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Neue Kiosk-Minusrekorde für Spiegel, stern und Focus – mit Boris Becker, Kriminalität und Gen-Babys

Spiegel 50/2018, Focus 48/2018, stern 50/2018
Spiegel 50/2018, Focus 48/2018, stern 50/2018

Durch die Feiertage hat die IVW in den beiden vergangenen Wochen keine Heftauflagen veröffentlicht. Stattdessen gibt es diesmal die Zahlen gleich dreier Ausgaben von Spiegel, stern und Focus - und damit verbunden neue Hiobs-Botschaften. So fielen alle drei Magazine in einer der drei Wochen auf ein neues Kiosk-Allzeit-Tief. Dem Spiegel passierte das mit seinem Boris-Becker-Titel.

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Beginnen wir mit den Spiegel-Ausgaben 48 bis 50/2018: Heft 48 erreichte mit der Titelstory “Der Milliardär und die AfD – Wie geheime Spenden die Rechtspopulisten groß machten” 167.888 Einzelverkäufe in Supermärkten, Kiosken, Tankstellen, etc. Ein angesichts des aktuellen 12-Monats-Durchschnitts von 181.600 Einzelverkäufen und des aktuellen 3-Monats-Durchschnitts von 181.300 unbefriedigendes Ergebnis. Eine Woche später lief es nicht besser: Mit Ausgabe 49 und dem Titel “Was der Erde droht – Und was wir tun können: Der Plan gegen die Klimakatastrophe” wechselte im Einzelhandel 167.020 mal den Besitzer. So schwach wie nie lief es für das Magazin mit Heft 50/2018 und dem Titelhelden Boris Becker: Nur 159.132 mal verkaufte sich die Nummer mit dem Titel “Finale – Das Drama um Boris Becker”. Für den Spiegel ist das ein historisches Tief, nie zuvor gab es einen schwächeren Einzelverkaufswert. Insgesamt, also inklusive Abos, Lesezirkeln, Bordexemplaren und sonstigen Verkäufen landeten die Ausgaben 48 bis 50 bei 709.612, 703.153 und 699.563 Verkäufen, darunter 85.938, 86.622 und 86.879 ePaper, bzw. Spiegel-Plus-Kunden.

Auch für den stern liefen die drei Wochen alles andere als gut. Alle drei Ausgaben landeten meilenweit unter dem aktuellen Normalniveau der jüngsten 12 Monate (144.100) und der jüngsten drei Monate (134.600). Heft 48 verkaufte sich im Einzelhandel nur 118.827 mal – ein bis dahin neuer Allzeit-Minusrekord. Passiert ist das mit dem Titelthema “Alles für die Tonne? Unser Essen – Wir werfen jedes Jahr 18 Millionen Tonnen Lebensmittel in den Müll. Wie wir das ändern können”. Eine Woche später lief es mit “Das Erde der Menschheit – Einzigartige Bilder einer Reise zu den Völkern unsere Erde” nicht viel besser: 120.957 griffen in Supermärkten & Co. zum stern. Nochmal unter der Ausgabe 48 und damit bei einem erneuten Minusrekord landete dann die Nummer 50/2018 mit dem Titel “Wenn Menschen Gott spielen – Gen-Babys aus China: der Traum vom perfekten Kind. Ein Tabubruch und seine riskanten Folgen”. Nur 114.261 mal wechselte das Heft den Besitzer im Einzelhandel. Die 100.000er-Marke rückt für den stern immer näher. Insgesamt verkauften sich die drei Hefte 479.934, 482.946 und 474.985 mal, 22.094, 21.607 und 20.862 mal davon als ePaper.

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Mit Heft 48/2018 gab es auch für den Focus einen historischen Einzelverkaufs-Tiefststand. Nur noch 35.658 mal wechselte es den Besitzer in Supermärkten, Kiosken, etc. Der Titel “So kriminell ist Deutschland – Alle Städte und Regionen im großen Sicherheits-Check” war damit für das Burda-Magazin ein historischer Flop. Ausgabe 49 war dann etwas erfolgreicher, näherte sich mit “Alarmsignale der Seele – Gestresst, ausgebrannt oder schon krank? Neue Wege aus der Depressionsfalle” und 56.552 Einzelverkäufen dem 12-Monats-Durchschnitt von derzeit 62.500 und übertraf den 3-Monats-Durchschnitt von 54.500 Exemplaren. Mit Ausgabe 50 ging es dann aber wieder weit unter diese Zahlen – auf 40.260 Einzelverkäufe mit der Titelstory “Wie konservativ ist Deutschland? Große Focus-Studie: Welche Werte und Traditionen den Deutschen heute wichtig sind”. Auch hier noch der Blick auf die drei Gesamtverkaufszahlen: Die lagen bei 392.767, 413.822 und 396.166 Exemplaren, darunter 42.828, 43.303 und 42.676 ePaper.

