„Könnte es noch schlimmer werden?“ – der realsatirisch angehauchte ARD-„Brennpunkt“ zum winterlichen „Schneechaos“

Wo das Schneechaos im ARD-"Brennpunkt" am größten ist: direkt neben der Straße

Winterzeit – Wetter-„Brennpunkt“-Zeit. Wie in jedem schneereichen Winter sendete die ARD auch heuer einen „Brennpunkt“ zum „Schneechaos“ im Alpenraum. Die viertelstündige Sendung direkt nach der „Tagesschau“ am gestrigen Mittwoch war mit knapp acht Millionen Zuschauern die mit Abstand meist gesehene Sendung des Tages. Die teils realsatirisch anmutende Berichterstattung erregte aber auch wieder mal den Unmut zahlreicher Nutzer im Internet.

Zunächst muss man festhalten, dass die Entscheidung der ARD, einen Wetter-„Brennpunkt“ zu senden, traditionell immer Kritik auf sich zieht. Andererseits sind extreme Wetterlagen natürlich auch relevant. Die Entscheidung, einen Wetter-„Brennpunkt“ zu machen und zu senden, sollte man also nicht generell verdammen. Allerdings war das, was die ARD da gestern abend knapp acht Millionen Zuschauern vorsetzte, schon reichlich dünne Suppe.

Berichtet wurde u.a. von einem (fast) abgeschnittenen Dorf in Bayern. Aufgeregt befragte ein ARD-Reporter einen bajuwarischen Schnauzbartträger, woran es denn am meisten mangele. „Klopapier!“, antworte der, sichtlich gut gelaunt und hievte mehrere Großpackungen Toilettenpapier von einem Lieferwagen runter. Problem gelöst! Generell schien die Bevölkerung mit der Lage gut umgehen zu können. Befragte Kinder freuten sich über den Schnee, eine Frau lobte die „besondere Atmosphäre“. Nachbarn halfen sich mit Eiern und Butter aus. Es war wirklich „hochdramatisch“.

Dass der ARD-Korrespondent seinen Bericht augenscheinlich aus einer extra ausgebuddelten Ecke in einem Tiefschneehaufen neben der Straße absetzte, sorgte bei Zuschauern auf Twitter für Verwunderung und Spott:

Auf die häufig wiederholten Fragen des Moderators an Wetterexpertin Claudia Kleinert, ob es denn „noch schlimmer“ kommen könne oder wann es endlich aufhöre zu schneien, konnte diese auch nur immer wieder wiederholen, dass es schon noch weiter schneie. Wie lange genau, das wisse man halt nicht. Auch dass bei starkem Schneefall mit Dachlawinen zu rechnen ist und gerade Flachdächer einsturzgefährdet sind, ist kein ganz frisches Phänomen.

In die Debatte um die deutsche Medien-Aufregung zu den starken Schneefällen im Süden der Republik und in Österreich, meldete sich auf Twitter auch Wetterexperte Jörg Kachelmann zu Wort:

Der ARD-Schneechaos-„Brennpunkt“ zum Winter und der darauf folgende Shitsturm im Netz: Same procedure as every year, James.