihr nur ihr gehört, und sie tun u lassen kann damit was sie will, und Frauenrecht und weibliches Selbstbestimmungsrecht über allem steht, dann sind ab sofort die Männer aus der Sache raus. Mit allen Folgen und allen Konsequenzen. Vor allem natürlich rechtlich.

        Ich freu mich!

      4. @Thomas Fischer

        Die Vorschläge der Frau Maria Noichl von der ASF halte ich auch für absurd. Eine Gesinnungsprüfung hat in einem Einstellungsgespräch nichts zu suchen.

        Die armen Sozialdemokraten suchen in ihrer Feigheit immer nach irgendwelchen abstrusen Konstruktionen, in der vergeblichen Hoffnung, sie könnten sie dann den Kuchen essen und ihn gleichzeitig aufbewahren.

        Im April vorigen Jahres hatte die Bundestagsfraktion der SPD noch einen Gesetzentwurf eingebracht, den §291a ersatzlos zu streichen, weil sie sich von Partei Die Linke und GRÜNen nicht in die Ecke schieben lassen wollten.

        Jetzt wiederholen sie ihren Irrsinn beim Fall Maaßen, und nehmen von ihrem Gesetzesvorschlag wieder abstand. Und graben weiter an ihrem Grab.

        Die richtige Lösung besteht in der ersatzlosen Streichung des §12 “Weigerung” des sog. Gesetz zur Vermeidung und Bewältigung von Schwangerschaftskonflikten (Schwangerschaftskonfliktgesetz – SchKG), der im Oberhaus bestimmt, daß »Niemand … verpflichtet [ist], an einem Schwangerschaftsabbruch mitzuwirken”, aber im Unterhaus gleich Ausnahmen dazu definiert, wenn »eine anders nicht abwendbare Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung« abzuwenden ist. Ob die “schwere Gesundheitsschädigung” droht, ist ggf. ärztliches Ermessen.

        Ob ein medizinischer Arbeiter dann an einer Abtreibung mitwirkt, ist eine Sache der Arbeitsdisziplin und seines Arbeitsvertrages. Wenn sie oder er das nicht will, steht der Weg zur Kündigung und der Suche eines anderen Arbeitsplatzes offen. Aber Gesinnungsschnüffelei bei der Einstellung ist nicht hinnehmbar.

        Es geht auch nicht nur um die wenigen kommunalen Kliniken, sondern mehr noch um die im kirchlichen Besitz, die trotz der Zuschüssen aus öffentlichen Kassen und der Bezahlung der Leistungen aus den allgemeinen Versicherungen der Mehrheit der Bevölkerung ihre entstirnigen Beschränkungen aufzwingen wollen. Es dauert nicht mehr lange bis die christlichen Kirchen nur noch eine Minderheit der Bevölkerung als ihre Mitglieder zählen können.

        Auch in der Hauptsache, dem Hineinregieren des patriarchalischen Staates in die biologischen Funktionen der Frauen sind mir ideologische Ausweichmanöver zuwider, die Nebengründe gegen §218 anführen, aber in der Hauptsache das Recht der Frauen auf Selbstbestimmung negieren, wie “Schutz von Kindern vor Ablehnung durch die Mutter”.

        Mit fällt dazu auch der KBW ein, der “Kommunistische Bund Westdeutschland”, der in der Abtreibungsdebatte der frühen 1970er Jahre gegen die Frauen-Parole “Mein Bauch gehört mir” wetterte, weil damit ein kapitalistisches Privateigentum postuliert würde, während die Abtreibung doch nur ein Armutsproblem sei. Das ist der Verein, dessen Mitglieder angehalten wurden, ihre Schallplatten mit Musik von Beethoven zu entsorgen, weil man in China herausgefunden hatte, daß Beethovens Musik “bürgerliche Gedanken” transportiere.

        Ne ne, man sollte keinen Kotau vor dem Patriarchat machen, sondern uneingeschränkt das Selbstbestimmungsrecht der Frauen vertreten.

        Das ist ein Punkt, verehrter Herr Fischer, wo wie leider noch auf verschiedenen Seiten stehen. Aber es ist noch nicht aller Tage Abend.

      5. @Gangsterwally vom 15.01.2019 um 09:37 Uhr

        »der gezeugte Mensch in ihr nur ihr gehört, und sie tun u lassen kann damit was sie will,«

        Diesen Halbsatz kann ich so nicht unterschreiben. Der geborene Mensch ist ein Individuum, mit dem unveräußerlichem Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.

        Vielleicht aber war die Formulierung nur etwas unglücklich gewählt.

        Der Fötus ist aber noch kein Mensch, er ist nur beim Werden zu einem solchen.

        Ich möchte bei dieser Gelegenheit aber zur Diskussion stellen, ob nicht die Tötung eines gerade frisch neu geborenen durch seine Mutter nicht eher eine postnatale Abtreibung ist, die hätte vermieden werden können, wenn die Abtreibung nicht grundsätzlich immer noch als Straftat gelten würde und der Zugang dazu so weit wie möglich verbarrikadiert wird.

      6. Vielen Dank, dass Sie das so glücklich umformuliert haben. Von einem Individuum, menschlichen Lebewesen, einem “Rohbau” muss allerdings bereits zum Zeitpunkt der Einnistung, nach erfolgreicher Zellverschmelzung die Rede sein. So stimmt es dann. Und es gehört natürlich zur Gebär-mutter, nicht der werdenden Brutstätte “Mutter”, die kann man zumindest nicht nur theoretisch auch weglassen und es anderswo ausbrüten lassen. Sicher, wie wir wissen alles technisch absolut perfekt möglich und ich hoffe weiterhin die Forschung ist diesbezüglich in hochentwickelten Ländern weit, weit voran. Dann brauchen Frauen auch keine Kinder mehr bekommen und könne sich generell großteils durchsterilisieren lassen.

        Ich bin für alles Moderne offen und freu mich über jeden Gedanken, der mit absoluter Freiheit zu tun hat. So bin ich.

      7. LüKo Willms:
        Na, ganz so einfach finde ich das nicht mit der “Serlbstbestimmung über den eigenen Körper”.
        Bekanntlich sind die im Gesetz (§ 218a StGB) gesetzten Fristen letzten Endes ziemlich willkürlich; es geht also weniger um Medizin/Biologie als um Verhältnismäßigkeit und normative “Zumutbarkeit”. Nach “oben raus” wird die schöne These vom Fötus als “Körper der Frau” ja auch immer weniger haltbar; und dass ein Fötus im 8. oder 9. Schwangerschaftsmonat – also weit (!) nach der Grenze der Überlebensfähigkeit nach Frühgeburt – ein Teil des Frauenkörpers sei, über den dessen “Eigentümerin” nach Belieben bestimmen könne, kann kaum ernsthaft behauptet werden.
        “Nach unten hin” kommt dann unvermeidlich der “Zellhaufen” (mal vier, mal acht Zellen werden genannt), was natürlich argumentativ ein bisschen “nachgeholfen” wirkt.
        Wenn wir uns einfach mal an die Verfassung(sinterpretation) und an das völlig zutreffende Bild vom “Werden” halten, sehen wir, dass die gegenwärtige Gesetzeslage (1995): bis zum Ende des 3. Monats der Schwangeren ein vollkommen freies Alleinentscheidungsrecht einräumt (Fristenlösung). Es geht hier nicht um “Notlagen”, Indikationen, Rechtfertigungen usw., sondern um bloßes Wollen oder Nichtwollen, warum auch immer. Daher ist auch das ewige Lied, dass “keine Frau es sich leicht macht”, schwer verständlich, denn darauf kommt es überhaupt nicht an.
        Die einzige Pflicht, die es gibt ist, sich eine Beratung (Information!) anbieten (!) zu lassen, dann noch drei Tage zu warten und die Abtreibung nicht von dem Arzt durchführen zu lassen, der die Beratung durchgeführt hat (Grund, offenkundig: Gefahr wirtschaftlicher Interessen – siehe § 219a).