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Alle Kommentare

  1. Focus produziert im IV. Quartal 2018 ein Tief nach dem anderen mit Heften im EV unter 50.000 und im Gesamtverkauf unter 400.000. Warum ist dieser Niedergang keine Extra-Story wert? Diese Allzeit-Tief-Zahlen werden hier nur so en passant erwähnt. Meedia-Leser möchte hier gerne mehr erfahren. Warum stimmen die Focus-Leser mit den Füßen ab? Wer ist verantwortlich?

    1. Niedergang betrifft alle, stern zur Zeit mit den stärksten Verlusten.

      Konzepte von stern und Focus sind eindeutig überholt, Vorteil ist allerdings, die beiden Blätter lassen sich im Zweifel noch viel billiger produzieren.

      Vor den grössten Problemen steht Der Spiegel, der Anspruch politisch mitzumischen verursacht hohe Kosten und die ersten Tage 2019 zeigen, die neue Führung hat den Laden nicht im Griff.

      Unfassbar was SPON sich in den vergangenen Tagen an qualitativ minderwertigem “Journalismus” geleistet hat, es war niemals schlimmer.

      Vor mehr als 18 Monaten haben mir Insider genau beschrieben wie und von wem die Piraten-Partei von Innen zersetzt wurde, (nicht nur) beim Spiegel läuft es aktuell 1:1 gleich ab – der Laden ist erledigt.

    2. Der Abschwung bei der Heftauflage ist recht simpel erklärbar: Digitalisierung mit mehr online Abos, weniger Printverkäufen, dann die Konkurenz der kostenlosen Angebote des Internets gepaart mit Geiz ist Geil Mentalität. Dann wird zum Teil wohl auch die Themenauswahl und deren Präsentation subotimal sein.
      Die sollen viel lieber mal die Wirtschaftszahlen veröffentlichen. Wieviel Umsatz? Wieviel Gewinn? Wieviele Freie und wieviele Festangestellte leistet man sich? Was verdienen die?

      1. die Digitalisierung gibt es aber schon sehr lange und kostenlose Angebote im Netz ebenfalls..
        Daher ist Ihr Argument nicht treffend!

  2. Wir können Relotius alle dankbar für seine dreisten Lügenmärchen sein. Dadurch hat sich der Spiegel bald erledigt…

  3. Die meisten von uns dürften Ausgaben von Grimms Märchen im Regal stehen haben. Die sind fast so schön geschrieben wie die Relotius-Artikel. Einen SPIEGEL braucht’s da nicht mehr.

  4. Wenn die potentiellen Leser dieser einseitigen missionarischen Medien ihre eigenen Lebenswirklichkeiten, ihre eigenen sinnlichen Wahrnehmungen und auch ihre Lebenserfahrungen nicht wieder finden: Dann werden sie halt als zahlende Kunden abhanden kommen.

  5. Ich bin eher überrascht, wie viele von diesen Blättern immer noch gekauft werden. Mal abgesehen von Relotius, Feldenkirchen, Kuzmany und anderen Märchenerzählern, attestiere ich dem Spiegel immer noch eine gewisse Substanz. Aber FOCUS und STERN sind wirklich zu absolut niveaulosen Wartezimmer- und Friseursalonheftchen verkommen, die wöchentlich völlig unkritisch die Regierungspolitik bejubeln. Wer dafür Geld bezahlt ist mir schleierhaft.

  6. Die erschreckenden Spiegel-Zahlen kommen daher, dass man sich gegen DAS relevante Thema jener Woche entschieden hat: die Gelbwesten-Proteste in Frankreich. Stattdessen der abgetakelte Leimener, wofür es die Quittung gab.

    Eine aus Spiegel-Perspektive unprofessionelle, weil unpolitische Entscheidung. Und ein schlechtes Omen für die kaum begonnene Ära Klusmann. Vielleicht fehlt ihm das Wichtigste: das Gefühl für die richtigen Titel.

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