Partner von:
Anzeige

Sendelizenz für Russen-Sender? Ex-MDR-Chef Kenntemich arbeitet offenbar als Lobbyist für RT Deutsch

Laut Bild arbeitet Wolfgang Kenntemich mittlerweile für RT Deutsch
Laut Bild arbeitet Wolfgang Kenntemich mittlerweile für RT Deutsch

Zwei Jahrzehnte stand er an der Spitze des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), seit Kurzem ist Wolfgang Kenntemich wohl für den vom Kreml finanzierten Sender RT im Dienst. Der 72-Jährige soll laut einem Bericht der Bild als Lobbyist für den Online-Kanal arbeiten und die Möglichkeiten ausloten, an eine TV-Sendelizenz für Deutschland zu kommen.

Anzeige

Dies berichtet die Bild am Donnerstag und bezieht sich auf eine Mail von Kenntemich, die dem Bild-Chefreporter Peter Tiede vorliegt. Demnach sei der Honorar-Professor der Uni Leipzig und Direktor des Europäischen Instituts für Qualitätsjournalismus im Auftrag einer Anwaltskanzlei dabei, “einen Beirat für RT Deutsch zu bilden”. Ziel der Lobbyarbeit: Der 72-Jährige soll helfen, dem vom Kreml finanzierten Sender eine deutsche Sendelizenz zu beschaffen.

Die Inhalte von RT Deutsch gibt es seit November 2014 bislang nur im Internet (MEEDIA berichtete). Bei YouTube hat der Kanal beispielsweise rund 248.000 Abonnenten. Der russische Sender, der in der englischen Version weltweit über Satellit und auch im Kabelnetz zu empfangen ist, will mit der deutschen Sendelizenz scheinbar einen eigenständigen TV-Sender hierzulande an den Start bringen. Laut Bild-Bericht biete Kenntemich – von 1991 bis 2011 MDR-Chef – im Namen seiner Mandanten an, “der russische Staat werde Repressalien gegen die Deutsche Welle in Russland lockern, falls die deutsche Seite die gefragte Lizenz erteilt.” Für Nachfragen sei Kenntemich persönlich verfügbar, gemeinsam mit RT-Chefredakteur und Geschäftsführer Igor Rodionov.

Auf Anfrage von MEEDIA teilte Kenntemich lediglich mit, dass er sich grundsätzlich nicht “zu Mandaten und Mandanten äußern werde”.

Anzeige

Update, 11. Januar 2018, 19.10 Uhr:

Gegenüber MEEDIA hat Ivan Rodionov, RT-Chefredakteur, bestätigt, dass der Sender “seine Berichterstattung in Deutschland ausbauen will”. Seit geraumer Zeit arbeite man “an der eventuellen Erweiterung der Verbreitungs- und Sendemöglichkeiten”, um das Publikum besser zu erreichen. Der genannte Beirat soll, so der Plan, mit renommierten deutschen Persönlichkeiten aus den wichtigsten gesellschaftlichen Gruppierungen besetzt werden und den Sender kontrollieren. Wolfgang Kenntemich erwähnt Rodionov in seinem Statement nicht.

tb

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. RT/ARD/ZDF/CNN….alles dasselbe, nur dass RT ehrlich ist und ganz offen zugibt prorussisch zu sein, der Rest träumt vom Feigenblatt der Neutralität ist aber heutzutage nackter denn je

  2. Immerhin kommt kein Bürger wegen RT in den Knast, wenn er sich weigert den Schmierlappen vom Staatsunk die Frührente zu vergolden.

  3. Endlich hat jemand den Mut, sich für RTdeutsch einzusetzen. Endlich eine Alternative zu unseren ÖR, endlich eine Stimme für die Pressefreiheit. Und dass sich ein Mann, ein ARD-Pensionär sich dafür stark macht, der nicht durch unsere Meinungshüter und Haltungsjournalisten in den finanziellen Ruin getrieben werden kann. Ich bin täglich auf den Seiten von RTund Sputnik und genieße objektiven Journalismus ohne Diffamierung, Vorverurteilungen, haltlosen Verdächtigungen und Totschlagargumenten, dafür aber Einsatz für Frieden, gegen Aufrüstung und gegen ständigen Aufbau von Feindbildern, ohne Meinungsmache. Ich hatte schon Angst, nach der ständigen Stigmatisierung und Etikettierung als Kreml-, Propaganda- oder Putinsender, dass man diese großartige Informationsquelle im Namen der Meinungafreiheit versuchen wird zu verbieten.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werben auf MEEDIA
 
Meedia

Meedia