Partner von:
Anzeige

“Rasierer statt Rasierklingen”: Warum das Apple-Comeback wegen der iPhone-Flaute lange auf sich warten lassen dürfte

Tim Cook in Macherpose – jetzt jubelt auch die Wall Street wieder
Tim Cook in Macherpose – jetzt jubelt auch die Wall Street wieder © Apple

Apple hat einen veritablen Fehlstart in 2019 hingelegt. Die happige Umsatzwarnung hat eine Zeitenwende eingeläutet: CEO Tim Cook versucht den Techpionier mit allen rhetorischen Kunstgriffen als Service- und sogar Gesundheitsunternehmen neu zu erfinden – doch die Rechnung geht noch lange nicht auf, wie CNBC-Marktkommentator James Cramer herausarbeitet.

Anzeige

Die PR-Offensive rollt mit voller Kraft. 22 geschlagene Minuten nahm sich Apple-CEO Tim Cook für ein Interview mit CNBC-Marktkommentator James Cramer Zeit, um detailreich Apples Neustart skizzieren – mit 3500 Wörtern in der transkribierten Fassung.

Mit aller Wortgewalt versucht Tim Cook Apple von der Fessel des iPhones zu befreien, das über eine Dekade Garant des phänomenalen Aufstiegs des Techpioniers zum wertvollsten Konzern der Welt war, nun aber zur Belastung geworden ist.

Apples Neuerfindung als Service- und Gesundheitsunternehmen ist ein Mythos

Cook versuchte in seiner Argumentation aufzuzeigen, dass Apples Umsätze außerhalb des iPhone-Geschäfts im vergangenen Quartal um 19 Prozent gestiegen sind. Alles außer das iPhone, so lautet das neue Apple-Mantra 2019.

Allein: So sehr sich Tim Cook auch bemüht, Apple als Service- bzw. gar Gesundheitsunternehmen neu zu erfinden („Wenn man sich in der Zukunft einmal die Frage stellen wird, was Apples größte Errungenschaft für die Menschheit war, dann wird es die Gesundheit sein”), so kurz greift der Versuch doch angesichts eines Löwenanteils aller Umsätze durch das iPhone.

Interesse am “Rasierer, nicht an den Rasierklingen”

So macht auch CNBC-Marktkommentator James Cramer in der Nachlese zum Tim Cook-Interview Apple wenig Hoffnung zu einem schnellen Comeback. “Solange das iPhone mehr als 60 Prozent von Apples Umsätzen ausmacht, wird sich die Wall Street nur für den Rasier, nicht aber die Rasierklingen interessieren”, erklärt Cramer metaphorisch.

Hintergrund der Analogie: Der frühere Hedgefondsmanager sieht für Apple eine bessere Zukunftsperspektive, wenn es dem Unternehmen gelingt, sich vom Malus des Hardwareherstellers zu lösen, der sich durch den Geräteverkauf definiert.

Anzeige

Warum Apple gerne wie Procter & Gamble wäre

Wie Procter & Gamble bzw. dessen Tochter Gillette müsse sich Apple als Konsumgüterunternehmen neu erfinden, dass durch die regelmäßig wiederkehrenden Umsätze seiner Rasierklingen, nicht aber durch den einmaligen Kauf des Rasierers den Großanteil seiner Erlöse bestreitet.

Genau das Ziel verfolgt Apple-CEO Tim Cook mit dem Bemühen, Apple als Serviceunternehmen neu zu erfinden. “Ich glaube, dass Apple auf dem gegenwärtigen Level gefangen bleiben wird, bis entweder das iPhone-Geschäft wieder anzieht oder die Servicesparte so stark wächst, bis sie nicht mehr ignoriert werden kann.

Apple bleibt die iPhone-Company

Aktuell ist das Kräfteverhältnis überdeutlich geklärt: Im vergangenen Jahr machten die Erlöse des Kultsmartphones aus Cupertino 62 Prozent der Umsätze aus, während es die Service-Unit um iTunes, den Apple Store und Apple Music mit 16 Prozent aller Konzernumsätze lediglich auf ein Viertel des iPhone-Geschäfts brachte.

Tim Cook kann das Narrativ also drehen und wenden wie er will: Mittel- wenn nicht sogar langfristig bleibt Appel die iPhone Company.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige
Werben auf MEEDIA
Meedia

Meedia