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“Faking Hitler”: stern arbeitet eigene Geschichte um gefälschte Tagebücher in 10-teiligem Podcast neu auf

Neue Chefredakteurin Anna Beeke Gretemeier, Podcast “Faking Hitler”: “Noch nie war jemand so nah dran an den Geschehnissen”
Neue Chefredakteurin Anna Beeke Gretemeier, Podcast "Faking Hitler": "Noch nie war jemand so nah dran an den Geschehnissen"

„Faking Hitler – die wahre Geschichte der gefälschten Hitler-Tagebücher“ heißt der neue Podcast, den das Magazin stern am Donnerstag an den Start bringt. Dies gab Gruner +Jahr in einer Pressemitteilung bekannt. Die zehnteilige Serie hat den Anspruch, den Fall um die Fälschungen mit bisher unveröffentlichtem Material neu aufarbeiten.

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“‘Faking Hitler‘ ist die Aufarbeitung eines Stücks deutscher Mediengeschichte. Es ist unsere eigene Geschichte, mit der wir uns selbstkritisch auseinandersetzen”, kommentiert stern-Chefredakteurin Anna-Beeke Gretemeier den am Donnerstag startenden Podcast. In der zehnteiligen Serie wird mit laut Verlagsangaben bislang unveröffentlichtem Material die Beziehung zwischen Fälscher Konrad Kujau und dem damaligen stern-Reporter Gerd Heidemann geschildert. Gretemeier erklärt dazu: “Als wir vor rund einem Jahr auf das Material stießen, haben wir erkannt, welche neuen Möglichkeiten sich damit journalistisch für uns bieten. Noch nie war jemand so nah dran an den Geschehnissen.“ Die erste Folge “Die Entdeckung der Tagebücher” befasst sich mit dem Durchbruch von Heidemann bei der Suche nach den Schriften.

“‘Fake News’ eines der am heißesten diskutierten Themen”

Mit Hilfe von Tonbandmaterial der Telefongespräche zwischen Kujau und Heidemann sollen dabei mehr als zwei Jahre Anfang der 1980er-Jahre rekonstruiert werden. Dazu kommen Interviews mit Zeitzeugen, Historikern, Antiquitätenhändlern und Sammlern, die das stern-Team geführt hat – sowie “Reportage-Elemente und Zitate aus den Tagebüchern”. Als Erzähler tritt Journalist Malte Herwig in Erscheinung, der gemeinsam mit Isa von Heyl rund ein Jahr für den stern recherchiert und die Tonbandaufnahmen in Heidemanns Privatarchiv entdeckt hat.

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Vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse um die Fälschungen von Ex-Spiegel-Redakteur Claas Relotius erhält die Aufarbeitung eine stärkere Relevanz, glaubt Gretemeier: “Damals konnten wir nicht wissen, dass zu unserem Start ein neuer Betrugsfall in den Medien aufgedeckt würde. Umso wichtiger erscheinen uns heute die erneute Aufarbeitung und die Erinnerung an diesen Fall von vor mehr als 35 Jahren – in Zeiten, in denen ‘Fake News‘ eines der am heißesten diskutierten Themen ist, auch über die Medienbranche hinaus.“

Erst im vorigen Jahr – zum “Tag des Journalismus” – holte der damalige stern-Chef Christian Krug die Bücher aus dem Archiv und stellte sie im Hamburger Verlagsgebäude aus (MEEDIA berichtete). Damals sagte Krug gegenüber der Zeit, die humoristische Seite der „Dokumente unserer größten Niederlage“ entdecken zu wollen.

tb

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Alle Kommentare

  1. Die Möchtegern-“Qualitätsjournalisten” üben sich in seriösen Journalismus mit Gegenwartsbezug und raus kommt das typische Nazi-Hitler-Tourett des Stern.
    Ob man das Problem des heutigen Gesinnungsjournalismus gegriffen hat?
    Ein neuer Tiefstand in den Verkaufszahlen für den gequälten Leser soll wohl Ziel sein.

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