        Dass nun das WERBE-Verbot des § 219a mit dem (m.E. weithin unzutreffenden) Hinweis bekämpft wird, es verhindere dringend erforderliche Information, zugleich aber die Beratungs-Angebotspflicht als “Entmündigung” gegeißelt wird, ist schwer verständlich.

        Eine “Freigabe” auch von Spätabtreibungen ohne jede Frist und Vorausetzung als “Selbstbestimmung” zu verlangen ist erstens starker Tobak in der Sache selbst, zweitens auch ethisch schwer “vermittelbar”. Die Behauptung, es gebe gar keine Leichtfertigkeit und verantwortungslosigkeit im Umgang mit Abtreibungen, ist eine euphemistische Legende: Das gibt es bei schlechterdings allem auf der Welt. Und niemand fordert, Kindstötung straffrei zu stellen, weil gute Eltern so etwas doch nie tun würden. Es wäre aber wohl schwer erträglich, wenn etwa lebensfähige Föten zur Gewinnung von Gewebe, Stammzellen usw. auf einem “Markt” erschienen.

        Außerdem sollte nicht ganz vergessen werden, dass die (grundätzliche) Strafbarkeit von Abtreibung natürlich auch Abtreibungen GEGEN den Willen der Schwangeren erfasst. Eine Schwangere so lange in den Bauch zu treten oder zu schlagen, bis sie eine Fehlgeburt erleidet, ist nicht mit einem Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung angetan. Und erzählen Sie mir nicht, dass es das nicht gibt!

        Auch im Noichl-Interview heißt es wieder: “Niemand will Abtreibungen”. Wenn das so ist, stellt sich aber wohl die Frage, wie man damit umgeht, dass pro Jahr immerhin 110.000 (gemeldete) davon in Deutschland ausgeführt werden (fast alle nicht “indiziert”, sondern nach der Fristenlösung), es also jedenfalls insoweit offenbar nicht an Information fehlt. Und warum dann die Gesamt-Beratungslösung wieder aufgehoben werden soll (§ 219a ist ja nur eine Popanz-Schlacht).

        Ich bin wahrlich der Letzte, der irgendeiner ungewollt Schwangeren das Leben schwermachen oder gar Frauen mit Hilfe des Abtreibungsrechts “entmündigen” oder unterdrücken will. Ich meine nur, dass, je länger man darüber konkret (!) nachdenkt, radikale Extrempositionen unhaltbar werden und Kompromisse unabweislich.

        Einen mehrere Monate alten Fötus mit einem Hühnerei oder mit Fischlaich gleichzusetzen, erscheint mir ethisch nicht vertretbar.
        Und selbst da kommen Sie in Schwierigkeiten: Denn wo genau der Unterschied zwischen einem Küken eine Minute VOR dem Schlüpfen und einem einem Minute NACH dem Schlüpfen liegt, ist vielleicht doch nicht ganz so einfach, wie sich das die Shredder-Industrie vorstellt.

      8. Wie gesagt, ich bin im Bedarfsfall eine absolut empathische Person, die Verständnis für jegliches Problem hat. Man muss nur überzeugend genug sein.:-)

        https://www1.wdr.de/wissen/natur/eizellen-aus-der-petrischale-100.html

        Im Grunde letztlich nur eine Frage der sogenannten Ethik, aber das sollte wohl wirklich kein Problem sein.

        “Eine solche Massenherstellung und Massenselektion von Embryonen sei in Deutschland derzeit verboten, betont Dabrock. Das gilt auch für die Leihmutterschaft. Per Embryonenschutzgesetz erlaubt ist lediglich die Herstellung von Eizellen aus Stammzellen. Diese Gesetzeslage könnte sich allerdings ändern, sollte das Verfahren auf den Menschen übertragen werden können. Dann könnten zum Beispiel auch schwule Paare eigene Kinder bekommen oder Einzelpersonen sich klonen lassen. Am Ende könnte sogar eine “Welt ohne Sex” entstehen, wie sie ein amerikanischer Jura-Professor heraufbeschworen hat. Das wäre aber “ein Bruch mit einer wichtigen biologischen Disposition des Menschen”, stellt Wissenschaftshistoriker Gereon Wolters fest – und warnt vor “bedeutenden kulturellen und sozialen Konsequenzen”.

        Eine Welt ohne Sex wäre somit die Lösung der eigentlichen Urproblematik! Und dann könnte man all diese Themen wie Abtreibung, §219/Werbeverbot usw endlich für überholt betrachten. Auch Themen wie Mutterschaft, Vaterschaft, Unterhalt, Erbe, und viele sinnlose Streiterein usw. Fänd ich toll.

      9. @TF am 15.01.2019 um 12:28 Uhr

        Voraus: Ich halte auch nichts von diesen feigen Erklärungen v.a. von sozialdemokratischer Seite, die in der Hauptsache die Verbote des kapitalistisch-patriarchalischen Staates akzepieren, aber dann fadenscheinige Begründungen vortragen, weil sie unter Druck von ihrer Basis stehen, und daraus dann bürokratische Monster produzieren.

        Ich bin für “Deine Rede sei Ja, ja, oder nein, nein, alles andere ist von Übel.”

        1: §219a und Zwangsberatung

        TF:

        .

        Dass nun das WERBE-Verbot des § 219a mit dem (m.E. weithin unzutreffenden) Hinweis bekämpft wird, es verhindere dringend erforderliche Information, […]

        .

        was nicht verhindere

        dass pro Jahr immerhin 110.000 (gemeldete) davon in Deutschland ausgeführt werden (fast alle nicht “indiziert”, sondern nach der Fristenlösung), es also jedenfalls insoweit offenbar nicht an Information fehlt..

        .

        … obwohl der §219a und seine Nebengesetze das Wissen über zur Abtreibung bereite Ärzte quasi zum Staatsgeheimnis erklären, das nur einer kleinen Auswahl von Eingeweihten verraten werden darf — die abtreibungswilligen Frauen zählen nicht dazu — dann kann man doch mit Fug und Recht sagen, daß der §219a nur noch dazu dient, daß Frauenfeinde abtreibungswillige Ärzte vor die Strafjustiz zerren können. Man kann und muß diesen Paragraphen ersatzlos streichen.

        Die genannte Zahl der Abtreibungen wird sich dadurch nicht signifikant ändern. Ich behaupte sogar, daß sich die Zahl der Abtreibungen nicht signifikant ändern würde, wenn der §218 und sein ganzes bürokratisches Zubehör ersatzlos gestrichen würde.

        TF: » zugleich aber die Beratungs-Angebotspflicht als “Entmündigung” gegeißelt wird, ist schwer verständlich «

        Es ist kein Angebot, sondern ein Zwang. Ohne den Schein kann man nicht legal abtreiben lassen. Als “Endmündigung” sehe ich das auch nicht, aber als Bevormundung. Die Zwangsberatung hat ja den Auftrag, der Frau die Abtreibung auszureden. Aus §219 StGB Absatz 1:

        Die Beratung dient dem Schutz des ungeborenen Lebens. Sie hat sich von dem Bemühen leiten zu lassen, die Frau zur Fortsetzung der Schwangerschaft zu ermutigen und ihr Perspektiven für ein Leben mit dem Kind zu eröffnen [usw usf]

        .

        Die meisten Frauen werden bei sowas einfach die Ohren auf Durchzug stellen, wenn die Beratungsstelle nicht diesen Auftrag des StGB von vorneherein ignoriert. SO geht man doch nicht mit erwachsenen Menschen um. Bevormundung weckt eher Widerstand und Widerwillen.

        2: Eier, Eier, Eier.

        Es mag ja abstoßend sein, sich die Gemeinsamkeiten der zweigeschlechtlichen Fortpflanzung der verschiedenen Lebensformen auf unserem Planeten zu verdeutlichen. Aber in den genannten Fällen — Fische, Vögel, Säugetiere — ist es doch dasselbe Prinzip: Ein vom weiblichen Wesen erzeugtes Ei wird befruchtet mit vom männlichen Wesen erzeugtem Sperma, und aus der Kombination wächst dann ein neues Lebewesen dieser Art heran. Bei Fischen wird i.d.R. ein unbefruchtetes Ei bwz. eine ganze Menge davon freigesetzt, die außerhalb des weiblichen Körpers befruchtet werden, und dann mit oder ohne Schutz zu neuen Fischen heranwachsen. Bei den Vögeln, den Nachkommen der Saurier, wird das Ei im weiblichen Körper befruchtet, das neue Lebewesen wächst allerdings erst nach Ausscheiden des befruchteten Eies aus dem weiblichen Körper heran, innerhalb eine Schale. Bei Säugetieren geschieht auch das Heranwachsen eines neuen Lebewesens im Leib des weiblichen Wesens heran.

        Ein bereits bebrütetes Hühnerei sieht auch nicht mehr appetitlich aus…

        Beim Menschen weiß man eigentlich, wann der Prozeß der Menschwerdung des befruchteten Eies abgeschlossen ist: mit der Geburt. Je früher vor dem normalen Geburtstermin, um so geringer die Lebensmöglichkeiten des Fötus.

        Es gibt auch den Spontanabort, ganz ohne Fremdeinwirkung. Ich erlaube mir, drei Stichworte aus dem “Lexikon der Medizin” von Zetkin/Schaldach (16. Auflage von 1998) zu zitieren:
        .

        Abort m: Abortus, Fehlgeburt; vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft durch Ausstoßung der Frucht mit einem Gewicht von weniger als 1‘000 g bei Fehlen von Lebenszeichen (über 1‘000 g = Totgeburt). Als Lebenszeichen gelten Herzschlag und Atmung des Kindes. Es besteht keine Meldepflicht. Der Frühabort der ersten Wochen ähnelt oft einer verstärkten Menstruation. Ursachen: Erkrankungen der Mutter, Infektionen (Toxoplasmose, Syphilis), Fehlbildungen des Uterus oder Erkrankungen bzw. Entwicklungsstörungen der Frucht. Besonders gefährlich sind der febrile oder septische Abort.

        Abort, habitueller: Fehlgeburtsneigung; man spricht von habituellem Abort, wenn bei einer Frau mindestens drei Schwangerschaften mit einem spontanen Abort enden.

        Abort, septischer: Gewebeinfektion durch pyogene oder putride Erreger (Streptokokken, Bacteroides, Klostridien) im Gefolge einer Fehlgeburt mit hochfieberhaft-septischem Verlauf.

        .

        Wird alles nicht vom §218 erfaßt. Warum soll dann der von der Frau bewußt ausgelöste Abort unter Strafe stehen?

        Das mit dem Werden beim Entstehen eines Lebenwesens ist wie beim Sterben: ein Prozeß, bei dem man nicht mit Genauigkeit sagen kann, wann der Prozeß beendet ist.

        3: Schwere Körperverletzung

        TF: » Abtreibungen GEGEN den Willen der Schwangeren […]. Eine Schwangere so lange in den Bauch zu treten oder zu schlagen, bis sie eine Fehlgeburt erleidet, ist nicht mit einem Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung angetan. «

        Ich würd sowas auch als schwere Körperverletzung ansehen. Die Bestimmungen des derzeitigen §218 Absatz 2, Satz 2 können sinngemäß in den Katalog der Tatbestandsmerkmale des § 224 “Schwere Körperverletzung” überführt werden. Da gehören sie hin.

        Wenn man die Strafmaße vergleicht, wird die Abtreibung nach §226 Absatz 3 StGB als ein “minder schwerer Fall” einer “schweren Körperverletzung” angesehen: 6 Monate bis 5 Jahre statt 1 bis 10 Jahre.

      10. Gangsterwally am 15.01.2019 um 12:25 Uhr
        » Von einem Individuum, menschlichen Lebewesen, einem “Rohbau” muss allerdings bereits zum Zeitpunkt der Einnistung, nach erfolgreicher Zellverschmelzung die Rede sein. «

        Nein, das bestimmt nicht. Genausowenig, wie ein Hühnerei bereits ein Huhn ist (oder ein Hahn).

        » So stimmt es dann. Und es gehört natürlich zur Gebär-mutter, nicht der werdenden Brutstätte “Mutter”, die kann man zumindest nicht nur theoretisch auch weglassen und es anderswo ausbrüten lassen.«

        Vielleicht in einer anderen Frau (siehe unten), aber nicht einfach “anderswo”. Nicht in einem Brutkasten; das geht erst bei Frühgeburten.

        Gangsterwally am 15.01.2019 um 13:13 Uhr
        » Dann könnten zum Beispiel auch schwule Paare eigene Kinder bekommen «

        Tun sie bereits. Das geht so:

        Zwei Männer spenden Samen, mit dem in vitro Eizellen von einer Frau A befruchtet werden. Von denen wird dann eines einer anderen Frau B eingesetzt, die daraus ein Kind entwickelt und es zur Welt bringt. Das Kind wird dann vertragsgemäß dem schwulen Paar überlassen.

        Ein Mensch kann aus einer in vitro befruchteten Eizelle eben nur in und durch den Körper eine Frau, als Bestandteil derselben entstehen. Das gibt der Frau das Recht, darüber zu verfügen.

        Deutsche Männer müssen für sowas derzeit noch ins Ausland gehen, z.B. in die USA.

      11. @ Lüko Willms

        Alles ist möglich, auch bei den winzigsten Menschenwesen. Wetten?! Irgendwo.

        Sie werden noch an mich denken.

      12. Ich möcht gern noch einen Nachklapp zu meinem vom
        15.01.2019 um 10:17 Uhr loslassen, zu den

        »
        Die Vorschläge der Frau Maria Noichl von der ASF halte ich auch für absurd. Eine Gesinnungsprüfung hat in einem Einstellungsgespräch nichts zu suchen.
        «

        Dabei wird die Sache doch sehr einfach, sobald der §219a ersatzlos gestrichen ist. Wenn jede medizinische Einrichtung offen und öffentlich mitteilen kann, daß Abtreibung eine ihrer medizinischen Dienstleistungen ist, dann kann jeder Arzt und andere medizinische Arbeiter frei entscheiden, ob er oder sie dort arbeiten möchte.

        Dann kann man auch den §12 des “Schwangerschaftskonfliktgesetzes” ersatzlos streichen, weil niemand zu etwas gezwungen wird, was man ihm derzeit verheimlichen muß.

  21. So das Wochenende ist vorbei. Mit einer Tasse Kaffee lese ich hier im Ruhrgebiet die lokale/regionale Zetung und suche im Internet, wann vier jugendliche Deutsche (Hooligans) “über die Stränge geschlagen” haben und in DU-Marxloh, Essen-Karnap oder im Norden von Dortmund 12 Menschen geschlagen haben.

    Währenddessen hat Dr. Fischer die Rechtsforschung bemüht und sich informiert über die “Hunderten” von Vorgängen in der Türkei und Iran, wo afghanische oder syrische Flüchtlinge “über die Stränge geschlagen” haben.
    Er wird auch sicher über die Gruppenvergewaltigungen von Türkinnen durch kurdische Flüchtlinge berichten, weil dort die “Traumata aufgebrochen” sind.

    Währenddessen hat eine Zeitung “eine Zeitung im Süddeutschen” die “alltägliche rechte Gewalt” entlarvt, weil irgendwo in Sachsen-Anhalt Rechtsradikale ein paar Steine auf Linksradikale warfen.

    1. Fremd ist der Fremde nur in der Fremde.

      [Karl Valentin]

      Ich meinerseits empfehle, den Fremden erstmal nicht als Gefahr, sondern als Chance anzusehen — es könnte ja die Frau meines Lebens sein, oder mein nächster Kunde oder Chef.

      Und ich fahre gut damit.

      1. Lüko Willms

        es könnten dann auch 2 oder 3, nach der Scharia bis zu 4 Frauen des Lebens sein. (falls Frauen, die dafür verfügbar wären dann auch noch nachkommen sollten). Freilich, ihr Gefahrenempfinden könnte eine Verschiebung erfahren

        Aber vielleicht verrutscht andererseits dadurch die eine oder andere Messerstecherstatistik. Die aber natürlich auch anders erklärt werden kann

        Ihr Gemütszustand, gut zu fahren, er möge sich weiterhin erfüllen.

        Andererseits bedenken Sie bitte : Wäre der ungeliebte Abgeordnete Magnitz, würden gar alle Fremdenfeinde ihrem Motto folgen, dann gäbe es hier noch weniger zu erörtern. Es hat, wie ein Kolumnist einmal zum Ausdruck brachte eben alles mit allem zu tun. Und dafür gilt auch noch das Gegenteil.

        Petri Heil.

        ( Darf man so noch sagen ? )

  22. Ach ja! Wir sind endlich wieder beim Thema!

    Da kann auch das Messerstechen und das Vergewaltigen nicht weit sein. Obgleich doch weder der besorgte Bottroper noch die zu Gast seienden Amberger noch gar die Kapuzenträger aus Bremen das eine oder das andere getan haben.

    Wahrscheinlich muss man gelegentlich die Worte “Fremdenzimmer”, “Fremdschämen” und “Fremdgehen” aus dem Wörterbuch des original Deutschländers streichen, damit er sich bei diesen unerträglichen Provokationen nicht immerzu so aufregen muss.

    Wie sagte schon Professor Rorschach: Man kann ja über alles reden. Aber doch nicht immer bei allem über dasselbe!

    1. Niemand würde über Fremde reden, wenn Fremde dies bleiben würden. Den Status des Fremden zu ändern hat Konsequenzen. Auch wenn Sie vorziehen, das diskutiere darüber zu unterdrücken, lächerlich machen zu wollen, es wird auch sie am Ende dahinstrecken. So alt sind sie nämlich noch nicht.

      Warum wird das so sein.

      Zunächst einmal drücken Sie ihre naiv erscheinende Sicht auf den Fremden ihren Mitbürgern rein.
      Dazu hat es keine Abstimmung gegeben, es ist das eigene Wohlgefühl ausreichend, die Gesellschaft umkrempeln zu wollen, zumal man sich dazu hat in Konsens begeben können, auch um die Träger anderer Meinungen unterzupflügen.

      Der Gutmensch bedient gleich zwei seiner Seiten. Diese offenbaren sich, wenn man sich fragt, warum intelligente Menschen dazu zu neigen scheinen, etwas gut zu finden, was ihnen selber schaden wird. Aber vielleicht verfolgen Sie ja aus guten, aber nicht offen zutage liegenden Gründen ihre Vorgehensweise

      Es gibt viele gutklingende Ausflüchte seinen Trieben Vorschub zu leisten. Derzeit ist es die vermeintliche Sorge um den Erdenkreis. Ebenso wichtig scheint jedoch zu sein, einem anderen irgendwie Schaden zufügen zu können, selbst wenn man sich selber damit ruiniert, solange man dies hinter vermeintlich hehren Zielen glaubt verbergen können.

      So staunen wir immer wieder über das unqualifizierte Gewäsch der anderen und lesen darüber lustige Kolumnen und erheben uns doch gleichzeitig über unseren Mitbürger und seine vitalen Interessen, lassen uns erst garnicht mehr auf eine Frage ein, was daran noch demokratisch sein kann.

      Fremde hierher zu locken unter der Behauptung, es handele sich dabei um Asylanten, also Menschen, denen wir Solidarität schulden aufgrund ihrer Verfolgung, der sie entgehen müssen, das ist die eine Sache. Solchen haben wir beizustehen. Um wie viele Menschen seit 2015 wird es sich dabei handeln, die dieser Kategorie zuzuordnen wären? 3% ?
      Es kommen alle diejenigen, denen man mit Kampagnen und unter der Hand, an unserer Öffentlichkeit vorbei zugzwinkert hat: kommt her, kommt in das gelobte Land.

      Ist das für die hierher Gekommenen das gelobte Land, haben die sich ihr Leben hier so vorgestellt? Sind sie kulturell auf dieses Land vorbereitet? Haben die hier mit ihrer Kultur, ihrer Prägung eine Chance ? Eine Frau zu bekommen. Eine Familie zu gründen? 1. 2 Milliarden Moslems gibt es mittlerweile, von denen die größte Anzahl, egal wo sie sind keine Chance haben, jemals ein Erwerbsleben, ein geregeltes Leben zu führen, eine eigene Familie zu haben. Das ist der Hintergrund der IS, das hat unmittelbar damit miteinander zu tun.

      Hierher kommen Leute, die Erwartungen mitbringen. Das sind zunächst welche, die damit Initiative gezeigt haben, sich Schleppern anzuvertrauen, das Geld aufzubringen und den Bekloppten in unseren Breiten- über die Sie kein Witzchen wagen werden – allzu gerne Glauben schenkten, hier wäre der Ort für sie, ein Leben führen zu können. Nur den allerwenigsten kann und wird dies gelingen. Und es wird dabei keine Integration geben können, wie wir schon mit den Türken erlebt haben. Das hat Gründe. Die muß man respektieren. Zunächst muß man sie kennen. Würden Sie als Türke eine Kultur annehmen, die sich aufgibt? Wir, eigentlich Sie haben uns deren Verachtung redlich verdient.
      Das wirklich Bittere daran: diese Hierhergelockten repräsentieren die Aktiven ihrer Generation, die in ihren Ländern nun fehlen. Die haben nicht nur die dazugehörigen Mädchen und Frauen dort hinterlassen, sondern auch den letzten Rest an Hoffnung ihrer Länder an aktive eigene Menschen mitgenommen. Mit anderen Worten: wir haben in der Vergangenheit dort die Industrien und die Wirtschaft, die Landwirtschaft zerstört, jetzt klauen wir denen auch noch die Menschen.
      Wobei diejenigen, die das hier problematisch sehen, von Obereschlaumeiern nicht etwa angehört, sondern virtuell fertiggemacht werden. Lustig, Herr Fischer. Es spräche einfach nicht für Sie, wenn sie sich dabei gut fühlen würden.

      Es wird den Bürgern ein virtueller Rassismus-Stern angeheftet, die Nazi- Keule übergezogen von Leuten, die eigentlich in einen Austausch treten müßten darüber, auf welche Weise man unser gemeinsames Land weiterentwickeln sollte. Ich empfehle hier zur Lektüre Victor Klemperer, der von Tag zu Tag an Aktualität gewinnt.

      Die Regeln des Miteinander dazu wurden mal in Gesetzen niedergelegt. Deutschland hat seine Erfahrungen vergessen, wie sehr das in die Hose gehen kann.

      Das alles ist mit der Installation dieser Art von EU den Bach runtergegangen. Um so vorgehen zu können mußte ein Schulterschluß jener herbeigeführt werden, denen es innerlich angelegen ist, sich irgendwie zu einer Elite zählen zu dürfen. Die dafür eine „Haltung“ einnehmen, sich nicht nur über den Mitbürger zu erhöhen, sondern ihn gleichzeitig in den Dreck zu treten.

      Die wenigsten Fremden, die hergekommen sind haben hier eine Chance. Jeder könnte dies wissen. Auch hierzu gibt ( besser: gab) es bei der Einwanderung einen wesentlichen Unterschied zwischen der EU, und den USA. Einige unter den Herbeigelockten, die so etwas merken dürften aggressiv werden. Sowas drückt sich in Messerstechereien aus, Herr Fischer. Und da liegt der wesentliche Unterschied zwischen den Messerstechereien von Einheimischen, und denen der Fremden.

      Es ist interessant zu sehen, wie ein Mensch ihrer intellektuellen Kapazität solch simplen Rückschluss beiseite zu wischen sucht.

      Ich habe weniger Angst vor Fremden als vor Leuten wie Sie.

      1. Bei Ihrer Logik könnte man fordern: wenn auch nur ein Wellensittich ein Kind gebissen hat, woraufhin es an Tollwut erkrankt, sollte die gesamte vermaledeite Brut das Land verlassen. Sowas wollen wir hier nicht. Zumindest ich bin nicht gefragt worden, ob ich mit solchen fremden Viechern zusammenleben möchte. Und was die essen!

        Btw: welche Chance wer in diesem Land hat, liegt zu einem Großteil daran, welche Chancen ihm eröffnet werden. Nicht jeder ist für alles gleich geeignet, aber viele für etwas. Das ist auch eine Frage des politischen Wollens.

      2. Es gibt, wer wüsste das nicht, auch eine nationalistische Kriminalität, die sich an der Ausgrenzung, Verächtlichmachung, Folterung und Tötung der willkürlich zur “Mutter aller Probleme” zusammengeschusterten Opfergruppe ergötzt.

    2. Wir sind wieder beim Thema und sptätestens in den Wahnsinnigen bzw. den Beiträgen des Herrn B. völlig entgleist.
      Warum gibt es in Deutschland (und nicht nur da) eigentlich immer nur noch ein Thema, wenn es um Probleme geht? Warum scheint es sich für so viele so gut anzufühlen, wenn sie jemandem anderem die Schuld dafür geben können? Warum ist diese Sündenbockstrategie wieder so erfolgreich?

      1. Na na na, nicht gleich so vorurteilsbeladen.
        Der Herr B. kann da nichts dafür, der ist nur ein sogenannter Botschafter, so wie ich eine völlig unbedeutende Konsulatssekretärin mit Backhilfe- und Servierbefugnis bin. Der Sündenbock (als Täter oder auch als vorgeschobenes Opfer), die Böckin (stets als Opfer) steht ja nur stellvertretend für die eigene “Mord-Lüsternheit”, selbstverständlich als reines unbewußtes Fantasieprodukt mitunter der maßgeblichen und moralisch astreinen, völlig unschuldigen AufdeckerInnen und ebenso ZudeckerInnen. Themen: “guter Mord – unerwünschtes Kind – Mord”, weil “gesellschaftlich erwünscht/gewollt” – “Ehrenmord”. Unterschiede???? Mein Gott, ganz tief im Inneren halten sich alle “Schmutzengerln”, so auch die “unbefleckten Empfängerinnen” für völlig unschuldig und dreschen stets auf andere ein, was das Zeug hält, vor allem mitunter, um die eigene Schlechtigkeit und Sündhaftigkeit zu verbergen.
        Was glauben Sie, lieber Sänger im Hafen irgendwo wie es sich anfühlte, wenn man von sich glaubte, ernsthaft glaubte zu den besten Menschen mit stets besten Absichten, reinstem Gewissen zu gehören, den reinen Engerln, und stets nur das Gute zu tun. Man würde glattweg heilig gesprochen werden müssen. Betrifft sicher 98% der Weltbevölkerung.

        (Manche wissen und erkennen, dass sie auch zu vielem fähig wären, tun es aber nicht, sie stellen sich zuallererst den eigenen Mängeln und projezieren nicht sooo viel, entwickeln sich halt geistig weiter und lassen andere in Frieden…)

      2. Auch Gangster haben nicht immer nur böse Absichten, dessen bin ich mir sicher. Genausowenig hege auch ich nicht immer beste Absichten, das wäre mir zu langweilig. Ich nehme deshalb an, dass ich in der Hölle schmoren werden, was ja auch Vorteile hat. Es ist da schön warm, lauter interessante Typen, etwas Abschaum und leider keine Toiletten (ewige Verdammnis).
        Dass ich in der Hölle landen werde, ist alleine meine Schuld, das kann ich niemandem sonst anlasten. Ich gehe nie zur Kirche und bin wieder besseres Wissen nicht getauft, reisse blasphemische Witze und verhalte mich überhaupt ziemlich atheistisch (in Wahrheit glaube ich an die heilige Kartoffel und ihren Propheten Friedrich den Grossen). Man kann also dem christlich-jüdischen Abendland keinerlei Schuld an meinem zukünftigen Höllensturz geben, und nicht einmal die drei Weisen aus dem Morgenland, von denen mindestens einer Schwarz und die anderen wohl arabischen oder ähnlich exotischen (ich wollte ein Wort mit ex–) Ethnien angehörten. Auf jeden Fall waren sie aber Ungläubige bzw. Irrgläubige, weil sie der Kartoffel nicht gehuldigt haben. Das hätte doch Konsequenzen haben müssen, weil sie dann auch noch eine hyothetische Gottheit angebetet haben.
        Deswegen gelüstet es mich weder nach Mord noch nach irgendeiner anderen Vergeltung, und ich glaube auch nicht, dass dieser Irrglaube die Ursache für den stärkeren Schneefall der letzten Tage war. Eigentlich geht es mich ja nichts an, was die glauben. Verstehen tu ich es auch nicht, und so lange die mir mit ihrem Irrglauben nicht auf die Nerven gehen wie die Zeugen….
        Ums Kurz zu machen: Es ist mir egal, ob jemand schwarz, weiss, Muslim oder Christ, Mann, Frau oder was auch immer ist. Wenn die Betreffende angehöriger der Menschheit ist, muss man sowieso immer vom Schlimmsten ausgehen. Und schuld daran ist… suchen Sie sich jemanden aus. Meine Frau behauptet, es sei immer die Mutter.

      3. @ Gangsterwally

        Och, wenn Sie sich so darstellen, weiß man gar nicht, warum Sie hier Ihre ganze Zeit mit Tiraden und Projektionen verplempern.

      4. @ Hafensänger

        Sie kennen sich mit den Menschen, dem Menschsein und den Fantasien, und vor allem dann auch mit dem Unterbewußtsein oder auch dem Schatten. Das freut mich sehr. Sie hatten sicher auch noch nie eine gedankliche Mordswut, hätten das auch niemals gegen mich. Das zeichnet Sie aus und bekommen von mir einen fiktiven Preis für vorbildhafte Veräußerung der eigenen Ganzheit. Na, bin ich nicht auch eine gute Gangsterin?

      5. @ Wankster Gully

        Versuchen Sie es selbst mal mit sogenannten Tiraden und Projektionen. Und schürfen Sie dabei ganz tief. Aber bitte nix gegen Allah und so schreiben. Zur eigenen Unversehrtheit.

      6. Weil es um Warnen und Verachtung geht, muss ich ja auch mal vor mir selber Warnen dürfen, weil ich manche Ansichten trotz allem verachtenswürdig finde und und deshalb desöfteren einen dicken Hals (alias gedankliche Mordswut) bekomme und den Vertretern dieser Ansicht metaphorisch den Hals umdrehen möchte. Worte können ja auch sehr gefährlich sein, weil sie Hass verbreiten und anstacheln können. Nun soll man als Christ seinen Nächsten ja bedingungslos lieben, habe ich gehört. Ich finde das sehr löblich, es scheint aber besonders rechts aussen sehr wenige Christen zu geben. Dem Atheisten in mir würde es ja schon reichen, wenn sich die Nächstenliebe auf Hilfestellung für Hilfsbedürftige begrenzte, aber auch das ist ja nicht sonderlich beliebt, wenn der Nächste einer anderen Religion angehört oder (schlimmer noch) eine andere Hautfarbe hat. Zum Glück bin ich kein Christ, sonst würde mich der Missbrauch des “Christlich” bei den Verteidigern des “christlich-jüdischen…..” doch sehr viel mehr erregen, insbesondere, weil diese Verteidiger offensichtlich keine Christen sein können und dazu noch jüdische Restaurants angreifen. Oder habe ich den Kern des Christentums völlig falsch verstanden? Ich dachte immer, Jesus sei so eine Mischung aus dem ersten Hippie und einem frühen Sozialisten gewesen, dafür sprechen die Nächstenliebe und das Bekenntnis zum Teilen….
        Wie auch immer, vor meinen Ansichten muss ich doch sehr warnen, weil sie z.B. Religiöse verstören könnten. Ausserdem lehne ich Gewalt ab, damit dürften vor allem Rechtsextreme, die nur Gewalt gegen sich selber nicht mögen, Probleme haben.

      7. @ Hafensänger

        Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch niemals anderen zu. Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden möchtest.

        So einfach könnte es sein. Die Goldene Regel. Leider funktioniert das nicht. Ich für meinen Teil erhebe jedenfalls keinen Anspruch mehr als guter Mensch zu gelten, denn der Weg in den Himmel führt bekanntlich durch die Hölle. Das kann man nämlich von denen lernen, die sich absolut nichts sch… und damit ein tolles Leben haben.

  23. In der Tat ist der Verweis auf das Gewaltmonopol in diesem Fall recht amüsant. Es ist ja allgemein bekannt, dass nur Vertreter der Staatsgewalt einem Passanten einfach in den Rücken springen dürfen.
    (Wer den Erfolg einer solchen Aktion durch geeignete Krafteinwirkung auf den Springer zu vereiteln versuchte, dürfte dann wohl eine mindestens dreimonatige Freiheitsstrafe wegen tätlichen Angriffs auf einen Vollstreckungsbeamten riskieren.)

    1. Fotobiene:
      Interessante Frage (§ 226 StGB)!
      Aber siehe § 223 StGB: “Wer eine PERSON…”
      Föten laufen nicht unter “Personen”. Richtig aus-dogmatisiert ist das natürlich nicht. Von Bedeutung ist es insbesondere zivilrechtlich: Schadensersatzrechtlich.
      Aber klar ist/sollte sein: Alles eine Frage der “Definition”, des Sinns, der Rechts-Kultur. Wer oder was “Person” ist, ist nicht durch § 1 BGB am 1. Januar 1900 in die Welt gekommen, sondern bestimmt sich nach Maßgabe dynamischer sozialer Verständigung.

      Das gilt übrigens auch in verwandten Fragen: Ist der kettenrauchende Vater X wegen (bedingt vorsätzlichen) Totschlags (odfer Versuchs) an seinen Kindern strafbar? Selbnst wenn die Kausalität für den Lungenkrebs der Kinder offen bleibt, müsste es eigentlich für “Versuch” reichen. Tut es aber nicht, sagt die welt-berühmte und welt-vorbildliche deutsche Strafrechtsdogmatik: Ist irgendwie nicht “zurechenbar”.

      1. Das erscheint mir im Lichte der Entscheidung des BVerfG vom 28.05.1993 – 2 BvF 2/90 – doch arg gequetscht, zumal beides in Art. 2 Abs. 2 GG direkt mit “und” gekoppelt auf gleicher Höhe genannt wird:
        “Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.”

        Das läßt sich ja auch nicht darum mit Hinweis auf § 1 BGB auflösen, nur weil es im Falle von § 218 StGB keine schadensersatz-anspruchsberechtigte Person gibt – da tot.

        Ein entgegenstehendes Persönlichkeitsrecht (wie für § 218) der trinkenden/rauchenden/BtM-konsumierenden Mutter hielte ich ebenfalls für eine mehr als gewagte Konstruktion, allenfalls im Rahmen von §§ 20/21 StGB könnte dem im Einzelfall etwas entgegenstehen.

        Ist denn da noch keine eifrige StA mal auf die Idee gekommen, das als Offizialdelikt zu verfolgen?
        Daher keine Rechtsprechung dazu?

        “Selbnst wenn die Kausalität für den Lungenkrebs der Kinder offen bleibt, müsste es eigentlich für “Versuch” reichen.”

        Hier stecke ich gerade mit Knoten im Kopf fest:
        Eventualvorsatz bei einem (möglicherweise) untauglichen Versuch?

  24. Angesichts einiger hier im Kommentarbereich geäußerter Meinungen möchte ich die heute veröffentlichte Pressemitteilung des Bundesamtes für Verfassungsschutz zitieren:

    “2. Die Teilorganisation der AfD „Der Flügel“ wird zum Verdachtsfall erhoben

    Auch hinsichtlich der Sammlungsbewegung der AfD „Der Flügel“ um den Thüringer AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke liegen dem BfV stark verdichtete Anhaltspunkte dafür vor, dass es sich bei ihr um eine extremistische Bestrebung handelt. Das durch den „Flügel“ propagierte Politikkonzept ist auf die Ausgrenzung, Verächtlichmachung und weitgehende Rechtlosstellung von Ausländern, Migranten, insbesondere Muslimen, und politisch Andersdenkenden gerichtet. Es verletzt die Menschenwürdegarantie sowie das Demokratie- und das Rechtsstaatsprinzip. Die Relativierung des historischen Nationalsozialismus zieht sich zudem wie ein roter Faden durch die Aussagen der „Flügel“-Vertreter.
    Der Fortbestand eines organisch-einheitlichen Volkes wird vom „Flügel“ als höchster Wert angesehen. Der einzelne Deutsche wird als Träger des Deutschtums wertgeschätzt. „Kulturfremde“ Nicht-Deutsche gelten als nicht integrierbar. Ihnen soll eine Bleibeperspektive konsequent verwehrt werden. Ziel des „Flügels“ ist ein ethnisch homogenes Volk, welches keiner „Vermischung“ ausgesetzt sein soll.
    Dies wird durch flüchtlings- und muslimfeindliche Positionen untermauert. Die Staatsbürgerschaft von muslimischen Deutschen wird in Frage gestellt. Ihnen drohen bei konsequenter Umsetzung der „Flügel“-Positionen Massenabschiebungen. Mittels einer aggressiven Wortwahl wird die von Migranten ausgehende Kriminalität krass überzeichnet. Befürworter einer liberalen Migrationspolitik werden zudem massiv entwürdigend beschimpft. Ihre politische Haltung wird etwa mit einer Geisteskrankheit gleichgesetzt.
    „Flügel“-Vertreter wenden sich auch gegen das Demokratie- und das Rechtstaatsprinzip. Demokratische Entscheidungen werden nur akzeptiert, wenn diese zu einer Regierungsübernahme durch die AfD führen. Im Falle des Scheiterns der AfD gelte: „Danach kommt nur noch: Helm auf.“
    Einzelne Mitglieder des „Flügels“ weisen nach Informationen des BfV zudem Bezüge zu bereits extremistisch eingestuften Organisationen auf.”

    https://www.verfassungsschutz.de/de/aktuelles/zur-sache/zs-2019-001-fachinformation-zur-partei-alternative-fuer-deutschland-afd

    1. @Fotobiene

      Zitat Kai Biermann auf ZON (11/2018): “Die zweite Botschaft, die mit Haldenwangs Ernennung verbunden ist, lautet: Der Verfassungsschutz wird sich stärker um Rechtsextremismus kümmern und möglicherweise auch um die AfD. Das machte Haldenwang gleich mehrfach deutlich.”
      Da scheint Herr Haldewang nun zu liefern.
      Glaubwürdig wird für mich das BfV unter Führung von Herrn Haldewang erst, wenn es sich mit der eigenen Rolle zum NSU auseinandersetzt und diese lückenlos aufarbeitet. Aktenschreddern, der Fall “Corelli” (Thomas Richter), der Mord an Yozgat in Kassel mit dem anwesenden Temme (V-Mann), der Mord an Kiesewetter in Heilbronn, deren Kollegen der EWK-KKK angehörten, uswusf. (ich habe den NSU-Zschäpe-Prozess intensiv verfolgt)
      Es lässt vermuten (VT), dass auch die AfD von V-Männern “unterwandert” ist, man weiß es nicht.
      Aktuell kann man lesen über die Bedrohung von Frau Başay-Yıldız (einer der OpferanwältInnen im NSU Prozess) und den Rechtsextremismus in der hessischen Polizei, Schweigen dazu vom BfV.
      2012 forderten die Grünen die Abschaffung des BfV und eine Neuaufstellung der Behörde ( https://www.boell.de/de/2014/07/25/modelle-zur-reform-und-abschaffung-der-geheimdienste )
      Warte man ab, was die Prüfung der AfD ergibt, ich erhoffe mir da nicht viel.

      1. Ich teile Ihre Skepsis, was die Vergangenheit betrifft.
        Der Einsatz von V-Leuten unterliegt meines Wissens den jeweiligen Landesbehörden.
        Ein “Schweigen dazu vom BfV” zu irgendwas ist für mich sehr logisch, weil in der Natur der Sache, und bedeutet nicht, daß das nicht in deren Fokus ist.

        Die Vorstellung von Haldewang heute fand ich beeindruckend ruhig und sachlich, auch inhaltlich recht detailliert und sensibel.

      2. @FrauSCZ

        In der Tat!
        Mir scheint, daß die SACHlage tatsächlich an Dominanz gewinnt (Stichworte “Hannibal” und “NSU 2.0”).
        Das war ganz offenbar bereits unter Maaßen so, wurde jedoch möglicherweise von ihm wegen/bis zur Bayernwahl gezielt unter dem Deckel gehalten, weil die CSU klar im Fokus hatte, diese Klientel “zurückzugewinnen”.
        Diese Blase ist nun geplatzt.
        Und ein zweiter Versuch, dies weiter zu treiben (in Bezug auf die anstehenden Wahlen “im Osten”), erscheint nunmehr sogar dem Bundesinnenminister zu gefährlich.

  25. Das ist so wie mit Putin.

    Verdächtigungen, deren öffentliche Äußerung bereits die beabsichtigte Wirkung entfaltet.

    Die Mühe einer Beweisführung, sofern diese überhaupt möglich ist kann man sich daraufhin sparen.

    Neudeutsch: Mobbing. Wer würde behaupten, daß sowas keine Wirkung entfaltet..

    Es handelt sich um einen weiteren Baustein der Demontage unserer Republik. Ich werde meine Beteiligung an diesem Forum wunschgemäß einstellen.

    Ich glaube, das ist eine eher erzieherisch einzustufende Maßnahme.

    1. Och, Herr Willi Wahnsinn, Mobbing oder wie das Zeug heißt, ist doch normal, was wären wir für eine Gesellschaft ohne das. Wenn sich jede und jeder bereits freiwillig zurückzieht, und nicht mit Gewalt entfernt werden muss, weil anderen die Meinung nicht schmeckt, landeten wir bald im Paradies, wo es keine mitmenschliche Kommunikation mehr gibt. Toll. Zu toll, um wahr zu sein, also muss man sich dreinfügen und froh sein, wenn man sich noch mitteilen kann, darf, ja sogar muss – und nicht nur will.
      Viele freuten sich sicher auch schon auf eine EinParteiendiktatur, wo die ekelhafte Konkurrenz ausgeschalten ist.

      Ich fände es schön, wenn Sie sich auch als Spaßverderber weiter beteiligten. Schon zu Fleiß seine eigene Meinung abzugeben, ist es doch wert, sohin sich andere immerhin ärgerten, das alleine wäre mir schon ein Riesenvergnügen. So bin ich eben.

      1. PS: es gibt auch in Österreich, natürlich weltweit Menschen, die so sind wie die beschriebenen “Nord/Deutschen” u die den wahren Wert eines Menschen nicht erkennen können u nur auf eigenen Profit aus sind, für die Verbundenheit und sozialer Frieden null Bedeutung hat. Mit denen hab ich nichts (mehr) zu tun, Gott sei Dank. Man wird schließlich alt und reif.

  26. Zitat Gangsterwally:”:”Mit Nord/Deutschen kenn ich mich nicht aus, da hab ich momentan auch keine echten Freundschaften, da bei jenen Verbundenheit wohl absolut keine Rolle spielt. Die scheinen eher flatterhaft und beliebig zu sein.” Na ja, ich zitiere mal aus der Hymne der Niedersachsen, die hier immer stehend im Anschluss an die JHV im Schützenverein geschmettert (anders kann man es nicht sagen) wird. “Wir sind die Niedersachsen, sturmfest und erdverwachsen. Heil Herzog Widukinds Stamm”

    1. Niedersachsen ist wirklich nicht Norddeutschland. Das beginnt nach liberalen Masstäben nördlich der Elbe bei Hamburg. Radikale gehen davon aus, dass die Eider die Grenze zu Bayern darstellt.
      Mit Norddeutschen warm zu werden, dauert immer ein wenig, aber dann gilt es auch…..

      1. Fazit: Lach, sehr lach, ich mag Ihren Humor, lieber Hafensänger, das muss ich wirklich betonen. Ich kenne allerdings niemand, der mit derartigen und dorthin zugereisten Dilettanten warm werden möchte; davor, also vor das (!) ist man gewarnt, denn, wer ist so abnormal/irre, bietet selbst eine vertrauensvolle ernsthafte Freundschaft an, wenn er weiß, dass er verbrannt, verarscht, ausgenutzt, verhöhnt, benutzt wird, ihm eine reingewürgt wird, lässt sich also freiwillig gern verblunzen, – wo nichts dran ist. Absolut nichts! Von jenen, wo oben unten ist, und umgekehrt, und alles was nicht in die massivst beschränkte Eigenwelt reinpasst, nur eliminierbar und verspottbar ist und andere nur MISSBRAUCHT werden, kann man sich völlig getrost fernhalten, da gibt es woanders Wertvolles, das man entdecken, erkennen und schätzen kann. Und auf Gegenliebe stößt. Auch Derartiges ist Empathie, Stichwort awareness, Bewußtsein etcetc.

        Klartext. Ich persönlich steh absolut nicht drauf im wahrsten Sinne des Wortes für blöd gehalten, also bodenständig gsagt: verarscht zu werden!

  27. Wenn Sie, Herr Fischer, etwas von der geschätzten Fachfrau Emcke betreffend Empörungskultur lesen wollen, dann gibt es heute in der SZ einen schönen Artikel.
    Darin beklagt Frau Emcke, dass nach der großen Empörung über den größten Hackerangriff (andere meinen: das war kein Hacken, sondern Doxing) in der Geschichte der Bundesrepublik die Behörden jetzt einen Fahndungserfolg bejubeln und die abscheuliche Tat des abscheulichen Täters verharmlosen, indem sie u.a. bekannt geben, er wohne ja noch bei seinen Eltern.
    Sie fordert einen Reload der Empörung und Schluss mit der Verharmloserei.

    1. Zitat: “Was ist bitte schlecht an Doxing? lach. sehr viel lach.”

      Zitat: “Ist doch alles wurscht in einer Welt, wo es nur noch gläserne Menschen gibt. Wer braucht heute noch Anonymität, Schutz der Persönlichkeit und so nen Quatsch. Am besten ist es sowieso selbst gleich alles preis zu geben und alles, wirklich alles offiziell rauszurücken und alles zuzugeben, auch das, was nie war oder ganz anders war; somit am besten noch ordentlich übertreiben, damit sich alle dran aufgeilen können, Skandal und pure Empörung zum Exzess. Nicht nur per email und sonstwie belästigen, andere aufhetzen und ein Leben zerstören, Menschen überall durch den Dreck ziehn, deren Ruf schädigen, dabei null Wissen haben über -unter Umständen sogar rechtliche Sachverhalte, oder Sachverhalte aus Vergangenheit, Zusammenhänge, Abläufe etc aus deren Leben, oder generell, aber volle Post mit bullshit bewerfen, das macht doch Spaß. Ich liebe auch solche Schlammschlachten. Und deshalb dürfen das alle, gleiches Recht für alle, machst du meines kaputt, mach ich deines kaputt. Übrigens; ich bin eine haterin, ich hasse Hitler – und alle seine Helferleins! Und nun lass ich auch andere hassen, und bitte um Empörung! Und ja, ich bin von mir selbst empört, dass ich hassen kann, und totalst fassungslos. Nun hab ich es gelernt, das Hassen und mich Empören, vielen Dank Frau Emcke!
      Und was den Buben betrifft, der noch bei Mutti und Vati lebt, kann ich nur sagen, skandalösest! Dass man mit 30, 40, 50, 60, 70, 100 noch nicht fähig ist auf eigenen Beinen zu stehn, selbst zu denken und noch lang nicht als erwachsen zu gelten hat, dafür vollstes Verständnis, aber ein Schüler mit 16 bis 20 kann nicht ALLEIN so deppert sein. ich bin unendlichst empört! Würde sowas nie, niemals mehr verharmlosen, sowas trau ich mich niemals mehr.

    2. miaumiodiekatzen? och, Katzenjammer?

      Da hülfe entweder weniger saufen oder echte Reue. Nur so ein Tip. extremes lach.

      1. Schön, dass Sie über Ihre eigenen Witze lachen können, da haben Sie wenigstens bei einem Erfolg und sind nicht frustriert, Gangsta…
        Zwecks meines Nicks empfehle ich Ihnen eine Literaturrecherche, mit Katzenjammer hat das ebenso wenig zu tun wie Katzenjammer mit einem Kater, da sind Ihnen wohl die Assoziationssynapsen durchgeknallt.

      2. Mein Gotterle,

        wie süß. Psychiatrische und psychopathische Kindergschichten.

        Nee, auch aus dem Alter bin ich im Vergleich zu Ihnen längst raus. Deshalb. Lach.

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